PV-Ertragsanalyse aus Wechselrichter- und Stringdaten
Wenn eine Photovoltaikanlage unter der Prognose bleibt, folgt darauf meist ein Streit ohne Zahlen. Dabei liegen die Zahlen vor: Jeder Wechselrichter protokolliert Leistung, Spannung und Strom je String über Jahre. Aus diesen Daten und den Wetterdaten desselben Zeitraums lässt sich der Sollertrag rechnen und die Abweichung einer Ursache zuordnen.
Wann sich die Auswertung lohnt
Immer dann, wenn behauptet wird, die Anlage sei in Ordnung, und niemand die Zahlen dagegen hält.
Erst das Wetter herausrechnen, dann urteilen
Die häufigste Fehlerquelle bei Ertragsdiskussionen ist der Vergleich mit einer Prognose, die für ein durchschnittliches Einstrahlungsjahr gerechnet wurde. Wir stellen den gemessenen Ertrag gegen den Sollertrag für die tatsächliche Einstrahlung im selben Zeitraum. Erst was danach noch als Abweichung übrig bleibt, ist überhaupt erklärungsbedürftig.
- Einstrahlungsbereinigung — Sollertrag für die tatsächliche Einstrahlung am Standort, nicht für ein Referenzjahr. Damit fällt der größte Teil der scheinbaren Abweichungen weg.
- Spezifischer Ertrag — Kilowattstunden je installierter Leistung über Monate und Jahre, im Verlauf und gegen die Auslegung gestellt.
- Stringvergleich — Baugleiche Strings gegeneinander, mit Ausweisung systematischer Abweichungen und ihres zeitlichen Musters über den Tag und über das Jahr.
- Ursachenrangfolge — Verschattung, Auslegungsfehler, Verschmutzung, Alterung, Defekt oder Abregelung, jeweils mit Angabe, wie gut die Daten die jeweilige Ursache stützen.
Wie wir dabei vorgehen
Die Darstellung ist keine Verzierung, sondern das Verfahren selbst. Wer es nachvollziehen kann, kann das Ergebnis prüfen.
Vergleich vor und nach der Einstrahlungsbereinigung. Der größte Teil scheinbarer Minderträge löst sich in diesem Schritt auf.
Was wir von Ihnen brauchen
Entscheidend ist die zeitliche Auflösung. Monatswerte erlauben eine grobe Einordnung, Viertelstundenwerte je String erlauben eine Ursachenzuordnung.
Was diese Auswertung nicht leistet
- – Keine Modulprüfung. Zellfehler, Delamination und Hotspots werden an der Anlage festgestellt, mit Thermografie oder Elektrolumineszenz. Die Auswertung kann darauf hinweisen, sie kann es nicht nachweisen.
- – Keine Aussage ohne Daten. Anlagen ohne Datenaufzeichnung oder mit Portalen, die nur Monatssummen ausgeben, lassen keine belastbare Ursachenzuordnung zu. Das sagen wir vorher.
- – Keine Bewertung der Ausführungsqualität. Ob Steckverbinder sauber gesetzt und Leitungen fachgerecht verlegt sind, zeigt kein Datensatz.
- – Keine Wirtschaftlichkeitsrechnung und keine Steuerberatung. Wir rechnen Erträge, keine Renditen und keine Abschreibungen.
- – Keine Rechtsberatung. Ob aus einer nachgewiesenen Abweichung ein Anspruch folgt, beurteilt Ihr Anwalt.
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Häufig hängen zwei Fragen zusammen. Diese Leistungen greifen dieselbe Anlage von einer anderen Seite an.
Ein Minderertrag ohne Zahlen ist eine Behauptung
Schicken Sie uns den Datenexport und die Anlagendaten. Sie bekommen einen einstrahlungsbereinigten Soll-Ist-Vergleich und eine begründete Rangfolge der Ursachen.
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Häufig gestellte Fragen
Wir kommen an die Daten nicht heran. Was nun?
Fast jedes Portal hat einen Exportbereich, der oft gut versteckt ist. Sagen Sie uns, welcher Wechselrichter und welches Portal im Einsatz sind, dann beschreiben wir Ihnen den Weg zum Export. Wenn das Portal grundsätzlich nur Monatssummen ausgibt, sagen wir es vorher und Sie entscheiden, ob die gröbere Auswertung Ihnen reicht.
Wie viele Jahre Daten brauchen Sie?
Ein vollständiges Jahr ist die Untergrenze für eine belastbare Aussage, weil sich Verschattung und Auslegung erst über den Jahresverlauf zeigen. Zwei bis drei Jahre sind deutlich besser, weil sich dann auch Alterung von einmaligen Ereignissen trennen lässt. Bei einem konkreten Verdacht auf einen Stringfehler genügen oft wenige Monate in feiner Auflösung.
Können Sie sagen, ob es an der Verschattung liegt?
In vielen Fällen ja, und zwar überraschend zuverlässig. Verschattung hat eine sehr charakteristische Signatur: Sie tritt zu bestimmten Tageszeiten auf, verschiebt sich über das Jahr mit dem Sonnenstand und trifft nur bestimmte Strings. Dieses Muster unterscheidet sich deutlich von einem Defekt, der plötzlich einsetzt und bleibt.
Was ist mit Abregelung durch den Netzbetreiber?
Die zeigt sich als gekappte Mittagsspitze bei sonst normalem Verlauf und ist in den Daten gut erkennbar. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer vertraglich vereinbarten Begrenzung, einer Steuerung durch den Netzbetreiber und einer Abregelung wegen zu hoher Netzspannung. Die letzte Variante ist ein Netzthema und wird oft mit einem Anlagenfehler verwechselt.
Reicht die Auswertung für eine Reklamation beim Errichter?
Sie ist die fachliche Grundlage dafür. Der Bericht weist aus, welche Annahmen getroffen wurden und wie empfindlich das Ergebnis darauf reagiert. Das ist wichtiger als eine glatte Zahl, weil die Gegenseite genau an den Annahmen ansetzen wird. Ob und wie Sie reklamieren, entscheiden Sie mit Ihrem Anwalt.
Werten Sie auch Speicher und Eigenverbrauch aus?
Ja, sofern die Daten vorliegen. Bei Anlagen mit Speicher ist die saubere Trennung von Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Speicherverlusten oft schon der halbe Erkenntnisgewinn, weil ein vermeintlicher Minderertrag sich regelmäßig als Verschiebung zwischen diesen Größen herausstellt.