Lohn & Schnittstellen7. November 2026 · 11 Min. Lesezeit

Zeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle: welche Systeme Stunden an LODAS und Lohn und Gehalt übergeben

Tablet-Stempelterminal an der Wand und Smartphone mit Zeiterfassung, Datenlinien führen zu einer Lohntabelle auf dem Laptop

Fast jede Zeiterfassung wirbt mit „DATEV-Schnittstelle“. Gemeint sind damit sehr verschiedene Dinge: eine Datei, die die Steuerkanzlei von Hand einliest, ein direkter Weg über die DATEV-Cloud oder nur ein Export, der vor dem Import noch umgebaut werden muss. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt, welche Systeme was können und woran die Übergabe jeden Monat scheitert.

3 WegeDatei, Lohnimport­datenservice, Lohnaustausch­datenservice
8 Systemean Hersteller- und DATEV-Angaben geprüft
1 × pro MonatBewegungsdaten hochladen, sonst doppelte Stunden
Q2 2027geplante Freigabe von DATEV Personal plus

Stand 7. November 2026. Grundlage: DATEV-Marktplatz, DATEV-Produktseiten und Hilfeseiten der Hersteller, Quellen unten. Herstellerangaben können sich ändern.

Die kurze Antwort

Eine Zeiterfassung mit echter DATEV-Schnittstelle übergibt die Monatsstunden in dem Format, das das Lohnprogramm Ihrer Kanzlei erwartet: LODAS oder Lohn und Gehalt. Als Partner auf dem DATEV-Marktplatz mit Lohnimportdatenservice sind unter anderem clockin, Crewmeister, TimeTac und Factorial eingetragen. ZEP und Kenjo übergeben laut eigener Hilfe an beide Lohnprogramme. Clockodo und Papershift arbeiten mit Dateiexporten, die Einschränkungen haben.

Wichtiger als der Produktname sind zwei Fragen an Ihre Steuerkanzlei: Mit welchem Lohnprogramm rechnet sie Ihre Löhne ab? Und nimmt sie Daten per Datei oder über den Lohnimportdatenservice an? Erst danach lohnt der Vergleich.

Hat DATEV eine eigene Zeiterfassung?

Nicht als vollständiges Programm. DATEV schreibt selbst, man habe „mit einigen Zeitwirtschafts-Anbietern Partnerschaften geschlossen“, deren Stunden per Schnittstelle in die DATEV-Lohnsoftware kommen. Was es gibt:

  • Vorerfassung in DATEV Unternehmen online: Der Betrieb trägt Arbeitsstunden je Kalendertag und Mitarbeiter ein, die Kanzlei übernimmt sie per Datenübernahme ins Lohnprogramm. Das ist eine Erfassung im Büro, keine Stempeluhr für das Team.
  • DATEV Personal, Bereich An- und Abwesenheiten: früher Kalendarium. Hier erfasst der Betrieb lohnrelevante Daten für die Kanzlei. Voraussetzung ist ein Vertrag für DATEV Unternehmen online.
  • Angekündigt: DATEV Personal plus. Mitarbeiter erfassen ihre Arbeitszeit selbst über DATEV Arbeitnehmer online. DATEV nennt das ausdrücklich eine Lösung für die „gesetzliche Dokumentationspflicht, keine vollumfängliche Zeitwirtschaft“. Geplant sind Pilotierung ab dem ersten und Freigabe im zweiten Quartal 2027. Im Juni 2026 hatte DATEV noch das dritte Quartal 2026 genannt.
Für wen das reicht

Kleine Teams mit festen Zeiten, die nur die Pflicht zur Erfassung erfüllen wollen, können auf DATEV Personal plus warten. Wer Schichten, Baustellen, Projektzeiten oder Zuschläge hat, braucht weiter eine eigene Zeiterfassung mit sauberer Übergabe.

Drei Wege, wie Stunden in DATEV kommen

ASCII-DateiDie Zeiterfassung erzeugt eine Datei, die Kanzlei liest sie in LODAS oder Lohn und Gehalt ein. Funktioniert mit jeder Kanzlei, kostet aber jeden Monat einen Versand und einen Importschritt.
Lohnimport­datenserviceDie Daten gehen ohne Dateiversand über die DATEV-Cloud an die Kanzlei. Grundlage ist dasselbe ASCII-Format. Eingerichtet über die MyDATEV-Mandantenregistrierung.
Lohnaustausch­datenserviceDer neuere Dienst tauscht heute vor allem die elektronische Krankmeldung in beide Richtungen. Stamm- und Bewegungsdaten sollen laut DATEV in weiteren Ausbaustufen folgen.

Nicht verwechseln: Der Lohnauswertungsdatenservice überträgt keine Stunden. Er schickt fertige Auswertungen als PDF aus DATEV zurück in das Partnerprogramm, etwa Lohnabrechnungen für das Mitarbeiterportal. Wenn ein Anbieter nur diesen Dienst nennt, kommen Ihre Stunden darüber nicht nach DATEV.

LODAS oder Lohn und Gehalt: warum das für den Export zählt

LODAS rechnet in der DATEV-Cloud, Lohn und Gehalt vor Ort. Beide nehmen Bewegungsdaten über das ASCII-Format an, aber die Datei sieht unterschiedlich aus. Ein Export für das eine Programm lässt sich im anderen nicht einlesen.

PunktLODASLohn und Gehalt
Wo gerechnet wirdDATEV-Cloudvor Ort beim Anwender
DateiaufbauKopfteil mit Ziel, Berater- und Mandantennummer, dann Satzbeschreibung und Bewegungsdateneine Zeile je Wert mit Berater- und Mandantennummer, Monat und Lohnart
Zahlen und DatumDatum als 01.04.2026, DezimalkommaMonat als 04/2026, Dezimalpunkt
Typische Felder je TagPersonalnummer, Stunden, Lohnart, BearbeitungsschlüsselPersonalnummer, Datum, Art, Stunden, Tagesfaktor

Felder nach den Hilfeseiten von Circula und ZEP. Die genaue Satzbeschreibung legt Ihre Kanzlei fest.

So sieht der Aufbau einer LODAS-Datei vereinfacht aus. Das ist eine Darstellung zum Verstehen, keine importfähige Musterdatei:

[Allgemein] Ziel=LODAS BeraterNr=… von der Kanzlei MandantenNr=… von der Kanzlei [Satzbeschreibung] … welche Felder in welcher Reihenfolge kommen [Bewegungsdaten] … Personalnummer; Datum; Stunden; Lohnart; Bearbeitungsschlüssel

8 Zeiterfassungen mit DATEV-Anbindung im Überblick

Geprüft an den Einträgen im DATEV-Marktplatz und an den Hilfeseiten der Hersteller. Wo eine Angabe nicht belegt ist, steht das dabei.

SystemLODASLohn und GehaltÜbergabeApp
clockinjajaDATEV-Marktplatz-Partner seit 10/2024: ASCII-Datei und Lohnimportdatenservice, Lohnarten vorab einstellbarja
CrewmeisterjajaMarktplatz-Partner seit 03/2019: ASCII-Datei und Lohnimportdatenservice, laut Marktplatz für Betriebe bis 50 Mitarbeiterja, auch ohne Netz
TimeTacjajaMarktplatz-Partner seit 03/2026: Lohnimportdatenservice, Anmeldung per DATEV SmartLogin oder SmartCardja, auch Terminal
FactorialjajaMarktplatz-Partner seit 07/2025: Lohnimport- und Lohnaustauschdatenservice. Ob Arbeitsstunden einzeln übertragen werden, ist nicht ausdrücklich belegtja
ZEPjajaZeiten und Abwesenheiten über die DATEV-Datenservices, Berater- und Mandantennummer in ZEP, Daten fließen nur in eine RichtungZEP Clock
KenjojajaÜber DATEV-Datenservices oder als Datei für die Kanzlei, DATEV-Personalnummer ist Pflichtnicht belegt
Clockodonicht belegtjaAnbindung an Lohn und Gehalt, nur für Stundenlohn-Empfänger, Zuschläge werden nicht exportiertja
PapershiftjajaDateiexporte „LODAS“ und „Kalendererfassung“. Die Lohnarten- und DATEV-Detail-Exporte sind laut Hilfe nicht direkt importierbarja

Auf dem DATEV-Marktplatz stehen weitere Zeitwirtschaftssysteme, eher für größere Betriebe, etwa ATOSS Time Control, ZMI Time, tisoware.ZEIT, ISGUS ZEUS oder GFOS. Diese haben wir nicht im Detail geprüft.

Was „DATEV-Partner“ nicht bedeutet

Auf jeder Marktplatz-Seite steht sinngemäß derselbe Hinweis: DATEV prüft, ob die Daten fehlerfrei eingelesen werden, nicht ob sie fachlich korrekt übergeben werden. Die richtige Zuordnung von Lohnarten und Personalnummern bleibt Ihre Aufgabe und die Ihrer Kanzlei.

Woran die Übergabe jeden Monat scheitert

  • Lohnarten fehlen oder passen nicht. Exportiert wird nur, was einer Lohnart zugeordnet ist. Jede Abwesenheitsart braucht eine eigene Lohnart mit Bearbeitungsschlüssel, und die Nummern unterscheiden sich von Kanzlei zu Kanzlei.
  • Personalnummern laufen auseinander. Das Zeitprogramm muss die DATEV-Personalnummer verwenden, nicht eine eigene Betriebsnummer.
  • Berater- und Mandantennummer fehlen. Beide kommen von der Steuerkanzlei und gehören in die Einstellungen der Zeiterfassung.
  • Doppelter Upload. Wird dieselbe Bewegungsdaten-Datei für einen Monat zweimal hochgeladen, landen die Stunden doppelt in der Abrechnung.
  • Zuschläge fallen heraus. Manche Systeme exportieren keine Zuschläge oder nur einen Stundenlohn je Mitarbeiter. Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge müssen dann in DATEV nachgetragen werden.
  • Vorlage in der Kanzlei geändert. Passt die Kanzlei ihre Vorlage für Bewegungsdaten an, scheitert der Import, bis der Export angepasst ist.
  • Datei von Hand bearbeitet. Wer den Export in Excel öffnet und speichert, verändert oft Trennzeichen, Dezimalzeichen oder Datumsformat.

Checkliste vor dem ersten Export

  • Bei der Kanzlei erfragen: LODAS oder Lohn und Gehalt? Datei oder Lohnimportdatenservice?
  • Berater- und Mandantennummer in der Zeiterfassung eintragen.
  • Lohnartenliste der Kanzlei holen und jede Zeit- und Abwesenheitsart zuordnen.
  • Personalnummern in Zeiterfassung und DATEV abgleichen.
  • Regeln für Zuschläge, Überstunden und Gehaltsempfänger mit der Kanzlei festlegen.
  • Einen Testmonat mit wenigen Mitarbeitern übergeben und gegen die Abrechnung prüfen.
  • Festlegen, wer wann im Monat übergibt, damit nichts doppelt hochgeladen wird.

Wenn Ihre Zeiterfassung kein DATEV kann

Oft ist das Team mit seiner Zeiterfassung zufrieden, nur die Übergabe macht jeden Monat Arbeit: Export als CSV, Spalten umsortieren, Lohnarten von Hand eintragen, Datei an die Kanzlei schicken, Rückfragen klären. Ein Systemwechsel löst das selten schneller als eine feste Datenbrücke.

Eine solche Brücke liest den vorhandenen Export, ordnet Zeiten und Abwesenheiten nach den Regeln Ihrer Kanzlei den Lohnarten zu, gleicht die Personalnummern ab und erzeugt die Datei im Format von LODAS oder Lohn und Gehalt. Vor der Übergabe zeigt ein Prüfbericht, was auffällt: fehlende Lohnarten, unbekannte Personalnummern, ungewöhnliche Stundensummen.

Ihre Stunden sauber nach DATEV

Wir bauen die Datenbrücke zwischen Ihrer Zeiterfassung und dem Lohnprogramm Ihrer Kanzlei, abgestimmt auf deren Lohnarten. Sie erhalten die Lösung mit Quellcode, Tests und Anleitung, remote, ganz ohne Zugriff auf Ihren Rechner.

  • Export aus Ihrem System
  • Lohnarten nach Kanzlei-Vorgabe
  • Personalnummern-Abgleich
  • LODAS oder Lohn und Gehalt
  • Prüfbericht vor dem Upload
  • Schutz vor doppelten Monaten
DATEV-Übergabe anfragenZeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle

Ist Arbeitszeiterfassung Pflicht?

Ja. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen. Eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes lag im November 2026 nur als Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums vom Juni 2026 vor, der eine grundsätzlich elektronische Erfassung am jeweiligen Arbeitstag vorsieht. Verabschiedet war sie nicht. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Weiterlesen: Warum 7:30 Stunden nicht 7,30 sind · Stempeluhr digital: sechs Methoden · Lohn-Datenbrücke · Zeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle

Quellen

Alle Quellen gelesen am 07.11.2026.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Zeiterfassung hat eine DATEV-Schnittstelle?

Als Partner auf dem DATEV-Marktplatz mit Lohnimportdatenservice sind unter anderem clockin, Crewmeister, TimeTac und Factorial eingetragen. ZEP und Kenjo übergeben laut eigener Hilfe an LODAS und Lohn und Gehalt. Clockodo nennt eine Anbindung an Lohn und Gehalt, Papershift einen Dateiexport für beide Programme. Entscheidend ist, ob Ihr Lohnprogramm LODAS oder Lohn und Gehalt ist und welchen Übergabeweg Ihre Steuerkanzlei nutzt.

Hat DATEV eine eigene Zeiterfassung?

Eine vollständige Zeitwirtschaft bietet DATEV nicht an und verweist auf Partner. In DATEV Unternehmen online kann der Betrieb Arbeitsstunden je Kalendertag vorerfassen, die Kanzlei übernimmt sie ins Lohnprogramm. Für 2027 ist DATEV Personal plus angekündigt: Mitarbeiter erfassen ihre Zeit selbst über DATEV Arbeitnehmer online. DATEV beschreibt das ausdrücklich als Lösung für die Dokumentationspflicht, nicht als vollständige Zeitwirtschaft. Pilotierung ist ab dem ersten Quartal 2027 geplant, die Freigabe für das zweite Quartal 2027.

Was ist der Unterschied zwischen LODAS und Lohn und Gehalt beim Stundenimport?

LODAS rechnet in der DATEV-Cloud, Lohn und Gehalt vor Ort. Beide lesen Bewegungsdaten über eine ASCII-Datei oder über den Lohnimportdatenservice ein. Der Dateiaufbau unterscheidet sich: LODAS erwartet einen Kopfteil mit Ziel, Berater- und Mandantennummer, Satzbeschreibung und Bewegungsdaten, Lohn und Gehalt eine Zeile je Wert mit Berater- und Mandantennummer, Monat und Lohnart. Deshalb muss das Zeiterfassungsprogramm wissen, welches der beiden Programme Ihre Kanzlei nutzt.

Was ist der DATEV Lohnimportdatenservice?

Ein Weg, auf dem Daten aus einem Partnerprogramm ohne Dateiversand über die DATEV-Cloud bei der Kanzlei ankommen. Grundlage ist dasselbe ASCII-Format wie beim Dateiimport. Eingerichtet wird der Dienst über die MyDATEV-Mandantenregistrierung. Nicht verwechseln mit dem Lohnauswertungsdatenservice: Der schickt Auswertungen aus DATEV in die andere Richtung.

Warum kommen die Stunden falsch in DATEV an?

Meist liegt es an der Zuordnung, nicht an der Technik: Lohnarten fehlen oder passen nicht zur Kanzlei, Personalnummern weichen ab, die Datei wurde für einen Monat zweimal hochgeladen oder die Kanzlei hat ihre Vorlage für Bewegungsdaten geändert. DATEV prüft beim Import nur, ob die Datei lesbar ist, nicht ob die Inhalte stimmen.

Funktioniert mobile Zeiterfassung mit DATEV LODAS?

Ja. clockin, Crewmeister, TimeTac und Factorial haben laut DATEV-Marktplatz beziehungsweise Hersteller eine App und übergeben an LODAS und Lohn und Gehalt. Gestempelt wird auf dem Handy, übergeben wird einmal im Monat aus dem Programm, nicht vom Handy aus.

Ist Arbeitszeiterfassung Pflicht?

Ja. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen. Eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes lag im November 2026 nur als Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums vom Juni 2026 vor und war nicht verabschiedet.

Was tun, wenn meine Zeiterfassung keine DATEV-Schnittstelle hat?

Dann lässt sich der vorhandene Export in eine Datei umwandeln, die Ihre Kanzlei einlesen kann: mit festen Regeln für Lohnarten, Personalnummern und Abrechnungsmonat und mit einem Prüfbericht vor dem Upload. Das ist meist weniger Aufwand als ein Systemwechsel, wenn das Team mit der Zeiterfassung zufrieden ist.

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