KI-Kanzlei-Box · Lokales Sprachmodell
Die KI-Kanzlei-Box: Mandatsdaten bleiben in Ihrem Haus.Ein eigenes Sprachmodell auf eigener Hardware in Ihrer Kanzlei.
Konzipiert für die lokale Verarbeitung sensibler Mandatsdaten: Das Modell läuft auf Ihrer Hardware, der tägliche Betrieb braucht keine Außenverbindung. Vier Stufen von der Solo-Box bis zum Kanzlei-Verbund, einmalige Investition statt monatlicher Lizenz, Preise auf Anfrage. Lieferung vorkonfiguriert, Einrichtung per Fernwartung.
Warum eine eigene Box statt Cloud-Abo
Sprachmodelle sind im Kanzlei-Alltag nützlich: Sie fassen lange Verträge zusammen, ziehen Fristen aus Schriftsätzen, formulieren Entwürfe aus Stichpunkten und ordnen den Posteingang. Der Haken bei den populären Diensten ist der Weg der Daten – jede Eingabe wandert in ein fremdes Rechenzentrum. Für Berufsgeheimnisträger ist das ein Prüfpunkt, kein Nebensatz: § 43a BRAO und § 203 StGB unterscheiden nicht zwischen gewollter Weitergabe und technisch nötigem Versand an einen Dienstleister.
Die KI-Kanzlei-Box dreht die Richtung um. Statt Mandatsdaten in eine fremde Cloud zu schicken, kommt das Modell in Ihr Haus. Ein kompakter Rechner steht am Arbeitsplatz oder im Serverschrank, darauf läuft ein offenes Sprachmodell mit guter deutschsprachiger Leistung. Ihre Anwälte und Sekretariate arbeiten über eine Web-Oberfläche im Browser. Die Internet-Leitung wird für Updates gebraucht, nicht für die tägliche Arbeit.
Der zweite Grund ist Kontrolle über die eigene Planung. Ein Cloud-Dienst kann Preise, Bedingungen oder das Modell selbst ändern, ohne Sie zu fragen. Die Box steht weiter im Büro und antwortet weiter. Die Hardware gehört Ihnen; die Modellgewichte nutzen Sie nach der jeweiligen Modell-Lizenz, die wir Ihnen in den Übergabe-Unterlagen benennen.
Der dritte Grund ist Nachvollziehbarkeit. Wer im eigenen Haus verarbeitet, kann Zugriffe, Protokolle und Datenwege selbst dokumentieren. Das ersetzt keine berufs- und datenschutzrechtliche Prüfung Ihrer Kanzlei, aber es macht sie führbar.
Vier Aufgaben, an denen sich die Box misst
Wir nennen bewusst keine pauschalen Zeitersparnisse. Was Ihre Konfiguration leistet, messen wir vor dem Auftrag an Ihren eigenen Dokumenten und halten es als Abnahmekriterium fest.
Vertrag erfassen
Gezielte Fragen an einen langen Vertrag – Haftung, Kündigung, Wettbewerbsverbot – mit Verweis auf Seite und Absatz. Die Antwort beginnt nach wenigen Sekunden, die vollständige Auswertung eines 60-Seiten-Dokuments dauert je nach Stufe mehrere Minuten. Gelesen und verantwortet wird weiterhin von Ihnen.
Fristen vorschlagen
Aus Schriftsätzen und Bescheiden zieht die Box Datumsangaben, Zustellungszeitpunkte und Fristenhinweise und legt eine Vorschlagsliste mit Fundstelle an. Die Eintragung und die Prüfung bleiben im Fristenkalender und in Ihrer Hand.
Korrespondenz entwerfen
Aus Stichpunkten entsteht ein Entwurf für Mandantenschreiben, Aktenvermerke oder Telefonnotizen. Grundlage sind Vorlagen, die Ihre Kanzlei freigegeben und wir importiert haben – kein von uns beigesteuerter Rechtsinhalt.
Akten durchsuchen
Fragen an den eigenen Aktenbestand statt Volltextsuche: Die Box findet die passenden Stellen, reicht sie dem Modell als Kontext mit und nennt in der Antwort die Fundstellen. Index, Akten und Modell liegen auf Ihrer Hardware.
Vier Stufen – vom Einzelplatz bis zum Agentenbetrieb
Die Stufen unterscheiden sich nicht nur in der Kopfzahl, sondern in der Auslegung: Wer mehrere Agenten gleichzeitig arbeiten lassen will, braucht Grafikspeicher, nicht mehr Benutzerkonten. Preise nennen wir im Angebot nach dem Referenztest, weil die Auslegung von Ihren Aufgaben abhängt.
Solo-Box
1 bis 2 Plätze
Modellklasse 8 bis 14 Milliarden Parameter
- Kompakter Rechner am Arbeitsplatz
- Chat und Dokumentenarbeit
- Akten-Recherche auf eigenem Bestand
- Einzelanwalt, Bürogemeinschaft mit einem Platz
Kanzlei-Server
3 bis 15 Konten
Modellklasse 20 bis 32 Milliarden Parameter
- Gerät im Serverschrank
- Benutzerkonten mit getrennten Rechten
- Gleichzeitige Sitzungen als Zahl im Angebot festgelegt
- Der Regelfall für eine Kanzlei mit Sekretariat
Agenten-Ausbaustufe
Werkzeugketten
70-Milliarden-Klasse ausschließlich hier
- Lokale API für eigene Agenten
- Mehrere gleichzeitig arbeitende Agenten
- Deutlich mehr Grafikspeicher
- Auslegung und Preis nach Referenztest
Kanzlei-Verbund
Mehrere Häuser
Getrennte Datenräume je Einheit
- Mehrere Standorte oder Bürogemeinschaften
- Getrennte Akten- und Index-Bereiche
- Rechteprüfung je Einheit
- Berufsrechtliche Abgrenzung klärt Ihre Kammer
Drei Betriebsarten, drei Datenwege
Eine Box ist nicht automatisch offline. Entscheidend ist, wie Sie sie betreiben. Diese drei Wege unterscheiden sich erheblich – wir schreiben vor dem Auftrag fest, welcher bei Ihnen gilt.
| Betriebsart | Wo liegen Inhalte | Außenverbindung |
|---|---|---|
| Web-Oberfläche im Kanzlei-Netz | Box und Kanzlei-Rechner | Im Arbeitsbetrieb vermeidbar, Updates ausgenommen |
| Agenten-Desktop im Drittanbieter-Modus | Box und Arbeitsplatzrechner, Verläufe lokal beim Arbeitsplatz | Hersteller- und Update-Verbindungen der Desktop-Software sind zu prüfen und freizugeben |
| Externe MCP-Dienste | Je nach angebundenem Dienst auch dort | Mandatsdaten können die Kanzlei verlassen – nur mit ausdrücklicher Entscheidung Ihrer Kanzlei |
Zugriff, Fernwartung und Auftragsverarbeitung
Wir betreiben die Box auf Wunsch ohne dauerhaft offenen Fernzugang; der Notfallzugang ist dann zeitlich begrenzt und wird protokolliert. Findet Fernwartung mit möglicher Kenntnisnahme von Mandatsdaten statt, wird nach der Linie der Datenschutzkonferenz regelmäßig eine Auftragsverarbeitung angenommen – dazu gehören ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO und eine Verschwiegenheits- sowie Zugriffsregelung nach § 43e BRAO in Verbindung mit § 203 StGB. Beide Unterlagen liefern wir mit. Reiner Hardware-Betrieb ohne jeden Zugriff von außen kann außerhalb einer Auftragsverarbeitung liegen; diese Bewertung trifft Ihre Kanzlei im Einzelfall.
Die technischen Maßnahmen: verschlüsselte Datenträger, eigene Benutzerkonten mit getrennten Rechten, TLS im Kanzlei-Netz, getrennte Zugangsschlüssel je Arbeitsplatz und je Agent, dokumentierte Freigabeliste der ausgehenden Netzwerkziele, protokollierter Zugriff. Was davon in Ihrer Kanzlei greift, halten wir in den Übergabe-Unterlagen fest.
Lokale Schnittstellen und Agentenbetrieb
Wer nicht nur chatten, sondern Werkzeugketten und eigene Agenten gegen ein lokales Modell fahren will, braucht mehr als eine Web-Oberfläche. Die Agenten-Ausbaustufe liefert die Schnittstellen im eigenen Netz.
Was die Schnittstelle bereitstellt
Für Agenturen, Systemhäuser und Legal-Tech-Anbieter
Wenn Sie Kanzleien betreuen und eine lokale Modell-Grundlage brauchen, auf der Ihre eigenen Skills, Werkzeuge und Anbindungen laufen, arbeiten wir als technischer Unterbau und überlassen Ihnen die Mandantenbeziehung.
So läuft die Zusammenarbeit
- Erster gemeinsamer Pilot: eine Kanzlei, echte Werkzeugketten, messbare Abnahmekriterien.
- Reproduzierbare Konfiguration: derselbe technische Kern für jede weitere Kanzlei, dokumentiert statt handgebaut.
- Dokumentierte Schnittstellen: beide API-Fassungen, Werkzeugaufrufe, MCP-Anbindung, Freigabeliste der Netzwerkziele.
- Getrennte Kosten: Pilot und Rollout werden separat kalkuliert, damit die erste Kanzlei nicht den ganzen Aufbau trägt.
- Ihre Ebene bleibt Ihre: eigene Skills, eigene MCP-Werkzeuge, eigene Kanzleianbindungen bauen Sie – oder wir, wenn Sie es beauftragen.
- Klare Verantwortungsgrenzen: wer für Hardware, Modellbetrieb, Anwendung und Mandantenkommunikation einsteht, steht schriftlich fest.
Was im Lieferumfang enthalten ist
Die Box kommt vorkonfiguriert. Was wir dabei tun, steht hier vollständig – Zusätzliches benennen wir im Angebot, nicht im Kleingedruckten.
Auslegung und Referenztest
Ihre Aufgaben, Dokumentlängen und Parallelität werden vor der Hardware-Entscheidung gemessen.
Hardware und Beschaffung
Wir beschaffen die passende Klasse und liefern sie betriebsbereit aus.
Modell und Konfiguration
Modellwahl, Quantisierung und Kontextlänge werden eingerichtet und schriftlich begründet.
Einrichtung per Fernwartung
Anbindung ans Kanzlei-Netz, Benutzerkonten, Rechte, verschlüsselte Datenträger.
Import Ihrer Vorlagen
Ihre freigegebenen Schriftsatz- und Briefvorlagen werden als Kontext bereitgestellt.
Akten-Recherche einrichten
Index über den von Ihnen bestimmten Bestand, Antworten mit Fundstelle.
Einweisung des Teams
Eine Einweisung für Anwälte und Sekretariat, dazu eine schriftliche Kurzanleitung.
Übergabe-Unterlagen
Konfiguration, Modell-Lizenz, Datenwege, Messwerte, Sicherungskonzept, Vertragsunterlagen.
Wartung und Update-Pfad sind optional und monatlich kündbar. Ohne Wartung läuft die Box mit dem gelieferten Stand weiter; sie bekommt dann keine neuen Modelle und keine Sicherheits-Updates von uns. Technische Unterlagen zur Auslegung stellen wir im Angebotsverfahren bereit.
Ablauf des Piloten
Aufnahme
Aufgaben, Dokumenttypen, Anzahl der Konten, gewünschte Werkzeugketten, bestehende Kanzlei-Software.
Referenztest
Ihre echten Dokumente und Werkzeugketten laufen gegen eine Referenzmaschine. Ergebnis: Messwerte statt Schätzungen.
Angebot
Stufe, Hardware, Modellklasse, gleichzeitige Sitzungen, Kontextlänge und Fehlerrate als Abnahmekriterien.
Lieferung und Abnahme
Einrichtung, Einweisung, Übergabe-Unterlagen. Abgenommen wird gegen die vereinbarten Zahlen.
Was wir leisten – und was nicht
Wir leisten
- Auslegung, Beschaffung, Einrichtung und Übergabe der Box
- Modellwahl mit schriftlicher Begründung und benannter Lizenz
- Akten-Recherche mit Quell-Verweis auf Ihrem Bestand
- Lokale API mit beiden Schnittstellen-Fassungen, Werkzeugaufrufe, MCP
- Import Ihrer freigegebenen Vorlagen
- Messbare Abnahmekriterien statt Werbeversprechen
- Auftragsverarbeitungs- und Zugriffsunterlagen für die Fernwartung
Wir leisten nicht
- Keine Rechtsberatung und keine inhaltlichen Schriftsatzvorlagen von uns
- Keine Zusage, dass eine bestimmte Norm damit erfüllt ist – die Prüfung bleibt bei Ihrer Kanzlei
- Keine Garantie gegen fehlerhafte oder ergänzte Ausgaben; jede Ausgabe bleibt prüfpflichtig
- Keine Beratung zur Berufshaftpflicht – sprechen Sie vor der Anschaffung mit Ihrem Versicherer
- Keine Übernahme Ihrer Kanzlei-Software und keine Fristenverwaltung
- Keine Zusicherung, dass externe MCP-Dienste vertraulich arbeiten
KI-Kanzlei-Box
Eine Box, einmal beschafft, in der eigenen Kanzlei betrieben.
Schreiben Sie uns, welche Aufgaben die Box übernehmen soll und wie viele Personen damit arbeiten. Wir melden uns schriftlich mit einer Einschätzung zur passenden Stufe und zum Referenztest.
Quellen
Die Aussagen zu Berufsrecht und Datenschutz stützen sich auf die Originalquellen. Sie ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls durch Ihre Kanzlei.
Die Bundesrechtsanwaltskammer benennt Einsatzmöglichkeiten ebenso wie Risiken, Kontrollpflichten und die Notwendigkeit der Prüfung im Einzelfall. Eine Empfehlung für eine bestimmte Betriebsform spricht sie nicht aus. brak.de
Absatz 2 regelt die Verschwiegenheitspflicht. Sie gilt auch im Verhältnis zu technischen Dienstleistern. gesetze-im-internet.de
Die Inanspruchnahme von Dienstleistern verlangt einen Vertrag in Textform mit konkreten Verschwiegenheits- und Zugriffsregelungen. gesetze-im-internet.de
Stellt die unbefugte Offenbarung fremder Geheimnisse durch Berufsgeheimnisträger unter Strafe und erfasst auch mitwirkende Personen. gesetze-im-internet.de
Art. 9 betrifft besondere Kategorien wie Gesundheit, Religion oder sexuelle Orientierung. Strafrechtliche Verurteilungen und Straftaten fallen dagegen unter Art. 10. Kanzlei-Akten enthalten regelmäßig beides. dsgvo-gesetz.de
Das Kurzpapier der Datenschutzkonferenz zu Art. 28 DSGVO ordnet IT-Wartung mit möglichem Datenzugriff regelmäßig als Auftragsverarbeitung ein. datenschutzkonferenz-online.de
Nicht jede KI in einer Kanzlei ist Hochrisiko-KI. Die Justizkategorie zielt vor allem auf Systeme, die von Justizbehörden oder in deren Namen eingesetzt werden. Die Einordnung Ihres Einsatzes bleibt eine Einzelfallfrage. artificialintelligenceact.eu
Praxisleitfaden der Bundessteuerberaterkammer mit Schwerpunkt auf § 57 StBerG und dem Umgang mit Dienstleistern. bstbk.de
Häufige Fragen zur KI-Kanzlei-Box
Acht Fragen, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen. Fehlt Ihre, schreiben Sie uns – wir antworten schriftlich und nehmen die Frage auf.
Beschreiben Sie Ihr Anliegen
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Modellgröße bekomme ich, und reicht das für anwaltliche Arbeit?
Auf der Solo-Box läuft ein Open-Weight-Sprachmodell im Bereich 8 bis 14 Milliarden Parameter. Das trägt Entwürfe, Zusammenfassungen, Korrespondenz und das Herausziehen von Fristen aus Dokumenten. Auf dem Kanzlei-Server setzen wir typischerweise die Klasse 20 bis 32 Milliarden Parameter ein. Modelle der 70-Milliarden-Klasse laufen ausschließlich in der Agenten-Ausbaustufe mit entsprechend dimensioniertem Grafikspeicher: quantisiert belegen dort allein die Gewichte etwa 35 bis 45 Gigabyte, und für lange Kontexte sowie mehrere gleichzeitige Sitzungen muss zusätzlicher Grafikspeicher frei bleiben. Welche Modellfamilie und welche Quantisierung wir wählen, entscheiden wir anhand Ihrer Aufgaben, der gewünschten Kontextlänge und der Parallelität und halten die Entscheidung in den Übergabe-Unterlagen fest.
Wie viele Personen können gleichzeitig mit der Box arbeiten?
Zu trennen sind zwei Zahlen. Benutzerkonten: Der Kanzlei-Server ist für 3 bis 15 Konten ausgelegt, die Solo-Box für 1 bis 2 Arbeitsplätze. Gleichzeitige Sitzungen: Wie viele Anfragen wirklich parallel laufen, hängt von Modellgröße, Kontextlänge und Grafikspeicher ab und ist deutlich niedriger als die Zahl der Konten. Wir legen diese Zahl vor dem Auftrag in einem Referenztest auf Ihren eigenen Aufgaben fest und schreiben sie als Abnahmekriterium ins Angebot. Wer mehrere Agenten gleichzeitig arbeiten lassen will, braucht die Agenten-Ausbaustufe – dort ist Grafikspeicher die begrenzende Größe, nicht die Kopfzahl der Kanzlei.
Können wir eigene Agenten und Desktop-Anwendungen gegen die Box fahren, nicht nur die Web-Oberfläche?
Ja. Auf Wunsch liefern wir die Box mit einer Agenten-Schnittstelle im Kanzlei-Netz. Sie stellt dieselben lokalen Modelle in zwei Fassungen bereit: eine OpenAI-kompatible Schnittstelle für eigene Anwendungen und Skripte sowie eine zur Messages-API kompatible Schnittstelle mit Streaming und Werkzeugaufrufen, wie sie Agenten-Desktops im Drittanbieter-Modus erwarten. Ein rein OpenAI-kompatibler Endpunkt genügt diesen Agenten nicht, deshalb liefern wir beide. Jeder Arbeitsplatz und jeder Agent bekommt einen eigenen Zugangsschlüssel, die Verbindung läuft über TLS, und die ausgehenden Netzwerkziele der beteiligten Software dokumentieren wir vor der Freigabe. Vor der Hardware-Entscheidung testen wir Ihre echten Werkzeugketten gegen eine Referenzmaschine.
Wie schnell antwortet die Box?
Wir nennen zwei getrennte Zeiten, weil eine Gesamtzahl in die Irre führt. Zeit bis zum Antwortbeginn: bei kurzen Anfragen typischerweise wenige Sekunden. Zeit bis zur vollständigen Auswertung: Bei einem 60-seitigen Vertrag mit Fundstellen-Verweisen liegt sie je nach Stufe, Modellgröße und Kontextlänge im Bereich mehrerer Minuten, weil das Dokument zunächst vollständig eingelesen werden muss. Welche Werte Ihre Konfiguration erreicht, messen wir im Referenztest an Ihren eigenen Dokumenten und halten sie als Abnahmekriterium fest, statt sie zu versprechen.
Wie funktioniert die Akten-Recherche?
Über das RAG-Prinzip. Sie legen Akten – Schriftsätze, gescannte Verträge, Entscheidungen, eigene Vorlagen – in ein Verzeichnis auf der Box. Eine Indexierung auf der Box zerlegt die Dokumente in Abschnitte und legt einen Vektor-Index an. Bei einer Frage sucht die Box zuerst die passenden Stellen und reicht sie dem Modell als Kontext mit; die Antwort enthält die Verweise auf die Fundstellen. Akten, Index, Modell und Antwort liegen auf Ihrer Hardware. Die Konfiguration ist darauf ausgelegt, dass Ergänzungen über den mitgereichten Kontext hinaus vermieden werden – eine Garantie dafür gibt es bei Sprachmodellen nicht, jede Ausgabe bleibt prüfpflichtig.
Brauchen wir für die Fernwartung einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Sobald Fernwartung mit möglicher Kenntnisnahme von Mandatsdaten stattfindet, wird nach der Linie der Datenschutzkonferenz regelmäßig eine Auftragsverarbeitung angenommen – dann gehören ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO sowie eine Verschwiegenheits- und Zugriffsregelung nach § 43e BRAO in Verbindung mit § 203 StGB dazu. Wir liefern beide Unterlagen mit. Reiner Hardware-Betrieb ohne jeden Zugriff von außen kann außerhalb einer Auftragsverarbeitung liegen; das ist eine Einzelfallbewertung Ihrer Kanzlei, keine Zusage von uns. Auf Wunsch betreiben wir die Box ohne dauerhaft offenen Fernzugang, mit zeitlich begrenztem und protokolliertem Notfallzugang.
Was passiert nach drei oder vier Jahren mit der Hardware?
Die Hardware altert langsamer als die Modelle. Was nach drei bis vier Jahren eintritt: Die nächste Modellgeneration verlangt mehr Speicher, als Ihre Box hat. Dann gibt es drei Wege. Erstens bei der bisherigen Generation bleiben – die Box läuft unverändert weiter. Zweitens erweitern, etwa Arbeitsspeicher, SSD oder eine zusätzliche Grafikkarte. Drittens ersetzen und die alte Box als Sicherung oder Testsystem behalten. Die Modellgewichte nutzen Sie nach der jeweiligen Modell-Lizenz; die Hardware gehört Ihnen.
Was ist, wenn das Gerät ausfällt – sind dann Akten weg?
Nein, wenn die Sicherung steht. Die Akten liegen weiter dort, wo sie vorher lagen: in Ihrer Kanzlei-Software und in Ihrem Dateisystem. Auf der Box liegen eine Arbeitskopie und der Suchindex. Wir richten bei der Einrichtung eine automatische Sicherung auf ein zweites Gerät in der Kanzlei oder auf einen von Ihnen bestimmten Speicherort ein. Fällt die Box aus, wird Hardware getauscht, die Konfiguration wird aus der dokumentierten Referenz neu aufgesetzt, der Index wird neu erzeugt. Ihre laufende Aktenarbeit hängt zu keinem Zeitpunkt an der Box.