Elektrische Anlagen dauerhaft messen
statt einmal im Jahr ansehen
Ströme, Temperaturen an Klemmstellen, Differenzströme, Netzqualität und Energie – laufend erfasst und von einem Elektrotechnikermeister bewertet. Auswertung, Grenzwerte und Meldung laufen über die Fernanbindung.
Der Schaden kündigt sich an. Nur sieht ihn niemand.
Zwischen zwei Prüfterminen liegen zwölf Monate. Der Verlauf, der zum Ausfall führt, liegt fast immer darin.
Die Prüfung sieht einen einzigen Tag
Eine lose Klemme wird über Wochen wärmer. Die Wiederholungsprüfung und die Thermografie treffen diesen Verlauf nur, wenn der Termin zufällig richtig liegt. Zwischen den Terminen misst niemand.
Der Ausfall kommt nie gelegen
Kälte über Nacht, Lüftung im Stall, Pumpe am Wochenende. Der Schaden ist selten die Reparatur, sondern die verlorene Ware, die Ausfallzeit oder der Brand. Der messbare Vorlauf beträgt oft Wochen.
Vier Größen, die Ausfälle vorher sichtbar machen
Erfasst wird, was einen Verlauf hat. Ein Wert allein sagt wenig, die Richtung sagt fast alles.
Klemmstellentemperatur
Der Übergangswiderstand einer sich lösenden Verbindung steigt langsam und stetig. Genau dieser Anstieg ist über Wochen messbar, bevor die Verbindung ausglüht.
Differenzstrom
Nachlassende Isolation zeigt sich als steigender Ableitstrom, lange bevor die Schutzeinrichtung auslöst. Der Stillstand kommt dann nicht mehr überraschend.
Ströme je Abgang
Überlast, Schieflast und steigende Anlaufströme von Motoren. Ein Antrieb, der Jahr für Jahr schwerer anläuft, meldet sich lange vor dem Ausfall.
Netzqualität
Oberschwingungen belasten Neutralleiter und Transformatoren. Sie sind häufig die Ursache hinter Störungen, für die sonst keine Erklärung gefunden wird.
Vier Bausteine, einzeln oder kombiniert
Der Einstieg braucht keine zusätzliche Messtechnik. Die meisten Anlagen liefern bereits Daten, die niemand auswertet.
Anlagendaten auswerten
Lastgang, Wechselrichter-Portal, Kältesteuerung, vorhandene Messtechnik und alte Protokolle. Die Daten existieren bereits – ausgewertet werden sie selten. Zugang genügt, an der Anlage ändert sich nichts.
Zur Auswertung →Dauermessung mit eigenen Messstellen
Wo keine Messtechnik sitzt, wird ergänzt: Temperatur an Klemmstellen, Differenzstrom, Ströme je Abgang. Grenzwerte aus einer Einlernphase statt aus dem Datenblatt.
Zur Dauermessung →Prüforganisation und Dokumentation
Anlagenverzeichnis, Prüffristen, Protokollablage, Auswertung vorhandener Prüfberichte, Zuarbeit zur Gefährdungsbeurteilung. Der organisatorische Teil der Betreiberpflichten.
Zur Prüforganisation →Anbindung und Datenweg
Eigene Mobilfunkverbindung, ausgehend, ohne Beteiligung Ihres Firmennetzes. Keine eingehende Verbindung, keine Schaltfunktion. Die Unterlagen für Ihre IT.
Zur Anbindung →Bewertet wird von einer Elektrofachkraft
Der Unterschied zwischen einer Messkurve und einem Befund ist die fachliche Einordnung.
Elektrotechnikermeister
Eine Schwelle zu überschreiten ist kein Befund. Ob ein Anstieg von vier Kelvin an einem Abgang mit hoher Grundlast relevant ist oder ob er zur Jahreszeit gehört, entscheidet Erfahrung mit elektrischen Anlagen – nicht ein Schwellwert in einer Konfigurationsdatei.
Grenzwerte aus Beobachtung
Jede Anlage bekommt eine Einlernphase. Erst danach stehen Schwellen fest. Grenzwerte aus dem Datenblatt erzeugen Fehlalarme, und Fehlalarme sind der häufigste Grund, warum Überwachung nach einem halben Jahr ignoriert wird.
Wie es beginnt
Vom ersten Gespräch bis zum laufenden Bericht.
Anlage besprechen
Verteilung, kritische Abgänge, bereits vorhandene Messtechnik und Datenquellen. Ergebnis ist eine Einschätzung, was ohne Zusatzaufwand messbar ist.
Erfassung einrichten
Zugänge zu vorhandenen Quellen oder, wo nötig, ein Klemmenplan mit Stückliste für die ergänzende Messtechnik. Ausführung durch Ihren Elektrobetrieb.
Einlernphase
Vier Wochen mitlaufen, ohne Alarmweg. Erst danach stehen Grenzwerte, die zur Anlage passen und nicht zum Datenblatt.
Laufender Betrieb
Monatlicher Bericht mit Verlauf und Einschätzung. Meldung bei Befund an die von Ihnen benannten Empfänger.
Was geschuldet wird und was nicht
Eine Überwachung, die mehr verspricht als sie leisten kann, ist im Schadensfall wertlos. Deshalb steht die Grenze hier und nicht im Kleingedruckten.
Das ist der Leistungsinhalt
- Laufende Erfassung der vereinbarten Messgrößen
- Bewertung durch eine Elektrofachkraft
- Meldung bei Befund mit Handlungsempfehlung
- Monatlicher Bericht mit Verlauf und Einordnung
- Erkennung und Meldung eines Ausfalls der Messkette
Das ist ausdrücklich nicht enthalten
- Zusage von Anlagensicherheit oder Verfügbarkeit
- Ersatz der vorgeschriebenen Wiederholungsprüfung
- Ausführung, Instandsetzung oder Nachziehen von Verbindungen
- Eingriff oder Schalthandlungen an der Anlage
- Rufbereitschaft rund um die Uhr
Welche Anlage soll dauerhaft beobachtet werden?
Beschreiben Sie die Verteilung und die Abgänge, deren Ausfall wehtut. Sie bekommen eine Einschätzung, was mit vorhandenen Daten bereits messbar ist und wo Messtechnik ergänzt werden müsste.
Anlage beschreibenBeschreiben Sie Ihr Anliegen
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Ersetzt das die vorgeschriebene Wiederholungsprüfung?
Nein. Die wiederkehrende Prüfung nach den einschlägigen Vorschriften bleibt bestehen und wird von einem prüfenden Betrieb vor Ort durchgeführt. Die Fernüberwachung liefert die Messdaten und den lückenlosen Verlauf zwischen zwei Prüfterminen. Ob eine dauerhafte Überwachung im Einzelfall Auswirkungen auf Prüffristen hat, entscheidet Ihr Unfallversicherungsträger, nicht wir. Wir stellen die Daten bereit, die eine solche Bewertung überhaupt erst möglich machen.
Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
Sie beschreiben die Anlage und die kritischen Abgänge. Wir prüfen, welche Daten bereits vorliegen und welche zusätzlich erfasst werden müssten. Wo Messtechnik ergänzt werden muss, erstellen wir einen Klemmenplan mit Stückliste; die Ausführung übernimmt ein Elektrobetrieb Ihrer Wahl. Parametrierung, Einlernphase, Grenzwerte, Auswertung und Meldung laufen anschließend über die Fernanbindung.
Warum nicht einfach einmal im Jahr thermografieren?
Eine Thermografie ist eine Momentaufnahme unter den Lastbedingungen des Aufnahmetags. Eine Klemmstelle, die sich über acht Wochen langsam erwärmt, wird dabei nur getroffen, wenn der Termin zufällig spät genug liegt. Eine laufende Messung zeigt den Trend und nicht nur den Zustand.
Wer bewertet die Messwerte?
Ein Elektrotechnikermeister. Eine Software erkennt eine Abweichung, aber sie entscheidet nicht, ob eine Abweichung ein Befund ist. Diese Einordnung und die Handlungsempfehlung kommen von einem Menschen mit Qualifikation.
Kann aus der Ferne geschaltet oder eingegriffen werden?
Nein, und das ist bewusst so gebaut. In der Erfassung ist keine Schaltfunktion vorhanden – nicht deaktiviert, sondern nicht verbaut. Die Anlage wird gemessen und bewertet, gesteuert wird sie nicht.
Was passiert bei einem Befund?
Sie erhalten eine Meldung an die von Ihnen benannten Empfänger, mit Messwert, Verlauf, Einordnung und einer konkreten Handlungsempfehlung. Die Ausführung der Maßnahme übernimmt Ihr Elektrobetrieb. Wir liefern den Befund und die Datengrundlage, mit der er ohne Suchen abgearbeitet werden kann.
Für welche Betriebsgrößen lohnt sich das?
Für Betriebe, bei denen ein ungeplanter Stillstand sofort Geld kostet, die aber keine eigene Elektroabteilung haben. Typisch sind Kälte- und Lebensmittelbetriebe, Landwirtschaft mit Lüftung und Melktechnik, kommunale Pump- und Kläranlagen, Serverräume im Mittelstand und Betreiber von Gewerbeimmobilien.
Was passiert, wenn die Messkette selbst ausfällt?
Die Erfassung sendet ein Lebenszeichen. Bleibt es aus, ist das selbst ein Befund und wird gemeldet. Eine tote Überwachung, die niemandem auffällt, wäre schlimmer als gar keine.