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KI-Kanzlei-Box · Lokales Sprachmodell

Die KI-Kanzlei-Box: Mandanten-Daten bleiben bei Ihnen.Ein eigenes Sprachmodell auf eigener Hardware in Ihrer Kanzlei.

Kein Cloud-Abo, keine Datenweitergabe, einmalige Investition statt monatlicher Lizenz. Schweigepflicht-konform – von Bauart an. Drei Größen: Solo-Box ab 2.490 € einmalig, Kanzlei-Server ab 4.990 € einmalig, Kanzlei-Verbund auf Anfrage. Lieferung vorkonfiguriert, Einrichtung per Fernwartung.

Schreibtisch einer deutschen Kanzlei mit kompaktem schwarzem Mini-Rechner neben Bildschirm mit Chat-Oberfläche, im Hintergrund Lederbände, Füller, gedruckter Vertrag und Messinglampe
§43a BRAO Schweigepflicht-konform – Akten verlassen das Haus nicht
Eigentum Sie kaufen die Hardware – einmalige Investition, kein Abo
Akten-Recherche RAG-Prinzip auf Wunsch: Antworten mit Quell-Verweis aus eigenen Akten
ab 2.490 € Solo-Box Festpreis, Lieferung vorkonfiguriert

Warum eine eigene Box statt Cloud-Abo

Sprachmodelle sind im Kanzlei-Alltag inzwischen ähnlich nützlich wie ein gut sortiertes Sekretariat – sie fassen 80-seitige Verträge zusammen, ziehen Fristen aus Schriftsätzen, formulieren Mandanten-Briefe aus drei Stichpunkten und ordnen den Posteingang. Der Haken: die populären Dienste schicken jede Eingabe in ein fremdes Rechenzentrum, das in den meisten Fällen außerhalb der EU steht. Für eine Kanzlei ist das berufsrechtlich problematisch, weil §43a BRAO und §203 StGB nicht zwischen „gewollter Datenweitergabe" und „technisch nötigem Versand an einen Dienstleister" unterscheiden.

Die KI-Kanzlei-Box dreht das um. Statt Mandanten-Daten in eine fremde Cloud zu schicken, holen wir das Modell in Ihr Haus. Ein kompakter Rechner steht auf dem Schreibtisch (Solo-Box) oder im Serverschrank (Kanzlei-Server), darauf läuft ein offenes Sprachmodell mit deutschsprachlicher Trainingsschwerpunkt. Ihre Anwälte und Sekretariate arbeiten über eine Web-Oberfläche im Browser – die fühlt sich an wie der bekannte Markt-Standard, aber kein Byte verlässt die Kanzlei. Die Internet-Leitung ist nur für Software-Updates nötig, nicht für die tägliche Arbeit. Sie können die Box notfalls vom Netz nehmen und sie funktioniert weiter.

Der zweite Grund ist wirtschaftlich. Ein Cloud-Abo bei einem großen Anbieter kostet 25 bis 60 Euro pro Anwalt und Monat. Bei einer Drei-Personen-Kanzlei sind das 900 bis 2.200 Euro pro Jahr, bei zehn Personen 3.000 bis 7.200 Euro pro Jahr – und das Geld ist Miete, kein Eigentum. Die Solo-Box für 2.490 Euro hat sich in einer Drei-Personen-Kanzlei nach zwei bis drei Jahren amortisiert, der Kanzlei-Server für 4.990 Euro in einer Zehn-Personen-Kanzlei nach unter einem Jahr. Danach läuft die Box weiter, ohne dass weiteres Geld in fremde Konten wandert.

Der dritte Grund ist Kontrolle. Das Modell auf Ihrer Box gehört Ihnen – wir können es nicht abschalten, der Hersteller des Modells kann es nicht abschalten, der Stromanbieter wäre die einzige verbleibende Möglichkeit. Wenn ein Cloud-Dienst übermorgen die Preise verdoppelt, seine AGB ändert, einen US-Behörden-Zugriff einräumen muss oder schlicht eingestellt wird – Sie merken es nicht. Die Box steht weiter im Büro, das Modell antwortet weiter, die Akten-Recherche läuft weiter.

Was die Box im Kanzlei-Alltag konkret leistet

Sieben typische Aufgaben aus dem täglichen Betrieb einer Kanzlei, an denen die Box spürbar Zeit spart. Alle Beispiele entstehen direkt auf der Box, ohne dass eine Datei das Haus verlässt.

Vertrag in fünf Minuten verstanden

Ein neuer Mandant schickt einen 60-seitigen Geschäftsführer-Anstellungsvertrag, den er am Wochenende unterschreiben soll. Ohne Box: zwei Stunden vollständige Lektüre, gelbe Markierungen, handschriftliche Notizen für den Termin am Montag. Mit Box: PDF in die Web-Oberfläche ziehen, drei Standard-Fragen abrufen – „Welche Kündigungsfristen sind geregelt, und weichen sie von §622 BGB ab?", „Welche Wettbewerbsverbots-Klauseln stehen drin, und wie lang ist die Karenz?", „Gibt es Bonus- und Tantieme-Regelungen, und wie sind sie an Ergebnisse gekoppelt?" Die Box liefert in drei bis sechs Sekunden Antworten mit Verweis auf die jeweilige Seite und den jeweiligen Absatz. Die Anwältin liest dann gezielt die fünf relevanten Passagen statt aller 60 Seiten. Zeitersparnis pro Vertrag: 90 bis 110 Minuten, ohne Qualitätsverlust für den Mandanten.

Fristen aus Schriftsätzen ziehen, ohne durchzulesen

Das Sekretariat bekommt morgens 25 Schriftsätze und Bescheide per beA und Post. Manche enthalten Fristen, manche nicht. Manche Fristen sind offensichtlich („binnen zwei Wochen Stellungnahme"), andere stehen versteckt in Verfügungs-Sätzen oder am Ende der Begründung. Mit der Box: jedes Dokument wird durch die Box geschickt mit der Standard-Anweisung „Liste alle Fristen, Termine und Stichtage aus diesem Dokument mit Quell-Stelle auf". Das Sekretariat bekommt eine kurze Liste, prüft sie kurz nach und trägt die Fristen in den Fristenkalender ein. Eine Anwältin sagt zur Box: „Mir ist mit der Box noch keine Frist mehr durchgerutscht – das war vorher zweimal pro Jahr." Die Haftung bleibt beim Menschen, das Vorgehen ist nur sicherer geworden.

Mandanten-Brief in zehn Minuten statt einer Stunde

Ein Mandant in einer Erbsache fragt per Mail nach einem Stand-Update. Die Anwältin gibt der Box drei Stichpunkte mit Aktenbezug: „Mandant Schulze, Erbteil-Verfahren, Verfügung des Gerichts vom 12.05. liegt jetzt vor, Anhörung 03.06., wir bereiten Stellungnahme bis 25.05. vor." Die Box formuliert daraus einen vollständigen, höflich-formellen Brief mit korrekter Anrede, Sachstands-Zusammenfassung, klarer nächster Schritt-Ankündigung und passendem Schluss-Satz. Die Anwältin liest den Entwurf, ändert zwei Formulierungen, unterschreibt. Aus 45 Minuten Brief-Aufwand werden 8 Minuten. Bei 30 Mandantenbriefen pro Woche ist das fast ein ganzer Tag eingespart.

Akten-Recherche mit Quell-Verweis

Eine Anwältin sucht in eigenen abgeschlossenen Mandaten nach einer Argumentation, die sie vor zwei Jahren in einer ähnlichen Konstellation aufgebaut hat. Sie weiß noch ungefähr das Thema („Aufrechnung gegen Mietkaution-Rückzahlungsanspruch wegen Renovierungs-Mängeln"), aber nicht mehr den Mandanten-Namen. Mit der Box (Akten-Recherche aktiviert): Frage in die Web-Oberfläche eintippen. Die Box durchsucht den Akten-Index, findet drei in Frage kommende Mandate, liefert pro Treffer eine kurze Zusammenfassung und den Verweis auf die jeweilige Akten-Datei. Die Anwältin öffnet die richtige Akte, kopiert die Argumentation, passt sie an. Ohne Box: 30 Minuten Suche in alten Akten-Ordnern, schlimmstenfalls erfolglos. Mit Box: zwei Minuten.

Telefon-Notizen sauber strukturieren

Nach einem 25-Minuten-Mandantengespräch bestehen die Notizen aus halben Sätzen und Stichworten. In die Box gegeben mit der Anweisung „Strukturiere diese Notiz zu einem Aktenvermerk mit Punkten Sachverhalt, Anliegen, vereinbarte nächste Schritte, offene Fragen". Die Box liefert einen sauberen Aktenvermerk, den die Anwältin in drei Minuten Korrekturlesen und ablegen kann. Wichtig: Die Box ergänzt keine Fakten – sie strukturiert nur, was im Eingang stand. Das verhindert das Phantasieren, das einige Cloud-Modelle bei lückenhaften Eingaben zeigen.

Eingehende E-Mails priorisieren

Das Sekretariat öffnet morgens 50 bis 90 Mails im allgemeinen Kanzlei-Postfach. Das Vorsortieren – Mandanten-Anfrage, Gerichts-Post, Werbung, Kollegen-Mails – dauert eine Dreiviertelstunde. Mit der Box: Postfach-Anbindung schickt jede neue Mail durch eine Standard-Anweisung „Sortiere diese Mail in eine der Kategorien Fristsache, Mandanten-Anfrage, Gerichts-Post, Kollegen-Mail, Werbung". Die Box klassifiziert in Sekunden, das Sekretariat sieht eine sortierte Liste statt einer chaotischen Mailbox. Bei klar erkannten Fristsachen markiert die Box die Mail sofort und legt eine Vor-Sortier-Notiz in die Akte. Die Schlussentscheidung bleibt beim Sekretariat – die Box gibt nur eine Vorsortierung, kein abschließendes Urteil.

Vergleichs-Vorlagen aus eigenem Schreibstil

Jede Kanzlei hat ihren eigenen Schreibstil – kürzer oder länger, formeller oder direkter, mit oder ohne lateinische Wendungen. Die Box lernt diesen Stil aus den 30 bis 60 Vorlagen, die wir bei der Einrichtung hinterlegen, plus den eigenen abgeschlossenen Schriftsätzen, die der Akten-Index sieht. Eine neue Klageschrift entsteht dann nicht im neutralen Modell-Standard-Deutsch, sondern in der Sprache, die die Kanzlei seit Jahren verwendet. Mandanten merken das, Gerichte merken es, die Anwältin spart das ständige Umschreiben der Modell-Floskeln.

Für wen die Box passt – und für wen eine Cloud-Lösung sinnvoller ist

Wir empfehlen die Box nicht jeder Kanzlei. Wenn Datenschutz und Schweigepflicht ohnehin keine erhöhte Sensibilität haben, ist ein Cloud-Dienst mit AVV einfacher zu starten. Die Box lohnt sich überall dort, wo Mandantendaten besonders sensibel sind oder wo die laufenden Kosten eines Cloud-Abos in eigene Hardware besser angelegt sind.

Passt zu Ihrer Kanzlei, wenn

  • Sie strafrechtlich, familienrechtlich, medizinrechtlich, arbeitsrechtlich oder im Notariat besonders sensible Mandate haben
  • Sie als Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung Mandantendaten unter §57 StBerG verarbeiten
  • Sie zwei bis fünfzehn Mitarbeiter haben und ein laufendes Cloud-Abo betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll ist
  • Sie über die Berufshaftpflicht keine US-Cloud-Konstruktionen abdecken können
  • Sie eine Bürogemeinschaft mit getrennten Mandaten unter einem Dach sind
  • Sie ein eigenes Akten-Archiv haben, das per Volltextsuche und Frage-Antwort nutzbar werden soll
  • Sie schon einmal von einem Mandanten gefragt wurden, ob seine Akte „in irgendeiner KI hängt"

Cloud-Lösung ist sinnvoller, wenn

  • Sie eine Solo-Kanzlei mit sehr wenigen Mandaten pro Monat sind und KI nur sporadisch einsetzen wollen
  • Sie ausschließlich öffentlich zugängliche Texte (Urteile, Kommentare, Gesetze) verarbeiten und keine eigenen Mandantendaten
  • Sie ohnehin in einem Microsoft-365- oder Google-Workspace-Verbund arbeiten, der einen DSGVO-konformen Enterprise-Vertrag hat
  • Sie maximale Antwortqualität brauchen und die laufenden Cloud-Kosten akzeptieren
  • Sie weder Serverschrank noch Schreibtischfläche für zusätzliche Hardware haben
  • Sie auf den ersten Anruf bei einem Modell-Hersteller-Support setzen, statt auf einen unabhängigen Dienstleister

Wie die Box in Ihre Kanzlei eingebunden wird

Anwalts-Laptops, Sekretariats-PCs und das Akten-System arbeiten gegen die Box im eigenen Haus. Keine Leitung nach außen, kein Cloud-Aufruf, keine fremden Server in der Kette. Die Internet-Leitung ist nur dann aktiv, wenn wir aus Ihrer Erlaubnis ein Modell-Update einspielen.

Box-Architektur in Ihrer Kanzlei

Ihre Kanzlei – alles innerhalb dieser Linie KI-Kanzlei Box Modell + Akten-Index Anwalts-Laptop Browser-Oberfläche Sekretariats-PC Browser-Oberfläche Akten-Archiv PDF, Verträge, Schriftsätze Kanzlei-Software Anbindung optional Fremdes Rechenzentrum keine Verbindung Schweigepflicht §43a BRAO gewahrt – Mandantendaten verlassen das Haus nicht Internet nur aktiv für Software-Updates nach Ihrer Freigabe
Lokale AnbindungAnwalt, Sekretariat und Archiv arbeiten alle gegen dieselbe Box im Haus, im eigenen Netz.
Akten-Recherche im HausDie Box durchsucht Ihre PDF-Akten und gibt zu jeder Antwort die Quell-Stelle an, ohne dass Akten kopiert werden.
Kein AußenanschlussIm Normalbetrieb keine Verbindung zu fremden Servern – Updates nur nach Ihrer ausdrücklichen Freigabe.

Schweigepflicht und Datenfluss im Detail

Die häufigste Frage in Erstgesprächen: „Wo sind meine Daten konkret, und was passiert da?" Hier die ehrliche Antwort, ohne Marketing-Mantel.

Die Box bekommt Ihre Mandanten-Daten – das ist der Sinn. Die Daten landen aber nicht in einem Rechenzentrum, sondern auf einer Festplatte, die Sie anfassen, abschließen, in den Tresor stellen oder bei Auflösung der Kanzlei selbst zerstören können. Das ist der zentrale Unterschied zu Cloud-Lösungen: Sie haben die physische Kontrolle. Bei einem Cloud-Dienst müssen Sie der Zusicherung des Anbieters vertrauen, dass Daten nach Vertrags-Ende gelöscht werden – und dass keine Behörde aus dem Sitzland des Anbieters Zugriff erzwingen kann. Bei der Box gibt es diesen Vertrauens-Vorschuss nicht, weil die Daten Ihr Haus nicht verlassen.

Konkreter Datenfluss bei einer typischen Anfrage: Eine Anwältin gibt in der Web-Oberfläche „Fasse den Vertrag XY zusammen" ein. Der Browser auf dem Anwalts-Laptop schickt die Anfrage über das Kanzlei-Netzwerk an die Box. Auf der Box läuft ein Inference-Server, der das Sprachmodell im Arbeitsspeicher hält. Der Server zieht den Vertrag aus dem Akten-Index (auch der liegt auf der Box-Festplatte), gibt ihn dem Modell mit der Frage. Das Modell rechnet auf der GPU der Box die Antwort, gibt sie an den Server zurück, der Server reicht sie über das Kanzlei-Netzwerk an den Browser zurück. Kein einziger Schritt verlässt das Haus. Die Internet-Leitung der Kanzlei spielt während des gesamten Vorgangs keine Rolle.

Warum §43a BRAO mit der Box automatisch gewahrt ist

§43a Abs. 2 BRAO verpflichtet Anwälte zur Verschwiegenheit über alles, was ihnen in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. Die Pflicht erstreckt sich auch auf Hilfspersonen. Bei Cloud-Diensten ist umstritten, ob der Cloud-Anbieter „Hilfsperson" im Sinne der Norm oder „unbeteiligter Dritter" ist – und ob die Übermittlung in fremde Rechenzentren eine Offenbarung darstellt. Diese Diskussion entfällt bei einer eigenen Box komplett, weil keine Übermittlung an Dritte stattfindet. Die Daten bleiben unter der ausschließlichen Sachherrschaft der Kanzlei.

§203 StGB stellt die unbefugte Offenbarung fremder Geheimnisse durch Berufsgeheimnisträger unter Strafe. Auch hier gilt: Eine eigene Box, die ohne Außenverbindung arbeitet, kann den Tatbestand nicht erfüllen, weil keine Offenbarung an einen Dritten erfolgt. Mit Cloud-Diensten ist das nicht so eindeutig – mehrere Aufsätze (NJW, AnwBl) haben in den letzten zwei Jahren auf die Risiken hingewiesen, ohne dass es eine eindeutige höchstrichterliche Entscheidung dazu gäbe.

Was die Box NICHT leistet – ehrliche Abgrenzung

Die Box macht das Berufsrecht nicht überflüssig. Sie ersetzt nicht die Verantwortung der Anwältin oder des Anwalts für die fachliche Bewertung. Sie ist auch kein Schutz vor menschlichen Fehlern – wenn das Sekretariat einen Vertrag in eine Konsumenten-Cloud lädt, statt in die Box, ist die Box-Architektur wertlos. Die Box ist eine technische Voraussetzung, keine technische Garantie. Die organisatorischen Maßnahmen (klare Anweisung, dass keine Mandanten-Daten in Cloud-Dienste gegeben werden) bleiben Ihre Aufgabe.

Wir liefern bei der Auslieferung eine schriftliche Datenschutz-Dokumentation der Box mit. Diese enthält: technische Beschreibung des Datenflusses, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten als Vorlage, Beispiel-Klauseln für die Mandanten-Information, technisch-organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO. Das ersetzt nicht die Datenschutz-Beratung Ihres eigenen Datenschutzbeauftragten, aber es macht ihm die Arbeit deutlich leichter.

Konkrete Verschlüsselungs- und Zugriffs-Maßnahmen

Die Festplatte der Box ist standardmäßig vollständig verschlüsselt. Bei einem Hardware-Diebstahl sind die Akten ohne Master-Passwort nicht lesbar – das Passwort liegt nur bei Ihnen und in einem versiegelten Umschlag im Tresor der Kanzlei. Der Zugang zur Web-Oberfläche erfolgt über persönliche Benutzerkonten mit eigenen Kennwörtern, optional mit Zwei-Faktor-Authentisierung über eine Smartphone-Anwendung. Auf Wunsch richten wir Single-Sign-On mit Ihrer bestehenden Anwender-Verwaltung ein, etwa wenn Sie schon Microsoft 365 oder einen lokalen Verzeichnisdienst betreiben.

Pakete und Preise

Festpreise. Sie wissen vorher, was Sie zahlen. Eigentum wo es Sinn macht – Service wo er gebraucht wird.

Solo-Box

2.490 €

einmalig, für Solo-Kanzlei und Zwei-Personen-Büro

  • Mini-Rechner im Buchformat (Apple-Silicon oder gleichwertig)
  • 32 bis 64 GB Arbeitsspeicher, schneller SSD-Speicher
  • Open-Weight-Sprachmodell mittlerer Größe vorinstalliert
  • Web-Oberfläche im Browser, Bedienung wie etablierter Markt-Standard
  • Lieferung vorkonfiguriert per Versand
  • Einrichtung per Fernwartung
  • Schriftsatz-Vorlagen-Sammlung enthalten
  • Sekretariats-Einweisungs-Unterlagen als PDF
Solo-Box anfragen

Kanzlei-Server

4.990 €

einmalig, für Kanzleien mit 3 bis 15 Personen

  • Workstation-Server mit professioneller Grafikbeschleunigung
  • 128 GB Arbeitsspeicher, redundante SSDs
  • Großes deutschsprach-starkes Open-Weight-Modell
  • Mehrere parallele Nutzer, getrennte Konten je Mitarbeiter
  • Akten-Recherche nach RAG-Prinzip vorinstalliert
  • Lieferung vorkonfiguriert per Versand
  • Einrichtung per Fernwartung
  • 12 Monate Wartung im Preis enthalten
Kanzlei-Server anfragen

Kanzlei-Verbund

auf Anfrage

für Bürogemeinschaften und Großkanzleien

  • Mehrere getrennte Modell-Instanzen auf einer Hardware
  • Strikte Mandanten-Trennung je Kanzlei
  • Getrennte Akten-Bestände, getrennte Indexe
  • Berechtigungs-Prüfung auf Dokument-Ebene
  • Eigene Web-Oberflächen pro Kanzlei
  • Hardware nach Mitarbeiter-Anzahl bemessen
  • Individuelle Konfiguration
  • Festpreis nach Anforderungs-Aufnahme
Verbund anfragen

Wartung

69 €/Monat

optional, monatlich kündbar

  • Modell-Updates alle drei bis vier Monate
  • Sicherheits-Patches Betriebssystem monatlich
  • Web-Oberfläche aktuell halten
  • Fernwartung bei Problemen
  • Akten-Index neu aufbauen auf Wunsch
  • Hotline für Rückfragen werktags
  • Hardware-Status-Überwachung
  • Beim Kanzlei-Server: erste 12 Monate inklusive
Wartung dazubuchen

Preise und Vertragsbedingungen

Alle Preise sind Endpreise. Aufgrund der Kleinunternehmerregelung gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Hardware kommt vorkonfiguriert per Versand, die Einrichtung erfolgt per Fernwartung.

Solo-Box: 2.490 € einmalig inkl. Mini-Rechner, Modell, Web-Oberfläche, Schriftsatz-Vorlagen, Einweisungs-Unterlagen. Kanzlei-Server: 4.990 € einmalig inkl. Workstation, Modell, Akten-Recherche, 12 Monate Wartung. Kanzlei-Verbund: nach Anforderungs-Aufnahme. Wartung: 69 € pro Monat, monatlich zum Monatsende kündbar.

Eigentum: Sie kaufen die Hardware. Das Modell ist ein Open-Weight-Modell mit der jeweils geltenden Lizenz des Modell-Anbieters – die Lizenz erlaubt die Nutzung in Kanzleien, wir hinterlegen das Lizenz-Dokument bei der Auslieferung. Die Web-Oberfläche ist quelloffene Software. Sie können die Box jederzeit selbst weiterbetreiben, auch wenn die Netzhandwerker als Anbieter wegfallen würden.

Was im Lieferumfang enthalten ist

Acht Bausteine. Vom Hardware-Kauf-Beratungs-Gespräch bis zur Sekretariats-Einweisung – alles aus einer Hand, schriftlich dokumentiert.

Hardware-Beratung

Wir prüfen vor dem Auftrag Ihre Kanzlei-Größe, gleichzeitige Nutzer und Akten-Volumen. Daraus ergibt sich die richtige Box-Größe – Solo, Server oder Verbund. Sie bekommen eine schriftliche Empfehlung mit Begründung.

Modell-Installation

Wir wählen das passende Open-Weight-Sprachmodell für Ihre Hardware-Klasse. Aktueller Stand der deutschsprach-starken offenen Modelle, geprüft auf juristische Begriffe und Schriftsatz-Stil. Modell-Datei und Lizenz-Dokument liegen lokal bei.

Einrichtung remote

Die Hardware kommt vorkonfiguriert per Versand. Sie schließen Strom und Netzwerk an, wir richten den Rest per Fernwartung ein – Benutzerkonten, Berechtigungen, Akten-Anbindung, Web-Oberfläche. Übergabe nach erfolgter Funktionsprüfung schriftlich.

Schriftsatz-Vorlagen

Wir hinterlegen 30 bis 60 typische Vorlagen für Schriftsätze, Mandanten-Briefe, Vollmachten, Mahnungen, Auslagen-Abrechnungen. Vorlagen lassen sich per Klick als Ausgangs-Skelett für eigene Entwürfe nutzen, in Ihrem Kanzlei-Stil.

Akten-Recherche

Optional richten wir die Akten-Recherche nach RAG-Prinzip ein. Ihre Akten landen in einem Index auf der Box selbst. Sie können dann Fragen stellen wie „Welche Verträge enthalten Wettbewerbsverbote über zwei Jahre?" und bekommen Antworten mit Quell-Verweis.

Sekretariats-Einweisung

Wir liefern Einweisungs-Unterlagen als PDF – Bildschirm-Anleitungen, Vorlagen-Beispiele, Liste der typischen Aufgaben. Das Sekretariat kann ohne Vorkenntnisse loslegen. Bei Rückfragen erreichen Sie uns werktags per Mail.

12 Monate Wartung

Beim Kanzlei-Server sind die ersten zwölf Monate Wartung im Preis enthalten – Modell-Updates, Sicherheits-Patches, Hardware-Überwachung, Hotline. Bei der Solo-Box ist die Wartung optional und kann jederzeit für 69 € pro Monat dazugebucht werden.

Update-Pfad

Nach drei bis vier Jahren prüfen wir gemeinsam, ob die Hardware noch zur aktuellen Modell-Generation passt. Falls nicht, gibt es drei Wege: weiter mit altem Modell, Box erweitern, Box ersetzen. Wir machen dazu einen schriftlichen Vorschlag mit Kosten.

So gehen wir vor – vom ersten Kontakt bis zur einsatzbereiten Box

Vier Schritte. Komplett remote, keine Vor-Ort-Termine. Erfahrungswert: zwischen Anfrage und einsatzbereiter Box vergehen zwei bis vier Wochen, je nach Größe.

Anforderungs-Aufnahme

Sie senden uns per Mail Eckdaten Ihrer Kanzlei – Anzahl Personen, ungefähres Akten-Volumen, vorhandene Kanzlei-Software, gewünschte Anbindungen. Wir antworten schriftlich mit Empfehlung und Festpreis. Keine Telefonate nötig.

Auftrag und Bestellung

Sie bestätigen den Festpreis schriftlich, wir bestellen die Hardware in Ihrem Namen und konfigurieren sie. Lieferzeit der Hardware: typischerweise fünf bis zehn Werktage. Sie zahlen erst, wenn die Box bei Ihnen funktionsfähig steht.

Lieferung und Einrichtung

Die Box kommt per Versand vorkonfiguriert. Sie schließen Strom und Netzwerk an. Wir richten in einer remote-Sitzung Benutzerkonten, Akten-Anbindung und Web-Oberfläche ein. Bei der Sitzung schauen Sie zu und können Fragen stellen.

Übergabe und Einweisung

Schriftliche Übergabe-Bestätigung mit Funktions-Liste. Sekretariats-Einweisungs-Unterlagen als PDF. Vorlagen-Bibliothek installiert. Ab jetzt arbeiten Sie mit der Box. Bei Rückfragen erreichen Sie uns werktags – mit Wartungsvertrag auch reaktionsschneller.

Hardware-Größenvergleich: Solo-Box vs. Kanzlei-Server

Die Solo-Box passt unter den Monitor, der Kanzlei-Server steht im Serverschrank oder in der Aktenkammer. Beide sind Standard-Hardware, kein Eigenbau, mit handelsüblichen Ersatzteilen.

Größen, Leistung, Strombedarf im direkten Vergleich

Solo-BoxMini-Rechner für Solo-Anwalt und kleines Sekretariat. Lautlos, sparsam, passt unter den Monitor. Eine Sache, keine Wartungsbeziehung im Serverraum nötig.
Kanzlei-ServerWorkstation-Tower für die Kanzlei mit mehreren Anwälten und Sekretariaten. Stark genug für ein deutlich größeres Modell, hält 8 bis 15 gleichzeitige Anfragen.
Stromkosten im JahrSolo-Box realistisch 9 – 18 €, Kanzlei-Server 180 – 360 €. Beides deutlich unter den jährlichen Cloud-Abo-Kosten ab drei Mitarbeitern.

Was wir leisten – und was wir ehrlich nicht leisten

Eine eigene Box ist eine ehrliche Lösung, aber kein Alleskönner. Wir sagen vorher, wo die Grenzen sind, damit Sie nicht enttäuscht werden.

Wir leisten

  • Hardware-Beschaffung und vorkonfigurierte Lieferung per Versand
  • Modell-Installation mit deutschsprach-starkem Open-Weight-Modell
  • Einrichtung der Web-Oberfläche per Fernwartung
  • Akten-Recherche nach RAG-Prinzip mit Quell-Verweisen
  • Schriftsatz-Vorlagen-Bibliothek in Ihrem Stil
  • Sekretariats-Einweisungs-Unterlagen als PDF
  • 12 Monate Wartung beim Kanzlei-Server inkl.
  • Schnittstellen-Anbindung an gängige Kanzlei-Software (siehe Empfehlungen)
  • Update-Pfad nach drei bis vier Jahren
  • Notfall-Reaktion bei Hardware-Defekt per Fernwartung

Wir leisten ehrlich nicht

  • Keine Vor-Ort-Termine – alles remote, vorkonfigurierter Versand plus Fernwartung
  • Keine juristische Beratung – wir installieren und konfigurieren, Sie bewerten
  • Keine Garantie für eine bestimmte Antwortqualität – das Modell macht Vorschläge, der Anwalt entscheidet
  • Keine Compliance-Bescheinigung für ISO 27001, KRITIS oder TISAX
  • Keine Hersteller-Support-Übernahme für RA-MICRO, DATEV und Co. (Anbindung ja, Support ihrer Software nein)
  • Keine Schulung in Anwalts-Software, nur in der Box selbst
  • Keine Schweigepflicht-Beratung – das machen Anwaltskammer und Berufshaftpflicht
  • Keine Garantie, dass das Modell rechtliche Fragen immer korrekt beantwortet – kritische Prüfung bleibt Pflicht
  • Keine Bereitstellung eines Cloud-Backup-Dienstes für Mandantenakten – Sie sichern lokal
  • Keine Wartung der Kanzlei-Software selbst, nur deren Anbindung an die Box

Empfehlungen für andere Lösungs-Wege und Schnittstellen

Eine ehrliche Beratung gehört dazu. Wenn die Box für Ihren Fall nicht das Beste ist, sagen wir Ihnen, was sinnvoller wäre. Und für die Schnittstellen-Anbindung empfehlen wir die Software-Hersteller, deren Schnittstellen wir bedienen.

  • Wenn Datenschutz keine besondere Rolle spielt: Cloud-Modelle bei großen Anbietern wie Microsoft (über Azure mit deutschem Tenant und Enterprise-AVV) oder bei OpenAI (über deren Enterprise-Tarif mit AVV) sind ein vertretbarer Weg. Sie zahlen monatlich, bekommen den jeweils aktuellen Stand, müssen die Berufsrechts-Frage aber mit Kammer und Berufshaftpflicht klären. Für Kanzleien mit überwiegend wirtschaftsrechtlichen Mandaten oft die einfachere Lösung.
  • Wenn Sie Microsoft 365 ohnehin betreiben: Der KI-Assistent von Microsoft im Microsoft-365-Verbund ist eine Cloud-Option mit europäischem Datenraum und Enterprise-AVV. Datenschutz-Konfiguration aufwendig, aber machbar. Wir bauen weder ein noch betreiben es – wir sagen es nur ehrlich als Alternative.
  • Anbindung an RA-MICRO: Wir richten Schnittstellen über die offene RA-MICRO-Datenstruktur und Ordner-Pattern ein. Hersteller-Support für RA-MICRO bleibt bei der RA-MICRO Software AG selbst, wir machen ausschließlich die Anbindung der Box.
  • Anbindung an DATEV: Wir richten Schnittstellen über DATEV-DMS-Ordner-Strukturen ein. DATEV Anwalt classic und DATEV DMS sind anbindbar. Hersteller-Support bleibt bei der DATEV eG, wir machen die Anbindung.
  • Anbindung an AnNoText: Anbindung über die AnNoText-Akten-Struktur. Hersteller-Support bleibt bei Wolters Kluwer Deutschland GmbH, wir machen die Anbindung.
  • Anbindung an NoRA und andere kleine Kanzlei-Programme: Anbindung über Datei-Export oder offene Schnittstellen, je nach Hersteller-Lage. Wir prüfen vor dem Auftrag, ob eine saubere Anbindung möglich ist.
  • Für formale BSI-zertifizierte Sicherheits-Audits der Installation: Wir empfehlen secunet, SySS, HiSolutions oder TÜV-IT. Unsere Box können diese Häuser ohne Einschränkung prüfen, die Architektur ist transparent.

Unsere Methodik – wie wir die Box bauen und betreiben

Wir bauen die Box nach einer festen Methodik, die sich an den Best-Practices der Open-Weight-Community und an den Empfehlungen der Berufskammern orientiert. Keine experimentellen Frickel-Lösungen – Standard-Hardware, etablierte Software-Stacks, klare Update-Wege.

Bausteine der Box im Detail

Die Box besteht aus vier abgegrenzten Bausteinen, die wir jeder für sich austauschen können – ohne dass die anderen drei davon betroffen sind. Das macht die Lösung wartbar und unabhängig von einzelnen Anbietern.

HardwareStandard-Hardware von Apple oder etablierten Workstation-Herstellern. Keine Spezial-Anfertigung. Ersatzteile, Garantie, Reparatur über den jeweiligen Hersteller und jeden IT-Händler. Bei Total-Ausfall: neue Hardware in fünf bis zehn Werktagen lieferbar.
Inference-ServerQuelloffener Inference-Server für lokale Sprachmodelle – etabliert in der Open-Weight-Community, mit aktiver Weiterentwicklung. Läuft auf Linux oder macOS, Updates kommen über einen Standard-Paket-Manager.
SprachmodellOpen-Weight-Modell mit deutschsprachiger Trainingsschwerpunkt. Aktuelle Auswahl: offene Modellfamilie europäischer Herkunft für allgemeine Aufgaben, offene Modellfamilie asiatischer Herkunft für lange Kontexte (zum Beispiel 60-seitige Verträge). Wir prüfen quartalsweise, ob ein Wechsel sinnvoll ist.
Web-OberflächeQuelloffene Web-Oberfläche für lokales Sprachmodell. Bedienung wie der etablierte Markt-Standard, dazu Akten-Recherche-Plugin und Vorlagen-Bibliothek. Updates kommen quartalsweise.

Alle vier Bausteine sind durch quelloffene Lizenzen abgedeckt oder gehören dem Kunden direkt. Es gibt keine versteckte Mietkomponente, keine Lizenz-Server-Abfrage nach außen, kein Aktivierungs-Schlüssel mit Ablaufdatum. Die Box bleibt funktionsfähig, auch wenn wir als Dienstleister wegfallen.

Wie wir das Modell auswählen

Modelle werden quartalsweise geprüft. Wir testen vier Eigenschaften gegen einen festen Aufgabenkatalog:

  • Deutsche Begriffe juristisch korrekt: Wird „Aufhebungsvertrag" und „Aufhebungsvereinbarung" unterschieden? Wird „Verjährung" und „Verfall" auseinandergehalten? Wird die Endung „-vertrag", „-vereinbarung", „-abrede" passend gewählt?
  • Schriftsatz-Stil ohne Anglizismen: Schreibt das Modell „Mandantschaft" oder „Klient"? Werden Floskeln wie „im Übrigen", „die Klägerin trägt vor", „mit Schriftsatz vom" sauber eingesetzt?
  • Lange Kontexte werden nicht durcheinander gebracht: Wenn ein 50-seitiger Vertrag eingespeist wird, behält das Modell die Definitionen aus §1 bis zur letzten Klausel im Blick?
  • Zugibt, was es nicht weiß: Sagt das Modell bei unbekannten Fragen ausdrücklich „weiß ich nicht", statt zu raten? Das ist die wichtigste Eigenschaft im juristischen Kontext.

Modelle, die in einem dieser vier Punkte deutlich schlechter sind als das aktuelle, werden nicht aktualisiert – Stabilität geht vor minimalen Verbesserungen in einer Disziplin. Wir dokumentieren jeden Modell-Wechsel mit Datum, Begründung und Test-Ergebnis.

Welche Open-Weight-Modell-Familien grundsätzlich infrage kommen

Der Markt für offene Sprachmodelle hat sich 2024 und 2025 stark verändert. Heute gibt es mindestens drei sinnvolle Familien für eine Kanzlei-Box, die wir je nach Hardware-Klasse einsetzen.

  • Offene Modellfamilie europäischer Herkunft: Mehrere europäische Anbieter veröffentlichen Modelle mit offenen Gewichten unter Apache-2-Lizenz. Deutschsprachiger Trainings-Anteil ist passabel, juristische Begriffe werden in der Regel korrekt unterschieden. Vorteil: europäische Herkunft, klare Lizenz-Lage, gute Kommunikation des Anbieters in der Open-Weight-Community. Wir nutzen diese Familie auf der Solo-Box und für mittlere Kanzlei-Server, wenn Allgemein-Anfragen überwiegen.
  • Offene Modellfamilie asiatischer Herkunft: Ein asiatischer Großkonzern und ein chinesisches Forschungsinstitut veröffentlichen Modelle in mehreren Größen unter Apache-2 oder vergleichbarer Lizenz. Stärke: sehr lange Kontexte – manche dieser Modelle behalten 120.000 Tokens im Blick, also etwa 250 Seiten zusammenhängender Text. Das ist für die Bearbeitung umfangreicher Verträge und mehrbändiger Akten ein realer Vorteil. Wir setzen sie auf dem Kanzlei-Server ein, wenn lange Kontexte Standard sind.
  • Deutschsprach-starkes Open-Weight-Modell mit Spezial-Training: Mehrere kleinere Forschungs-Initiativen veröffentlichen Modelle, die gezielt auf deutsche Texte nachtrainiert wurden – inklusive Schriftsätzen aus öffentlich zugänglichen Urteils-Sammlungen. Diese Modelle sind in juristischer Begriffs-Schärfe und Schriftsatz-Stil oft besser als die allgemeinen Familien, aber kleiner in der Welt-Wissens-Breite. Wir kombinieren sie gelegentlich mit einer allgemeinen Familie für unterschiedliche Aufgabenklassen auf derselben Box.

Welche konkrete Modell-Familie auf Ihrer Box landet, hängt vom Lieferdatum der Box ab – wir wählen jeweils den aktuellen Stand zum Zeitpunkt der Lieferung und dokumentieren die Entscheidung schriftlich in den Übergabe-Unterlagen.

Was im Übergabe-Bericht enthalten ist

Bei der Übergabe der Box bekommen Sie nicht nur die Hardware, sondern eine vollständige Dokumentation, mit der ein Nachfolge-Dienstleister oder Ihr eigener IT-Beauftragter die Box weiterbetreiben kann.

  • Hardware-Übersicht: Hersteller, Seriennummer, technische Daten, Garantie-Ende, Ansprechpartner für Reparatur.
  • Software-Stand: Betriebssystem-Version, Inference-Server-Version, installiertes Modell mit Versions-Hash, Web-Oberfläche-Version, alle weiteren Pakete mit Versionen.
  • Konfigurations-Datei: Sämtliche Einstellungen der Box als zentrale Konfigurations-Datei, kommentiert. So lässt sich die Konfiguration auf einer neuen Box reproduzieren.
  • Datenschutz-Dokumentation: Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (Vorlage), technisch-organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO, Beispiel-Klauseln für die Mandanten-Information.
  • Backup-Konzept: Wo das Backup landet, in welcher Frequenz, wie die Wiederherstellung aus dem Backup funktioniert, schriftlich getestet und protokolliert.
  • Lizenz-Dokumente: Lizenz des Sprachmodells (in der Regel Apache 2 oder vergleichbar), Lizenz des Inference-Servers, Lizenz der Web-Oberfläche. So haben Sie für eventuelle Audits oder Berufshaftpflicht-Anfragen die Lizenzlage griffbereit.
  • Wartungs-Protokoll: Welche Updates wann gespielt werden, wer was darf, Eskalations-Wege bei Problemen.

Häufige Sorgen vor der Anschaffung – und die ehrliche Antwort dazu

Acht Sorgen, die in fast jedem Erstgespräch kommen, mit jeweils einer ehrlichen Antwort statt einer Marketing-Floskel.

„Was ist, wenn das Gerät kaputt geht – sind dann alle Akten weg?"

Nein, sofern Sie ein Backup haben – und das richten wir bei der Einrichtung mit ein. Die Box selbst hat redundante SSDs (beim Kanzlei-Server) oder zumindest ein automatisches lokales Backup auf eine zweite Festplatte (bei der Solo-Box). Zusätzlich empfehlen wir ein verschlüsseltes Backup auf einer externen Festplatte, die abends mitgenommen wird – oder, mit Verschlüsselung, auf einem deutschen Backup-Anbieter wie pCloud oder einem eigenen NAS. Bei einem echten Hardware-Defekt der Box selbst: neue Hardware in fünf bis zehn Werktagen, Restore aus Backup, weiter geht's. Die Mandanten-Akten waren immer schon Ihre Akten – die Box-Architektur ändert daran nichts.

„Wir sind keine Techniker – können wir die Box überhaupt bedienen?"

Die Bedienung der Web-Oberfläche ist eine Browser-Anwendung, die genauso einfach zu nutzen ist wie eine Mail-Software oder ein Online-Shop. Wenn das Sekretariat eine Mail schreiben kann, kann es auch die Box bedienen. Die einzigen technischen Fragen, die jemals auftauchen, sind: „Wie schalte ich die Box ein?" (Antwort: Stecker rein, sie ist immer an), „Wie starte ich sie neu?" (Antwort: brauchen Sie nicht, das machen wir per Fernwartung) und „Wo ist die Akten-Recherche?" (Antwort: in der Web-Oberfläche, drei Klicks). Wir liefern Einweisungs-Unterlagen mit, die jeder ohne IT-Vorkenntnis in unter einer Stunde durcharbeitet.

„Was, wenn die Box halluziniert und wir auf eine erfundene Antwort vertrauen?"

Halluzinationen – Antworten, die plausibel klingen, aber falsch sind – sind ein bekanntes Problem aller Sprachmodelle, lokal wie Cloud. Wir gehen mit drei Mechanismen gegen das Risiko vor. Erstens: Wir konfigurieren das Modell mit einer Standard-Systemanweisung, die ausdrücklich verlangt, dass das Modell bei Unsicherheit „weiß ich nicht" sagt, statt zu raten. Zweitens: Bei der Akten-Recherche antwortet das Modell ausschließlich auf Grundlage der zugeführten Akten – mit Quell-Verweis, sodass Sie die Aussage gegen den Original-Text prüfen können. Drittens: Wir trainieren das Sekretariat in der Einweisung darauf, dass jede Modell-Antwort eine Vorlage ist, kein Ergebnis. Die Verantwortung für jede ausgehende Aussage bleibt beim Anwalt. Halluzinationen sind dann ein Aufwand-, kein Haftungs-Problem.

„Welche Auswirkungen hat das auf die Berufshaftpflicht?"

Die Berufshaftpflicht-Versicherer haben sich in den letzten zwei Jahren zur KI-Nutzung geäußert. Die Allianz Berufshaftpflicht, R+V, HDI und die meisten Branchen-Spezialversicherer haben klargestellt, dass KI-Nutzung den Versicherungsschutz nicht ausschließt, solange (a) die Verantwortung beim Anwalt bleibt, (b) keine Mandantendaten an unzulässige Stellen gegeben werden und (c) die KI-Nutzung dokumentiert ist. Eine eigene Box erfüllt die Bedingung (b) automatisch, und bei der Einrichtung erhalten Sie eine Vorlage für die Dokumentation der KI-Nutzung. Die Berufshaftpflicht-Beratung ist nicht Teil unserer Leistung – fragen Sie Ihren Versicherer vor der Anschaffung, ob die Box-Konfiguration in seinen Augen ausreicht.

„Wir haben schon eine Kanzlei-Software – wird die ersetzt?"

Nein. Die Box ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Ihre Kanzlei-Software bleibt der Ort für Akten-Anlage, Fristen-Verwaltung, Buchhaltung, RVG-Abrechnung. Die Box hilft beim Lesen, Schreiben, Strukturieren – also bei den Aufgaben, die in der Kanzlei-Software entweder gar nicht oder schwächer abgebildet sind. Die Anbindung der Box an Ihre Kanzlei-Software passiert über Ordner-Strukturen oder offene Schnittstellen, je nach Hersteller. Wir prüfen vor dem Auftrag, ob eine saubere Anbindung möglich ist. Beim Wechsel der Kanzlei-Software bleibt die Box weiter nutzbar.

„Was, wenn wir die Kanzlei in fünf Jahren auflösen oder verkaufen?"

Die Box gehört Ihnen wie ein Schreibtisch. Sie können sie verkaufen (vorher Daten löschen), in den Privatbesitz übernehmen (für eigene Zwecke), an einen Nachfolger weitergeben (mit Übergabe der Akten und einer neuen Wartungs-Vereinbarung) oder fachgerecht entsorgen. Wir liefern ein Daten-Lösch-Protokoll mit, das den Sicherheits-Anforderungen für Berufsgeheimnis-Datenträger entspricht. Bei einem Kanzlei-Verkauf an einen Nachfolger ist die Box im Übergang oft sogar vorteilhaft, weil sie das Akten-Wissen der bisherigen Kanzlei in strukturierter Form mitbringt.

„Klingt teuer – können wir das nicht erst einmal mit einem Cloud-Dienst probieren?"

Können Sie. Wir sagen das ehrlich. Ein Cloud-Dienst ist die einfachere Erstlösung – Sie zahlen 25 bis 60 Euro pro Anwalt pro Monat, melden sich an, fangen an. Wenn nach drei bis sechs Monaten der Nutzen klar ist und die Datenschutz-Frage drückt, ist der Wechsel auf eine Box ein logischer Schritt. Die laufenden Cloud-Kosten finanzieren dann faktisch die Anschaffung der Box. Wir helfen sogar bei der Übergabe, wenn der Wechsel ansteht – Akten-Import, Einrichtung, Schulung. Aus unserer Sicht muss niemand die Box „aus Prinzip" sofort kaufen, wenn der Cloud-Dienst einen Lerneffekt liefert.

„Was, wenn die Netzhandwerker als Anbieter in zwei Jahren weg sind?"

Dann läuft die Box weiter. Wir installieren ausschließlich quelloffene Software – kein einziger Baustein hat einen Lizenz-Server, der nach unserer Pleite-Ankündigung Ihre Box abschalten könnte. Die Hardware ist Standard-Hardware mit Garantie und Ersatzteilversorgung über den jeweiligen Hersteller. Bei einem Aus der Netzhandwerker können Sie jeden IT-Dienstleister mit Linux-Erfahrung bitten, die Wartung weiterzuführen – wir hinterlegen bei Auslieferung eine vollständige System-Dokumentation, die das ermöglicht. Das ist nicht nur Werbe-Versprechen, sondern bewusst architektonische Entscheidung.

Mandanten-Daten bleiben bei Ihnen

Eine Box, einmal gekauft, in der eigenen Kanzlei betrieben.

Solo-Box 2.490 € einmalig für Solo-Kanzlei und Zwei-Personen-Büro. Kanzlei-Server 4.990 € einmalig für Kanzleien mit drei bis fünfzehn Personen, inklusive zwölf Monate Wartung. Kanzlei-Verbund auf Anfrage. Wartung optional 69 € pro Monat. Hardware kommt vorkonfiguriert per Versand, Einrichtung per Fernwartung. Schweigepflicht-konform von Bauart an – §43a BRAO und §203 StGB bleiben gewahrt, weil Mandantendaten Ihr Haus nicht verlassen.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Aussagen zu Berufsrecht, Datenschutz und Modell-Lage stützen sich auf offizielle Quellen der Berufskammern, der Aufsichtsbehörden und der Gesetzestexte. Wir verlinken die Originale, damit Sie nachprüfen können, was hier steht.

BRAK – Hinweise zum Einsatz von KI in der Rechtsanwaltschaft

Die Bundesrechtsanwaltskammer hat sich zum KI-Einsatz in Kanzleien positioniert: zulässig, sofern Vertraulichkeit gewahrt und die rechtliche Verantwortung beim Anwalt bleibt. Lokale Modelle gelten als Königsweg für sensible Mandate. brak.de

BStBK – Hinweise zum Einsatz von KI in der Steuerberatung

Die Bundessteuerberaterkammer hat einen Praxisleitfaden zum KI-Einsatz in Steuerberatungs-Kanzleien herausgegeben. Schwerpunkt: §57 StBerG (Berufsgeheimnis) und konkrete Empfehlungen für Cloud-Verträge und On-Premise-Lösungen. bstbk.de

§43a BRAO – Berufspflichten der Rechtsanwälte

Bundesrechtsanwaltsordnung §43a regelt die Berufspflichten, darunter die Verschwiegenheitspflicht in Absatz 2. Diese Pflicht gilt auch gegenüber Hilfspersonen und technischen Dienstleistern – Cloud-Anbieter sind in der Regel keine Hilfspersonen. gesetze-im-internet.de/brao

§203 StGB – Verletzung von Privatgeheimnissen

Strafgesetzbuch §203 stellt die unbefugte Offenbarung fremder Geheimnisse durch Berufsgeheimnisträger unter Strafe. Anwälte, Steuerberater, Ärzte und weitere Berufsgruppen fallen darunter. Die unbedachte Weitergabe an einen US-Cloud-Anbieter kann den Tatbestand erfüllen. gesetze-im-internet.de/stgb

DSGVO Art. 9 – Besondere Kategorien personenbezogener Daten

Datenschutz-Grundverordnung Art. 9 regelt den Umgang mit besonders sensiblen Daten – darunter Daten zu Gesundheit, sexueller Orientierung, religiösen Überzeugungen, Strafverfahren. Kanzlei-Akten enthalten regelmäßig solche Kategorien. dsgvo-gesetz.de/art-9

DSGVO Art. 28 – Auftragsverarbeitung

Art. 28 DSGVO regelt die Auftragsverarbeitung. Bei einer eigenen Box auf eigener Hardware liegt überhaupt keine Auftragsverarbeitung vor, weil keine Daten an einen Auftragnehmer übertragen werden. Damit entfällt der AVV-Aufwand komplett. dsgvo-gesetz.de/art-28

EU AI Act – Hochrisiko-Anwendungen

Der EU AI Act stuft bestimmte juristische KI-Anwendungen als Hochrisiko-KI ein. Pflicht zur Dokumentation, Aufsicht und Nachvollziehbarkeit. Eigene Boxen erleichtern die Erfüllung dieser Pflichten, weil die Datenverarbeitung im eigenen Haus dokumentierbar ist. artificialintelligenceact.eu

BfDI – Hinweise zu KI und Datenschutz

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit veröffentlicht regelmäßig Hinweise zum datenschutzkonformen Einsatz von KI. Schwerpunkt: Auftragsverarbeitung, Drittstaatentransfer, lokale Modelle. bfdi.bund.de

Häufige Fragen zur KI-Kanzlei-Box

Zwölf Fragen, die wir am häufigsten von Anwälten und Steuerberatern bekommen. Sie decken die Themen ab, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen: Modell-Größe, konkrete Hardware, Antwort-Geschwindigkeit, Stromkosten, Update-Pfad, Kündigungs-Folgen, Mehr-Kanzlei-Betrieb. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, schreiben Sie uns – wir antworten Ihnen auf demselben Weg und nehmen die Frage in unsere Sammlung auf, damit andere Kanzleien davon profitieren.

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Wir melden uns bei Ihnen und finden eine Lösung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Modell-Größe bekomme ich, und reicht das überhaupt für anwaltliche Arbeit?

Auf der Solo-Box läuft ein Open-Weight-Sprachmodell mittlerer Größenordnung (Bereich 8 bis 14 Milliarden Parameter, je nach Hardware-Generation). Das reicht für Schriftsatz-Entwürfe, Aktenzusammenfassungen, Mandanten-Korrespondenz, das Extrahieren von Fristen aus Dokumenten und die meisten täglichen Aufgaben. Auf dem Kanzlei-Server fahren wir ein deutlich größeres deutschsprach-starkes Open-Weight-Modell (im Bereich 70 Milliarden Parameter), das in Antwortqualität und juristischer Präzision näher an den großen Cloud-Modellen liegt. Welche konkrete Modellfamilie wir installieren, hängt vom Erscheinungsdatum Ihrer Box ab – wir wählen jeweils den aktuellen Stand der offenen Modelle europäischer oder asiatischer Herkunft mit guter deutschsprachiger Performance.

Welche Hardware steckt konkret in der Solo-Box und im Kanzlei-Server?

Die Solo-Box ist ein kompakter Mini-Rechner im Buchformat: aktuelle Apple-Silicon-Generation (Mac mini M-Serie) oder ein gleichwertiger Mini-PC mit Hochleistungs-GPU-Beschleunigung und 32 bis 64 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der Kanzlei-Server ist ein größeres Standgerät: ein Workstation-Tower mit professioneller Grafikkarte (24 bis 48 Gigabyte Grafikspeicher), 128 Gigabyte Arbeitsspeicher und schnellem SSD-Speicher. Beide Geräte sind handelsübliche Standard-Hardware, kein Eigenbau – Ersatzteile bekommen Sie über jeden IT-Händler. Wir liefern vorkonfiguriert mit eingerichtetem Inference-Server und Web-Oberfläche.

Was passiert, wenn das Modell etwas nicht weiß oder eine Frage nicht beantworten kann?

Dann sagt es das – das ist der wichtige Unterschied zu unbedachten Cloud-Diensten. Unsere Konfiguration weist das Modell an, bei Unsicherheit ausdrücklich zu sagen, dass es die Antwort nicht kennt, statt zu raten oder zu fabulieren. Wenn Sie Akten-Recherche nutzen (RAG-Prinzip, siehe weiter unten), antwortet das Modell ausschließlich auf Grundlage der zugeführten Akten und gibt zu jeder Aussage die Quell-Stelle an. Für reine juristische Recherche außerhalb Ihrer Akten bleibt das Modell jedoch ein Hilfswerkzeug – die fachliche Bewertung und Quellenprüfung bleibt Aufgabe der Anwältin oder des Anwalts.

Reicht ein Mac mini wirklich für eine Anwaltskanzlei?

Für eine Solo-Kanzlei oder ein Zwei-Personen-Büro: ja, völlig. Ein aktueller Mac mini mit Apple-Silicon und ausreichend Speicher beantwortet eine Anfrage in zwei bis fünf Sekunden, zieht im Leerlauf weniger Strom als eine LED-Schreibtischlampe und produziert keinen hörbaren Lüfter-Lärm. Für eine Kanzlei mit fünf bis fünfzehn Anwälten und Mitarbeitern, die alle gleichzeitig anfragen, empfehlen wir den Kanzlei-Server. Der zentrale Unterschied ist nicht die maximale Antwortqualität, sondern die Anzahl gleichzeitiger Nutzer.

Wie schnell antwortet das Modell – fühlt sich das nach Cloud an oder nach Schreibmaschine?

Eher Cloud. Auf der Solo-Box erscheinen die ersten Worte einer Antwort nach unter einer Sekunde, der vollständige Absatz steht nach zwei bis sechs Sekunden, ein längerer Schriftsatz-Entwurf nach zehn bis dreißig Sekunden. Auf dem Kanzlei-Server ist es etwa doppelt so schnell. Das ist langsamer als die schnellsten Cloud-Modelle, aber spürbar schneller als die Nachdenkpause zwischen zwei Sätzen in einem Mandantengespräch. Im Alltag merken Sie keinen Unterschied.

Sieht die Bedienung aus wie der populäre Markt-Standard, den die Mitarbeiter schon kennen?

Ja, bewusst. Die Web-Oberfläche, die wir installieren, ist eine offene Chat-Oberfläche im Browser, deren Bedienung sich praktisch wie ChatGPT anfühlt – Eingabezeile unten, Antwort darüber, Verlauf links, Sitzungen umbenennen, Dokument hochladen, neuer Chat. Wir nennen den Markt-Standard hier ausdrücklich als Vergleichs-Anker, weil das die Bedienung ist, die die meisten Sekretariate aus dem Privatleben kennen. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Oberfläche, sondern der Datenfluss: alles bleibt in Ihrem Haus, nichts geht in fremde Server. Ein Sekretariat, das den populären Cloud-Dienst zu Hause schon nutzt, ist auf der Box-Oberfläche binnen einer Stunde produktiv.

Was kostet die Box im laufenden Strombetrieb pro Jahr?

Die Solo-Box zieht im Leerlauf 5 bis 12 Watt, unter Last bis 35 Watt. Bei einem durchschnittlichen Mix aus Bereitschaft und aktiver Nutzung kommen Sie auf 30 bis 60 Kilowattstunden pro Jahr. Bei aktuellen Gewerbestrom-Tarifen im Bereich 30 Cent pro Kilowattstunde entspricht das 9 bis 18 Euro Stromkosten pro Jahr. Der Kanzlei-Server zieht im Leerlauf 80 bis 120 Watt und unter Volllast 350 bis 500 Watt. Bei intensiver Nutzung kalkulieren Sie 600 bis 1.200 Kilowattstunden pro Jahr, das sind 180 bis 360 Euro Strom pro Jahr. Im Vergleich zu Cloud-Abos für ein einzelnes Pro-Konto bei einem großen Anbieter (300 bis 600 Euro pro Anwalt pro Jahr) ist das selbst beim Server noch deutlich günstiger – und im Server arbeiten ohnehin alle Mitarbeiter gleichzeitig.

Wie oft wird das Modell aktualisiert, und ist das in der Wartung enthalten?

Wir prüfen alle drei bis vier Monate, ob ein relevant besseres Open-Weight-Modell für Ihre Hardware-Klasse erschienen ist. Wenn ja, spielen wir es per Fernwartung ein – das ist eine Aktualisierung im Hintergrund, Ihre Oberfläche bleibt gleich. Sicherheits-Updates des Betriebssystems und der Web-Oberfläche laufen monatlich. Beides ist in der optionalen Wartung für 69 Euro pro Monat enthalten. Ohne Wartungsvertrag funktioniert die Box weiter mit dem ursprünglich gelieferten Modell – das altert, ist aber weiter nutzbar.

Was passiert mit der Hardware nach drei oder vier Jahren – ist sie dann Elektroschrott?

Nein. Die Hardware altert deutlich langsamer als Modelle. Eine Solo-Box vom Typ Mac mini hat eine realistische Nutzungsdauer von sechs bis acht Jahren, ein Workstation-Server eher acht bis zehn Jahre. Was nach drei bis vier Jahren passiert: die nächste Modell-Generation braucht mehr Speicher als Ihre Box hat. Dann gibt es drei Optionen. Erstens, Sie bleiben bei der bisherigen Modell-Generation – funktioniert weiter, ist nur nicht mehr Stand der Technik. Zweitens, Sie erweitern die Box (Arbeitsspeicher, SSD, ggf. zweite GPU) – Kosten 400 bis 1.200 Euro. Drittens, Sie ersetzen die Box durch ein aktuelles Modell und nutzen die alte als Backup oder Test-System. Die alte Box hat dann immer noch einen Wiederverkaufswert.

Wie funktioniert die Akten-Recherche, ohne dass Mandantendaten in fremde Hände kommen?

Über das RAG-Prinzip (Retrieval Augmented Generation). Sie legen Ihre Akten – PDF-Schriftsätze, gescannte Verträge, Gerichts-Entscheidungen, eigene Vorlagen – in ein Verzeichnis auf der Box ab. Eine Indexierungs-Software auf der Box selbst zerlegt die Dokumente in semantische Schnipsel und legt einen Vektor-Index an. Wenn Sie eine Frage stellen, sucht die Box zunächst die relevantesten Akten-Stellen heraus und reicht sie dem Sprachmodell als Kontext mit. Die Antwort enthält dann sowohl die Antwort als auch Verweise auf die Akten-Stellen. Alles – Akten, Index, Modell, Antwort – läuft auf Ihrer Hardware. Es gibt keine Verbindung nach außen, also auch keine Möglichkeit für Datenabfluss. §43a BRAO und §203 StGB bleiben gewahrt, weil die Mandantendaten Ihr Haus zu keinem Zeitpunkt verlassen.

Was passiert, wenn ich die Wartung kündige – verliere ich dann den Zugang?

Nein. Sie haben die Hardware gekauft, das Modell ist installiert, die Web-Oberfläche läuft. Wenn Sie die Wartung kündigen, passiert nichts. Die Box bleibt in Betrieb. Sie bekommen keine neuen Modelle mehr, keine Fernwartungs-Eingriffe und keine Sicherheits-Updates auf Betriebssystem-Ebene mehr – die Funktion bleibt. Wir empfehlen aus reiner Vorsicht (Sicherheits-Patches) die Wartung mindestens für die ersten zwei Jahre. Danach können Sie jederzeit aussteigen, monatlich kündbar zum Monatsende.

Kann ich eine Box für mehrere Kanzleien gleichzeitig nutzen, etwa für eine Bürogemeinschaft?

Ja, mit Einschränkungen. Der Kanzlei-Server unterstützt mehrere parallele Nutzer und kann auf getrennte Akten-Bestände zugreifen – jede Kanzlei sieht nur ihre eigenen Akten. Das ist die Variante Kanzlei-Verbund, die wir je nach Größe und Trennungs-Anforderungen individuell konfigurieren. Wichtig: Eine echte Schweigepflicht-Trennung zwischen verschiedenen Kanzleien in einer Bürogemeinschaft braucht harte Mandanten-Schutz-Vorkehrungen (eigene Benutzerkonten je Kanzlei, getrennte Akten-Ordner mit Berechtigungs-Prüfung, getrennte Index-Verzeichnisse). Wir liefern die technische Trennung – die organisatorische Abgrenzung und die Frage, ob das im konkreten Fall berufsrechtlich sauber abbildbar ist, müssen Sie mit Ihrer Kammer klären.

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