Zeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle: welche Systeme Stunden an LODAS und Lohn und Gehalt übergeben
Fast jede Zeiterfassung wirbt mit „DATEV-Schnittstelle“. Gemeint sind damit sehr verschiedene Dinge: eine Datei, die die Steuerkanzlei von Hand einliest, ein direkter Weg über die DATEV-Cloud oder nur ein Export, der vor dem Import noch umgebaut werden muss. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt, welche Systeme was können und woran die Übergabe jeden Monat scheitert.
Stand 7. November 2026. Grundlage: DATEV-Marktplatz, DATEV-Produktseiten und Hilfeseiten der Hersteller, Quellen unten. Herstellerangaben können sich ändern.
- 1Die kurze Antwort
- 2Hat DATEV eine eigene Zeiterfassung?
- 3Drei Wege nach DATEV
- 4LODAS oder Lohn und Gehalt
- 58 Systeme im Überblick
- 6Woran die Übergabe scheitert
- 7Checkliste vor dem ersten Export
- 8Wenn Ihr System kein DATEV kann
Die kurze Antwort
Eine Zeiterfassung mit echter DATEV-Schnittstelle übergibt die Monatsstunden in dem Format, das das Lohnprogramm Ihrer Kanzlei erwartet: LODAS oder Lohn und Gehalt. Als Partner auf dem DATEV-Marktplatz mit Lohnimportdatenservice sind unter anderem clockin, Crewmeister, TimeTac und Factorial eingetragen. ZEP und Kenjo übergeben laut eigener Hilfe an beide Lohnprogramme. Clockodo und Papershift arbeiten mit Dateiexporten, die Einschränkungen haben.
Wichtiger als der Produktname sind zwei Fragen an Ihre Steuerkanzlei: Mit welchem Lohnprogramm rechnet sie Ihre Löhne ab? Und nimmt sie Daten per Datei oder über den Lohnimportdatenservice an? Erst danach lohnt der Vergleich.
Hat DATEV eine eigene Zeiterfassung?
Nicht als vollständiges Programm. DATEV schreibt selbst, man habe „mit einigen Zeitwirtschafts-Anbietern Partnerschaften geschlossen“, deren Stunden per Schnittstelle in die DATEV-Lohnsoftware kommen. Was es gibt:
- Vorerfassung in DATEV Unternehmen online: Der Betrieb trägt Arbeitsstunden je Kalendertag und Mitarbeiter ein, die Kanzlei übernimmt sie per Datenübernahme ins Lohnprogramm. Das ist eine Erfassung im Büro, keine Stempeluhr für das Team.
- DATEV Personal, Bereich An- und Abwesenheiten: früher Kalendarium. Hier erfasst der Betrieb lohnrelevante Daten für die Kanzlei. Voraussetzung ist ein Vertrag für DATEV Unternehmen online.
- Angekündigt: DATEV Personal plus. Mitarbeiter erfassen ihre Arbeitszeit selbst über DATEV Arbeitnehmer online. DATEV nennt das ausdrücklich eine Lösung für die „gesetzliche Dokumentationspflicht, keine vollumfängliche Zeitwirtschaft“. Geplant sind Pilotierung ab dem ersten und Freigabe im zweiten Quartal 2027. Im Juni 2026 hatte DATEV noch das dritte Quartal 2026 genannt.
Kleine Teams mit festen Zeiten, die nur die Pflicht zur Erfassung erfüllen wollen, können auf DATEV Personal plus warten. Wer Schichten, Baustellen, Projektzeiten oder Zuschläge hat, braucht weiter eine eigene Zeiterfassung mit sauberer Übergabe.
Drei Wege, wie Stunden in DATEV kommen
Nicht verwechseln: Der Lohnauswertungsdatenservice überträgt keine Stunden. Er schickt fertige Auswertungen als PDF aus DATEV zurück in das Partnerprogramm, etwa Lohnabrechnungen für das Mitarbeiterportal. Wenn ein Anbieter nur diesen Dienst nennt, kommen Ihre Stunden darüber nicht nach DATEV.
LODAS oder Lohn und Gehalt: warum das für den Export zählt
LODAS rechnet in der DATEV-Cloud, Lohn und Gehalt vor Ort. Beide nehmen Bewegungsdaten über das ASCII-Format an, aber die Datei sieht unterschiedlich aus. Ein Export für das eine Programm lässt sich im anderen nicht einlesen.
| Punkt | LODAS | Lohn und Gehalt |
|---|---|---|
| Wo gerechnet wird | DATEV-Cloud | vor Ort beim Anwender |
| Dateiaufbau | Kopfteil mit Ziel, Berater- und Mandantennummer, dann Satzbeschreibung und Bewegungsdaten | eine Zeile je Wert mit Berater- und Mandantennummer, Monat und Lohnart |
| Zahlen und Datum | Datum als 01.04.2026, Dezimalkomma | Monat als 04/2026, Dezimalpunkt |
| Typische Felder je Tag | Personalnummer, Stunden, Lohnart, Bearbeitungsschlüssel | Personalnummer, Datum, Art, Stunden, Tagesfaktor |
Felder nach den Hilfeseiten von Circula und ZEP. Die genaue Satzbeschreibung legt Ihre Kanzlei fest.
So sieht der Aufbau einer LODAS-Datei vereinfacht aus. Das ist eine Darstellung zum Verstehen, keine importfähige Musterdatei:
8 Zeiterfassungen mit DATEV-Anbindung im Überblick
Geprüft an den Einträgen im DATEV-Marktplatz und an den Hilfeseiten der Hersteller. Wo eine Angabe nicht belegt ist, steht das dabei.
| System | LODAS | Lohn und Gehalt | Übergabe | App |
|---|---|---|---|---|
| clockin | ja | ja | DATEV-Marktplatz-Partner seit 10/2024: ASCII-Datei und Lohnimportdatenservice, Lohnarten vorab einstellbar | ja |
| Crewmeister | ja | ja | Marktplatz-Partner seit 03/2019: ASCII-Datei und Lohnimportdatenservice, laut Marktplatz für Betriebe bis 50 Mitarbeiter | ja, auch ohne Netz |
| TimeTac | ja | ja | Marktplatz-Partner seit 03/2026: Lohnimportdatenservice, Anmeldung per DATEV SmartLogin oder SmartCard | ja, auch Terminal |
| Factorial | ja | ja | Marktplatz-Partner seit 07/2025: Lohnimport- und Lohnaustauschdatenservice. Ob Arbeitsstunden einzeln übertragen werden, ist nicht ausdrücklich belegt | ja |
| ZEP | ja | ja | Zeiten und Abwesenheiten über die DATEV-Datenservices, Berater- und Mandantennummer in ZEP, Daten fließen nur in eine Richtung | ZEP Clock |
| Kenjo | ja | ja | Über DATEV-Datenservices oder als Datei für die Kanzlei, DATEV-Personalnummer ist Pflicht | nicht belegt |
| Clockodo | nicht belegt | ja | Anbindung an Lohn und Gehalt, nur für Stundenlohn-Empfänger, Zuschläge werden nicht exportiert | ja |
| Papershift | ja | ja | Dateiexporte „LODAS“ und „Kalendererfassung“. Die Lohnarten- und DATEV-Detail-Exporte sind laut Hilfe nicht direkt importierbar | ja |
Auf dem DATEV-Marktplatz stehen weitere Zeitwirtschaftssysteme, eher für größere Betriebe, etwa ATOSS Time Control, ZMI Time, tisoware.ZEIT, ISGUS ZEUS oder GFOS. Diese haben wir nicht im Detail geprüft.
Auf jeder Marktplatz-Seite steht sinngemäß derselbe Hinweis: DATEV prüft, ob die Daten fehlerfrei eingelesen werden, nicht ob sie fachlich korrekt übergeben werden. Die richtige Zuordnung von Lohnarten und Personalnummern bleibt Ihre Aufgabe und die Ihrer Kanzlei.
Woran die Übergabe jeden Monat scheitert
- Lohnarten fehlen oder passen nicht. Exportiert wird nur, was einer Lohnart zugeordnet ist. Jede Abwesenheitsart braucht eine eigene Lohnart mit Bearbeitungsschlüssel, und die Nummern unterscheiden sich von Kanzlei zu Kanzlei.
- Personalnummern laufen auseinander. Das Zeitprogramm muss die DATEV-Personalnummer verwenden, nicht eine eigene Betriebsnummer.
- Berater- und Mandantennummer fehlen. Beide kommen von der Steuerkanzlei und gehören in die Einstellungen der Zeiterfassung.
- Doppelter Upload. Wird dieselbe Bewegungsdaten-Datei für einen Monat zweimal hochgeladen, landen die Stunden doppelt in der Abrechnung.
- Zuschläge fallen heraus. Manche Systeme exportieren keine Zuschläge oder nur einen Stundenlohn je Mitarbeiter. Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge müssen dann in DATEV nachgetragen werden.
- Vorlage in der Kanzlei geändert. Passt die Kanzlei ihre Vorlage für Bewegungsdaten an, scheitert der Import, bis der Export angepasst ist.
- Datei von Hand bearbeitet. Wer den Export in Excel öffnet und speichert, verändert oft Trennzeichen, Dezimalzeichen oder Datumsformat.
Checkliste vor dem ersten Export
- Bei der Kanzlei erfragen: LODAS oder Lohn und Gehalt? Datei oder Lohnimportdatenservice?
- Berater- und Mandantennummer in der Zeiterfassung eintragen.
- Lohnartenliste der Kanzlei holen und jede Zeit- und Abwesenheitsart zuordnen.
- Personalnummern in Zeiterfassung und DATEV abgleichen.
- Regeln für Zuschläge, Überstunden und Gehaltsempfänger mit der Kanzlei festlegen.
- Einen Testmonat mit wenigen Mitarbeitern übergeben und gegen die Abrechnung prüfen.
- Festlegen, wer wann im Monat übergibt, damit nichts doppelt hochgeladen wird.
Wenn Ihre Zeiterfassung kein DATEV kann
Oft ist das Team mit seiner Zeiterfassung zufrieden, nur die Übergabe macht jeden Monat Arbeit: Export als CSV, Spalten umsortieren, Lohnarten von Hand eintragen, Datei an die Kanzlei schicken, Rückfragen klären. Ein Systemwechsel löst das selten schneller als eine feste Datenbrücke.
Eine solche Brücke liest den vorhandenen Export, ordnet Zeiten und Abwesenheiten nach den Regeln Ihrer Kanzlei den Lohnarten zu, gleicht die Personalnummern ab und erzeugt die Datei im Format von LODAS oder Lohn und Gehalt. Vor der Übergabe zeigt ein Prüfbericht, was auffällt: fehlende Lohnarten, unbekannte Personalnummern, ungewöhnliche Stundensummen.
Ihre Stunden sauber nach DATEV
Wir bauen die Datenbrücke zwischen Ihrer Zeiterfassung und dem Lohnprogramm Ihrer Kanzlei, abgestimmt auf deren Lohnarten. Sie erhalten die Lösung mit Quellcode, Tests und Anleitung, remote, ganz ohne Zugriff auf Ihren Rechner.
- Export aus Ihrem System
- Lohnarten nach Kanzlei-Vorgabe
- Personalnummern-Abgleich
- LODAS oder Lohn und Gehalt
- Prüfbericht vor dem Upload
- Schutz vor doppelten Monaten
Ist Arbeitszeiterfassung Pflicht?
Ja. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen. Eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes lag im November 2026 nur als Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums vom Juni 2026 vor, der eine grundsätzlich elektronische Erfassung am jeweiligen Arbeitstag vorsieht. Verabschiedet war sie nicht. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Weiterlesen: Warum 7:30 Stunden nicht 7,30 sind · Stempeluhr digital: sechs Methoden · Lohn-Datenbrücke · Zeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle
Quellen
- DATEV: Software für die Zeitwirtschaft, datev.de
- DATEV: Stundenzettel digital übernehmen, datev.de
- DATEV: Ausblick auf DATEV-Programme (DATEV Personal plus), datev.de
- DATEV: Daten für die Lohn- und Gehaltsabrechnung aus Partnerlösungen erhalten, datev.de
- DATEV: 10 Argumente für den DATEV-Lohn (LODAS und Lohn und Gehalt), datev.de
- DATEV-Marktplatz: clockin, Crewmeister, TimeTac, Factorial
- ZEP-Support: DATEV-Export, support.zep.de
- Kenjo-Hilfe: DATEV verbinden und Lohnarten zuordnen, help.kenjo.io, help.kenjo.io
- Clockodo-Support: DATEV mit Clockodo verbinden, support.clockodo.com
- Papershift-Hilfe: Exporte für die Lohnabrechnung, help.papershift.com
- Circula-Hilfe: Exporte für DATEV LODAS und Lohn und Gehalt, help.circula.com
- Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13.09.2022, 1 ABR 22/21, bundesarbeitsgericht.de
- CMS: Update Arbeitsrecht Oktober 2026, cms.law
Alle Quellen gelesen am 07.11.2026.