spuerwerk© Aqua
Echtzeitdaten aus Ihrem Gewässer
spuerwerk© Aqua misst Wasserqualität in stehenden und langsam fließenden Gewässern: Sauerstoff, Temperatur, pH-Wert und Trübung. Solarbetrieben, schwimmend, mit eigenem Dashboard. Heute in Konzept-Phase mit aktivem Konsortium-Aufbau für einen geförderten Pilot. Wir suchen Anwendungspartner aus Vereinen, Verbänden und Kommunen bundesweit.
Hinweis zur Phase
Diese Seite skizziert ein Konzept in der Antragsphase. spuerwerk© Aqua ist heute keine fertige Hardware aus dem Karton.
Wir konzipieren ein Wassermonitoring-System auf Basis bewährter LoRa-Sondenmodule etablierter Hersteller (Decentlab, Atlas Scientific, In-Situ — die finale Auswahl treffen wir mit unserem Hardware-Partner im Konsortium) auf einer schwimmenden Plattform, plus spuerwerk©-Dashboard mit Schwellwert-Alarmen.
Aktuell läuft der Aufbau eines Konsortiums aus Hardware-/Plattformpartner, wissenschaftlichem Beirat und Anwendungspartnern für einen geförderten Pilot (BMBF Citizen Science, DBU oder vergleichbare Programme). Anwendungspartner aus Vereinen, Verbänden und Kommunen können sich jetzt einbringen.
Was die Plattform misst
spuerwerk© Aqua kombiniert sechs Mess-Module. Welche davon Sie bestücken, entscheidet sich nach Ihrem Gewässer und Ihrem Anliegen.
Wassertemperatur
Mehrere Tiefenstufen, pro Gewässer konfigurierbar. Flacher Vereinsteich anders als ein zehn Meter tiefer Baggersee — wir messen dort, wo die Sauerstoff-Schichtung kippt. Erkennt Schichtungen, Hitze-Einträge und sommerliche Sauerstoff-Risiken frühzeitig.
Gelöster Sauerstoff
Gehalt in mg/L und Sättigung in Prozent parallel. Der wichtigste Wert für Fischsterben-Frühwarnung — besonders nachts im Hochsommer. Eine Sättigung deutlich über 100 Prozent ist gleichzeitig ein Frühindikator für eine Phytoplankton-Entwicklung mit anschließendem Sauerstoff-Loch.
pH-Wert
Kontinuierliche pH-Messung mit Kalibrier-Routine. Frühwarn-Indikator für biologische Veränderungen (Phytoplankton, Ammoniak-Bildung), kein direkter Auslöser für Eingriffs-Maßnahmen.
Trübung
Optischer Sensor. Wichtigster Frühindikator für Algenblüten und Cyanobakterien an Badeseen.
Pegelstand (optional)
Ultraschall oder Drucksonde. Für Renaturierungsprojekte, Hochwasser-Beobachtung und Bewässerungs-Steuerung.
Leitfähigkeit (optional)
Erkennt Salzeinträge, Dünger-Auswaschung und Verunreinigungen aus der Umgebung.
Warum Wassermonitoring überhaupt
Was passiert ohne kontinuierliche Werte — und was kontinuierliche Werte daran ändern. Fünf reale Szenarien aus dem Gewässer-Alltag, mit konkreten Zahlen und ehrlichen Einschränkungen.
1. Sauerstoff-Einbruch im Hochsommer
Was passiert: Wassertemperatur steigt über 25 °C, wenig Wind, eine Algenblüte stirbt. Bakterien zehren beim Abbau den Sauerstoff. Über Nacht fällt der gelöste Sauerstoff von 8 mg/L auf unter 2 mg/L. Morgens um 6 Uhr: Fischsterben.
Schaden konkret: Vereinsteich mit 1–2 ha und Forellen- oder Karpfenbesatz: 5.000–15.000 € Besatzverlust, ein bis zwei Jahre Aufbau-Pause, Versicherungs-Prämienanstieg. In der kommerziellen Aquakultur kann ein einziger Vorfall sechsstellig kosten.
Was Monitoring tut: Wenn der Sauerstoff unter eine eingestellte Schwelle fällt (4 mg/L als Alarmwert ist in der Verbands-Praxis verbreitet), geht ein Alarm per E-Mail raus. Wer den Alarm bekommt, kann reagieren — Belüfter starten, Fische in einen Hälterungs-Teich umsetzen, oder den Zustand zumindest dokumentieren.
Ehrliche Einschränkung: Wenn der Verein keinen Belüfter hat und nachts niemand zum Teich fahren kann, bringt der Alarm nur Doku, keine Rettung. Wassermonitoring lohnt sich vor allem dort, wo eine Reaktionskette greift.
2. Cyanobakterien-Blüte am Badesee
Was passiert: Bei viel Sonne und nährstoffreichem Wasser vermehren sich Blaualgen explosionsartig. Der pH steigt durch Photosynthese auf über 9, die Trübung steigt, dann kollabiert die Blüte und es kommt zu einem Sauerstoffloch. Bei Badeseen kommt das Gesundheits-Risiko für Badegäste dazu.
Schaden konkret: Akutes Badeverbot in der Hauptsaison, Reputationsschaden für die Kommune, Erstattungs-Ansprüche von Kioskpächtern und Saisonkartenbesitzern. Bei Vereinsteichen mit Fischen droht zusätzlich das Sauerstoff-Loch nach Blüten-Zusammenbruch.
Was Monitoring tut: Frühzeitige Erkennung von Trübungs- und pH-Anstieg. Kommune oder Verein kann ein Badeverbot aussprechen, bevor das Gesundheitsamt es muss — das ist rechtlich entlastend und transparent dokumentiert.
Ehrliche Einschränkung: Die rechtsverbindliche Bewertung bleibt beim Gesundheitsamt und beruht auf Beprobung. Unsere Werte zeigen Trends und Auffälligkeiten, ersetzen aber keine amtliche Probe.
3. Einleitungen und Verschmutzungen
Was passiert: Ein Landwirt düngt nahe am Gewässer, Gülle wird bei Starkregen eingespült, eine illegale Diesel-Einleitung, ein Industrie-Abwasser-Vorfall. pH springt, Leitfähigkeit ändert sich, Trübung explodiert binnen Minuten oder Stunden.
Schaden konkret: Fischsterben, Verlust eines ganzen Bestands, Sanierungs-Kosten. Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde oder Landwirtschaftskammer ist ohne belastbare Daten oft chancenlos. Versicherungen verlangen Belege.
Was Monitoring tut: Lückenlose Zeitreihe der letzten 72 Stunden mit Zeitstempeln. Eine Anzeige mit Daten-Export hat substantiell mehr Gewicht als eine Anzeige ohne. Ein Eintragungs-Ereignis lässt sich rückwirkend zuordnen.
Ehrliche Einschränkung: Wir messen Auffälligkeiten, nicht Stoffe. Welcher Wirkstoff drin war, klärt nur das Labor. Aber wir liefern den belastbaren Anfangs-Verdacht und den Zeitpunkt.
4. Eis-Periode in der Aquakultur
Was passiert: Unter Eis kann der Sauerstoff über Wochen langsam sinken, ohne dass jemand etwas sieht. Wenn der Wert unter 3 mg/L fällt, drohen Schäden am Bestand. Im Frühling, wenn das Eis weg ist, sind die Fische tot.
Schaden konkret: Gesamtbestand-Verlust in einem Jahresgang. Bei einer Forellen-Anlage mit 30.000–50.000 Tieren ein sechsstelliger Schaden plus Ausfall in der Vermarktung.
Was Monitoring tut: Kontinuierliche Werte auch unter Eis. Alarm wenn der Sauerstoff einen kritischen Wert unterschreitet. Reaktion: Loch aufeisen, Belüfter unter Eis aktivieren, Bestand retten.
Ehrliche Einschränkung: Sondenmodule müssen winterfest installiert sein (frostgeschütztes Gehäuse, Kabel-Führung). Das ist Standard, kostet aber Sorgfalt bei der Installation.
5. Versicherungs- und Vorstands-Haftung
Was passiert: Größere Vereine mit fünfstelligen Besatz-Werten werden zunehmend von Versicherungen verpflichtet, eine angemessene Überwachung nachzuweisen. Bei vermeidbarem Schaden ohne dokumentierte Überwachung droht persönliche Vorstands-Haftung.
Schaden konkret: Versicherer kürzt oder lehnt Leistung. Vorstandsmitglieder haften persönlich für vermeidbare Schäden. Bei sechsstelligen Schäden eine existenzielle Frage.
Was Monitoring tut: Lückenlose Doku, dass kontinuierlich überwacht wurde. Auch wenn ein Schaden eintritt: nachgewiesener Stand der Technik, getane Sorgfalt.
Ehrliche Einschränkung: Versicherer fordern unterschiedlich. Vor einer Investition Police prüfen, ob Monitoring überhaupt im Tarif gewünscht ist und welche Standards verlangt werden.
Wie es funktioniert
Drei Schritte vom Gewässer ins Dashboard. Kein Stromanschluss, kein Mobilfunk-Vertrag pro Gerät.
1. Schwimmen lassen
Eine kompakte Sensor-Einheit auf Basis eines bewährten LoRa-Sondenmoduls treibt verankert an Ihrem gewünschten Punkt im Gewässer. Solarpanel oben, Sensoren unten am Kabel. Keine Stromleitung, keine Wartungs-Boote.
2. Empfangen
Daten gehen per LoRa-Funk an ein Gateway am Ufer. Wo öffentliche LoRa-Abdeckung existiert, nutzen wir die. Wo nicht, stellen wir ein eigenes Gateway in Reichweite des Gewässers auf. Reichweite typisch 2 bis 5 Kilometer.
3. Auswerten
Werte erscheinen live im spuerwerk©-Dashboard. Schwellwert-Alarme per E-Mail, wenn Sauerstoff einbricht, pH-Wert kippt oder Trübung stark steigt. Historie als Diagramm und als Export.
Was Sie im Dashboard sehen
Sechs Messwerte mit klaren Schwellen — kein Daten-Dschungel, sondern handlungsleitende Werte mit Bedeutung.
| Messwert | Einheit | Kritisch | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Gelöster Sauerstoff | mg/L und % Sättigung | unter 4 mg/L Alarm, über 150 % Sättigung Hinweis | Wichtigster Wert für Fischbestand, Sättigung als Phytoplankton-Frühindikator |
| Wassertemperatur (3 Tiefen) | °C | über 24 °C Warnung | Schichtung, Hitze-Eintrag, Sauerstoff-Risiko |
| pH-Wert | 0–14 | unter 6,5 oder über 8,0 als Frühwarn-Hinweis | Phytoplankton-Entwicklung, Ammoniak-Bildung, biologische Belastung |
| Trübung | NTU | über 20 NTU | Algen, Eintrag, Erosion, Cyanobakterien-Indikator |
| Leitfähigkeit (optional) | µS/cm | Vergleich zum Vorjahr | Salz-Eintrag, Dünger-Auswaschung, Einleitungen |
| Pegelstand (optional) | cm | Schwelle je Standort | Hochwasser, Niedrigwasser, Bewässerungs-Bedarf |
Jede Schwelle ist einstellbar pro Gewässer — was an einem Forellen-Teich kritisch ist, ist an einem Karpfen-Teich noch im grünen Bereich. Alarme gehen per E-Mail raus, Historie als Diagramm und als CSV-Export jederzeit abrufbar.
Für wen wir das System konzipieren
Wir konzipieren spuerwerk© Aqua mit konkreten Anwendern im Kopf. Wenn Sie sich hier wiederfinden, sind Sie genau richtig — auch als möglicher Anwendungspartner im Konsortium.
Anglervereine
Frühwarnung vor Sauerstoff-Einbrüchen im Hochsommer, bevor der Bestand kippt. Vereinsteiche sind das klassische Anwendungsfeld: überschaubare Größe, klar definierter Schaden bei Ausfall.
Teichwirtschaft und Aquakultur
Sauerstoff-Monitoring rund um die Uhr, ohne dass jemand nächtlich an die Anlage muss. Kombinierbar mit Temperatur und pH für ein vollständiges Bild der Wasserqualität.
Kommunale Badeseen
Trübungs- und pH-Verlauf zur Einschätzung von Cyanobakterien-Risiken. Die rechtsverbindliche Meldung bleibt beim Gesundheitsamt – unsere Daten machen sichtbar, wann das Risiko zu steigen beginnt.
Wasserverbände
Ergänzende Punktmessungen zwischen den offiziellen Pegel- und Güte-Stationen. Für Stellen, an denen sich eine vollwertige Messstation nicht rechnet, ein einfacher kontinuierlicher Wert aber bereits Mehrwert bringt.
Naturschutz und Renaturierung
Wasserstands- und Temperaturverlauf in Moor- und Auenflächen. Daten als Nachweis für Mittelgeber und als Steuerungsgrundlage für weitere Eingriffe.
Ehrliche Nutzen-Differenzierung
Nicht jede Zielgruppe hat den gleichen Mehrwert. Wir sagen das vorher, statt es nach dem Kauf zu zeigen.
Wenn Sie unsicher sind, wo Sie stehen — fragen Sie uns. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob unser System für Ihren Fall passt oder ob eine einfachere Lösung reicht.
Was uns aus der Verbands-Praxis zurückgespiegelt wird
Im Mai 2026 haben wir die ersten Anforderungs-Gespräche mit Anglerverbänden geführt. Diese Eckpunkte fließen direkt in die Hardware-Spec und die Alarm-Logik ein. Wir geben sie hier offen wieder, weil sie unsere Konzept-Phase greifbar machen — und damit Interessierte sehen, ob ihre eigenen Anforderungen darin auftauchen.
Welche Werte tatsächlich entscheidungsrelevant sind
Sauerstoff in mg/L und Sättigung in Prozent parallel sind Pflicht. Wassertemperatur ist Pflicht, weil ohne sie die Sättigungs-Bewertung nicht geht. pH-Wert ist nice-to-have als Frühwarn-Indikator für Phytoplankton-Entwicklung und Ammoniak-Bildung — aber kein Auslöser für sofortige Eingriffs-Maßnahmen.
Praxis-Schwellwerte aus den Vereinen
Sauerstoff: unter 4 mg/L Alarm. Über 150 Prozent Sättigung Hinweis-Signal Richtung Phytoplankton-Überangebot. pH-Wert: unter 6,5 oder über 8,0 als Frühwarn-Hinweis, nicht als Eingriffs-Auslöser. Diese Werte werden uns von Verbands-Seite konsistent genannt und sind im Dashboard als Default-Schwellen voreingestellt.
Typische Gewässer-Geometrie
Die Bandbreite reicht vom 1,5 Hektar großen Parkteich mit 1,5 Meter durchschnittlicher Tiefe bis zum 30 Hektar großen Baggersee mit 15 Metern Tiefe. Das durchschnittliche Vereinsgewässer ist ein Baggersee mit rund 10 Hektar Wasserfläche und 8 bis 12 Metern Tiefe — daher muss eine Boje die Wassersäule sinnvoll abbilden können und nicht nur Oberflächenwerte liefern.
Reaktionskette im Verein
Für die Überwachung der Vereinsgewässer sind in der Regel die Gewässerwarte zuständig. Bei einem Sauerstoff-Alarm entscheiden Gewässerwart und Vereinsvorstand gemeinsam über das weitere Vorgehen, bei größeren Vorfällen werden Untere Wasserbehörde oder die zuständige Verwaltung (Stadt, Kreis) einbezogen. Vor massiven Fischsterben werden häufig vermehrt Fische beobachtet, die an der Oberfläche „nach Luft schnappen" — von diesem Moment bis zum Vollschaden kann es sehr schnell gehen. Echtzeit-Daten sind daher Pflicht, nicht nice-to-have.
Akzeptanz-Hürden in den Vereinen
Geringe Kosten, wenig Wartungsaufwand, hohe Zuverlässigkeit — das ist die klare Reihenfolge. Das System muss in Echtzeit Warn-Daten liefern und sehr einfach verständlich sein. Datenschutz spielt bei Wassermesswerten gegenwärtig eine untergeordnete Rolle. „Es muss sich für die Vereine halt rechnen" ist die zentrale Aussage, an der wir uns bei der Preisbildung später orientieren müssen.
Klare Grenze: kein Forensik-System
Das größte Schadensereignis aus Vereinssicht wäre ein vollständiger Verlust des Fischbestandes durch Sauerstoff-Loch. Bei Verschmutzungen durch Dritte (Gülle, Löschwasser, Industrie) entstehen mitunter Regress-Ansprüche. spuerwerk© Aqua ist für die Vorwarn-Lücke vor dem Schaden gedacht, nicht für die forensische Aufklärung danach. Für rechtssichere Beweisführung sind amtliche Messungen und Laborbefunde nötig.
Stand heute – und was wir suchen
Wir bauen kein fertiges Produkt aus dem Karton. Wir formieren ein Konsortium mit Forschungs-, Hardware- und Anwendungspartnern und bewerben uns gemeinsam um eine passende Förderlinie.
Heute – Mai 2026
- Konzept-Skizze fertig, Anforderungs-Bild aus erster Praktiker-Resonanz wächst
- Konsortium-Aufbau läuft: Hardware-/Plattformpartner aus der universitären Geoinformatik angefragt, wissenschaftlicher Beirat aus der Ökotoxikologie im Gespräch
- Erste Pilot-Anfragen von Verbänden und Vereinen liegen vor
- Dashboard-Infrastruktur (vom spuerwerk©-Mutterprojekt) vorhanden
Sommer und Herbst 2026
- Anforderungs-Workshops mit Anwendungspartnern (Vereine, Verbände, Kommunen)
- Sensor-Stack-Auswahl (passende LoRa-Sondenmodule) gemeinsam mit Hardware-Partner
- Antrags-Skizze und Einreichung in passende Förderlinie
2027 nach Förder-Zusage
- Hardware-Beschaffung über geförderten Pilot-Antrag
- Feldtests an mehreren Gewässern parallel
- Datenmodell, Alarm-Regeln und Sensor-Auswahl mit Anwender-Feedback schärfen
Was wir suchen
- 2 bis 4 Gewässer-Betreiber als Pilot-Anwender
- Offene Kommunikation, Bereitschaft, im Feedback-Loop zu sein
- Bereitschaft, die Plattform über einen Sommer und einen Winter zu beobachten
Was Sie als Anwendungspartner bekommen
- Im geförderten Pilot-Szenario keine Hardware-Eigenmittel
- Früher Zugang zum Dashboard, sobald Hardware steht
- Mitsprache bei Sensorik, Alarm-Schwellen und Auswertung
- Direkte Verbindung in das Forschungs- und Beirats-Netzwerk des Konsortiums
- Später bevorzugte Konditionen beim Serien-Modell
Wo wir uns im Markt einordnen
Wassermonitoring ist kein neuer Markt. Es gibt etablierte Anbieter in mehreren Klassen — auch in Deutschland und genau für unsere Zielgewässer. Hier eine ehrliche Übersicht, damit Sie unsere Position einordnen können.
Hinweis vorab: Wir treten nicht als Konkurrent zu LINN, EUSATEC oder den Profi-Sondenherstellern an. Deren Produkte sind in ihrem jeweiligen Feld führend und seit Jahren bewährt. Wir setzen einen Schritt daneben an — mit Fokus auf Vereinsgewässer, Badeseen und Wasserverbände, die bisher entweder gar nicht oder nur stichprobenartig messen.
Profi-Klasse (Behörden, Kläranlagen, Forschung)
Multi-Parameter-Sonden von Xylem (YSI EXO), OTT HydroMet (Hydrolab HL4 und HL7), Hach (LDO und sc1000), In-Situ (Aqua TROLL), Sea-Bird Scientific und Aqualabo. Robuste Hardware, sehr breite Parameter-Palette, hoher Installations- und Wartungsaufwand. Eingesetzt vor allem in behördlichen Messnetzen und Forschungsprojekten.
EUSATEC (G2H Vertriebs GmbH, Bochum)
Solar-Wassermonitoring mit Akku, pH/Sauerstoff/Temperatur, optionaler Schwimmplattform, App- und E-Mail-Alarm. Zielmarkt Teich, Fischteich, Fischzucht. Funktechnik Sigfox. Deutsches Unternehmen, fertiges Produkt — der aus unserer Sicht direkteste Wettbewerber zum Aqua-Konzept.
LINN Gerätebau (Lennestadt-Oedingen)
Weltmarktführer in der Aquakultur-Sauerstoffüberwachung mit eigener Aqua-Control-Software und App. Im Einsatz in rund 200 Fischzuchtbetrieben in 75 Ländern. Fokus auf Forellen- und Karpfenzuchten mit Stromanschluss und integrierter Belüfter-Steuerung — eine Klasse, in der wir bewusst nicht antreten.
SENECT (Landau)
IoT-Steuerung für Aquakultur mit Live-Daten per App, Sauerstoffregelung und Steuerung von Belüftern, Pumpen und Fütterung. Stark in der professionellen Fischzucht, weniger ausgelegt auf den Vereinsteich, der nicht aktiv betrieben, sondern beobachtet werden soll.
Aquaristik und Garten-Teich
JBL ProScan (Teststäbchen mit App), OASE InScenio (Teich-Steuerung), Söll-Testsets, Hanna Instruments HI98xxx. Geeignet für Stichproben und Hobby-Teiche, aber nicht für kontinuierliches Monitoring eines Vereinsgewässers über eine ganze Saison.
LoRaWAN-Baukasten
Libelium Plug & Sense Smart Water, Dragino, Milesight, Atlas Scientific DataPod, Decentlab. Hardware-seitig vergleichbar mit dem, was wir vorhaben — aber als Komponenten-Set ohne Dashboard, ohne Service-Vertrag und ohne Kalibrier-Verantwortung. Etwas für Stadtwerke mit eigener IT, nicht für einen Verein ohne IT-Abteilung.
Eine relevante Referenz in unserer Region: Aasee Münster
Nach dem Fischsterben 2018 haben die Stadt Münster, die Stadtwerke und die items GmbH ein LoRaWAN-Monitoring am Aasee aufgebaut: Sauerstoff, Temperatur, Trübung und weitere Parameter, Dashboard für Verwaltung und Vereine. Das ist gewissermaßen die Blaupause für unseren Ansatz — allerdings als B2G-Projekt mit kommunalem Träger und individuell aufgebaut, also in dieser Form nicht für jeden Verein erreichbar.
Was die anderen nicht abdecken — und worauf wir uns konzentrieren
Wir bauen nicht das hundertste Wassermonitoring-Gerät. Wir versuchen, die fünf Punkte zu verbinden, an denen aus unserer Sicht der Markt für Vereine und kleine Wasserverbände bisher nicht passt:
- Multi-Tiefe als Standard: Verbandsanforderungen sehen mehrere Messtiefen vor. Die meisten verfügbaren Lösungen messen primär an einer Tiefe.
- Schwellen aus der Verbandspraxis: Sauerstoff unter 4 mg/L als Alarm, über 150 % Sättigung als Hinweis, pH unter 6,5 oder über 8 als Frühwarn-Indikator — als sinnvolle Voreinstellung, nicht als Aufgabe für den Verein.
- Service-Vertrag mit Wartung, Kalibrierung und schriftlichem Protokoll: Kein "Sonde gekauft, viel Erfolg", sondern definierte Prüfung und PDF-Protokoll als regelmäßige Leistung.
- DSGVO-konforme Datenhaltung in Deutschland mit Auftragsverarbeitungsvertrag — gerade für kommunale Anwendungspartner relevant.
- Förder-Logik im Pilot: Im geförderten Pilot-Szenario zahlen Vereine keine Hardware-Eigenmittel. Das ist mit einem fertigen Kaufprodukt aus dem Webshop strukturell nicht abbildbar.
Wenn eine dieser fünf Anforderungen für Sie nicht entscheidend ist und Sie heute eine Lösung brauchen — schauen Sie sich EUSATEC oder LINN an. Wir empfehlen das offen, weil eine schnelle Lösung manchmal besser ist als ein Pilot in der Konzept-Phase.
Was spuerwerk© Aqua (noch) nicht ist
Damit kein falscher Eindruck entsteht: drei klare Abgrenzungen.
Keine amtliche Messstation
Die Werte sind Indikatoren für die laufende Beobachtung. Rechtsverbindliche Messungen (zum Beispiel für Cyanobakterien-Meldungen) bleiben beim Gesundheitsamt oder Umweltlabor.
Kein Salzwasser-Sensor
spuerwerk© Aqua ist für Süßwasser-Binnengewässer ausgelegt. Salzwasser, Wellenschlag und offene See sind eine andere Liga, die nicht zu unserem Profil passt.
Keine Tiefseemessung
Wir messen bis rund zehn Meter Wassertiefe. Tiefer wird mit unserer Hardware nicht sinnvoll abgedeckt.
Pilot-Partner werden
Wenn Sie ein Gewässer betreuen und neugierig sind, ob spuerwerk© Aqua zu Ihnen passt: Schreiben Sie uns. Wir antworten schriftlich, antworten ehrlich, und sagen Ihnen auch ab, wenn der Standort nicht passt.
Pilot-Anfrage schreiben [email protected]Beschreiben Sie Ihr Anliegen
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Bauen Sie die Sensor-Hardware selbst?
Nein. spuerwerk© Aqua ist ein System aus bewährten LoRa-Sondenmodulen etablierter Hersteller (zum Beispiel Decentlab, Atlas Scientific, In-Situ) auf einer schwimmenden Plattform, plus unser spuerwerk©-Dashboard mit Schwellwert-Alarmen. Wir sind System-Integrator, nicht Sensor-Hersteller. Die finale Hardware-Auswahl treffen wir gemeinsam mit unserem Hardware-Partner im Konsortium.
In welcher Phase ist spuerwerk© Aqua heute?
Konzept-Phase mit aktivem Konsortium-Aufbau, Stand Mai 2026. Wir formieren gerade ein Konsortium aus einem Hardware- und Plattformpartner aus der universitären Geoinformatik, wissenschaftlichem Beirat aus der Ökotoxikologie und Anwendungspartnern aus Vereinen, Verbänden und Kommunen. Ziel ist ein geförderter Pilot-Antrag (BMBF Citizen Science, DBU oder vergleichbare Programme). Vorher gibt es kein verkaufsfertiges Serien-Produkt. Wer jetzt einsteigt, gestaltet Produkt und Antragsprofil aktiv mit.
Was kostet die Plattform später?
In einem geförderten Pilot-Szenario fallen für Anwendungspartner keine Hardware-Eigenmittel an — das ist der Hauptvorteil der Konsortium-Strategie. Die spätere Serie-Preisstruktur legen wir im Zuge des Pilot-Projekts gemeinsam mit den Anwendungspartnern fest. Wir orientieren uns am Lizenz- und Service-Modell: Hardware als Eigentum mit optionalem Wartungs- und Kalibrier-Paket, kein Pflicht-Abo.
Wie oft müssen die Sensoren kalibriert werden?
Wassertemperatur ist faktisch kalibrierfrei. pH-Sonden driften erfahrungsgemäß und sollten alle drei bis sechs Monate nachkalibriert werden. Sauerstoff-Sonden alle sechs bis zwölf Monate. Trübung und Pegelstand sind sehr wartungsarm. Wir liefern das Kalibrier-Set mit und zeigen den Vorgang am Gewässer. Wer das nicht selbst übernehmen möchte, kann das später als Wartungspaket buchen.
Was passiert mit Algen und Muscheln am Sensor?
Biofouling ist die größte Herausforderung bei Langzeit-Einsätzen im Wasser. Wir setzen auf Sensor-Köpfe, die ohne Spezialwerkzeug abgewischt werden können, und auf einen Wartungs-Rhythmus von vier bis sechs Wochen in der warmen Jahreszeit. Optik-Sensoren (Trübung) sind anfälliger als Temperatur- oder pH-Sonden. Wir testen verschiedene Schutzbeschichtungen in der Pilot-Phase und dokumentieren offen, was funktioniert und was nicht.
Was passiert bei Vandalismus oder Diebstahl?
Eine schwimmende Sensor-Einheit an einem öffentlichen Badesee ist eine Versuchung. Wir empfehlen für stark frequentierte Gewässer eine zusätzliche Standort-Erkennung per GPS und einen Alarm beim Verlassen einer Geofence. Für Vereinsteiche und nicht öffentlich zugängliche Gewässer ist das in der Regel kein Thema. Wir beraten konkret pro Standort.
Wem gehören die gemessenen Daten?
Ihnen. spuerwerk© Aqua speichert Ihre Messwerte in unserem Dashboard, aber die Daten gehören dem Betreiber. Export als CSV oder JSON ist jederzeit möglich. Wenn Sie die Plattform irgendwann nicht mehr nutzen, bekommen Sie Ihre Daten heraus und wir löschen sie auf Wunsch. Keine Werbung, kein Weiterverkauf, keine versteckte Auswertung durch Dritte.
Wie lange hält der Akku im Winter?
Bei der geplanten Solarpanel-Größe (10 Watt) und einer LiFePO4-Pufferbatterie sollte die Plattform auch in Wintern mit drei bis vier zusammenhängenden trüben Tagen durchlaufen. Längere Dunkelheiten oder zugefrorene Gewässer sind ein offenes Thema, das wir im Feldtest beobachten. Falls nötig, planen wir für nordeuropäische Standorte ein größeres Panel oder einen reduzierten Mess-Rhythmus im Winter.
Brauche ich eigenen LoRa-Empfang?
Nicht zwingend. Wir prüfen zunächst, ob das öffentliche LoRa-Netzwerk am gewünschten Standort verfügbar ist. Falls nicht, bauen wir ein eigenes Gateway an einer Stelle mit Stromanschluss in Reichweite des Gewässers auf (typische Reichweite zwei bis fünf Kilometer in flachem Gelände). Alternativ ist Mobilfunk (NB-IoT) möglich, das ist allerdings dauerhaft kostenpflichtig.
Was passiert, wenn ein Sensor ausfällt?
Im Dashboard sehen Sie Lebenszeichen jedes Sensors. Bleiben Werte aus oder werden unplausibel, gibt es einen Alarm per E-Mail. Defekte Sensoren tauschen Sie im laufenden Betrieb selbst – die Module sind gesteckt, nicht verlötet. Im geförderten Pilot-Szenario werden Sensor-Ausfälle vom Konsortium getragen, für Anwendungspartner entstehen keine Hardware-Kosten. Für die Serien-Phase entwickeln wir ein Wartungs- und Kalibrier-Paket.
Ist das eine amtliche Messstation?
Nein. spuerwerk© Aqua liefert Indikator-Werte für die laufende Beobachtung des Gewässers, keine rechtsverbindlichen Messwerte. Für amtliche Meldungen (zum Beispiel Cyanobakterien-Werte bei Badegewässern) bleibt das Gesundheitsamt oder das zuständige Umweltlabor zuständig. Unser Mehrwert ist die kontinuierliche Beobachtung dazwischen, damit Probleme früher sichtbar werden.
Eignet sich die Plattform für Salzwasser oder offene See?
Nein. spuerwerk© Aqua ist für Süßwasser ausgelegt – stehende und langsam fließende Gewässer in Binnenlagen. Salzwasser-Tauglichkeit, Wellenschlag und Tiefseemessung sind eine andere Liga, die nicht zu unserem Profil passt. Maximale Wassertiefe für unsere Messung: rund zehn Meter.
Wie nehme ich Kontakt auf?
Schriftlich, per E-Mail oder über das Kontaktformular auf dieser Seite. Wir antworten schriftlich. Persönliches Treffen vor Ort am Gewässer ist im Rahmen einer Pilot-Begleitung möglich.
Hilft das System bei Regress-Forderungen nach einem Schaden?
Nein. spuerwerk© Aqua ist auf die Vorwarn-Lücke vor einem Schaden ausgerichtet — also auf das frühzeitige Erkennen kritischer Sauerstoff- oder pH-Werte, damit der Gewässerwart reagieren kann. Für die rechtssichere Beweisführung nach einem Vorfall (zum Beispiel Gülle-Eintrag, Löschwasser, Industrie-Einleitung) sind amtliche Messungen und Laborbefunde erforderlich. Unsere Daten können einen zeitlichen Verlauf zeigen, ersetzen aber kein behördliches Gutachten.
Welche Gewässer-Größen funktionieren?
Die Bandbreite typischer Vereinsgewässer reicht vom 1,5 Hektar großen Parkteich (1,5 Meter Tiefe) bis zum 30 Hektar großen Baggersee (15 Meter Tiefe). Das durchschnittliche Vereinsgewässer ist ein Baggersee mit rund 10 Hektar Wasserfläche und 8 bis 12 Metern Tiefe. Für solche Gewässer messen wir bevorzugt in mehreren Tiefenstufen, damit Schichtungs-Effekte sichtbar werden. Maximale Mess-Tiefe pro Sonde rund zehn Meter; tiefere Punkte sind eine offene Frage für die Hardware-Spec.