Shopware zu Shopify: Was beim Umzug verloren geht und wie man es abfängt
Der Entschluss steht: Der Shop zieht von Shopware zu Shopify. Die Artikel bekommt man hinüber, das ist der leichte Teil. Verloren geht, woran vorher niemand denkt – Kennwörter, Adressen der Seiten, Eigenschaften über die dritte Option hinaus, gestaltete Einkaufswelten. Dieser Beitrag listet auf, was beim Umzug auf der Strecke bleibt, und wie man es vorher abfängt.
Quellen: Shopify-Änderungsprotokoll vom 15.10.2025 (Variantengrenze); übrige Punkte aus dem Aufbau beider Systeme.
Was problemlos umzieht
Artikel mit Titel, Beschreibung, Preis, Artikelnummer, Bestand und Bildern lassen sich sauber übertragen, ebenso Kunden mit Anschrift und die Bestellhistorie. Voraussetzung ist ein Export, der mehr kann als die eingebaute CSV-Ausgabe: Bilder in richtiger Reihenfolge, Varianten als zusammengehörige Gruppe, Umsatzsteuersätze je Artikel. Bei rund 500 Artikeln ist das Handarbeit für Wochen oder ein Skript für Stunden – der Unterschied liegt in der Datenprüfung danach.

Was verloren geht, wenn niemand aufpasst
| Bereich | Was passiert | Was man dagegen tut |
|---|---|---|
| Kennwörter | Sie sind verschlüsselt gespeichert und lassen sich nicht in ein anderes System übertragen. | Kundenkonten anlegen und zur Vergabe eines neuen Kennworts einladen. Vorher ankündigen. |
| Adressen der Seiten | Shopify gibt die Struktur vor (/products/, /collections/). Alte Adressen laufen ins Leere, Platzierungen bei Google gehen verloren. | Liste aller alten Adressen aus Sitemap und Suchkonsole, je Adresse eine dauerhafte Weiterleitung. |
| Eigenschaften | Shopware kennt beliebig viele Eigenschaftsgruppen, Shopify höchstens drei Optionen je Produkt. | Entscheiden, was Option wird und was Zusatzfeld oder eigenes Produkt. |
| Freitextfelder | Zusatzangaben wie Material, Pflegehinweis, Lieferzeit haben kein festes Ziel. | Als Zusatzfelder (Metafelder) anlegen und im Theme ausgeben. |
| Erlebniswelten | Gestaltete Start- und Kategorieseiten lassen sich nicht übertragen. | Im Theme neu bauen. Texte und Bilder vorher sichern. |
| Bewertungen | Hängen meist an einer Erweiterung und deren Datenformat. | Export prüfen, Ziel festlegen, sonst sind sie weg. |
| Staffelpreise, Kundengruppen | Händlerpreise und Rabattstaffeln bildet der Einstiegstarif nur eingeschränkt ab. | Vor der Tarifwahl klären, nicht danach. |

Varianten: 2.048 klingt nach viel, drei bleibt drei
Seit dem 15. Oktober 2025 erlaubt Shopify in allen Tarifen bis zu 2.048 Varianten je Produkt statt vorher 100. Die Grenze von drei Optionen je Produkt ist geblieben. Ein Artikel mit Farbe, Größe, Material und Länge passt also weiterhin nicht in ein Produkt. Wer in Shopware vier oder fünf Eigenschaftsgruppen kombiniert hat, muss umbauen: eine Gruppe als eigenes Produkt führen oder als Zusatzfeld ohne eigene Bestandsführung. Shopify weist außerdem darauf hin, dass ältere Anbindungen mit mehr als 100 Varianten nicht sauber umgehen – für Warenwirtschaft und Marktplatz-Anbindung ist das vorher zu prüfen.
Was sich am Betrieb ändert
Jede Anbindung hängt am alten Shop. Aufträge, Bestände, Rechnungen und der Export an die Buchhaltung brauchen einen neuen Weg – getestet, bevor umgeschaltet wird.
Rechnungsnummernkreis, Pflichtangaben, Widerruf, Versandhinweise: Shopify bringt Vorgaben mit, die zum deutschen Recht passend eingestellt werden müssen.
Jede Zahlart wird neu beantragt und eingerichtet. Offene Bestellungen und Erstattungen bleiben im alten System, bis sie abgeschlossen sind.
Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten ziehen nicht von selbst um. Ohne Übertrag und Weiterleitungen fällt der Shop bei Google zurück.

So läuft ein Umzug ohne Verluste
- Vollständig auslesen. Über die Schnittstelle des alten Shops, nicht über die Tabellenausgabe: Artikel, Varianten, Bilder, Kunden, Bestellungen, Adressen der Seiten.
- Zuordnung festlegen. Was wird Option, was Zusatzfeld, was entfällt? Diese Liste entscheidet über die Qualität.
- Zweimal proben. Import in einen Testshop, automatischer Abgleich Quelle gegen Ziel, Abweichungsliste abarbeiten.
- Weiterleitungen vor dem Umschalten. Jede alte Adresse zeigt auf ihr neues Ziel, bevor die Domain umzieht.
- Nach dem Umschalten messen. Fehlerseiten, Bestellungen je Zahlart, Bestandsabgleich, erste Rechnungen.
Dieser Beitrag beschreibt, was beim Wechsel technisch passiert. Ob der Wechsel für Ihren Betrieb der richtige Weg ist, hängt an Sortiment, Abläufen und laufenden Kosten – diese Rechnung machen wir mit Ihnen vorher, wenn Sie es wünschen.
Wir bauen für solche Umzüge die Export-Schnittstelle, das Import-Skript und die Datenprüfung und richten die neuen Datenwege ein: Schnittstellen, Bestandsabgleich und Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust. Was bei einem Tabellenimport mit Varianten schiefgehen kann, steht in Shopify-Import: Varianten gelöscht.
Quellen
Shopify Änderungsprotokoll: Variantengrenze auf 2.048 angehoben (15.10.2025) · Shopify Entwicklerprotokoll: Variantengrenze für alle Händler, Hinweis zu älteren Anbindungen (15.10.2025) · Shopify: Hintergrund zur neuen Variantengrenze (2025)
Interesse?
Nennen Sie uns die Adresse des alten Shops und die ungefähre Artikelzahl. Wir lesen den Bestand aus, legen die Zuordnung vor und sagen, was ohne Verlust umzieht und was neu gebaut werden muss.