Branchen-Fachwissen SHK, Elektro, Maler
Beispiele aus dem Haus KI-Anwendungen, die wir selbst betreiben
Alle KI-Lösungen → Alles einzeln gebaut, nichts von der Stange.
Computer & Laptops PC, Mac, Kaufberatung
Mobilgeräte Smartphone, TV, Fotos
Peripherie & Netzwerk Drucker, WLAN, NAS
Smart Home & IoT KNX, Automation, PV
Alle Hardware-Leistungen → Alles einzeln gebaut, nichts von der Stange.
Alle Unternehmens-Leistungen → Alles einzeln gebaut, nichts von der Stange.
linkx© Module II Pflegeheim, Schule, Wache, Wahl
Alle Submarken → Alles einzeln gebaut, nichts von der Stange.
Onlineshop & Technik2. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Shopware 5 im Bestand: Sanieren ohne Stillstand

Was zwei alte Shops uns über Bestandsaufnahme, Aktualisierungspfade und Rückfall ohne zweiten Server gelehrt haben

Technischer Arbeitsplatz mit zwei unbeschrifteten Shop-Systemen auf Monitoren und einem Serverrack im Hintergrund

Ein mittelständischer Händler betreibt zwei Shopware-5-Shops beim selben Hoster. Beide laufen seit Jahren. Nun sollen sie rechtlich sauber, technisch aktuell und für KI-Suchsysteme verständlich werden. Die harte Randbedingung: Keiner der beiden Shops darf ungeplant offline gehen. Der Fall zeigt, warum eine Sanierung nicht mit dem Aktualisierungsknopf beginnt, sondern mit einer belastbaren Bestandsaufnahme.

Erst messen, dann planen

Die Versionsangaben des Betreibers stimmten nicht mit dem laufenden Bestand überein. Einer der Shops war zwei Hauptversionen weiter als angenommen. Der andere stand auf einem seit Jahren nicht gepflegten Stand. Hätten wir auf dieser Grundlage bereits einen Aktualisierungspfad festgelegt, wäre der Plan am ersten technischen Schritt zerfallen.

Wir nahmen den Bestand deshalb ausschließlich lesend auf: Backend, Systeminformationen, Erweiterungsmanager, Cronjobs, Benutzerverwaltung und öffentliche Seiten. Während dieser Aufnahme wurde nichts installiert, gespeichert oder umgestellt. Damit blieb klar, welcher Befund bereits vorhanden war und welche Veränderung später bewusst von uns ausgelöst wurde.

Die Lehre: Angaben aus zweiter Hand sind Hypothesen. Erst der laufende Bestand ist eine Planungsgrundlage.

Typische Altlasten in gewachsenen Shops

  • Veraltete Laufzeit: Auf dem Verbrauchershop lief eine PHP-Version, die seit Ende 2018 keine Sicherheitsaktualisierungen mehr erhalten hatte.
  • Zu viele Vollzugriffe: In der Benutzerverwaltung standen 13 Administratorkonten. Rund 10 davon waren seit Jahren ungenutzt.
  • Abgebrochene Hintergrundarbeit: Cronjobs waren seit 2019 ohne Funktion. Der SEO-Index war zuletzt 2017 erneuert worden.
  • Blockierte Aktualisierung: In jedem Shop waren 7 Erweiterungslizenzen abgelaufen. Ohne aktuelle Erweiterungen ließ sich die Shop-Aktualisierung nicht verlässlich vorbereiten.
  • Ungeeigneter Betriebsmodus: Der Bearbeitungsmodus lief im Livebetrieb und hatte den HTTP-Cache deaktiviert.

Keiner dieser Punkte ist für sich ungewöhnlich. Problematisch wird die Kombination: Ein alter Kern, alte Erweiterungen, fehlende Hintergrundläufe und unklare Zugriffe beeinflussen einander. Deshalb gehört die Liste schriftlich in den Befund, bevor Aufwand und Reihenfolge festgelegt werden.

Die Rechtsfrage entscheidet den Umfang

Die erste fachliche Frage lautet nicht »Welche Shopware-Version läuft?«, sondern: Verkauft der Shop ausschließlich an Unternehmen oder auch an Verbraucher? Einer der beiden Shops zeigte Nettopreise, richtete sein Angebot aber zugleich an Verbraucher. Damit fehlte der nach der Preisangabenverordnung erforderliche Gesamtpreis.

Aus der Einordnung folgen weitere Prüffelder. Dazu gehören das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz einschließlich seiner Ausnahmen, die 30-Tage-Regel bei bekannt gegebenen Preisermäßigungen nach § 11 PAngV und der frühere Link zur europäischen Plattform für Online-Streitbeilegung. Die zugrunde liegende EU-Verordnung wurde zum 20. Juli 2025 aufgehoben; ein alter OS-Link gehört deshalb entfernt.

Je nach Sortiment kommen die EU-Produktsicherheitsverordnung GPSR, ElektroG und WEEE-Registrierung, Batterierecht, VerpackG sowie die Einwilligungsregeln des TDDDG hinzu. Die technische Sanierung muss diese Fragen abbilden können. Sie ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung.

Die Lehre: B2B oder B2C gehört an den Anfang. Die Antwort verändert nicht nur Texte, sondern Preislogik, Bedienoberfläche, Einwilligungen und Prüfaufwand.

Der Aktualisierungspfad ist eine Treppe

Der eingebaute Aktualisierer schlägt bei einem alten Shop nicht automatisch die letzte verfügbare Fassung vor. Das ist kein Fehler, sondern eine Folge der zulässigen Sprünge. Jede Shopware-Stufe unterstützt nur ein bestimmtes PHP-Fenster. Wer Shopware und PHP gleichzeitig bis zum Ende hochzieht, überspringt die Kombinationen, in denen der nächste Schritt überhaupt ausführbar ist.

Für den älteren Shop ergab sich deshalb ein achtstufiger Pfad. Shopware-Aktualisierungen und PHP-Wechsel wechselten einander ab. Jeder Schritt bekam eine eigene Prüfung: Backend erreichbar, öffentliche Seiten ohne Fehler, Erweiterungen geladen, Datenbankmigration abgeschlossen.

Der jüngere Shop benötigte nur drei Stufen. Genau deshalb war er der bessere Übungsplatz. Dort probten wir den vollständigen Ablauf einschließlich Rückfall. Erst nachdem Umschaltung und Rückweg nachvollziehbar funktioniert hatten, war der komplexere Shop an der Reihe.

Blau/Grün auf Verzeichnisebene

Für eine Blau/Grün-Umschaltung ist nicht zwingend ein zweiter Server nötig. Der laufende Shop bleibt in seinem bisherigen Verzeichnis unangetastet. Daneben entsteht eine vollständige Kopie in einem zweiten Verzeichnis, verbunden mit einer zweiten Datenbank. In dieser Kopie laufen alle Aktualisierungen, Prüfungen und Korrekturen.

Die Umschaltung besteht aus einem gemeinsamen Vorgang im Hosting-Panel: Dokumentenstamm und PHP-Version werden zusammen gewechselt. Nie erst das Verzeichnis und später PHP, nie umgekehrt. Andernfalls trifft alter Programmcode auf eine neue Laufzeit oder neuer Code auf eine zu alte Laufzeit.

Der Rückfall ist derselbe Handgriff rückwärts. Dokumentenstamm und PHP-Version zeigen wieder auf den alten, unveränderten Stand. Wenn dieser Weg vorher geprobt wurde, dauert die technische Rückkehr Minuten.

Die ehrliche Grenze: Für Datenbankmigrationen bleibt ein Wartungsfenster von rund 90 Minuten unvermeidbar. »Kein Ausfall« bedeutet hier: kein ungeplanter Ausfall, ein geplantes Fenster außerhalb der Geschäftszeiten und ein garantierter Rückweg in den alten Stand.

Lizenzen: Kundennummer ist nicht Konto

Für Lizenzarbeiten reicht eine Kundennummer nicht. Benötigt wird die Anmeldung zum Herstellerkonto, über die Erweiterungen und Lizenzstände verwaltet werden. Diese Unterscheidung klingt klein, blockiert aber den gesamten Aktualisierungspfad, wenn sie erst im Wartungsfenster auffällt.

Zugangsdaten dokumentieren wir deshalb nie als losgelöste Zeichenfolge. Zu jedem Zugang gehört der Fundort: welches Portal, welcher Mandant, welcher Zweck und welcher Shop. So lässt sich später prüfen, ob ein gefundener Zugang wirklich zum benötigten Konto gehört.

Was wir mitnehmen

  1. Bestandsaufnahme schriftlich, lesend und vollständig. Erst danach entsteht ein belastbares Angebot.
  2. Rechtliche Einordnung vor der Technik. B2B und B2C führen zu unterschiedlichen Anforderungen.
  3. Aktualisierungspfade in Stufen planen. PHP-Wechsel sind eigene Schritte mit eigener Prüfung.
  4. Den Rückfall am einfacheren System proben. Ein theoretischer Rückweg ist noch kein funktionierender Rückweg.
  5. Jede Änderung umkehrbar bauen. Der alte Zustand muss mit einem gemeinsamen Handgriff wieder erreichbar sein.

Wenn Sie sich in mehreren Befunden wiedererkennen, lassen sich Versionen, Konten, Hintergrundläufe, Erweiterungen und Rechtsrahmen in überschaubarer Zeit prüfen. Als IT-Manufaktur nehmen wir den Bestand auf und bauen den Sanierungspfad so, dass der laufende Shop bis zur geplanten Umschaltung unangetastet bleibt.

Ihr Shop braucht einen belastbaren Sanierungspfad?

Wir prüfen den laufenden Bestand, trennen Befunde von Annahmen und planen Aktualisierung, Umschaltung und Rückweg als zusammenhängenden Ablauf.

Onlineshop-Service ansehen

Verwandte Seiten

Aus Ihrem Vorhaben wird eine fertige Lösung.

Wir entwickeln eigene Software, verbinden Systeme und automatisieren Abläufe. Sie erhalten eine dokumentierte Lösung für Ihren Betrieb.

Vorhaben beschreiben →

Weiterlesen — verwandte Artikel

Onlineshop & Technik

Shopware 6.4 auf 6.7: Was beim Update bricht und wann ein Neuaufbau klüger ist

Drei Hauptversionen Rückstand, kein Sicherheitsupdate seit Mai 2025: Was auf dem Weg von Shopware 6.4 nach 6.7 bricht, in welcher Reihenfolge man prüft und wann ein Neuaufbau mit Datenübernahme der kürzere Weg ist.

Onlineshop & Technik

Shopware zu Shopify: Was beim Umzug verloren geht und wie man es abfängt

Artikel ziehen leicht um. Kennwörter, Adressen der Seiten, Eigenschaften über die dritte Option hinaus und gestaltete Einkaufswelten nicht. Was beim Wechsel von Shopware zu Shopify verloren geht und wie man es vorher abfängt.

Onlineshop & Technik

Stripe-Gebühren: Was von 10 € Trinkgeld am Ende übrig bleibt

10 € Trinkgeld über Stripe: 0,40 € Gebühr bei einer Standardkarte, dazu Umsatzsteuer. Die Rechnung je Zahlart, warum kleine Beträge teurer sind und wie ein Trinkgeld-Knopf in den eigenen Shop kommt.

Voriger Artikel Softwarewechsel: Kontakte übernommen, Historie und Belege weg Nächster Artikel Vereinsseite mit KI selber bauen — das vollständige Handbuch

Beschreiben Sie Ihr Anliegen

Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein alter Shopware-5-Shop ohne ungeplanten Ausfall aktualisiert werden?

Ja, wenn die Aktualisierung vollständig in einer getrennten Kopie vorbereitet und der Rückweg vorab geprüft wird. Für Datenbankmigrationen bleibt dennoch ein geplantes Wartungsfenster nötig.

Warum reicht die angegebene Shopware-Version nicht als Planungsgrundlage?

Versionsangaben aus zweiter Hand können veraltet sein. Erst eine lesende Bestandsaufnahme von Systeminfo, Erweiterungen, Cronjobs, Benutzerkonten und öffentlichen Seiten ergibt eine belastbare Grundlage.

Warum gehören B2B und B2C an den Anfang der Prüfung?

Die Zielgruppe entscheidet, welche Preisangaben, Barrierefreiheitsanforderungen und verbraucherschützenden Regeln geprüft werden müssen. Damit verändert sie auch den technischen Umfang der Sanierung.

Was bedeutet Blau/Grün bei einem Shop auf nur einem Server?

Der laufende Shop bleibt im bisherigen Verzeichnis aktiv. Eine vollständige Kopie wird in einem zweiten Verzeichnis mit eigener Datenbank aktualisiert. Erst danach werden Dokumentenstamm und PHP-Version gemeinsam umgeschaltet.

Was wird für die Erneuerung abgelaufener Erweiterungen benötigt?

Benötigt wird die Anmeldung zum Herstellerkonto. Eine Kundennummer allein ersetzt diesen Zugang nicht. Zugangsdaten sollten immer zusammen mit ihrem Fundort dokumentiert werden.

Cookie-EinwilligungTechnisch notwendige Cookies sind immer aktiv. Externe Inhalte wie Terminbuchung und Kartenmaterial sowie Google Analytics laden wir erst nach Ihrer Zustimmung. Mehr erfahren