KI-Wissen5. November 2026 · 13 Min. Lesezeit

Rechenzentren im Weltall oder im Ozean: Was China, Google und andere wirklich betreiben

Geteiltes Bild: unten ein Rechenzentrums-Modul auf dem Meeresboden, oben ein Satellit mit Solarflügeln über der Erde

Künstliche Intelligenz braucht Strom, Kühlung und Platz, und alle drei werden an Land knapp. Deshalb wandern Rechenzentren an zwei Orte, die nach Science-Fiction klingen: auf den Meeresgrund und in die Erdumlaufbahn. Das Gerücht stimmt: China betreibt tatsächlich Rechenzentren im Meer, seit Mai 2026 sogar eines direkt neben einem Offshore-Windpark vor Shanghai. Gleichzeitig kreisen die ersten Rechen-Satelliten von Starcloud, Google und einer chinesischen Konstellation um die Erde. Dieser Beitrag zeigt, was davon wirklich läuft, was die Physik bremst und welche Frage Ihr Betrieb daraus mitnehmen sollte.

24 MWAuslegung des Unterwasser-Rechenzentrums vor Shanghai
10 mWassertiefe der Module am Windpark Lingang
4 TPUsan Bord von Googles erstem Suncatcher-Satelliten
2.800Satelliten plant China für seine Rechen-Konstellation

Alle Zahlen aus den unten genannten Quellen, Stand 5. November 2026. Leistungs- und Effizienzangaben stammen überwiegend von den Betreibern selbst.

Warum Rechenzentren überhaupt umziehen sollen

Ein Rechenzentrum ist im Kern eine Heizung, die nebenbei rechnet. Fast jede Kilowattstunde, die in die Server fließt, kommt als Wärme wieder heraus und muss abgeführt werden. Mit KI-Beschleunigern ist die Leistungsdichte je Serverschrank stark gestiegen, viele neue Anlagen kühlen deshalb schon mit Flüssigkeit statt mit Luft. An Land stoßen Betreiber an drei Grenzen:

  • Strom: Netzanschlüsse in Megawatt-Größe sind in Ballungsräumen knapp und haben lange Wartezeiten.
  • Kühlung und Wasser: Verdunstungskühlung verbraucht große Mengen Süßwasser, Kältemaschinen verbrauchen zusätzlichen Strom.
  • Fläche und Genehmigung: Grundstücke, Lärmschutz, Abwärme, Anwohner. In Deutschland verlangt das Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren, die ab dem 1. Juli 2026 in Betrieb gehen, einen PUE-Wert von höchstens 1,2.

Der Ozean verspricht Kühlung fast ohne Zusatzstrom. Der Orbit verspricht Sonnenstrom fast ohne Unterbrechung. Beide Ideen sind physikalisch nachvollziehbar, beide haben einen Preis, der in den Pressemitteilungen selten vorkommt.

Großes Rechenzentrum im Gewerbegebiet mit Kühlaggregaten auf dem Dach und Umspannwerk davor
So sieht der Normalfall aus: Rechenzentrum an Land mit Kühlaggregaten auf dem Dach und eigenem Umspannwerk. Symbolbild, KI-generiert.
Teil 1: Rechenzentren im OzeanChina im Regelbetrieb, Microsoft als Vorläufer

China unter Wasser: Hainan und Shanghai

Ja, China hat Rechenzentren im Meer, und zwar nicht als Gerücht, sondern im laufenden Betrieb. Treiber ist das Unternehmen HiCloud (chinesisch Hailanyun), das seit 2021 mit Unterwasser-Rechenzentren experimentiert.

Hainan, seit 2022/2023Erste kommerzielle ModuleIm Dezember 2022 versenkte HiCloud ein Pilotmodul vor der Insel Hainan im Südchinesischen Meer. Im November 2023 folgten zwei wasserdichte Behälter mit Servern, die als erstes kommerzielles Unterwasser-Rechenzentrum Chinas gelten.
Shanghai-Lingang, seit Mai 2026Rechenzentrum am WindparkVor der Sonderzone Lingang stehen die Module in rund 10 Metern Tiefe zwischen den Bauabschnitten eines Offshore-Windparks. Der Strom kommt über Seekabel direkt von den Windrädern, ohne Umweg über das öffentliche Netz.
Größenordnung2,3 MW, dann 24 MWDie Demonstrationsphase hat 2,3 Megawatt, die zweite Ausbaustufe 24 Megawatt. Gemeldet sind 1,6 Milliarden Yuan Investition (rund 228 Millionen US-Dollar) und 198 Serverschränke. Langfristig ist von bis zu 500 Megawatt die Rede.
WofürKI-Training und DatenaufbereitungIn den Modulen stehen GPU-Server, unter anderem für die Annotation großer Datenmengen und die Entwicklung chinesischer Sprachmodelle. Rechencluster haben China Telecom und regionale Anbieter eingebracht.
Weißes Druckbehälter-Modul hängt am Kran eines Arbeitsschiffs, im Hintergrund Offshore-Windräder
Absenken eines Moduls neben einem Offshore-Windpark. Symbolbild, KI-generiert.
Luftaufnahme eines Offshore-Windparks mit Arbeitsschiff und Bojenfeld über einer Unterwasseranlage
Windpark mit markiertem Bereich über den Modulen. Symbolbild, KI-generiert.

So funktioniert die Kühlung

Hinter den Serverschränken sitzen Wärmetauscher, durch die Meerwasser gepumpt wird. Das Wasser nimmt die Abwärme auf und fließt zurück ins Meer. Kältemaschinen, Kühltürme und Verdunstung entfallen. Der Betreiber nennt für Shanghai einen PUE-Wert von etwa 1,15, rund 22,8 Prozent weniger Stromverbrauch als an Land, keinen Süßwasserverbrauch und über 90 Prozent weniger Landfläche. Das sind Angaben des Betreibers, eine unabhängige Messung dazu ist nicht veröffentlicht.

Blick in einen runden Druckbehälter mit Serverschränken links und rechts und Kühlrohren in der Mitte
Innenansicht eines Moduls: Serverschränke, dahinter der Kühlkreislauf mit Meerwasser-Wärmetauscher. Symbolbild, KI-generiert.

Der Vorläufer: Microsofts Project Natick

Die Idee stammt nicht aus China. Microsoft testete 2015 eine erste Kapsel 105 Tage lang vor der kalifornischen Küste. 2018 folgte die zweite Phase vor den Orkney-Inseln in Schottland: ein Behälter von der Größe eines Schiffscontainers mit 864 Servern in rund 36 Metern Tiefe, gefüllt mit Stickstoff statt Luft, versorgt mit Strom aus erneuerbaren Quellen der Inselgruppe.

Im Sommer 2020 wurde die Kapsel geborgen. Das bemerkenswerteste Ergebnis: Die Server fielen nur etwa ein Achtel so oft aus wie eine Vergleichsgruppe an Land. Microsoft führte das vor allem auf die trockene Stickstoff-Atmosphäre, die konstante Temperatur und das Fehlen von Menschen zurück, die an Geräten hantieren. Trotzdem ging Natick nie in Serie. Nach Berichten aus dem Jahr 2024 verfolgt Microsoft das Projekt nicht weiter.

Zwei Taucher mit Lampen prüfen ein weißes Zylindermodul auf einem Gestell am Meeresboden, Kabel führen weg
Kontrolle am Meeresboden: Strom und Glasfaser kommen über Seekabel. Symbolbild, KI-generiert.
Geborgenes Modul voller Algen und Seepocken an Deck, ein Arbeiter reinigt es mit dem Hochdruckreiniger
Nach der Bergung: Bewuchs mit Algen und Seepocken. Symbolbild, KI-generiert.

Was gegen den Ozean spricht

  • Keine Reparatur vor Ort: Fällt ein Server aus, bleibt er aus. Getauscht wird nur das ganze Modul, mit Schiff, Kran und Taucherarbeit.
  • Salzwasser und Bewuchs: Korrosion und Muscheln, Seepocken und Algen an Gehäuse und Wärmetauscher verlangen Schutzbeschichtungen und regelmäßige Kontrolle.
  • Abwärme im Meer: HiCloud gibt für einen Test im Perlfluss eine Erwärmung des umgebenden Wassers von unter einem Grad an. Fachleute weisen darauf hin, dass zusätzliche Wärme bei marinen Hitzewellen den Sauerstoffgehalt weiter senken kann.
  • Angriff mit Schall: Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass bestimmte Töne aus Unterwasserlautsprechern Festplatten und Server in solchen Behältern stören können.
  • Genehmigung und Seekabel: Meeresschutz, Schifffahrt, Fischerei und Leitungsrechte machen jeden Standort zu einem eigenen Verfahren.
Teil 2: Rechenzentren im WeltallErste Satelliten rechnen, ein Rechenzentrum ist es noch nicht

Im Orbit: wer schon rechnet

Das Argument für den Weltraum ist die Sonne. In einer passenden Umlaufbahn, etwa einer sonnensynchronen Bahn entlang der Tag-Nacht-Grenze, steht ein Satellit fast immer im Licht. Solarzellen liefern dort nach Googles Angaben übers Jahr bis zu achtmal mehr Energie als dieselbe Fläche auf der Erde. Kein Netzanschluss, keine Grundstücke, keine Anwohner. Vier Vorhaben sind 2026 entscheidend:

Starcloud, USA, seit November 2025Ein H100 im OrbitDer rund 60 Kilogramm schwere Satellit Starcloud-1 trägt einen Nvidia-H100-Grafikprozessor. Nach Firmenangaben wurde darauf ein kleines Sprachmodell trainiert und ein Gemma-Modell betrieben, unabhängig geprüft ist das nicht. Im Februar 2026 beantragte Starcloud bei der US-Behörde FCC bis zu 88.000 Satelliten.
China, seit Mai 2025Rechen-KonstellationADA Space und das Zhejiang Lab haben die ersten zwölf Satelliten einer Rechen-Konstellation gestartet, jeder mit einem KI-Modell mit acht Milliarden Parametern an Bord. Ziel sind 2.800 Satelliten. China ist damit das einzige Land, das unter Wasser und im Orbit zugleich rechnet.
Google, seit Oktober 2026Projekt SuncatcherDer erste Prototyp, gebaut von Planet, startete Anfang Oktober mit einer Falcon 9. An Bord: vier TPU-Chips, von denen wegen des Strombudgets von bis zu 1 Kilowatt nur einer gleichzeitig läuft. Erste Aufgabe für das Modell Gemma 4: ein Haiku über das All. Zwei weitere Satelliten mit Laserverbindung sind für 2027 geplant.
SpaceX, Antrag Januar 2026Bis zu einer Million SatellitenSpaceX hat am 30. Januar 2026 bei der FCC einen Antrag für bis zu eine Million Satelliten gestellt, die als Rechenzentren im Orbit arbeiten sollen. Gebaut ist davon noch nichts, der Antrag sichert vor allem Frequenzen und Bahnen.
Satellit mit zwei großen Solarflügeln und silbernen Radiatorflächen über der Erde
Rechen-Satellit in niedriger Umlaufbahn: Solarflügel für Strom, Radiatorflächen für die Abwärme. Symbolbild, KI-generiert.
Zwei Techniker in Reinraumanzügen bauen eine Rechenplatine in einen kleinen Satelliten ein
Integration im Reinraum: Prozessor, Kühlkörper, Goldfolie. Symbolbild, KI-generiert.
Rakete hebt bei Sonnenaufgang von einer Startrampe an der Küste ab
Rideshare-Start: Viele kleine Satelliten teilen sich eine Rakete. Symbolbild, KI-generiert.

Europa ist bisher mit Studien dabei. Die von der EU geförderte ASCEND-Studie unter Leitung von Thales Alenia Space kam 2024 zu dem Ergebnis, dass Rechenzentren im Orbit technisch machbar sind, für eine bessere Klimabilanz als an Land aber Trägerraketen mit deutlich geringerem CO₂-Ausstoß nötig wären. Und das US-Unternehmen Lonestar hat 2025 testweise einen Datenspeicher zum Mond geschickt, als Archiv, nicht als Rechenzentrum.

Dutzende kleine Satelliten in Formation über der Nachtseite der Erde, verbunden durch rote Laserlinien
Das Fernziel: Satelliten in enger Formation, per Laser verbunden, rechnen gemeinsam an einer Aufgabe. Google plant Gruppen von 81 Satelliten. Symbolbild, KI-generiert.

Die Physik bremst: Wärme, Strahlung, Laufzeit

Wohin mit der Wärme?

Der größte Denkfehler beim Weltraum-Rechenzentrum lautet: „Im All ist es doch kalt.“ Kälte kühlt nur, wenn etwas die Wärme wegträgt. Im Meer übernimmt das Wasser, im Vakuum gibt es nichts. Ein Satellit kann Wärme nur abstrahlen, und dafür braucht er große Radiatorflächen, die selbst wieder Masse und Startkosten bedeuten.

Vereinfachte Darstellung des Wärmewegs.

Strahlung, Startkosten, keine Reparatur

  • Strahlung: Kosmische Teilchen können einzelne Bits im Speicher umkippen, ohne dass übliche Überwachung es merkt. Google erwartet nach Bodentests wenig Einfluss auf die Anwendung fertiger Modelle, aber größere Probleme beim Training. Genau das testet Suncatcher jetzt im Orbit.
  • Startkosten: Nach Googles eigener Rechnung lohnt sich das Ganze erst, wenn der Transport ins All Mitte der 2030er-Jahre unter etwa 200 US-Dollar pro Kilogramm fällt. Eine begutachtete Analyse schätzt, dass SpaceX rund 1.800 Starship-Flüge bräuchte, um die Kosten so weit zu senken wie bei früheren Raketen.
  • Keine Wartung: Wie im Meer gilt: Was ausfällt, bleibt aus. Satelliten in niedriger Umlaufbahn halten zudem nur einige Jahre und verglühen dann.
  • Weltraumschrott: Zehntausende zusätzliche Satelliten erhöhen das Kollisionsrisiko für alle anderen Missionen.

Laufzeit: Wie weit sind Ihre Daten weg?

Licht ist schnell, aber nicht unendlich schnell. Die folgende Übersicht zeigt die reine Signallaufzeit für eine Strecke, ohne Verarbeitung, Funkprotokoll und Umwege. Für KI-Training spielt das kaum eine Rolle, für die Übertragung großer Datenmengen schon: Jeder Satellit hat nur begrenzte Funk- oder Laserkapazität zum Boden.

Eigene Berechnung: Strecke geteilt durch Lichtgeschwindigkeit, im Glasfaserkabel etwa zwei Drittel davon. Balken nicht linear skaliert.

Mehrere große Parabolantennen einer Bodenstation in der Abenddämmerung
Der Engpass liegt am Boden: Ergebnisse müssen über Bodenstationen zurück zur Erde. Symbolbild, KI-generiert.

Direktvergleich: Ozean, Weltall, Land

KriteriumOzeanWeltallLand
Stand 2026Regelbetrieb in China, bis 24 MWEinzelne VersuchssatellitenRegelbetrieb, Gigawatt-Anlagen in Planung
KühlungMeerwasser, sehr effizientNur Abstrahlung, große RadiatorenLuft, Flüssigkeit, Verdunstung
StromOffshore-Wind oder KüstennetzSonne, fast ohne UnterbrechungNetz, zunehmend knapp
WartungNur Modultausch per SchiffKeineJederzeit
Laufzeit zum NutzerWie an LandMillisekunden plus FunkstreckeKurz
HauptrisikoKorrosion, Abwärme, GenehmigungStartkosten, Strahlung, SchrottStrom, Wasser, Fläche
Wirtschaftlich abLaut Betreiber heuteFrühestens 2030er-JahreHeute

Zeitstrahl

  • 2015Microsoft testet die erste Natick-Kapsel vor Kalifornien.
  • 2018 bis 2020Natick Phase 2 vor Orkney: 864 Server, Ausfallrate ein Achtel der Landgruppe.
  • Dezember 2022 / November 2023HiCloud: Pilotmodul und erster kommerzieller Betrieb vor Hainan.
  • 2024EU-Studie ASCEND hält Rechenzentren im Orbit für machbar, unter Bedingungen.
  • Mai 2025China startet die ersten zwölf Rechen-Satelliten.
  • November 2025Starcloud-1 bringt einen Nvidia H100 in die Umlaufbahn.
  • Januar / Februar 2026SpaceX beantragt bis zu eine Million, Starcloud bis zu 88.000 Rechen-Satelliten.
  • Mai 2026Unterwasser-Rechenzentrum am Windpark Shanghai-Lingang in Betrieb.
  • Oktober 2026Googles erster Suncatcher-Satellit rechnet im Orbit.
  • 2027, geplantZwei weitere Suncatcher-Satelliten mit Laserverbindung, China will 100 Rechen-Satelliten erreichen.

Unsere Einschätzung

Der Ozean ist heute Wirklichkeit, der Orbit ist ein Versuchsfeld. Unter Wasser rechnet China bereits im zweistelligen Megawatt-Bereich, mit erprobter Technik aus Schiffbau und Offshore-Industrie. Ob die Effizienzzahlen halten, werden unabhängige Messungen über mehrere Jahre zeigen. Im Weltall laufen einzelne Chips, deren Leistung einem Serverschrank nicht nahekommt. Der Weg zu echten Rechenzentren im Orbit hängt an stark sinkenden Startkosten, und die sind eine Wette auf Raketen, die es in der nötigen Stückzahl noch nicht gibt.

Beide Wege lösen außerdem nur einen Teil des Problems. Sie verschieben Kühlung und Stromversorgung, aber nicht die Frage, wofür so viel Rechenleistung gebraucht wird. Viele Aufgaben in Betrieben lassen sich mit kleineren, sparsameren Modellen auf eigener Hardware erledigen, wie unser Beitrag zu großen KI-Modellen auf kleinen Rechnern zeigt.

Merksatz

Ozean: bewährte Technik, schwierige Wartung, heute im Einsatz. Weltall: unbegrenzte Sonne, ungelöste Kühlung, frühestens in den 2030er-Jahren wirtschaftlich.

Was das für Ihre Daten heißt

Für die Buchhaltung oder das Kundenportal eines Betriebs in Deutschland ändern Satelliten und Unterwasser-Module heute nichts. Die Entwicklung schärft aber eine Frage, die jeder Betrieb beantworten können sollte: Wo genau stehen die Server, auf denen Ihre Daten und KI-Anwendungen laufen, und welches Recht gilt dort?

  • Ein Rechenzentrum vor Shanghai unterliegt chinesischem Recht, auch wenn die Anwendung über einen westlichen Dienst angeboten wird.
  • Für Objekte im Weltraum gilt nach dem Weltraumvertrag von 1967 die Hoheitsgewalt des Staates, in dessen Register der Satellit eingetragen ist. Ein Rechen-Satellit eines US-Anbieters steht damit unter US-Recht.
  • Für personenbezogene Daten verlangt die DSGVO bei Verarbeitung außerhalb der EU zusätzliche Garantien, ganz gleich, ob der Server im Keller, im Meer oder im Orbit steht.

Wir sorgen dafür, dass diese Frage für Ihren Betrieb eine klare Antwort hat: Wir prüfen, welche Ihrer Dienste wo laufen, und richten Speicher und KI-Anwendungen auf Servern in Deutschland ein, zum Beispiel mit cloudwerk© als Cloud-Speicher oder mit datenschutzkonformer KI.

Ihre Daten, Ihr Standort

Wir machen eine Bestandsaufnahme Ihrer Dienste und verlagern, was nicht in die EU gehört, auf Server in Deutschland. Remote, ganz ohne Zugriff auf Ihren Rechner.

  • Liste aller Dienste mit Serverstandort
  • Bewertung nach DSGVO
  • Umzug von Speicher und Postfächern
  • KI-Anwendungen auf eigener Infrastruktur
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Weiterlesen: KI-Trends 2027 · Diktieren ohne US-Cloud · Weltmodelle in der Industrie

Quellen

  • Offshore Wind: China Puts „World's First“ Offshore Wind-Powered Underwater Data Centre into Operation, 18.05.2026, offshorewind.biz
  • DCD: HiCloud's offshore wind-powered underwater data center up and running off coast of Shanghai, datacenterdynamics.com
  • Scientific American: China Powers AI Boom with Undersea Data Centers, scientificamerican.com
  • China Daily: Waves with world's first wind power undersea data center, Juni 2026, chinadaily.com.cn
  • Project Natick, Übersicht, wikipedia.org
  • TechCrunch: Google's first data center satellite is online and writing poetry, 30.10.2026, techcrunch.com
  • Scientific American: Google tests its plan for AI data centers in space with Project Suncatcher, scientificamerican.com
  • Fortune: Google taking the data center race off-planet, 10.10.2026, fortune.com
  • Starcloud, Übersicht, wikipedia.org
  • GeekWire: Starcloud hits $1.1B valuation to build space-based data centers, 2026, geekwire.com
  • Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz (EnEfG), § 11, gesetze-im-internet.de

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Häufig gestellte Fragen

Hat China wirklich Rechenzentren im Meer?

Ja. Das Unternehmen HiCloud (chinesisch Hailanyun) hat im Dezember 2022 ein Pilotmodul vor der Insel Hainan versenkt und im November 2023 dort die ersten kommerziellen Unterwasser-Module in Betrieb genommen. Seit Mai 2026 läuft zusätzlich ein Unterwasser-Rechenzentrum vor Shanghai-Lingang, das direkt am Offshore-Windpark hängt und auf 24 Megawatt ausgelegt ist.

Gibt es schon Rechenzentren im Weltall?

Es gibt erste Rechen-Satelliten, aber noch kein Rechenzentrum im üblichen Sinn. Starcloud hat im November 2025 einen Satelliten mit einem Nvidia-H100-Grafikprozessor gestartet, China betreibt seit Mai 2025 die ersten zwölf Satelliten einer geplanten Rechen-Konstellation, und Google hat im Oktober 2026 seinen ersten Prototyp aus dem Projekt Suncatcher mit vier TPU-Chips in die Umlaufbahn gebracht. Das sind Versuchsträger mit der Leistung weniger Server.

Warum kühlt man Server im Meer?

Meerwasser ist in einigen Metern Tiefe dauerhaft kühl und nimmt Wärme sehr gut auf. Ein Wärmetauscher an der Außenhaut oder hinter den Serverschränken gibt die Abwärme direkt ans Wasser ab. Das spart Kältemaschinen, Kühltürme und Süßwasser. Dazu kommt, dass der Standort nahe an Küstenstädten und Offshore-Windparks liegt.

Warum ist Kühlung im Weltall schwierig, obwohl es dort kalt ist?

Im Vakuum gibt es weder Luft noch Wasser, die Wärme abtransportieren. Ein Satellit kann seine Abwärme nur als Wärmestrahlung über Radiatorflächen abgeben. Je mehr Rechenleistung, desto größer müssen diese Flächen werden. Kälte allein kühlt nichts, solange kein Medium die Wärme wegträgt.

Sind Daten in einem Unterwasser- oder Weltraum-Rechenzentrum sicherer?

Physisch schwerer zu erreichen, aber nicht automatisch sicherer. Unterwasser-Module lassen sich laut einer Studie aus dem Jahr 2024 durch gezielten Schall aus Unterwasserlautsprechern stören. Satelliten sind Strahlung ausgesetzt, die unbemerkt einzelne Bits verändern kann. Und rechtlich gilt das Recht des Betreiber- oder Registerstaats, nicht das Recht des Kunden.

Was bedeutet das für mein Unternehmen?

Kurzfristig nichts Praktisches, mieten kann man solche Rechenleistung heute nicht im üblichen Sinn. Wichtig ist die Frage dahinter: In welchem Land und unter welchem Recht stehen die Server, auf denen Ihre Daten und KI-Anwendungen laufen? Diese Frage sollte jeder Betrieb heute schon beantworten können.

Was ist der PUE-Wert?

Power Usage Effectiveness, das Verhältnis von Gesamtstrom eines Rechenzentrums zum Strom, den die Server selbst verbrauchen. Ein Wert von 1,0 hieße: kein Strom für Kühlung und Technik drumherum. Das Unterwasser-Rechenzentrum vor Shanghai gibt nach Betreiberangaben etwa 1,15 an. Das deutsche Energieeffizienzgesetz verlangt für Rechenzentren, die ab dem 1. Juli 2026 den Betrieb aufnehmen, höchstens 1,2.

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