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Netzberechnung

Selektivität und Kurzschlussstrom berechnen

Wenn im Serverraum eine Sicherung fliegt und das halbe Gebäude dunkel wird, ist die Anlage nicht selektiv. Das ist kein Bedienfehler, sondern ein Auslegungsergebnis, und es lässt sich vorher ausrechnen. Wir führen die Berechnung an Ihren Anlagendaten durch und weisen nach, was hält und was nicht.

Bildschirm mit anonymen Kennlinienkurven und Berechnungstabellen einer Niederspannungsanlage, davor ein ausgedrucktes Verteilerschema und ein technischer Taschenrechner auf einem Schreibtisch
Sie liefernVerteilerschema, Leitungsdaten, Schutzgeräte mit Typ und Kennlinie, Netzdaten am Übergabepunkt.
Sie bekommenBerechnungsergebnisse je Stromkreis, Selektivitätsnachweis und eine Liste der Punkte, die nicht erfüllt sind.
Ohne OrtsterminRechnerischer Nachweis an den vorgelegten Anlagendaten.
BearbeitungFünf bis zehn Arbeitstage, abhängig von Zahl der Verteiler und Stromkreise.

Wofür die Rechnung gebraucht wird

Vier Fragen, die sich nur rechnerisch beantworten lassen und die im Streitfall regelmäßig entscheidend sind.

Fällt bei einem Fehler nur die richtige Sicherung?Selektivität heißt: Der Fehler wird von der Schutzeinrichtung abgeschaltet, die ihm am nächsten liegt, und von keiner davor. Ob das gegeben ist, hängt von Kennlinien, Kurzschlussströmen und Staffelung ab und ergibt sich aus dem Nachweis, nicht aus dem Katalog.
Wird rechtzeitig abgeschaltet?Die Abschaltbedingung verlangt, dass ein Fehler innerhalb einer festgelegten Zeit abgeschaltet wird. Bei langen Leitungen und kleinen Querschnitten ist der Fehlerstrom am Leitungsende zu klein dafür. Genau das prüft die Rechnung, und genau das fällt bei der Erstprüfung häufig durch.
Hält der Querschnitt den Kurzschluss aus?Jede Leitung verträgt eine bestimmte Durchlassenergie. Wird sie überschritten, ist die Leitung nach dem Kurzschluss beschädigt, auch wenn sie noch funktioniert. Der Nachweis stellt die Durchlassenergie des Schutzgeräts gegen die Belastbarkeit der Leitung.
Bleibt der Spannungsfall im Rahmen?Zu großer Spannungsfall zeigt sich als flackerndes Licht, als Motor, der nicht anläuft, und als Wallbox, die auf halbe Leistung geht. Der zulässige Wert ist begrenzt, der tatsächliche berechenbar.
Bildschirm mit anonymisierten Berechnungstabellen und Kennlinienkurven einer Niederspannungsanlage, daneben ein ausgedrucktes Verteilerschema mit handschriftlichen Notizen
DER NACHWEIS

Zahlen mit Herkunft, keine Ampelfarben

Ein Berechnungsergebnis ist nur brauchbar, wenn nachvollziehbar ist, woher es kommt. Deshalb steht in jedem Nachweis, welche Eingangsdaten verwendet wurden, welche Annahmen getroffen wurden, wo eine Annahme eine fehlende Angabe ersetzt und wie empfindlich das Ergebnis auf diese Annahme reagiert.

  • Kurzschlussströme — Größter und kleinster Kurzschlussstrom an jedem betrachteten Punkt, mit Angabe der zugrunde gelegten Netzimpedanz.
  • Selektivitätsnachweis — Staffelung je Verteilerebene, mit Benennung der Paarungen, bei denen die Selektivität nicht oder nur teilweise gegeben ist.
  • Abschaltbedingung — Je Stromkreis erfüllt oder nicht erfüllt, mit dem Grenzwert, gegen den geprüft wurde.
  • Spannungsfall und Schutz bei Kurzschluss — Berechneter Spannungsfall über den Leitungsweg und Abgleich der Durchlassenergie gegen die Belastbarkeit des Querschnitts.

Wie wir dabei vorgehen

Die Darstellung ist keine Verzierung, sondern das Verfahren selbst. Wer es nachvollziehen kann, kann das Ergebnis prüfen.

Selektiv heißt: Bei einem Fehler fällt nur die Sicherung davor, keine weiter oben HausanschlussVorsicherung HauptverteilerLeistungsschalter UnterverteilerLeitungsschutz Fehlerorthier soll abgeschaltet werden Strom Zeit Vorsicherung Hauptverteiler Unterverteiler Die Kennlinien dürfen sich nicht berühren.

Staffelung über drei Verteilerebenen und die zugehörigen Auslösekennlinien. Berühren sich die Kennlinien, ist die Selektivität in diesem Strombereich nicht gegeben.

Was wir von Ihnen brauchen

Die Rechnung ist so gut wie ihre Eingangsdaten. Jede Angabe, die fehlt, wird durch eine Annahme ersetzt und als Annahme gekennzeichnet.

ZwingendVerteilerschema mit Struktur der Verteilerebenen und Zuordnung der Stromkreise.
ZwingendNetzdaten am Übergabepunkt: Netzform, Vorsicherung, Kurzschlussleistung oder Netzimpedanz. Diese Angabe liefert der Netzbetreiber auf Anfrage.
ZwingendJe Stromkreis: Querschnitt, Leitungslänge, Verlegeart, Leitermaterial.
ZwingendSchutzgeräte mit Hersteller, Typ, Bemessungsstrom und Auslösecharakteristik. Ohne Typ gibt es keine Kennlinie und ohne Kennlinie keinen Selektivitätsnachweis.
Sehr hilfreichAngaben zu Transformatoren, Ersatzstromversorgung, Speichern und Erzeugungsanlagen, weil sie den Kurzschlussstrom verändern.

Was diese Berechnung nicht leistet

  • – Keine Messung. Der berechnete Wert ersetzt nicht die Messung der Schleifenimpedanz vor Ort. Beides gehört zusammen: Die Rechnung sagt, was zu erwarten ist, die Messung sagt, was tatsächlich da ist.
  • – Keine Bestandsaufnahme. Wir rechnen mit den Daten, die Sie liefern. Stimmen die Daten nicht mit der gebauten Anlage überein, stimmt auch das Ergebnis nicht.
  • – Keine Erstprüfung und keine Wiederholungsprüfung. Diese Prüfungen erfordern Messungen an der Anlage und sind nicht aus der Ferne möglich.
  • – Keine Auslegung von Mittelspannungsanlagen und keine Netzrückwirkungsberechnung für Industrieanlagen mit besonderen Betriebsmitteln.
  • – Keine Herstellerfreigabe. Wo eine Selektivitätstabelle des Herstellers vorliegt, ziehen wir sie heran und weisen darauf hin. Sie zu ersetzen ist nicht möglich.


Selektivität ist keine Meinung, sie ist eine Rechnung

Schicken Sie uns Verteilerschema, Leitungsdaten und Schutzgeräte. Sie bekommen den Nachweis mit ausgewiesenen Eingangsdaten und eine Liste der Punkte, die nicht erfüllt sind.

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Häufig gestellte Fragen

Woher bekomme ich die Kurzschlussleistung am Hausanschluss?

Vom Netzbetreiber. Die Auskunft wird üblicherweise auf schriftliche Anfrage erteilt und enthält Netzform, Vorsicherung und die Kurzschlussleistung oder die Netzimpedanz am Übergabepunkt. Wir formulieren die Anfrage auf Wunsch für Sie, damit gleich die richtigen Werte kommen und Sie nicht zweimal fragen müssen.

Wir haben nur die Fabrikate, nicht die genauen Typen der Schutzgeräte.

Dann rechnen wir mit der Kennlinie der Charakteristik und weisen im Bericht aus, dass es sich um eine typische und nicht um die konkrete Kennlinie handelt. Für eine Vorabeinschätzung reicht das oft. Für einen belastbaren Selektivitätsnachweis brauchen wir die genauen Typen, weil sich Geräte gleicher Charakteristik im Auslösebereich unterscheiden.

Ist der Nachweis normgerecht?

Er wird nach den anerkannten Regeln der Technik erstellt und benennt in jedem Abschnitt, gegen welches Regelwerk in welcher Fassung geprüft wurde. Was er nicht ist: eine Prüfbescheinigung. Bescheinigungen setzen Feststellungen an der Anlage voraus, die aus der Ferne nicht möglich sind.

Kann man Selektivität überhaupt vollständig erreichen?

Nicht immer, und das ist kein Mangel, sondern eine Auslegungsentscheidung. Zwischen manchen Paarungen ist volle Selektivität nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht darstellbar. Der Nachweis benennt dann Teilselektivität und den Strombereich, bis zu dem sie gilt. Diese Ehrlichkeit ist im Streitfall mehr wert als eine glatte Bestätigung.

Wie lange dauert das?

Fünf bis zehn Arbeitstage nach vollständigem Eingang der Daten. Der zeitaufwendigste Teil ist erfahrungsgemäß nicht die Rechnung, sondern das Zusammentragen der Eingangsdaten. Rechnen Sie diesen Vorlauf mit ein.

Rechnen Sie auch für Bestandsanlagen?

Ja, sofern die Anlagendaten vorliegen. Bei einer über Jahrzehnte gewachsenen Anlage ohne verlässliche Dokumentation ist die Rechnung allerdings ein Rechenexempel auf unsicherer Grundlage. Dann ist zuerst eine Bestandsaufnahme fällig, und die geht nur vor Ort.


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