Cradle: KI für Protein-Engineering aus Amsterdam und Zürich
Cradle ist ein junges Unternehmen aus Amsterdam und Zürich, das Software für Protein-Engineering entwickelt. Wissenschaftler nutzen die Plattform, um neue Proteinvarianten vorzuschlagen und mehrere Eigenschaften gleichzeitig zu verbessern. Der Beitrag zeigt, was Cradle anbietet und für wen das Angebot gedacht ist.
KI-Software für das Design und die Optimierung von Proteinen
- LandNiederlande
- SitzAmsterdam (Büro in Zürich)
- Gegründet2021
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was Cradle macht
Cradle wurde im Mai 2021 gegründet, CEO ist Stef van Grieken, der zuvor bei Google gearbeitet hat. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Amsterdam und ein weiteres Büro in Zürich. Ende 2024 sammelte Cradle eine Series B über 73 Millionen US-Dollar ein, angeführt von IVP mit Index Ventures und Kindred Capital. Die Gesamtfinanzierung liegt damit bei über 100 Millionen US-Dollar.
Proteine sind die Grundlage vieler Medikamente, Impfstoffe, Enzyme für Waschmittel oder Lebensmittel. Ihre Entwicklung erfordert viele Runden aus Entwurf, Labortest und Auswertung. Cradle setzt an dieser Stelle an: Die Software schlägt neue Sequenzen vor, sagt Eigenschaften voraus und nutzt die Messergebnisse jeder Runde, um die nächste besser zu planen. Für eigene Trainingsdaten betreibt die Firma ein Nasslabor in Amsterdam.
Die Plattform im Überblick
Cradle bietet eine Webanwendung für Wissenschaftler, deren Funktionen laut Hersteller vollständig auch über eine API erreichbar sind. Die Dokumentation ist nur für Kunden zugänglich.
Bemerkenswert ist das Lizenzmodell. Viele KI-Anbieter in der Wirkstoffforschung beteiligen sich über Meilensteinzahlungen oder Umsatzanteile am Erfolg der entwickelten Moleküle. Cradle verkauft stattdessen eine Softwarelizenz, die Rechte an den entworfenen Proteinen und den eingespeisten Messdaten bleiben beim Kunden. Für Forschungsabteilungen, die ihre Ergebnisse nicht teilen wollen, ist das ein wichtiger Unterschied. Laut Cradle verkürzen Kunden ihre Entwicklungszeiten damit um den Faktor 1,2 bis 12, unabhängig geprüft sind diese Herstellerangaben nicht.
- Design neuer Proteine. Vorschläge für neue Varianten auf Basis vorhandener Sequenzen und Messdaten.
- Mehrzieloptimierung. Wirksamkeit, Entwickelbarkeit und Herstellbarkeit werden parallel verbessert statt nacheinander.
- Lernen aus Laborrunden. Jede neue Messreihe fließt in das Modell ein und verbessert die nächste Runde.
- Breite Anwendung. Antikörper, Enzyme, Impfstoffe und Peptide, für Biopharma, Industrie-Biotechnologie und Hochschulen.
- Lizenzmodell. Cradle wirbt mit Lizenzen ohne Lizenzgebühren auf Produkte und ohne Meilensteinzahlungen, die Daten bleiben beim Kunden.
Für wen das Angebot gedacht ist
Die Zielgruppe sind Forschungsabteilungen in Pharma, Biotechnologie und Agrarwirtschaft sowie akademische Labore. Als Kunden nennt Cradle unter anderem Novo Nordisk, Johnson & Johnson Innovative Medicine, Novonesis, Grifols und Bayer.
Für Handwerksbetriebe, Händler oder Praxen gibt es keinen direkten Anwendungsfall. Die Software entfaltet ihren Nutzen nur dort, wo eigene Proteinforschung mit Laborkapazität stattfindet.
Einordnung
Cradle ist ein Werkzeug für Forschungsteams in Pharma und Biotechnologie, die eigene Proteine entwickeln und testen. Ohne Labor und Forschungsprogramm gibt es keinen sinnvollen Einsatz.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.