KI-Arbeitsmarkt-Index
Wie wird künstliche Intelligenz tatsächlich benutzt: in welchen Berufen, für welche Aufgaben, und wird die Arbeit dabei abgegeben oder gemeinsam erledigt? Diese Seite bereitet den Anthropic Economic Index auf Deutsch auf. Die Daten stammen aus echter Nutzung, nicht aus Umfragen, und aktualisieren sich hier automatisch.
Abgeben oder begleiten
Der wichtigste Einzelwert im gesamten Datensatz ist dieses Verhältnis. Es sagt mehr über den Reifegrad der Nutzung aus als jede Zahl zur Verbreitung: Je weiter der linke Balken wächst, desto mehr Arbeitsergebnisse entstehen ohne Zwischenkontrolle.
Die fünf Muster darunter zeigen, wie die Zusammenarbeit im Einzelnen abläuft.
Welche Berufsgruppen nutzen KI am meisten
Anteil an der gesamten beruflichen Nutzung. IT liegt erwartbar vorn. Bemerkenswerter sind die Plätze dahinter: Gestaltung, Bildung und Vertrieb liegen deutlich vor klassischen Verwaltungsberufen. Die verbreitete Annahme, kreative und menschennahe Arbeit bleibe außen vor, deckt sich nicht mit den Daten.
Umschalter oben wechselt zwischen weltweiten Werten und den Werten für Deutschland.
Wofür KI eingesetzt wird
Die Themen, mit denen Menschen tatsächlich kommen. Der Abstand zwischen Platz eins und dem Rest ist deutlich: Texte und Inhalte dominieren, deutlich vor Softwareentwicklung. In Deutschland verschiebt sich die Reihenfolge spürbar in Richtung Recherche und Alltag.
Was dabei herauskommt
Nicht die Frage, sondern das Ergebnis: Welche greifbaren Arbeitsprodukte entstehen am häufigsten? Wer überlegt, wo Automatisierung im eigenen Betrieb ansetzen könnte, findet hier die ehrlichste Liste.
Wo Deutschland steht
Zwei Zahlen je Land: der Anteil an der weltweiten Nutzung und ein Index, der diesen Anteil ins Verhältnis zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter setzt. Ein Indexwert von 1,0 bedeutet: genau so viel Nutzung, wie es der Bevölkerungsgröße entspricht. Alles darüber ist überdurchschnittlich.
| Land | Anteil weltweit | Nutzung je Kopf |
|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | 20,16 % | 3,87 |
| Indien | 7,12 % | 0,30 |
| Frankreich | 3,95 % | 3,97 |
| Vereinigtes Königreich | 3,47 % | 3,35 |
| Brasilien | 3,33 % | 0,96 |
| Japan | 3,28 % | 1,91 |
| Südkorea | 3,24 % | 3,78 |
| Deutschland | 2,98 % | 2,40 |
| Australien | 2,65 % | 6,40 |
| Kanada | 2,63 % | 4,13 |
| Indonesien | 2,08 % | 0,46 |
| Spanien | 2,05 % | 2,69 |
| Italien | 1,50 % | 1,70 |
| Mexiko | 1,32 % | 0,63 |
| Pakistan | 1,08 % | 0,31 |
| Niederlande | 1,07 % | 3,90 |
| Argentinien | 1,05 % | 1,48 |
| Kolumbien | 1,03 % | 1,18 |
| Türkei | 0,88 % | 0,64 |
| Thailand | 0,86 % | 0,73 |
Verlauf und Fortschreibung bis 2031
Die durchgezogenen Linien sind gemessene Werte aus den bisherigen Veröffentlichungen. Ab dem letzten Messpunkt beginnt die Fortschreibung: Die Linie zeigt den erwarteten Verlauf, die getönte Fläche die Bandbreite.
Das auffälligste Ergebnis ist die Stabilität. Obwohl die Modelle in diesem Zeitraum deutlich leistungsfähiger wurden, bewegt sich das Verhältnis von abgegebener zu gemeinsamer Arbeit seit über einem Jahr in einem engen Band um die Hälfte. Die Fortschreibung zeigt deshalb kaum Bewegung. Das ist kein Rechenfehler, sondern der eigentliche Befund: Wer stärkere Modelle mit einem sprunghaften Anstieg der Vollautomatisierung gleichsetzt, findet dafür in diesen Daten bislang keine Grundlage. Die Dynamik steckt in der Menge der Vorgänge und in den Aufgaben, die überhaupt erst möglich werden, nicht im Anteil.
Die getönte Fläche ist bewusst breit. Die Reihe umfasst wenige Messpunkte, zwischen zwei Ausgaben hat sich zudem das Messverfahren geändert. Ein Modellsprung, eine Regulierung oder ein Preisbruch kann den Verlauf jederzeit verschieben.
| Jahr | Abgegeben erwartet | Bandbreite | Gemeinsam erledigt |
|---|---|---|---|
| 2027 | 47,9 % | 34,3 bis 61,5 % | 57,5 % |
| 2028 | 48,4 % | 27,9 bis 68,8 % | 62,1 % |
| 2029 | 48,8 % | 25,8 bis 71,8 % | 66,6 % |
| 2030 | 49,3 % | 25,3 bis 73,3 % | 70,7 % |
| 2031 | 49,7 % | 25,7 bis 73,7 % | 74,5 % |
Eine Zahl wird dabei oft falsch gelesen: Der Anteil beruflicher Nutzung sinkt in der Reihe leicht. Das bedeutet nicht, dass weniger gearbeitet wird. Es bedeutet, dass die private Nutzung schneller wächst als die berufliche. Anteile und Mengen sind zwei verschiedene Dinge.
Verfahren: Fortschreibung der veroeffentlichten Messpunkte mit kleinsten Quadraten, Anteile im Logit-Raum. Das Band enthaelt neben dem statistischen Fehler einen mit dem Zeithorizont wachsenden Zuschlag fuer Modellwechsel und Methodenbrueche. Kurze Reihe, daher bewusst breites Band. Keine Vorhersage, sondern Fortschreibung.
Was ein Betrieb daraus mitnehmen kann
Der Reifegrad zeigt sich am Verhältnis, nicht an der Verbreitung. Ob Ihre Mitarbeiter KI nutzen, ist die uninteressante Frage. Interessant ist, ob Ergebnisse ungeprüft übernommen werden. Genau dort entstehen Fehler, die später teuer werden.
Die Liste der Arbeitsprodukte ist Ihre Kandidatenliste. Erklärungen, Zusammenfassungen, Dokumente, Nachrichten, Tabellen: Was weltweit am häufigsten entsteht, fällt auch in Ihrem Betrieb an. Dort beginnt Automatisierung, nicht bei der Sonderaufgabe.
Der Abstand zwischen Nutzung und Struktur wächst. Die Werkzeuge sind vorhanden und werden benutzt, meist ohne Regel und ohne Dokumentation. Wer Abläufe sauber festhält, Zugänge trennt und Ergebnisse prüfen lässt, holt den größeren Teil des Nutzens und trägt weniger Risiko.
Datenquelle, Grenzen und Aktualisierung
Grundlage ist der Anthropic Economic Index, veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY 4.0. Wir übersetzen und verdichten die Rohdaten, ergänzen die Fortschreibung und nennen die Herkunft jeder Zahl. Ein Dienst auf unserem Server prüft täglich auf eine neue Ausgabe und rechnet diese Seite dann neu.
Die wichtigste Einschränkung nennt der Herausgeber selbst: Die Zahlen spiegeln das Verhalten der Nutzer eines Anbieters, nicht den Arbeitsmarkt. Berufe mit Bildschirmarbeit sind überrepräsentiert, körperliche Berufe kaum enthalten. Als Richtungsanzeige taugen die Daten sehr gut, als Aussage über einzelne Arbeitsplätze nicht.
Interesse?
Wir richten genau die Abläufe ein, die in diesen Daten oben stehen: wiederkehrende Dokumente, Auswertungen, Nachrichten und Datenübergaben zwischen Programmen, abgesichert und nachvollziehbar. Wenn Sie einen Ablauf im Kopf haben, der jede Woche Zeit frisst, prüfen wir gemeinsam, was sich davon abnehmen lässt.