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KI-Wissen15. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

ECC: KI-Agenten, die Software planen, bauen, testen und absichern. Was dahintersteckt

Arbeitsplatz in einem Entwicklerbüro: zwei Bildschirme mit Code-Editor und bestandenen Tests, davor ein ausgedruckter Ablaufplan mit Pfeilen, Stift und Kaffeebecher

In einem kurzen Clip macht gerade ECC die Runde, angekündigt als KI-Agenten, die Anwendungen entwerfen, bauen, testen und absichern. Hinter dem Schlagwort steckt ein quelloffenes Paket für Claude Code, Codex und weitere Programmierassistenten. Wir haben das Repository auf GitHub durchgesehen und ordnen ein, was es leistet, wie die Installation geht und wo die Grenzen liegen.

Zum Projekt auf GitHub: github.com/affaan-m/ECC

68spezialisierte Agenten laut Projektseite
293Skills für Sprachen, Frameworks und Abläufe
94Befehle aus älteren Versionen, weiter nutzbar
MITquelloffene Lizenz für das Grundpaket

Worum es geht

Auslöser ist ein YouTube-Short des Kanals @sadie_ontech mit dem Titel „ECC launches AI agents that design, build, test, and secure apps“. Der Clip liefert vor allem die Schlagzeile. Die Angaben in diesem Beitrag stammen deshalb aus dem Repository selbst, Stand 15. Oktober 2026.

ECC steht für „Everything Claude Code“. Das Projekt wurde für Claude Code begonnen und über gut zehn Monate im täglichen Einsatz weiterentwickelt. Inzwischen versteht es sich als Arbeitsumgebung für KI-Programmieragenten insgesamt.

Was ECC macht

Ein KI-Programmierassistent ohne Vorgaben beginnt jede Sitzung bei null. Stack, Konventionen, Prüfmaßstäbe und frühere Fehler müssen jedes Mal neu erklärt werden, und ob der Agent vor dem Umsetzen plant oder Tests schreibt, hängt von der Formulierung der Anfrage ab. ECC setzt hier an und liefert eine feste Arbeitsweise:

  • Agenten für Teilaufgaben, die der Hauptagent abgibt, jeder mit eigenem Kontext
  • Skills mit Wissen zu Sprachen, Frameworks und Abläufen, die bei passender Aufgabe geladen werden
  • Hooks, die auf Werkzeugaufrufe reagieren und Standards durchsetzen, unabhängig davon, was im Gesprächsverlauf steht
  • Regeln und Gedächtnis, die Wissen über Sitzungen hinweg als Markdown-Dateien im Projekt oder im Benutzerverzeichnis halten
  • AgentShield, eine Sicherheitsprüfung für die Konfiguration des Agenten selbst

Der Ablauf in sieben Schritten

Im Kern folgt ECC einer festen Kette. Jede Änderung durchläuft dieselben Stationen, bevor sie als erledigt gilt.

planentestenumsetzenprüfenverifizierenmerkenverbessernGelerntes fließt in die nächste Aufgabe zurück
Die Kette, nach der ECC jede Änderung führt. Eigene Darstellung nach der Projektbeschreibung.

Neue Funktionen entstehen testgetrieben: zuerst ein Test, der fehlschlägt, dann die kleinste Umsetzung, die ihn bestehen lässt, dann die Überarbeitung. Die Prüfung erfolgt aus einem frischen Kontext, also nicht von dem Agenten, der den Code gerade geschrieben hat. Was sich bewährt, wird als Skill oder als Eintrag im Gedächtnis festgehalten.

Die Agenten

Ein Hauptagent koordiniert, spezialisierte Unteragenten erledigen die Einzelaufgaben. Einige Beispiele aus dem Paket:

planner und architect

Zerlegen die Aufgabe, legen Struktur und Schnittstellen fest, bevor Code entsteht.

tdd-guide und e2e-runner

Führen den Testzyklus und prüfen Abläufe von Anfang bis Ende im Browser.

code-reviewer und security-reviewer

Lesen Änderungen gegen, achten auf Fehler, Lesbarkeit und typische Schwachstellen.

build-error-resolver und refactor-cleaner

Reparieren fehlgeschlagene Builds und räumen alten Code auf.

Dazu kommen Agenten für einzelne Sprachen wie TypeScript, Java, Kotlin oder Python sowie ein Agent, der die Dokumentation nachzieht.

Sicherheit: AgentShield

Ein KI-Agent mit Hooks, MCP-Servern und weitreichenden Rechten ist selbst eine Angriffsfläche. AgentShield prüft deshalb nicht den Anwendungscode, sondern die Konfiguration des Agenten: Anweisungsdateien wie CLAUDE.md, Einstellungen, MCP-Anbindungen, Hooks, Agentendefinitionen und Skills. Gesucht wird nach offen liegenden Geheimnissen, zu weit gefassten Berechtigungen, eingeschleusten Befehlen in Hooks und riskanten MCP-Verbindungen. Die Projektseite nennt dafür 102 statische Prüfregeln.

Gut gelöst

ECC behandelt Einträge im eigenen Gedächtnis ausdrücklich als nicht vertrauenswürdige Hinweise, die vor Gebrauch zu prüfen sind. Das ist die richtige Haltung: Was ein Agent sich gemerkt hat, kann veraltet oder untergeschoben sein.

Welche Umgebungen unterstützt werden

UmgebungStand laut Projekt
Claude CodeHauptziel, voller Funktionsumfang
Codexunterstützt, als eigene Erweiterung installierbar
Cursor, OpenCodeBeta
GitHub Copilotnur Anweisungen, ohne Hooks und Agenten
Gemini, Zed, Qwen und weitereexperimentell, eingeschränkter Umfang

Installation

In Claude Code wird ECC als Erweiterung über den Marktplatz eingebunden:

/plugin marketplace add https://github.com/affaan-m/ECC
/plugin install ecc@ecc

Für Codex:

codex plugin marketplace add affaan-m/ECC
codex plugin add ecc@ecc

Alternativ führt ein Einrichtungsassistent über npm durch die Auswahl:

npx [email protected] install --guided

Das Projekt rät davon ab, mehrere Installationswege zu kombinieren. Sonst landen Skills, Befehle oder Hooks doppelt im System.

Nur aus verifizierten Quellen installieren

Auf GitHub kursieren zahlreiche Kopien von ECC. Das Projekt nennt als verlässliche Quellen nur das Repository affaan-m/ECC, die npm-Pakete ecc-universal und ecc-agentshield, die GitHub App ECC Tools, die Erweiterung ecc@ecc und die Website ecc.tools. Hooks und MCP-Server sind ausführbare Konfiguration und laufen mit Ihren Rechten.

Für private Repositories bietet das Projekt zusätzlich eine gehostete GitHub App mit monatlicher Gebühr je Platz an. Das Grundpaket selbst steht unter MIT-Lizenz.

Unsere Einschätzung

Wir arbeiten täglich mit Claude Code und Codex. Der eigentliche Wert von ECC liegt nicht in der Zahl der Agenten, sondern in der Disziplin: Stack, Konventionen und Prüfmaßstäbe müssen nicht in jeder Sitzung neu erklärt werden, und jede Änderung durchläuft dieselbe Kette aus Test, Prüfung und Verifikation. Was wir selbst über Monate in eigenen Anweisungsdateien aufgebaut haben, liefert ECC als fertiges Paket. Wie solche Arbeitsumgebungen für Agenten grundsätzlich funktionieren, beschreiben wir im Beitrag Agent Harness Engineering.

Fünf Punkte sollten Sie im Blick behalten:

  • Auswahl statt Vollausbau. 293 Skills sind viel. Eine Teilmenge, die zum eigenen Stack passt, arbeitet schneller und vorhersehbarer.
  • Rechte prüfen. Agenten, Hooks und MCP-Anbindungen dürfen Dateien schreiben, Befehle ausführen und externe Dienste ansprechen. Jede Freigabe gehört bewusst gesetzt.
  • Versionen festhalten. Das Projekt ändert sich schnell. Eine feste Version im Installationsbefehl verhindert, dass sich das Verhalten des Agenten über Nacht ändert.
  • Ein grüner Test ist keine Abnahme. Tests prüfen, was jemand vorher festgelegt hat. Ob die Anwendung im Betrieb tut, was sie soll, zeigt erst der Betrieb.
  • Verantwortung bleibt beim Menschen. Architektur, Sicherheit und Betrieb entscheidet kein Agent. ECC beschleunigt eine saubere Arbeitsweise, es ersetzt sie nicht.

Mehr zum Thema: REA: Wenn der KI-Agent jede Software auseinandernimmt.

Quellen

Stand der Angaben: 15. Oktober 2026. Zahlen zu Agenten, Skills und unterstützten Umgebungen ändern sich mit jeder Version.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ECC?

ECC ist ein quelloffenes Projekt unter MIT-Lizenz, das KI-Programmierassistenten wie Claude Code oder Codex um feste Arbeitsabläufe erweitert. Es bündelt spezialisierte Agenten, Skills, Hooks, Regeln, ein Gedächtnis über Sitzungen hinweg und die Sicherheitsprüfung AgentShield. Der Quellcode liegt auf GitHub unter affaan-m/ECC.

Baut ECC eine Anwendung selbstständig?

Nein. ECC gibt dem KI-Agenten eine Arbeitsweise vor: erst planen, dann Tests schreiben, dann umsetzen, dann prüfen und verifizieren. Die Anforderungen, die Architekturentscheidungen und die Abnahme liegen weiter beim Menschen. ECC macht den Agenten disziplinierter, nicht unabhängig.

Mit welchen Werkzeugen läuft ECC?

Am vollständigsten mit Claude Code. Codex wird als eigene Erweiterung unterstützt, Cursor und OpenCode laufen als Beta. GitHub Copilot bekommt nur die Anweisungen, ohne Hooks und Agenten. Für Gemini, Zed und weitere Umgebungen gibt es experimentelle Anpassungen mit eingeschränktem Umfang.

Ist die Installation sicher?

Nur aus den Quellen, die das Projekt selbst nennt: das GitHub-Repository affaan-m/ECC, die npm-Pakete ecc-universal und ecc-agentshield, die GitHub App ECC Tools, die Erweiterung ecc@ecc und die Website ecc.tools. Hooks und MCP-Server sind ausführbare Konfiguration und laufen mit Ihren Rechten. Kopien aus anderen Quellen sollten Sie meiden.

Brauchen wir alle 293 Skills?

Nein. Für den Alltag reicht meist eine Teilmenge, die zum eigenen Technikstapel passt. Weniger aktive Skills bedeuten weniger Überschneidungen, vorhersehbareres Verhalten und weniger Rechte, die jemand prüfen muss.

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