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Onlineshop & Technik5. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Shopware 6.4 auf 6.7: Was beim Update bricht und wann ein Neuaufbau klüger ist

Entwicklerarbeitsplatz mit zwei Bildschirmen, links unscharfer Programmcode, rechts eine unscharfe Shop-Ansicht, davor eine Tastatur

Shopware 6.4 bekommt seit dem 14. Mai 2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Wer heute noch auf 6.4 verkauft, steht vor einem Sprung über drei Hauptversionen – und jede davon hat etwas umgebaut, das Themes und Erweiterungen trifft. Dieser Beitrag zeigt, was auf dem Weg nach 6.7 bricht, in welcher Reihenfolge man prüft und wann ein Neuaufbau die ehrlichere Antwort ist.

202120222023202420252026202720282029Shopware 6.4Ende 14.05.2025Shopware 6.5bis 28.02.2027Shopware 6.6bis 28.02.2028Shopware 6.7aktuelle Linieheutevolle Pflegenur noch Sicherheitsupdates
Pflegezeiträume der Shopware-6-Linien nach endoflife.date, abgerufen am 05.10.2026. Für 6.7 ist dort bislang nur das Ende der Sicherheitsupdates am 28.02.2028 genannt.

Warum der Sprung so groß ist

Ein Update von 6.4 auf 6.7 gibt es nicht in einem Schritt. Der Weg führt über die jeweils letzte Version jeder Linie: 6.4 auf 6.5, 6.5 auf 6.6, 6.6 auf 6.7. Bei jedem Schritt müssen alle Erweiterungen eine passende Version haben, sonst bleibt der Shop stehen. Dazu kommt der Server: Ab 6.6 verlangt Shopware mindestens PHP 8.2. Viele 6.4-Shops laufen noch auf 8.0 oder 8.1.

SchrittWas sich ändertWas typischerweise bricht
6.4 → 6.5Neue Grundlage für die Ladenansicht (Bootstrap 5, ohne jQuery), neuer UnterbauEigene Themes, Skripte in der Ladenansicht, ältere Erweiterungen
6.5 → 6.6PHP 8.2 Pflicht, Verwaltung auf Vue 3, Skripte der Ladenansicht werden anders geladenEigene Bausteine in der Verwaltung, Erweiterungen ohne Pflege, Serverumgebung
6.6 → 6.7Neues Bauwerkzeug für die Verwaltung, Vue 3 ohne Übergangsmodus, geändertes ZwischenspeichernAlles, was in 6.6 nur dank Übergangsmodus lief; eigene Auswertungen und Masken
Weißwandtafel mit handgezeichneten Kästen und Pfeilen als Skizze eines Update-Pfades
Drei Schritte, nicht einer: Jeder Zwischenstand muss lauffähig sein, bevor es weitergeht. Symbolbild.

Die fünf Stellen, an denen es hakt

Erweiterungen ohne Nachfolger

Der häufigste Stopper. Ein Zukauf von 2021, dessen Hersteller aufgegeben hat, blockiert den ganzen Pfad. Ersatz suchen oder die Funktion selbst bauen.

Eigenes Theme

Vorlagen und Stile aus 6.4 passen ab 6.5 nicht mehr. Je stärker das Theme vom Standard abweicht, desto näher liegt ein Neubau.

Anbindung an Warenwirtschaft

Schnittstellen hängen an Versionen der Shop-API. Nach dem Update laufen Bestände oder Aufträge nicht mehr – oft ohne Fehlermeldung.

Zahlarten

Zahlungsanbieter verlangen für neue Versionen neue Zugangsdaten oder eine andere Erweiterung. Testbestellungen je Zahlart sind Pflicht.

Die fünfte Stelle ist die unscheinbarste: Daten, die Erweiterungen angelegt haben. Zusatzfelder, Konfigurationen, eigene Tabellen. Verschwindet die Erweiterung, bleiben die Daten zurück oder gehen mit ihr. Vor dem ersten Schritt gehört deshalb eine Liste auf den Tisch: welche Erweiterung welche Daten hält.

Nachgestellte Update-Prüfung eines Shops mit Kennzahlen zu Erweiterungen und einer Tabelle zur Verträglichkeit mit 6.5, 6.6 und 6.7
Beispielansicht, von uns nachgestellt: So sieht eine Bestandsaufnahme vor dem Update aus. Rot heißt nicht „unmöglich“, sondern „hier entsteht Arbeit“.

In welcher Reihenfolge man prüft

  1. Bestand aufnehmen. Version, PHP, Datenbank, alle Erweiterungen mit Hersteller und letzter Version, eigene Anpassungen.
  2. Je Erweiterung den Pfad klären. Gibt es Versionen für 6.5, 6.6 und 6.7? Wenn nein: Ersatz, Eigenbau oder Verzicht?
  3. Kopie aufsetzen. Der gesamte Pfad wird zuerst auf einer Kopie mit echten Daten gegangen, nie am laufenden Shop.
  4. Abläufe durchspielen. Bestellung je Zahlart, Versandetikett, Rechnung, Übertragung an Warenwirtschaft und Buchhaltung, Mailversand.
  5. Umschalten mit Rückweg. Sicherung, Wartungsfenster, klare Abbruchregel. Danach eine Woche genau hinsehen.
Kleines Versandlager mit beschrifteten Kartons im Regal und einem Packtisch mit Laptop
Während des Updates laufen Bestellungen weiter. Der Pfad muss so geplant sein, dass der Versand nicht stillsteht. Symbolbild.

Update oder Neuaufbau?

Die ehrliche Rechnung lautet: Ist das Theme ein Eigenbau auf 6.4-Stand, haben mehrere Erweiterungen keinen Nachfolger und hängen eigene Masken an der alten Verwaltung, dann wird beim Update fast alles neu geschrieben – nur unter dem Zwang, die alte Struktur mitzuschleppen. In diesem Fall ist ein Neuaufbau mit vollständiger Datenübernahme meist der kürzere Weg: Artikel, Kunden, Bestellungen und Adressen der Seiten ziehen um, der Ballast bleibt zurück.

LageTendenz
Standard-Theme, wenige gepflegte ErweiterungenUpdate
Eigenes Theme, alle Erweiterungen mit NachfolgerUpdate mit Theme-Neubau
Eigenes Theme, mehrere Erweiterungen ohne Nachfolger, eigene MaskenNeuaufbau
Shop soll ohnehin anders werden (Sortiment, Abläufe, Design)Neuaufbau

Wir nehmen den Bestand auf, sagen Ihnen, welcher Weg weniger Arbeit ist, und bauen ihn: Shop als Unikat mit Datenübernahme oder das Update Schritt für Schritt. Wenn es schon brennt, ist zuerst Shop-Störung beheben dran. Wie man einen noch älteren Bestand rettet, steht in Shopware 5 sanieren ohne Stillstand.

Quellen

endoflife.date: Shopware: Versionen und Pflegezeiträume (abgerufen 05.10.2026) · Shopware: Mitteilungen zu den Versionen 6.5, 6.6 und 6.7 · Shopware Entwicklerdokumentation: Hinweise zu Update und Systemanforderungen

Interesse?

Schicken Sie uns die Adresse Ihres Shops und, wenn möglich, die Liste der installierten Erweiterungen. Wir sagen Ihnen, was auf dem Weg nach 6.7 bricht und welcher Weg der kürzere ist.

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Häufig gestellte Fragen

Kann man von Shopware 6.4 direkt auf 6.7 aktualisieren?

Nein. Der Weg führt über die jeweils letzte Version jeder Linie: von 6.4 auf 6.5, dann auf 6.6, dann auf 6.7. Bei jedem Schritt müssen Server, Theme und alle Erweiterungen passen.

Ist Shopware 6.4 noch sicher?

Shopware 6.4 erhält laut endoflife.date seit dem 14. Mai 2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Neu entdeckte Lücken bleiben offen. Je länger ein Shop auf 6.4 bleibt, desto größer wird das Risiko.

Was bricht beim Update am häufigsten?

Erweiterungen ohne Nachfolgeversion, eigene Themes, eigene Bausteine in der Verwaltung, die Anbindung an die Warenwirtschaft und Zahlarten. Dazu kommt die Serverumgebung, weil ab 6.6 mindestens PHP 8.2 nötig ist.

Wie lange dauert ein Update von 6.4 auf 6.7?

Das hängt vom Bestand ab. Ein Shop mit Standard-Theme und wenigen gepflegten Erweiterungen ist in überschaubarer Zeit durch. Mit eigenem Theme und mehreren Erweiterungen ohne Nachfolger wird daraus ein Projekt, bei dem ein Neuaufbau oft schneller ist.

Wann lohnt ein Neuaufbau statt eines Updates?

Wenn Theme und eigene Masken ohnehin neu geschrieben werden müssten und mehrere Erweiterungen keinen Nachfolger haben. Dann ziehen Artikel, Kunden, Bestellungen und Seitenadressen in einen neuen Shop um, und der Ballast bleibt zurück.

Gehen beim Update Daten verloren?

Stammdaten bleiben erhalten. Gefährdet sind Daten, die einzelne Erweiterungen angelegt haben, etwa Zusatzfelder oder Konfigurationen. Deshalb gehört vor dem ersten Schritt eine Liste dazu, welche Erweiterung welche Daten hält.

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