SMACC: KI-Rechnungsverarbeitung nach Insolvenz und Neustart
SMACC war eines der ersten deutschen Start-ups, die Buchhaltung mit KI automatisieren wollten. Nach der Insolvenz der SMACC GmbH im Jahr 2025 hat die CrossCommerce GmbH aus Würzburg das Produkt übernommen und führt es als Lösung für die Verarbeitung von Eingangsrechnungen weiter. Der Beitrag zeigt den aktuellen Stand und für wen die Software gedacht ist.
KI-gestützte Eingangsrechnungsverarbeitung, heute bei CrossCommerce
SMACC GmbH 2025 insolvent; Produkt seit Juli 2025 bei der CrossCommerce GmbH, Würzburg
- LandDeutschland
- SitzWürzburg (CrossCommerce GmbH), ursprünglich Potsdam
- Gegründet2015
- Schnittstelleja, öffentlich dokumentiert
Was SMACC macht
SMACC wurde 2015 von Dr. Ulrich Erxleben, Janosch Novak und Stefan Korsch gegründet, mit Sitz zunächst in Potsdam und Berlin. Investoren waren unter anderem Cherry Ventures und Dieter von Holtzbrinck Ventures. Ziel war eine Finanzbuchhaltung, in der KI Belege ausliest und vorkontiert.
Am 9. April 2025 ordnete das Amtsgericht Potsdam die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der SMACC GmbH an. Im Juli 2025 gab die CrossCommerce GmbH aus Würzburg bekannt, die Lösung übernommen zu haben. CrossCommerce entwickelt Cloud-Software für Dokumentenmanagement und ERP und will SMACC mit seinem Archivsystem HONESTY verbinden. Laut Impressum betreibt heute die CrossCommerce GmbH das Angebot unter smacc.io.
Die Funktionen im Überblick
SMACC konzentriert sich heute auf die Kreditorenseite, also auf Eingangsrechnungen:
- Belegauslesung. KI-gestützte Extraktion von Rechnungsdaten aus PDF und Scan.
- Freigabe-Workflows. Mehrstufige Freigaben mit Prüfprotokoll.
- Zahlläufe. Geplante Zahlungen und Verwaltung der Lieferantenstammdaten.
- Mehrmandantenfähigkeit. Mehrere Gesellschaften in einem Konto.
- Schnittstellen. DATEV-Export im CSV- und XML-Format sowie eine dokumentierte API.
Für wen das Angebot gedacht ist
SMACC richtet sich an mittelständische Unternehmen, die viele Eingangsrechnungen erhalten und Freigaben nicht mehr per E-Mail und Papier abstimmen wollen. Auf der Roadmap stehen unter anderem der automatische Abruf von Rechnungen aus Postfächern und Portalen, ein Bankabgleich und eine eigene Extraktions-KI statt externer Dienste.
Wegen der Insolvenz und des Eigentümerwechsels lohnt sich vor einer Einführung ein Blick auf Vertragslaufzeiten, Datenexport und den Fortbestand der Schnittstellen. Alternativen zur lokalen Belegverarbeitung zeigen wir auf unserer Seite zur KI-Belegerkennung.
Technisch ist SMACC eine Cloud-Lösung. Rechnungen werden hochgeladen oder per E-Mail zugestellt, ausgelesen, geprüft, freigegeben und anschließend an die Buchhaltung übergeben. Wie gut das funktioniert, hängt von der Qualität der Belege und vom sauberen Einrichten der Freigaberegeln ab. Seit 2025 gilt in Deutschland zudem schrittweise die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich; strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD verringern den Bedarf an reiner Texterkennung, machen die Verarbeitung und Freigabe aber nicht überflüssig.
Die Schnittstelle
SMACC verweist in seinen FAQ auf eine öffentlich erreichbare API-Dokumentation, über die eigene IT oder externe Partner Schnittstellen bauen können. Der Zugang läuft über SMACC. Zur Dokumentation
Was wir mit SMACC für Sie bauen
Wir binden SMACC über die API an Ihre bestehenden Systeme an, damit Rechnungen ohne Medienbruch von der Mailbox bis zur Buchhaltung laufen.
- Automatischer Rechnungsabruf aus Postfächern und Lieferantenportalen direkt in SMACC
- Übergabe freigegebener Rechnungen an JTL-Wawi oder die eigene Warenwirtschaft
- Abgleich von Lieferantenstammdaten zwischen SMACC und ERP
- Sauberer Datenexport als Absicherung, falls Sie das System später wechseln wollen
Mehr dazu: Buchhaltungssoftware, JTL-Wawi-Schnittstelle, Workflow-Automation
Quellen
- SMACC, SMACC wird Teil von CrossCommerce (Juli 2025)
- Verbraucherschutzforum Berlin, vorläufige Insolvenzverwaltung SMACC GmbH (April 2025)
- Gründerküche, Gründerstory SMACC
- SMACC, FAQ
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.