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Onlineshop & Technik5. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Shopware zu Shopify: Was beim Umzug verloren geht und wie man es abfängt

Zwei offene Umzugskartons auf einem Packtisch in einem kleinen Shop-Lager, einer voll mit Mappen und Mustern, daneben ein Laptop

Der Entschluss steht: Der Shop zieht von Shopware zu Shopify. Die Artikel bekommt man hinüber, das ist der leichte Teil. Verloren geht, woran vorher niemand denkt – Kennwörter, Adressen der Seiten, Eigenschaften über die dritte Option hinaus, gestaltete Einkaufswelten. Dieser Beitrag listet auf, was beim Umzug auf der Strecke bleibt, und wie man es vorher abfängt.

3Optionen je Produkt – daran hat sich nichts geändert
2.048Varianten je Produkt seit Oktober 2025, vorher 100
0Kennwörter lassen sich mitnehmen
301Weiterleitung braucht jede alte Adresse

Quellen: Shopify-Änderungsprotokoll vom 15.10.2025 (Variantengrenze); übrige Punkte aus dem Aufbau beider Systeme.

Was problemlos umzieht

Artikel mit Titel, Beschreibung, Preis, Artikelnummer, Bestand und Bildern lassen sich sauber übertragen, ebenso Kunden mit Anschrift und die Bestellhistorie. Voraussetzung ist ein Export, der mehr kann als die eingebaute CSV-Ausgabe: Bilder in richtiger Reihenfolge, Varianten als zusammengehörige Gruppe, Umsatzsteuersätze je Artikel. Bei rund 500 Artikeln ist das Handarbeit für Wochen oder ein Skript für Stunden – der Unterschied liegt in der Datenprüfung danach.

Nachgestelltes Umzugsprotokoll mit Kennzahlen und einer Tabelle, die Shopware-Quellen den Shopify-Zielen mit Status zuordnet
Beispielansicht, von uns nachgestellt: Ein Umzugsprotokoll nach dem zweiten Probelauf. Jede Zeile mit Abweichung wird vor dem Umschalten geklärt.

Was verloren geht, wenn niemand aufpasst

BereichWas passiertWas man dagegen tut
KennwörterSie sind verschlüsselt gespeichert und lassen sich nicht in ein anderes System übertragen.Kundenkonten anlegen und zur Vergabe eines neuen Kennworts einladen. Vorher ankündigen.
Adressen der SeitenShopify gibt die Struktur vor (/products/, /collections/). Alte Adressen laufen ins Leere, Platzierungen bei Google gehen verloren.Liste aller alten Adressen aus Sitemap und Suchkonsole, je Adresse eine dauerhafte Weiterleitung.
EigenschaftenShopware kennt beliebig viele Eigenschaftsgruppen, Shopify höchstens drei Optionen je Produkt.Entscheiden, was Option wird und was Zusatzfeld oder eigenes Produkt.
FreitextfelderZusatzangaben wie Material, Pflegehinweis, Lieferzeit haben kein festes Ziel.Als Zusatzfelder (Metafelder) anlegen und im Theme ausgeben.
ErlebnisweltenGestaltete Start- und Kategorieseiten lassen sich nicht übertragen.Im Theme neu bauen. Texte und Bilder vorher sichern.
BewertungenHängen meist an einer Erweiterung und deren Datenformat.Export prüfen, Ziel festlegen, sonst sind sie weg.
Staffelpreise, KundengruppenHändlerpreise und Rabattstaffeln bildet der Einstiegstarif nur eingeschränkt ab.Vor der Tarifwahl klären, nicht danach.
Laptop mit unscharfer Tabelle auf einem Schreibtisch, darum ausgedruckte Produktfotos und Farbmuster
Die Artikelliste ist schnell übertragen. Die Arbeit steckt in Varianten, Bildern und dem, was in keiner Spalte steht. Symbolbild.

Varianten: 2.048 klingt nach viel, drei bleibt drei

Seit dem 15. Oktober 2025 erlaubt Shopify in allen Tarifen bis zu 2.048 Varianten je Produkt statt vorher 100. Die Grenze von drei Optionen je Produkt ist geblieben. Ein Artikel mit Farbe, Größe, Material und Länge passt also weiterhin nicht in ein Produkt. Wer in Shopware vier oder fünf Eigenschaftsgruppen kombiniert hat, muss umbauen: eine Gruppe als eigenes Produkt führen oder als Zusatzfeld ohne eigene Bestandsführung. Shopify weist außerdem darauf hin, dass ältere Anbindungen mit mehr als 100 Varianten nicht sauber umgehen – für Warenwirtschaft und Marktplatz-Anbindung ist das vorher zu prüfen.

Was sich am Betrieb ändert

Warenwirtschaft und Buchhaltung

Jede Anbindung hängt am alten Shop. Aufträge, Bestände, Rechnungen und der Export an die Buchhaltung brauchen einen neuen Weg – getestet, bevor umgeschaltet wird.

Rechtstexte und Belege

Rechnungsnummernkreis, Pflichtangaben, Widerruf, Versandhinweise: Shopify bringt Vorgaben mit, die zum deutschen Recht passend eingestellt werden müssen.

Zahlarten

Jede Zahlart wird neu beantragt und eingerichtet. Offene Bestellungen und Erstattungen bleiben im alten System, bis sie abgeschlossen sind.

Sichtbarkeit

Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten ziehen nicht von selbst um. Ohne Übertrag und Weiterleitungen fällt der Shop bei Google zurück.

Regale mit sortierten Produktkartons in einem kleinen Lagerraum, im Vordergrund eine Sackkarre
Am Lager ändert sich nichts. An jedem Datenweg, der das Lager mit dem Shop verbindet, ändert sich alles. Symbolbild.

So läuft ein Umzug ohne Verluste

Bestand lesenExport über SchnittstelleZuordnenFelder, Optionen, AdressenProbelaufImport, Abgleich, ListeUmschaltenWeiterleitungen, TestsDer alte Shop bleibt lesbar, bis alle offenen Vorgänge abgeschlossen sind.
Mindestens zwei Probeläufe mit Abgleichliste, bevor der neue Shop die Adresse übernimmt.
  1. Vollständig auslesen. Über die Schnittstelle des alten Shops, nicht über die Tabellenausgabe: Artikel, Varianten, Bilder, Kunden, Bestellungen, Adressen der Seiten.
  2. Zuordnung festlegen. Was wird Option, was Zusatzfeld, was entfällt? Diese Liste entscheidet über die Qualität.
  3. Zweimal proben. Import in einen Testshop, automatischer Abgleich Quelle gegen Ziel, Abweichungsliste abarbeiten.
  4. Weiterleitungen vor dem Umschalten. Jede alte Adresse zeigt auf ihr neues Ziel, bevor die Domain umzieht.
  5. Nach dem Umschalten messen. Fehlerseiten, Bestellungen je Zahlart, Bestandsabgleich, erste Rechnungen.
Zur Einordnung

Dieser Beitrag beschreibt, was beim Wechsel technisch passiert. Ob der Wechsel für Ihren Betrieb der richtige Weg ist, hängt an Sortiment, Abläufen und laufenden Kosten – diese Rechnung machen wir mit Ihnen vorher, wenn Sie es wünschen.

Wir bauen für solche Umzüge die Export-Schnittstelle, das Import-Skript und die Datenprüfung und richten die neuen Datenwege ein: Schnittstellen, Bestandsabgleich und Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust. Was bei einem Tabellenimport mit Varianten schiefgehen kann, steht in Shopify-Import: Varianten gelöscht.

Quellen

Shopify Änderungsprotokoll: Variantengrenze auf 2.048 angehoben (15.10.2025) · Shopify Entwicklerprotokoll: Variantengrenze für alle Händler, Hinweis zu älteren Anbindungen (15.10.2025) · Shopify: Hintergrund zur neuen Variantengrenze (2025)

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Häufig gestellte Fragen

Können Kunden ihr Kennwort nach dem Umzug weiter nutzen?

Nein. Kennwörter sind verschlüsselt gespeichert und lassen sich nicht in ein anderes Shopsystem übertragen. Die Kundenkonten werden angelegt, die Kunden erhalten eine Einladung, ein neues Kennwort zu vergeben.

Was passiert mit den Google-Platzierungen?

Shopify gibt eine eigene Adressstruktur vor. Ohne dauerhafte Weiterleitung von jeder alten auf die neue Adresse laufen Suchtreffer ins Leere und die Platzierungen gehen verloren. Die Weiterleitungen müssen vor dem Umschalten stehen.

Wie viele Varianten erlaubt Shopify?

Seit dem 15. Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten je Produkt in allen Tarifen. Unverändert sind höchstens drei Optionen je Produkt möglich, etwa Farbe, Größe und Material.

Was wird aus Shopware-Eigenschaften?

Bis zu drei Eigenschaftsgruppen können Optionen werden. Weitere Gruppen werden als Zusatzfelder geführt oder als eigene Produkte angelegt. Das ist vor dem Import zu entscheiden.

Lassen sich Erlebniswelten übertragen?

Nein. Gestaltete Start- und Kategorieseiten aus Shopware haben kein Gegenstück, das sich befüllen ließe. Sie werden im neuen Theme neu gebaut, Texte und Bilder vorher gesichert.

Was liefern die Netzhandwerker bei einem Umzug?

Die Export-Schnittstelle für den alten Shop, das Import-Skript, die Übertragung der Bilder, den automatischen Abgleich Quelle gegen Ziel, die Weiterleitungen und die neuen Datenwege zu Warenwirtschaft und Buchhaltung.

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