Radioastronomie · Funk vom Himmel

Radioastronomie
Meteore zählen, die Milchstraße vermessen, die Sonne hören

Meteore werfen beim Verglühen ein Radarsignal zurück. Wasserstoffwolken verraten, wie schnell sich die Milchstraße dreht. Sonne und Jupiter senden Radiostürme. Wir bauen Empfangsstationen, binden frei zugängliche Teleskope an und machen aus den Rohdaten Auswertungen, mit denen Schulen, Sternwarten und Vereine arbeiten.

Programm im Aufbau: Pilotschulen und Pilotsternwarten gesucht
RX 143,050 MHz · GRAVES-Radar · USB Wasserfall · 3 kHz
0Echos
–letztes Echo

Simulation im Browser: So sieht der Wasserfall einer Meteor-Station aus. Kurze Punkte sind schwache Echos, lange Spuren helle Meteore mit dichter Ionisationsspur.

Nur Empfang, kein Sender Start auch ohne eigene Antenne Offene Daten mit Quellenangabe Einrichtung remote, ohne Zugriff auf Ihre Rechner

Für wen wir Radioastronomie bauen

Radiowellen kennen weder Wolken noch Tageslicht. Wer hinhört, beobachtet auch dann, wenn das optische Teleskop in der Kuppel bleibt.

Schulen und Schülerforschungszentren

Physik mit echten Messwerten: Dopplereffekt, Spektren, Rotationskurve der Milchstraße. Dazu Informatik mit Signalen, die tatsächlich aus dem All kommen.

Sternwarten und Planetarien

Programm bei bedecktem Himmel und am Tag. Ein Echo-Zähler im Foyer zeigt Besuchern live, wie viele Meteore gerade über Europa verglühen.

Vereine, Makerspaces und Funkamateure

Bauanleitungen, fertige Software-Abbilder und ein gemeinsames Stationsnetz, in dem jede neue Station die Daten aller anderen besser macht.

Gemeinden und Betriebe mit Funkstörung

Dieselbe Empfangstechnik findet auch irdische Störer: Wechselrichter, LED-Treiber und Netzteile, die Funk, Sprechfunk oder Messtechnik verrauschen.

Drei Stufen · ein Himmel

Drei Wege zum Signal

Vom Unterrichtspaket ohne jede Hardware bis zur festen Station mit Schüssel. Jede Stufe läuft für sich und baut auf der vorherigen auf.

Stufe 1 · kleines Budget

Ein SDR-Empfänger, ein Kleinrechner und eine selbst gebaute Antenne. Bauteile aus dem Funkzubehör, Software und Anleitung von uns.

Meteor-Station

SDR-Empfänger am Raspberry Pi und eine Yagi- oder Drahtantenne, ausgerichtet auf das französische Radar GRAVES. Die Software erkennt jedes Echo rund um die Uhr und schreibt Stundenwerte, bei jedem Wetter.

143,05 MHzEinstieg

Wasserstoff-Horn

Hornantenne aus Blech oder kaschierter Pappe, Filter-Vorverstärker für 1420 MHz, SDR-Empfänger. Genug, um die Spiralarme der Milchstraße als Buckel im Spektrum zu sehen.

1420 MHzBausatz

Sonnen-Radiometer mit Sat-Schüssel

Eine ausgediente Satellitenschüssel mit LNB misst die Radiostrahlung von Sonne und Mond. Driftscans zeigen, wie die Sonne durch die Antennenkeule wandert und wie breit diese Keule ist.

10,7–12,75 GHzBausatz

Jupiter- und Sonnen-Dipol

Zwei Drahtdipole und ein Kurzwellenempfänger für die Dekameter-Stürme von Jupiter, ausgelöst durch die Stellung seines Mondes Io. Nachts, mit Vorhersagekalender und etwas Geduld.

20 MHzFortgeschritten

Stufe 2 · feste Station und Ausbau

Für Einrichtungen, die über Jahre messen wollen, und für alle, die ihre Station in ein gemeinsames Netz einbinden.

Wasserstoff-Teleskop mit Schüssel

Parabolspiegel mit rauscharmem Vorverstärker und Nachführung in Azimut und Elevation. Für Rotationskurve, Karten der Milchstraße und Beobachtungsreihen über Jahre.

1420 MHzauf Anfrage

Stationsnetz mit Live-Karte

Jede Station meldet ihre Echos an das gemeinsame Portal. Karte, Zähler und Vergleich zwischen Standorten, dazu eine Meldung, wenn eine Station schweigt.

Portalim Aufbau

Auswertung für eigene Stationen

Messdatei hochladen, Spektrum, Wasserfall, Echo-Statistik oder Driftscan zurückbekommen. Für Stationen, die schon laufen, egal wer sie gebaut hat.

Uploadim Aufbau

Funkstörungen finden

Wechselrichter, LED-Treiber und Schaltnetzteile verrauschen Funk und Radioastronomie. Wir zeichnen das Störspektrum über Tage auf, grenzen die Quelle ein und dokumentieren den Befund.

Kurzwelle bis 1,7 GHzauf Anfrage
Radiofenster der Atmosphäre

Wo am Himmel gefunkt wird

Unterhalb von etwa 15 MHz wirft die Ionosphäre alles zurück, oberhalb von einigen zehn Gigahertz schluckt der Wasserdampf. Dazwischen liegt das Radiofenster, und darin vier Ziele für kleine Stationen.

Logarithmische Frequenzskala von 10 MHz bis 20 GHz mit vier Beobachtungszielen: Jupiter und Sonne bei 20 MHz, Meteore bei 143 MHz, Wasserstofflinie bei 1420 MHz, Sonne mit LNB bei 11 GHz RADIOFENSTER IONOSPHÄRE 10 MHz 100 MHz 1 GHz 10 GHz JUPITER 20 MHz METEORE 143,05 MHz WASSERSTOFF 1420,4 MHz SONNE 11 GHz
20 MHz

Jupiter und Sonne

Quelle
Elektronen im Magnetfeld von Jupiter, angetrieben von Io; Ausbrüche der Sonnenkorona
Antenne
zwei Drahtdipole
Klang
Rauschen, Prasseln, Wellen wie Brandung
143,05 MHz

Meteore

Quelle
Ionisationsspuren verglühender Meteore, beleuchtet vom Radar GRAVES bei Dijon
Antenne
Yagi oder Drahtdipol
Klang
kurzes Pfeifen, bei hellen Meteoren sekundenlang
1420,4 MHz

Wasserstofflinie

Quelle
neutraler Wasserstoff in den Spiralarmen der Milchstraße
Antenne
Horn oder Parabolspiegel
Ergebnis
Spektrum mit Dopplerbuckeln, daraus die Rotation
10,7–12,75 GHz

Sonne mit LNB

Quelle
thermische Radiostrahlung der Sonne, schwächer auch des Mondes
Antenne
Satellitenschüssel mit LNB
Ergebnis
Driftscan, Antennenkeule, Sonnenaktivität
Werkzeug · rechnet im Browser

Wasserstofflinie: von der Frequenz zur Rotation

Ruhefrequenz 1420,405752 MHz. Was darunter ankommt, entfernt sich, was darüber ankommt, nähert sich. Mit der Tangentenpunkt-Methode wird daraus die Bahngeschwindigkeit der Milchstraße.

Für die Rotation den äußersten Rand des Profils nehmen, im ersten Quadranten also die niedrigste Frequenz, bei der noch Signal ist. Werte nach Korrektur auf das lokale Ruhesystem.
Blickrichtung entlang der Milchstraße, 0° zeigt zum Zentrum im Schützen.
Beispielprofil der Wasserstofflinie für die gewählte Blickrichtung, mit der eingegebenen Frequenz als Linie Ihre Frequenz 1420,6 MHz 1419,6 MHz

Beispielprofil aus einem einfachen Modell mit flacher Rotation: Jeder Buckel ist ein Spiralarm entlang der Sichtlinie, die rechte Kante liegt am Tangentenpunkt.

Radialgeschwindigkeit–
Richtung–
Abstand vom Zentrum R–
Bahngeschwindigkeit–
Rotationskurve: Bahngeschwindigkeit über dem Abstand vom Zentrum, mit dem gerechneten Punkt R in kpc km/s 0 R₀ gemessen: flach

Orange: Erwartung, wenn nur die sichtbaren Sterne im Zentrum zögen. Messungen zeigen eine flache Kurve, einer der Hinweise auf dunkle Materie. Mit IAU-Werten R₀ = 8,5 kpc und V₀ = 220 km/s, gültig für 0° < l < 90°.

So kommt das Signal zu Ihnen

Schriftlich, planbar und mit festem Umfang.

Ziel festlegen

Was soll gemessen werden, für wen, wie lange? Unterricht, Ausstellung, Vereinsprojekt oder Störungssuche. Dazu Standort und vorhandene Technik.

Plan und Stückliste

Stufe, Antenne, Empfänger, Datenquelle und Auswertung. Bei einer festen Station vorher eine Probemessung am geplanten Standort.

Station oder Fernbeobachtung

Die Station kommt vorkonfiguriert mit Anleitung, die Antenne stellen Sie auf. Bei Stufe 0 buchen wir die Beobachtung und bereiten die Daten vor.

Messen und auswerten

Spektren, Echo-Statistik und Driftscans in einer Form, mit der eine Klasse oder ein Verein weiterarbeitet. Auf Wunsch mit laufender Auswertung.

Was mit kleinen Antennen messbar ist

Radioastronomie begann mit Rauschen. 1932 suchte Karl Jansky bei den Bell Labs nach Störquellen für den transatlantischen Funkverkehr und fand bei 20,5 MHz ein Zischen, das sich mit den Sternen bewegte und aus Richtung des Milchstraßenzentrums kam. Seitdem gilt: Was im Radiobereich leuchtet, ist oft unsichtbar für das Auge, aber erstaunlich gut zu hören.

Die Wasserstofflinie

Neutraler Wasserstoff strahlt bei 1420,405752 MHz, einer Wellenlänge von 21 Zentimetern. Ein einzelnes Atom tut das im Mittel nur etwa alle elf Millionen Jahre, doch in der Milchstraße gibt es so viel davon, dass schon eine Hornantenne ein deutliches Signal sieht. 1951 haben Harold Ewen und Edward Purcell die Linie erstmals gemessen. Weil sich die Gaswolken bewegen, ist die Linie per Dopplereffekt verschoben. Aus diesen Verschiebungen entsteht die Rotationskurve der Milchstraße, und die verläuft weiter außen flach statt abzufallen, einer der klassischen Hinweise auf dunkle Materie.

Meteore per Radar

Das französische Weltraumradar GRAVES bei Dijon sendet dauerhaft auf 143,050 MHz in den Himmel. Verglüht ein Meteor in rund 100 Kilometern Höhe, ionisiert er für Sekundenbruchteile bis Sekunden die Luft und wirft einen Teil des Signals nach Deutschland zurück. Ein Empfänger hört dann ein kurzes Pfeifen. Das funktioniert am Tag und bei geschlossener Wolkendecke, und es zeigt auch Meteorströme, die nur am Taghimmel aktiv sind.

Sonne und Jupiter

Die Sonne ist die hellste Radioquelle am Himmel. Bei rund 11 GHz reicht ein LNB aus dem Satellitenfernsehen, um sie zu messen. Jupiter sendet bei 15 bis knapp 40 MHz kräftige Stürme, deren Auftreten von der Stellung seines Mondes Io abhängt. Beide Ziele sind ideal für Driftscans und Vorhersagen, die Schülerinnen und Schüler selbst überprüfen.

Warum Software den Unterschied macht

Die Antenne ist schnell gebaut. Den Wert erzeugt die Kette danach: Echos sicher von Störungen trennen, Spektren mitteln und kalibrieren, Zeitreihen über Wochen führen, Ausfälle bemerken. Genau dort setzen wir an, mit Stations-Software, Auswertung und einem Portal, das die Daten mehrerer Standorte zusammenbringt.

Was wir machen und was nicht

Das machen wir

  • Planung, Stückliste und bebilderte Aufbauanleitung
  • Vorkonfigurierte Stationen mit Software, gepflegt remote
  • Fernbeobachtungen mit offenen Teleskopen und Unterrichtspakete
  • Auswertung, Portal, Stationsnetz und Ausfallmeldung
  • Messung und Dokumentation von Funkstörungen

Das machen wir nicht

  • Keine Sendeanlagen, wir bauen ausschließlich Empfänger
  • Keine Montage von Masten und Antennen am Gebäude
  • Keine amtliche Funkstörungsbearbeitung, die liegt bei der Bundesnetzagentur
  • Keine Zusage über Beobachtungstermine an fremden Teleskopen

Womit möchten Sie starten?

Eine Auswahl genügt, sie wird in Ihre Anfrage übernommen.

Ihr Projekt am Himmel beschreiben

Nennen Sie Einrichtung, Ziel, möglichen Antennenstandort und vorhandene Technik. Was Sie noch nicht wissen, lassen Sie einfach offen. Wir melden uns per E-Mail mit Rückfragen oder einem Vorschlag.

Häufig gestellte Fragen

Braucht man für Radioastronomie eine Funklizenz?

Für reine Empfangsanlagen ist keine Amateurfunkgenehmigung und keine Frequenzzuteilung nötig. Unsere Stationen senden nicht, sie hören nur zu: auf natürliche Radiostrahlung von Sonne, Jupiter und Wasserstoffwolken und auf die Echos, die Meteore von einem bestehenden Radar zurückwerfen.

Was lässt sich ganz ohne eigene Antenne machen?

Eine ganze Menge. Frei zugängliche Teleskope wie PICTOR oder die SALSA-Schüsseln in Onsala lassen sich für Beobachtungen der Wasserstofflinie nutzen, und offene Archive liefern Sonnenspektrogramme und eine komplette Himmelskarte des Wasserstoffs. Wir planen die Beobachtung, holen die Daten ab und bereiten sie so auf, dass eine Klasse oder ein Verein damit rechnen kann.

Welche Hardware braucht eine eigene Station?

Für den Einstieg reicht wenig: ein SDR-Empfänger, ein Raspberry Pi oder ein vorhandener Rechner und eine passende Antenne. Für Meteore ist das eine Yagi- oder Drahtantenne für 143 MHz, für die Wasserstofflinie eine Hornantenne mit Filter-Vorverstärker, für die Sonne eine ausgediente Satellitenschüssel mit LNB. Die Stückliste stellen wir nach Ziel und Standort zusammen.

Wer stellt die Antenne auf?

Die Antenne stellen Sie, Ihr Hausmeister oder Ihr Verein nach unserer bebilderten Anleitung auf. Die Station kommt vorkonfiguriert, meldet sich selbst beim Datenportal und wird remote eingerichtet, ganz ohne Zugriff auf Ihre Rechner.

Funktioniert das auch in der Stadt?

Meteor-Echos sind robust und klappen auch im Wohngebiet. Bei der Wasserstofflinie und am Kurzwellen-Dipol stören Netzteile, Wechselrichter und LED-Treiber stärker. Vor dem Bau einer festen Station steht deshalb eine Probemessung mit dem kleinen Empfänger, die zeigt, wie ruhig das Spektrum am geplanten Standort ist.

Eignet sich das für den Unterricht?

Ja, und zwar über mehrere Fächer. In Physik geht es um Dopplereffekt, Spektren, Keplerbahnen und die Rotationskurve der Milchstraße, die ohne dunkle Materie nicht zu erklären ist. In Informatik um Signalverarbeitung, Fourier-Transformation und Datenauswertung mit echten Messwerten. Die Unterrichtspakete enthalten Aufgaben, Lösungen und die passenden Datensätze.

Was passiert mit den Messdaten?

Die Rohdaten liegen auf Ihrer Station. Wer am Stationsnetz teilnimmt, schickt Zählwerte und Spektren an unser Portal auf Servern in Deutschland. Auf der öffentlichen Karte erscheint eine Station nur, wenn Sie das freigeben, und dann mit dem Ortsnamen, den Sie wählen.

Können Sie die Quelle einer Funkstörung finden?

Wir stellen einen Messempfänger mit Antenne bereit, Sie stellen ihn auf, wir zeichnen das Störspektrum über Tage auf und werten remote aus. Daraus ergibt sich, wann und auf welchen Frequenzen die Störung auftritt und welche Geräteart sie wahrscheinlich verursacht. Die amtliche Bearbeitung von Funkstörungen liegt bei der Bundesnetzagentur, für die Meldung dort liefern wir die Messdokumentation.

Was kostet das?

Das hängt vom Weg ab: Unterrichtspaket mit Fernbeobachtung, Bausatz-Anleitung, fertige Station oder Ausbau mit Schüssel. Wir trennen im Angebot Hardware, Aufbauanleitung, Einrichtung und laufende Auswertung und nennen den Festbetrag nach der Planung.

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