PhysicsX: KI für Simulation und Ingenieurwesen aus London
Wer ein Bauteil, eine Turbine oder ein Fahrzeug entwickelt, simuliert vorher Strömung, Wärme und Belastung. Solche Berechnungen dauern oft Stunden oder Tage. PhysicsX aus London trainiert KI-Modelle, die diese Ergebnisse in Sekunden vorhersagen. Der Beitrag zeigt, was dahintersteckt und für wen das gedacht ist.
KI-Modelle, die physikalische Simulationen in Sekunden ersetzen
Im Juni 2026 Serie C über 300 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von rund 2,4 Mrd. US-Dollar.
- LandVereinigtes Königreich
- SitzLondon
- Gegründet2019
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was PhysicsX macht
PhysicsX wurde 2019 von Jacomo Corbo, Robin Tuluie und Nicolas Haag gegründet. Corbo und Tuluie lernten sich im Formel-1-Umfeld kennen, wo Simulation ein zentraler Teil der Fahrzeugentwicklung ist. Die Idee der Firma: KI-Modelle werden mit Simulations- und Messdaten trainiert und können danach vorhersagen, wie sich ein Bauteil physikalisch verhält, ohne jedes Mal eine aufwendige Berechnung zu starten.
Ingenieurinnen und Ingenieure können so in derselben Zeit deutlich mehr Varianten prüfen. Im Juni 2026 schloss PhysicsX eine Serie-C-Runde über 300 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Temasek, bei einer Bewertung von rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Bestehende Geldgeber sind unter anderem Nvidia, Siemens und Applied Materials. Laut Firma ist das Team auf mehr als 300 Personen gewachsen, Büros gibt es in London, New York und Singapur.
Die Produkte im Überblick
PhysicsX bietet eine zusammenhängende Plattform statt einzelner Programme. Laut Website umfasst sie:
- Physics AI. KI-Modelle, die Ergebnisse klassischer Simulationen wie Strömungs- oder Strukturberechnung in Sekunden annähern.
- Large Physics Models. Größere, vortrainierte Modelle für bestimmte Anwendungsfelder, etwa PX-Car-Aero-v1 für die Fahrzeugaerodynamik.
- Simulation und Daten. Zusammenführung von Simulations-, Test- und Produktionsdaten in einer Umgebung.
- Engineering-Anwendungen. Werkzeuge für den gesamten Produktlebenszyklus, von Konzept und Konstruktion bis Fertigung und Betrieb.
Wie Physics AI im Entwicklungsprozess arbeitet
Klassisch läuft die Entwicklung eines Bauteils in Schleifen: Konstruktion anpassen, Simulation starten, Ergebnis abwarten, wieder anpassen. Jede Runde kann Stunden dauern. Ein trainiertes KI-Modell liefert eine Schätzung in Sekunden, sodass Ingenieure viele Varianten vorab sortieren und nur die aussichtsreichsten noch klassisch durchrechnen.
Voraussetzung sind gute Trainingsdaten aus früheren Simulationen und Messungen. Deshalb lohnt sich der Ansatz vor allem bei Firmen, die seit Jahren große Mengen solcher Daten erzeugen.
Für wen das Angebot gedacht ist
Kunden sind laut PhysicsX Unternehmen aus Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Halbleiter, Automobilbau, Maschinenbau, Energie und Werkstoffen. Die Plattform wird in Projekten gemeinsam mit den Engineering-Teams der Kunden eingeführt. Eine öffentliche Schnittstelle zum Selbstanmelden gibt es nicht.
Einordnung
PhysicsX arbeitet für große Industrieunternehmen mit eigenen Simulationsabteilungen, etwa in Luftfahrt, Automobilbau und Halbleiterfertigung. Für kleinere Betriebe ohne eigene Simulationsdaten ist das Angebot derzeit nicht ausgelegt.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
- PhysicsX, Website
- PhysicsX, Pressemitteilung Serie C (Juni 2026)
- Digital Engineering 24/7, PhysicsX Serie C
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.