Lastmanagement und Ladeinfrastruktur auslegen
Die Frage klingt einfach und wird fast immer falsch beantwortet: Wie viele Ladepunkte verträgt unser Anschluss. Die Antwort hängt nicht an der Zahl der Stellplätze, sondern an der gemessenen Lastkurve, der Gleichzeitigkeit, dem Ladeverhalten und der Reserve am Hausanschluss. Aus diesen Größen ergibt sich ein Konzept, das trägt, oder die Erkenntnis, dass es das nicht tut.
Wer diese Rechnung braucht
Ladeinfrastruktur scheitert selten an der Technik und häufig daran, dass niemand vorher gerechnet hat.
Ausbaustufen statt einer Zahl
Eine einzelne Zahl hilft niemandem, weil sich Bedarf und Fahrzeugbestand über Jahre verändern. Das Konzept beschreibt deshalb Stufen: was heute ohne Eingriff geht, was mit statischem Lastmanagement geht, was mit dynamischem Lastmanagement geht und ab welchem Punkt eine Verstärkung des Anschlusses die einzige Möglichkeit bleibt.
- Anschlussreserve — Auswertung des Lastgangs oder der Abrechnungen: tatsächliche Spitzenlast, verbleibende Reserve, und wann im Tages- und Jahresverlauf sie am kleinsten ist.
- Gleichzeitigkeit — Realistische Annahme statt Rechnung mit voller Leistung an allen Punkten, hergeleitet aus dem Nutzungsprofil und offengelegt.
- Ausbaustufen — Je Stufe die mögliche Zahl der Ladepunkte, die erforderliche Steuerung und die Eingriffe in Verteiler und Zuleitung.
- Netzanschluss — Ob das Vorhaben anzeige- oder zustimmungspflichtig ist und welche Angaben der Netzbetreiber dafür braucht.
Wie wir dabei vorgehen
Die Darstellung ist keine Verzierung, sondern das Verfahren selbst. Wer es nachvollziehen kann, kann das Ergebnis prüfen.
Tagesverlauf der Grundlast mit der verbleibenden Anschlussreserve und die vier Ausbaustufen der Auslegung.
Was wir von Ihnen brauchen
Der Lastgang ist die wichtigste Größe. Ohne ihn muss aus Abrechnungen geschätzt werden, und das kostet Genauigkeit.
Was diese Auslegung nicht leistet
- – Keine Installation und keine Inbetriebnahme. Wir liefern das Konzept, ausgeführt wird es von einem Elektrobetrieb Ihrer Wahl.
- – Keine Produktempfehlung. Wir beschreiben die erforderlichen Eigenschaften des Lastmanagements. Welches Fabrikat sie erfüllt, entscheiden Sie mit dem ausführenden Betrieb.
- – Keine Messung der Netzimpedanz und keine Prüfung der bestehenden Anlage. Beides geht nur vor Ort.
- – Keine Verhandlung mit dem Netzbetreiber. Wir liefern die Zahlen für den Antrag, gestellt wird er von Ihnen oder vom Errichter.
- – Keine Förderberatung und keine Abrechnungsberatung. Für den Umgang mit Abrechnung und Eichrecht am Ladepunkt sprechen Sie mit dem Betreiberdienst oder Ihrem Steuerbüro.
Verwandte Leistungen
Häufig hängen zwei Fragen zusammen. Diese Leistungen greifen dieselbe Anlage von einer anderen Seite an.
Erst rechnen, dann Wände aufstemmen
Schicken Sie uns Anschlussdaten, Verteilerschema und Lastgang. Sie bekommen die tragfähigen Ausbaustufen und die Grenze, ab der eine Verstärkung unvermeidlich wird.
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Häufig gestellte Fragen
Wir haben nur die Stromrechnung, keinen Lastgang.
Dann arbeiten wir mit den Abrechnungen und rechnen die Spitzenlast aus Verbrauch und Benutzungsdauer ab, was gröber ist und im Bericht als solches gekennzeichnet wird. In vielen Fällen liefert der Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber den Lastgang auf Anfrage. Es lohnt sich, vorher zu fragen, weil die Genauigkeit deutlich steigt.
Reicht ein statisches Lastmanagement oder brauchen wir ein dynamisches?
Statisches Management teilt eine feste Leistung auf die Ladepunkte auf und ist einfach und robust. Dynamisches Management misst zusätzlich den übrigen Verbrauch im Gebäude und gibt frei, was gerade übrig ist. Wo die Grundlast stark schwankt und die Reserve knapp ist, holt das dynamische Verfahren deutlich mehr heraus. Die Rechnung zeigt, ob sich der Mehraufwand in Ihrem Fall lohnt.
Wie viele Ladepunkte sind an einem normalen Hausanschluss realistisch?
Eine allgemeine Zahl wäre geraten und wir nennen sie deshalb nicht. Was sich sagen lässt: Der begrenzende Faktor ist fast nie die Zahl der Fahrzeuge, sondern die Gleichzeitigkeit. Fahrzeuge, die zwölf Stunden stehen und achtzig Kilometer am Tag fahren, brauchen sehr wenig Leistung. Genau deshalb ist die Auswertung des Nutzungsprofils der Kern dieser Arbeit.
Was ist mit Photovoltaik und Speicher?
Beide gehen in die Rechnung ein, allerdings vorsichtig: Eine PV-Anlage senkt die Netzbezugsspitze nur, wenn geladen wird, während die Sonne scheint. Bei Fahrzeugen, die abends kommen und morgens fahren, ist der Beitrag ohne Speicher gering. Wir rechnen das durch, statt es als Selbstverständlichkeit zu behaupten.
Muss der Netzbetreiber zustimmen?
Ladeeinrichtungen sind dem Netzbetreiber anzuzeigen. Oberhalb einer Leistungsschwelle ist eine Zustimmung erforderlich, und die kann mit Auflagen verbunden sein. Welche Schwelle gilt und welche Angaben verlangt werden, unterscheidet sich zwischen den Netzbetreibern. Wir bereiten die technischen Angaben so auf, dass der Antrag ohne Rückfragen durchgeht.
Gilt das auch für Betriebe mit Lastspitzenabrechnung?
Dort ist die Rechnung besonders lohnend. Bei leistungsgemessenen Kunden schlägt eine einzige neue Viertelstundenspitze auf die Abrechnung des ganzen Jahres durch. Ein Lastmanagement, das diese Spitze verhindert, ist dann nicht nur eine technische, sondern eine unmittelbar wirtschaftliche Maßnahme.