Autoscriber: KI-Dokumentation für Kliniken aus den Niederlanden
Autoscriber aus Eindhoven entwickelt KI, die Arzt-Patienten-Gespräche mitschreibt und daraus eine strukturierte Dokumentation erstellt. Die Software entstand gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Leiden und läuft vor allem in Krankenhäusern in den Niederlanden und Belgien. Wir zeigen, was Autoscriber kann und was das für Praxen in Deutschland bedeutet.
KI-Dokumentation von Arzt-Patienten-Gesprächen für Kliniken
- LandNiederlande
- SitzEindhoven
- Gegründet2021
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was Autoscriber macht
Autoscriber wurde 2021 von Jacqueline Kazmaier und Koen Bonenkamp gegründet und sitzt auf dem High Tech Campus in Eindhoven, mit einem weiteren Büro in Amsterdam. Die Sprach- und Texttechnik entstand zusammen mit CAIRELab, der Forschungsabteilung des Leids Universitair Medisch Centrum (LUMC). Ärzte nahmen dafür Hunderte Sprechstunden auf und entwickelten mit dem Team die erste Version.
Im Alltag läuft die Software während der Sprechstunde mit. Sie nimmt das Gespräch auf, erkennt Anamnese, Untersuchungsbefund und Behandlungsplan und schreibt daraus eine strukturierte Notiz im SOAP-Schema. Der Arzt prüft und bestätigt den Text, erst dann wird er in die elektronische Patientenakte übernommen. Autoscriber formuliert den Grundsatz so: Die Software unterstützt, die Fachkraft entscheidet.
Der Nutzen liegt in der Zeit, die sonst nach jeder Sprechstunde für das Tippen der Dokumentation draufgeht. Statt aus dem Gedächtnis nachzuschreiben, prüft der Arzt einen fertigen Entwurf. Gleichzeitig bleibt der Mensch verantwortlich: Fehler in der Erkennung muss er beim Gegenlesen finden und korrigieren.
Die Funktionen im Überblick
Laut Website umfasst Autoscriber folgende Bausteine:
- Vorlagen je Fachrichtung. Strukturierte Notizen, die zur jeweiligen Disziplin passen.
- Aufnahme am Arbeitsbereich und mobil. Tischmikrofon sowie App für iOS und Android, auch mit Offline-Aufnahme.
- Anbindung an Patientenakten. Integrationen mit ChipSoft HiX, Nedap ONS, Nexus, Nexuz Health und Timeff, weitere Systeme auf Anfrage.
- Nachvollziehbarkeit. Protokoll aller Änderungen und Freigaben sowie ein Dashboard mit Nutzungszahlen und eingesparter Zeit.
Für wen das Angebot gedacht ist
Kunden sind Krankenhäuser, Kliniken, psychiatrische Einrichtungen, Reha-Zentren und arbeitsmedizinische Dienste in den Niederlanden und Belgien. Auf der Website nennt Autoscriber unter anderem das LUMC, das Jeroen Bosch Ziekenhuis und Rijnstate. Die Oberfläche gibt es auch auf Deutsch, die Integrationen zielen aber auf Praxis- und Kliniksysteme aus dem Benelux-Raum.
Eine Schnittstellendokumentation existiert für Integrationspartner aus dem Umfeld der Patientenakten, ein Zugang zum Selbstbuchen ist nicht vorgesehen. Für Arztpraxen in Deutschland sind Lösungen sinnvoller, die an hiesige Praxisverwaltungssysteme angebunden sind. Ansätze dazu finden Sie unter KI für Arztpraxen und KI-Diktat.
Einordnung
Autoscriber richtet sich an Krankenhäuser und Kliniken in den Niederlanden und Belgien und ist an dortige Patientenaktensysteme angebunden. Eine offene Schnittstelle, an die ein Dienstleister für eine deutsche Praxis realistisch anbinden kann, gibt es nicht.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
- Autoscriber, Website
- Brainport Eindhoven, BOM und LUMO Labs investieren 1,2 Mio. Euro
- Silicon Canals, Autoscriber erhält Pre-Seed-Finanzierung
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.