Nabla: Wie die Pariser KI-Firma ärztliche Dokumentation automatisiert
Dokumentation frisst in vielen Praxen und Kliniken einen großen Teil des Arbeitstags. Nabla aus Paris setzt hier an: Die Software hört beim Patientengespräch mit und erstellt daraus eine strukturierte klinische Notiz. Der Beitrag erklärt, was Nabla anbietet, für wen es gedacht ist und wie sich die Schnittstelle nutzen lässt.
KI-Assistent für ärztliche Dokumentation und Diktat
Seit Juli 2026 ist Brian Manning CEO, Mitgründer Alexandre Lebrun bleibt als Executive Chair und Chief AI Officer im Unternehmen.
- LandFrankreich
- SitzParis
- Gegründet2018
- Schnittstelleja, öffentlich dokumentiert
Was Nabla macht
Nabla entwickelt sogenannte Ambient-KI für das Gesundheitswesen. Während eines Gesprächs zwischen Ärztin oder Arzt und Patient läuft die Software im Hintergrund mit, transkribiert das Gesagte und erzeugt daraus eine strukturierte Notiz, die anschließend geprüft und in die Patientenakte übernommen wird. Die Spracherkennung ist laut Entwicklerdokumentation auf medizinische Begriffe wie Medikamente, Erkrankungen und Symptome abgestimmt.
Laut eigener Website ist Nabla in mehr als 130 Gesundheitsorganisationen im Einsatz und wird von über 85.000 Klinikerinnen und Klinikern genutzt, mit mehr als 20 Millionen Patientenkontakten pro Jahr. Im Juni 2025 sammelte die Firma in einer Serie-C-Runde 70 Millionen US-Dollar ein, angeführt von HV Capital. Nabla hat Büros in Paris und New York, der Schwerpunkt der Kundschaft liegt derzeit in den USA.
Die Produkte im Überblick
Nabla hat sich vom reinen Notiz-Werkzeug zu einer breiteren Plattform entwickelt. Die wichtigsten Bausteine laut Produktseite:
- Ambient Documentation. Erfasst das Gespräch und erzeugt daraus eine strukturierte klinische Notiz.
- Dictation. Spracherkennung, die direkt in Epic und andere große US-Praxissysteme eingebunden ist.
- Coding. Vorschläge für Abrechnungs- und Diagnosecodes (E/M, ICD-10), die Entscheidung bleibt beim Arzt.
- Nabla Assistant. Web-App, Apps für iOS und Android sowie eine Chrome-Erweiterung.
- Nabla Connect und Core API. Wege für Softwarehersteller, Nabla in eigene Produkte einzubinden.
Für wen das Angebot gedacht ist
Die fertige Anwendung richtet sich vor allem an Kliniken, Klinikverbünde und große Praxisgruppen, bisher stark auf den US-Markt mit Systemen wie Epic, athenahealth oder Oracle Health ausgerichtet. Für Softwarehersteller und Integratoren gibt es die Core API, mit der sich Transkription und Notizerstellung in eigene Anwendungen einbauen lassen.
Für deutsche Praxen ist entscheidend, wo die Daten verarbeitet werden. Die API bietet laut Dokumentation eine eigene EU-Region. Ob die Lösung im Einzelfall zu den Anforderungen an Schweigepflicht und Datenschutz passt, muss vor dem Einsatz geprüft werden. Mehr dazu in unserem Beitrag zu KI und Datenschutz.
Die Schnittstelle
Die Nabla Core API bietet medizinische Transkription in Echtzeit per WebSocket, Dateitranskription per REST sowie die Erstellung klinischer Notizen aus Transkripten. Der Zugang läuft über ein Entwicklerkonto mit API-Schlüssel, die Endpunkte gibt es in einer US- und einer EU-Region. Zur Dokumentation
Was wir mit Nabla für Sie bauen
Wir binden die Nabla-Schnittstelle an Ihre bestehenden Abläufe an und richten die Datenwege so ein, dass sensible Gesprächsdaten nicht unnötig das Haus verlassen.
- Gesprächstranskription mit Sprecherzuordnung direkt in die Dokumentationsmaske Ihrer Praxissoftware
- Diktatfunktion für Arztbriefe, die fertige Entwürfe zur Freigabe in Ihre Ablage legt
- Strukturierte Datenauszüge aus Notizen, etwa Medikation oder Diagnosen, als Vorschlag für die Akte
- Vergleich mit einer lokal betriebenen Spracherkennung, wenn Daten den eigenen Server nicht verlassen sollen
Mehr dazu: KI für Arztpraxen, KI-Diktat, Lokale KI
Quellen
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.