Gruppenadressen und Datenpunkttypen
KNX (ISO/IEC 14543-3, EN 50090) trennt physikalische Adressen (Bereich.Linie.Teilnehmer) von Gruppenadressen, über die Geräte Funktionen austauschen. Die ETS zeigt Gruppenadressen dreistufig: Hauptgruppe 0 bis 31, Mittelgruppe 0 bis 7, Untergruppe 0 bis 255, zusammen 16 Bit; Hauptgruppen ab 16 wurden früher von Kopplern gefiltert, weshalb ältere Projekte 0 bis 15 nutzen. Jeder Gruppenadresse wird ein Datenpunkttyp zugeordnet, der Format und Bedeutung des Telegramms festlegt: DPT 1.001 Schalten, 1.008 Auf/Ab, 3.007 Dimmen relativ, 5.001 Prozent, 9.001 Temperatur, 14.056 Leistung. Die ETS prüft beim Verbinden von Kommunikationsobjekten die Kompatibilität des DPT; ohne Typ fehlt diese Prüfung, und Visualisierungen, Logikmodule und Gateways müssen raten.
Der ETS-Export
Die ETS 5 und 6 exportieren Gruppenadressen als CSV oder XML. Die CSV hat neun Spalten: Main, Middle, Sub, Address, Central, Unfiltered, Description, DatapointType, Security. Zeilen für Haupt- und Mittelgruppen tragen Adressen wie 0/-/- und 0/0/-, Untergruppen stehen mit Namen in der Spalte Sub. Felder sind in Anführungszeichen, getrennt durch Tabulator oder Semikolon, je nach Spracheinstellung. Die XML nutzt den Namensraum knx.org/xml/ga-export/01 mit verschachtelten GroupRange-Elementen und GroupAddress-Elementen, die Name, Address, DPTs und Description als Attribute tragen. Der DPT steht als DPST-1-1 (Haupt- und Untertyp) oder DPT-1 (nur Haupttyp).
Normen und Dokumentationspflicht
Für elektrische Anlagen gilt DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung) mit der Pflicht, die Anlage zu dokumentieren; für Gebäudeautomation beschreibt DIN EN ISO 16484 die Funktionslisten und VDI 3814 die Planung. Der KNX-Handbuch der KNX Association (Projektierungsrichtlinien) empfiehlt ein einheitliches Gruppenadressen-Konzept nach Gewerk, Funktion und Raum, etwa Hauptgruppe je Gewerk (Licht, Jalousie, Heizung), Mittelgruppe je Funktion (Schalten, Dimmen, Status, Wert) und Untergruppe je Raum oder Gerät. Für Gebäude mit Sicherheitsfunktionen (Brandfallsteuerung, Fluchtwege) gelten zusätzlich die Landesbauordnungen und MLAR; dort muss jede Funktion eindeutig dokumentiert sein.
Typische Fehler
- Kopierte Linien: Beim Duplizieren von Räumen bleiben Gruppenadressen gleich; zwei Räume schalten dieselbe Leuchte.
- Status und Schalten vertauscht: Rückmeldung auf der Schaltadresse erzeugt Telegrammschleifen und flackernde Visualisierungen.
- Fehlende DPT nach Import: Projekte aus älteren ETS-Versionen verlieren Datenpunkttypen; Visualisierung zeigt 0 bis 255 statt Prozent.
- Freie Vergabe ohne Konzept: 1/1/1 bis 1/1/255 der Reihe nach; nach dem dritten Umbau weiß niemand, welche Adresse was tut.
- Zentralfunktionen in der Fläche: Alles-aus auf einer Raumadresse; Filtertabellen der Koppler sperren Telegramme.
- Namen ohne Ort: „Licht“ dreißigmal; die Störungssuche beginnt mit Raten.
Was eine saubere Lösung ausmacht
Ein dokumentiertes Adresskonzept mit Namensschema (Gewerk, Funktion, Raum), Datenpunkttyp an jeder Adresse, getrennte Status- und Schaltadressen, Zentral- und Zeitfunktionen in eigenen Hauptgruppen, Filtertabellen der Koppler nachgezogen, und ein Export nach jeder Änderung als Teil der Anlagendokumentation. Störungen lassen sich dann remote aus Projektdatei und Busmonitor-Mitschnitt eingrenzen, ohne dass jemand vor dem Verteiler steht. Wie wir KNX-Störungen beheben und Projekte bereinigen, steht unter https://netzhandwerker.de/knx; Funk-Sensorik für Bestandsgebäude unter https://netzhandwerker.de/lorawan.
Quellen: KNX Association, KNX-Handbuch für die Gebäudesystemtechnik (Projektierung, Gruppenadressen); ETS 6 Dokumentation, Export Gruppenadressen (CSV/XML ga-export/01); KNX Datenpunkttypen (KNX Standard, Band 3/7/2); ISO/IEC 14543-3; DIN VDE 0100-600; VDI 3814.
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