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Datenauswertung

PV-Ertragsanalyse aus Wechselrichter- und Stringdaten

Wenn eine Photovoltaikanlage unter der Prognose bleibt, folgt darauf meist ein Streit ohne Zahlen. Dabei liegen die Zahlen vor: Jeder Wechselrichter protokolliert Leistung, Spannung und Strom je String über Jahre. Aus diesen Daten und den Wetterdaten desselben Zeitraums lässt sich der Sollertrag rechnen und die Abweichung einer Ursache zuordnen.

Bildschirm mit anonymen Ertragskurven mehrerer Strings einer Photovoltaikanlage über den Jahresverlauf, davor ein ausgedrucktes Anlagendatenblatt auf einem Schreibtisch, Tageslicht von der Seite
Sie liefernDatenexport aus dem Portal oder vom Wechselrichter, Anlagendaten, Ausrichtung und die zugesagte Prognose.
Sie bekommenSoll-Ist-Vergleich über den Zeitraum, Zuordnung der Abweichung und eine Rangfolge der wahrscheinlichsten Ursachen.
Ohne OrtsterminAusgewertet werden die Betriebsdaten Ihrer Anlage, nicht die Module auf dem Dach.
BearbeitungFünf bis zehn Arbeitstage, abhängig von Auflösung und Zeitraum der Daten.

Wann sich die Auswertung lohnt

Immer dann, wenn behauptet wird, die Anlage sei in Ordnung, und niemand die Zahlen dagegen hält.

Der Ertrag bleibt hinter der Zusage zurückIm Angebot stand ein Jahresertrag, die Abrechnung sagt etwas anderes. Die erste Frage ist immer, ob der Zeitraum wetterbedingt schlechter war als das Referenzjahr. Diese Frage lässt sich sauber beantworten, und erst danach ist die zweite Frage sinnvoll.
Ein String liefert weniger als die anderenStringdaten sind der ergiebigste Datensatz, den eine PV-Anlage hat. Wenn ein String über Monate systematisch unter den baugleichen liegt, ist das ein Befund und keine Schwankung. Aus dem zeitlichen Muster lässt sich die Ursache eingrenzen.
Vor dem Ablauf der GewährleistungAnlagen aus den starken Ausbaujahren laufen jetzt aus der Gewährleistung. Wer vorher rechnerisch belegt, dass eine Abweichung besteht, hat eine ganz andere Ausgangslage als der, der nachher reklamiert.
Als Grundlage für die AuseinandersetzungEin Minderertrag ohne Zahlen ist eine Behauptung. Ein Soll-Ist-Vergleich über drei Jahre mit ausgewiesenen Annahmen ist eine Grundlage, mit der Ihr Anwalt oder Ihr Versicherer arbeiten kann.
Bildschirm mit anonymen Ertragskurven mehrerer Strings einer Photovoltaikanlage im Jahresverlauf, davor ein ausgedrucktes Datenblatt auf einem Schreibtisch
DIE AUSWERTUNG

Erst das Wetter herausrechnen, dann urteilen

Die häufigste Fehlerquelle bei Ertragsdiskussionen ist der Vergleich mit einer Prognose, die für ein durchschnittliches Einstrahlungsjahr gerechnet wurde. Wir stellen den gemessenen Ertrag gegen den Sollertrag für die tatsächliche Einstrahlung im selben Zeitraum. Erst was danach noch als Abweichung übrig bleibt, ist überhaupt erklärungsbedürftig.

  • Einstrahlungsbereinigung — Sollertrag für die tatsächliche Einstrahlung am Standort, nicht für ein Referenzjahr. Damit fällt der größte Teil der scheinbaren Abweichungen weg.
  • Spezifischer Ertrag — Kilowattstunden je installierter Leistung über Monate und Jahre, im Verlauf und gegen die Auslegung gestellt.
  • Stringvergleich — Baugleiche Strings gegeneinander, mit Ausweisung systematischer Abweichungen und ihres zeitlichen Musters über den Tag und über das Jahr.
  • Ursachenrangfolge — Verschattung, Auslegungsfehler, Verschmutzung, Alterung, Defekt oder Abregelung, jeweils mit Angabe, wie gut die Daten die jeweilige Ursache stützen.

Wie wir dabei vorgehen

Die Darstellung ist keine Verzierung, sondern das Verfahren selbst. Wer es nachvollziehen kann, kann das Ergebnis prüfen.

Der Fehler, den fast jede Ertragsdiskussion macht Ohne Bereinigung — gegen die Prognose für ein Durchschnittsjahr Prognose aus dem Angebot gemessener Ertrag scheinbare Lücke Nach Bereinigung — gegen den Sollertrag für die tatsächliche Einstrahlung im selben Zeitraum Sollertrag für diesen Zeitraum gemessener Ertrag echte Abweichung Erst was nach der Bereinigung übrig bleibt, ist erklärungsbedürftig. Alles davor ist Wetter.

Vergleich vor und nach der Einstrahlungsbereinigung. Der größte Teil scheinbarer Minderträge löst sich in diesem Schritt auf.

Was wir von Ihnen brauchen

Entscheidend ist die zeitliche Auflösung. Monatswerte erlauben eine grobe Einordnung, Viertelstundenwerte je String erlauben eine Ursachenzuordnung.

ZwingendDatenexport aus dem Überwachungsportal oder vom Wechselrichter. Möglichst als CSV, möglichst in der feinsten verfügbaren Auflösung, möglichst über mehrere Jahre.
ZwingendAnlagendaten: Modultyp und Anzahl, Verschaltung der Strings, Wechselrichtertyp, installierte Leistung auf Gleich- und Wechselstromseite.
ZwingendAusrichtung und Neigung je Teilfläche sowie die Adresse des Standorts.
Sehr hilfreichDie Ertragsprognose aus dem Angebot samt der Annahmen, auf denen sie beruht.
Falls vorhandenAufnahmen der Dachfläche und der Umgebung, Angaben zu Verschattung, Wartungs- und Reinigungsnachweise, Störmeldungen aus dem Portal.

Was diese Auswertung nicht leistet

  • – Keine Modulprüfung. Zellfehler, Delamination und Hotspots werden an der Anlage festgestellt, mit Thermografie oder Elektrolumineszenz. Die Auswertung kann darauf hinweisen, sie kann es nicht nachweisen.
  • – Keine Aussage ohne Daten. Anlagen ohne Datenaufzeichnung oder mit Portalen, die nur Monatssummen ausgeben, lassen keine belastbare Ursachenzuordnung zu. Das sagen wir vorher.
  • – Keine Bewertung der Ausführungsqualität. Ob Steckverbinder sauber gesetzt und Leitungen fachgerecht verlegt sind, zeigt kein Datensatz.
  • – Keine Wirtschaftlichkeitsrechnung und keine Steuerberatung. Wir rechnen Erträge, keine Renditen und keine Abschreibungen.
  • – Keine Rechtsberatung. Ob aus einer nachgewiesenen Abweichung ein Anspruch folgt, beurteilt Ihr Anwalt.


Ein Minderertrag ohne Zahlen ist eine Behauptung

Schicken Sie uns den Datenexport und die Anlagendaten. Sie bekommen einen einstrahlungsbereinigten Soll-Ist-Vergleich und eine begründete Rangfolge der Ursachen.

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Häufig gestellte Fragen

Wir kommen an die Daten nicht heran. Was nun?

Fast jedes Portal hat einen Exportbereich, der oft gut versteckt ist. Sagen Sie uns, welcher Wechselrichter und welches Portal im Einsatz sind, dann beschreiben wir Ihnen den Weg zum Export. Wenn das Portal grundsätzlich nur Monatssummen ausgibt, sagen wir es vorher und Sie entscheiden, ob die gröbere Auswertung Ihnen reicht.

Wie viele Jahre Daten brauchen Sie?

Ein vollständiges Jahr ist die Untergrenze für eine belastbare Aussage, weil sich Verschattung und Auslegung erst über den Jahresverlauf zeigen. Zwei bis drei Jahre sind deutlich besser, weil sich dann auch Alterung von einmaligen Ereignissen trennen lässt. Bei einem konkreten Verdacht auf einen Stringfehler genügen oft wenige Monate in feiner Auflösung.

Können Sie sagen, ob es an der Verschattung liegt?

In vielen Fällen ja, und zwar überraschend zuverlässig. Verschattung hat eine sehr charakteristische Signatur: Sie tritt zu bestimmten Tageszeiten auf, verschiebt sich über das Jahr mit dem Sonnenstand und trifft nur bestimmte Strings. Dieses Muster unterscheidet sich deutlich von einem Defekt, der plötzlich einsetzt und bleibt.

Was ist mit Abregelung durch den Netzbetreiber?

Die zeigt sich als gekappte Mittagsspitze bei sonst normalem Verlauf und ist in den Daten gut erkennbar. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer vertraglich vereinbarten Begrenzung, einer Steuerung durch den Netzbetreiber und einer Abregelung wegen zu hoher Netzspannung. Die letzte Variante ist ein Netzthema und wird oft mit einem Anlagenfehler verwechselt.

Reicht die Auswertung für eine Reklamation beim Errichter?

Sie ist die fachliche Grundlage dafür. Der Bericht weist aus, welche Annahmen getroffen wurden und wie empfindlich das Ergebnis darauf reagiert. Das ist wichtiger als eine glatte Zahl, weil die Gegenseite genau an den Annahmen ansetzen wird. Ob und wie Sie reklamieren, entscheiden Sie mit Ihrem Anwalt.

Werten Sie auch Speicher und Eigenverbrauch aus?

Ja, sofern die Daten vorliegen. Bei Anlagen mit Speicher ist die saubere Trennung von Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Speicherverlusten oft schon der halbe Erkenntnisgewinn, weil ein vermeintlicher Minderertrag sich regelmäßig als Verschiebung zwischen diesen Größen herausstellt.


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