Aqemia: Wie das Pariser KI-Unternehmen neue Wirkstoffe entwirft
Aqemia ist ein Pharma-Forschungsunternehmen aus Paris, das neue Wirkstoffe weitgehend am Computer entwirft. Die Firma verbindet generative KI mit physikalischen Simulationen und arbeitet mit großen Pharmakonzernen zusammen. Für die meisten Betriebe ist das kein Werkzeug zum Einsatz, aber ein gutes Beispiel dafür, wie KI in der Forschung arbeitet.
KI und Physik für die Entdeckung neuer Wirkstoffe
- LandFrankreich
- SitzParis
- Gegründet2019
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was Aqemia macht
Aqemia entstand aus der theoretischen Chemie an der École normale supérieure (ENS) in Paris und wurde Anfang 2019 offiziell gegründet. Mitgründer und CEO ist der frühere CNRS-Forscher Maximilien Levesque, Mitgründerin und COO ist Emmanuelle Martiano. Das Unternehmen hat Büros in Paris und London.
Die Grundidee: Bevor ein Molekül im Labor hergestellt wird, berechnet Aqemia am Computer, wie gut es an ein Zielprotein bindet. Die physikalischen Berechnungen beschreibt das Unternehmen als „quantum-inspired physics“, auf der eigenen Website spricht es von „deep physics“. Generative KI schlägt dazu neue Molekülstrukturen vor. So sollen weniger Versuche im Labor nötig sein, bis ein brauchbarer Kandidat gefunden ist.
Klassische Wirkstoffsuche testet oft Tausende Moleküle im Labor, viele davon ohne Erfolg. Aqemia dreht die Reihenfolge um: Erst werden Kandidaten am Rechner bewertet und aussortiert, dann gehen nur die aussichtsreichsten ins Labor. Ob ein so gefundener Wirkstoff am Ende als Medikament zugelassen wird, entscheidet sich erst nach Jahren klinischer Studien.
Partnerschaften und eigene Forschung
Aqemia arbeitet auf zwei Wegen: Forschungsaufträge für Pharmakonzerne und eigene Wirkstoffprogramme.
- Sanofi. Im Dezember 2023 vereinbarte Kooperation, bei der Aqemia mit Vorauszahlung und Meilensteinen bis zu 140 Millionen US-Dollar erhalten kann. Im Juli 2026 wurde die Zusammenarbeit um ein weiteres Zielprotein und eine zusätzliche Zahlung erweitert.
- Servier. Zusammenarbeit an einem bisher schwer behandelbaren Ziel in der Immunonkologie.
- Eigene Pipeline. Programme in Immunologie, Entzündungskrankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems, dazu Forschung an kleinen Molekülen, die an RNA binden.
- Finanzierung. Die Series A wurde 2022 mit 30 Millionen Euro unter Führung von Eurazeo und Bpifrance gestartet und später auf 60 Millionen Euro erweitert, unter anderem mit Wendel Growth.
Für wen das Angebot gedacht ist
Kunden von Aqemia sind Pharmaunternehmen, die frühe Wirkstoffforschung auslagern oder beschleunigen wollen. Ein Softwareprodukt oder eine öffentliche Schnittstelle bietet Aqemia nicht an. Die Technik bleibt im Haus und wird in Projekten eingesetzt.
Für Betriebe außerhalb der Pharmaforschung zeigt das Beispiel, wo KI ihre Stärke hat: wenn sie mit sauberen Fachdaten und klaren Regeln arbeitet. Das gilt im Kleinen auch für die KI-Automatisierung in Ihrem Betrieb, etwa bei Belegen, Anfragen oder Dokumenten.
Einordnung
Aqemia ist ein Forschungsunternehmen, das Wirkstoffe für Pharmakonzerne und eigene Programme entwickelt. Es gibt kein Produkt und keine Schnittstelle, die ein Betrieb außerhalb der Pharmaforschung nutzen könnte.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
- Aqemia, Website
- BioSpace, Kooperation von Aqemia und Sanofi über bis zu 140 Mio. US-Dollar
- PSL, Porträt der Ausgründung Aqemia
- Frenchweb, Series A auf 60 Mio. Euro erweitert
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.