Selektivität und Kurzschlussstrom berechnen
Wenn im Serverraum eine Sicherung fliegt und das halbe Gebäude dunkel wird, ist die Anlage nicht selektiv. Das ist kein Bedienfehler, sondern ein Auslegungsergebnis, und es lässt sich vorher ausrechnen. Wir führen die Berechnung an Ihren Anlagendaten durch und weisen nach, was hält und was nicht.
Wofür die Rechnung gebraucht wird
Vier Fragen, die sich nur rechnerisch beantworten lassen und die im Streitfall regelmäßig entscheidend sind.
Zahlen mit Herkunft, keine Ampelfarben
Ein Berechnungsergebnis ist nur brauchbar, wenn nachvollziehbar ist, woher es kommt. Deshalb steht in jedem Nachweis, welche Eingangsdaten verwendet wurden, welche Annahmen getroffen wurden, wo eine Annahme eine fehlende Angabe ersetzt und wie empfindlich das Ergebnis auf diese Annahme reagiert.
- Kurzschlussströme — Größter und kleinster Kurzschlussstrom an jedem betrachteten Punkt, mit Angabe der zugrunde gelegten Netzimpedanz.
- Selektivitätsnachweis — Staffelung je Verteilerebene, mit Benennung der Paarungen, bei denen die Selektivität nicht oder nur teilweise gegeben ist.
- Abschaltbedingung — Je Stromkreis erfüllt oder nicht erfüllt, mit dem Grenzwert, gegen den geprüft wurde.
- Spannungsfall und Schutz bei Kurzschluss — Berechneter Spannungsfall über den Leitungsweg und Abgleich der Durchlassenergie gegen die Belastbarkeit des Querschnitts.
Wie wir dabei vorgehen
Die Darstellung ist keine Verzierung, sondern das Verfahren selbst. Wer es nachvollziehen kann, kann das Ergebnis prüfen.
Staffelung über drei Verteilerebenen und die zugehörigen Auslösekennlinien. Berühren sich die Kennlinien, ist die Selektivität in diesem Strombereich nicht gegeben.
Was wir von Ihnen brauchen
Die Rechnung ist so gut wie ihre Eingangsdaten. Jede Angabe, die fehlt, wird durch eine Annahme ersetzt und als Annahme gekennzeichnet.
Was diese Berechnung nicht leistet
- – Keine Messung. Der berechnete Wert ersetzt nicht die Messung der Schleifenimpedanz vor Ort. Beides gehört zusammen: Die Rechnung sagt, was zu erwarten ist, die Messung sagt, was tatsächlich da ist.
- – Keine Bestandsaufnahme. Wir rechnen mit den Daten, die Sie liefern. Stimmen die Daten nicht mit der gebauten Anlage überein, stimmt auch das Ergebnis nicht.
- – Keine Erstprüfung und keine Wiederholungsprüfung. Diese Prüfungen erfordern Messungen an der Anlage und sind nicht aus der Ferne möglich.
- – Keine Auslegung von Mittelspannungsanlagen und keine Netzrückwirkungsberechnung für Industrieanlagen mit besonderen Betriebsmitteln.
- – Keine Herstellerfreigabe. Wo eine Selektivitätstabelle des Herstellers vorliegt, ziehen wir sie heran und weisen darauf hin. Sie zu ersetzen ist nicht möglich.
Verwandte Leistungen
Häufig hängen zwei Fragen zusammen. Diese Leistungen greifen dieselbe Anlage von einer anderen Seite an.
Selektivität ist keine Meinung, sie ist eine Rechnung
Schicken Sie uns Verteilerschema, Leitungsdaten und Schutzgeräte. Sie bekommen den Nachweis mit ausgewiesenen Eingangsdaten und eine Liste der Punkte, die nicht erfüllt sind.
Jetzt anfragenSo funktioniert's
So lösen wir Ihr Problem per Fernwartung – in vier einfachen Schritten.
Anfrage senden
Sie beschreiben Ihr Problem
Verbindung herstellen
Sicherer Zugriff auf Ihren PC
Problem beheben
Wir lösen es vor Ihren Augen
Ergebnis bestätigt
Alles läuft – und Sie wissen warum
Beschreiben Sie Ihr Anliegen
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Woher bekomme ich die Kurzschlussleistung am Hausanschluss?
Vom Netzbetreiber. Die Auskunft wird üblicherweise auf schriftliche Anfrage erteilt und enthält Netzform, Vorsicherung und die Kurzschlussleistung oder die Netzimpedanz am Übergabepunkt. Wir formulieren die Anfrage auf Wunsch für Sie, damit gleich die richtigen Werte kommen und Sie nicht zweimal fragen müssen.
Wir haben nur die Fabrikate, nicht die genauen Typen der Schutzgeräte.
Dann rechnen wir mit der Kennlinie der Charakteristik und weisen im Bericht aus, dass es sich um eine typische und nicht um die konkrete Kennlinie handelt. Für eine Vorabeinschätzung reicht das oft. Für einen belastbaren Selektivitätsnachweis brauchen wir die genauen Typen, weil sich Geräte gleicher Charakteristik im Auslösebereich unterscheiden.
Ist der Nachweis normgerecht?
Er wird nach den anerkannten Regeln der Technik erstellt und benennt in jedem Abschnitt, gegen welches Regelwerk in welcher Fassung geprüft wurde. Was er nicht ist: eine Prüfbescheinigung. Bescheinigungen setzen Feststellungen an der Anlage voraus, die aus der Ferne nicht möglich sind.
Kann man Selektivität überhaupt vollständig erreichen?
Nicht immer, und das ist kein Mangel, sondern eine Auslegungsentscheidung. Zwischen manchen Paarungen ist volle Selektivität nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht darstellbar. Der Nachweis benennt dann Teilselektivität und den Strombereich, bis zu dem sie gilt. Diese Ehrlichkeit ist im Streitfall mehr wert als eine glatte Bestätigung.
Wie lange dauert das?
Fünf bis zehn Arbeitstage nach vollständigem Eingang der Daten. Der zeitaufwendigste Teil ist erfahrungsgemäß nicht die Rechnung, sondern das Zusammentragen der Eingangsdaten. Rechnen Sie diesen Vorlauf mit ein.
Rechnen Sie auch für Bestandsanlagen?
Ja, sofern die Anlagendaten vorliegen. Bei einer über Jahrzehnte gewachsenen Anlage ohne verlässliche Dokumentation ist die Rechnung allerdings ein Rechenexempel auf unsicherer Grundlage. Dann ist zuerst eine Bestandsaufnahme fällig, und die geht nur vor Ort.