SAP: Wie Joule und Business AI in die Unternehmenssoftware kommen
SAP aus Walldorf ist der größte europäische Anbieter von Unternehmenssoftware. Unter dem Namen SAP Business AI baut der Konzern KI-Funktionen direkt in ERP, Einkauf, Finanzen und Personalwesen ein. Zentral sind der Assistent Joule, spezialisierte KI-Agenten und eine Entwicklungsplattform, über die eigene KI-Anwendungen an SAP-Daten angebunden werden.
Business-KI in ERP und Unternehmenssoftware (Joule, Business AI)
- LandDeutschland
- SitzWalldorf
- Gegründet1972
- Schnittstelleja, öffentlich dokumentiert
Was SAP im Bereich KI macht
SAP setzt nicht auf ein eigenständiges Sprachmodell, sondern auf KI, die mit den Geschäftsdaten in SAP-Systemen arbeitet. Joule ist der Assistent, der in den SAP-Anwendungen Fragen beantwortet, Daten zusammenfasst und Vorgänge anstößt. Laut SAP war Joule im Mai 2026 in 35 Lösungen verfügbar, darunter auch SAP Datasphere und SAP Signavio.
Hinzu kommen spezialisierte Agenten für einzelne Aufgaben, etwa die Analyse von Ausschreibungen, das Klären von Rechnungsstreitigkeiten oder das Aufsetzen von Projekten in SAP S/4HANA Cloud. Auf der Sapphire 2026 hat SAP das Ziel eines weitgehend autonom arbeitenden Unternehmens ausgegeben, bei dem Joule Aufgaben auch über SAP-fremde Systeme hinweg ausführt.
Die Bausteine im Überblick
SAP Business AI besteht aus mehreren Ebenen, die sich unterschiedlich nutzen lassen:
- Joule. KI-Assistent in den SAP-Anwendungen, der Informationen aus mehreren Modulen zusammenführt und Aktionen auslöst.
- Joule-Agenten. Laut SAP über 40 spezialisierte Agenten für Prozesse in Finanzen, Einkauf, Vertrieb und Projektgeschäft.
- Generative AI Hub. Teil der SAP Business Technology Platform, bietet Zugriff auf Sprachmodelle verschiedener Hersteller, etwa von OpenAI, Google und Anthropic, mit Prompt-Verwaltung und Orchestrierung.
- SAP Document AI. Auslesen von Belegen und Dokumenten mit einstellbaren Konfidenzschwellen.
- SAP Business Accelerator Hub. Katalog der dokumentierten SAP-Schnittstellen, über die Fremdsysteme angebunden werden.
Für wen das Angebot gedacht ist
Die KI-Funktionen richten sich an Unternehmen, die bereits SAP einsetzen, vor allem SAP S/4HANA Cloud und die SAP Business Technology Platform. Viele Funktionen sind an bestimmte Cloud-Editionen und Lizenzen gebunden, ältere On-Premise-Installationen profitieren nur eingeschränkt.
Für mittelständische SAP-Anwender ist vor allem die Schnittstellenebene interessant: Daten aus SAP lassen sich mit eigenen KI-Abläufen verknüpfen, ohne auf jede neue Joule-Funktion warten zu müssen.
Wer SAP Business AI einsetzen will, sollte zuerst klären, welche Edition und welche Lizenzen vorhanden sind, denn davon hängt ab, welche Joule-Funktionen überhaupt verfügbar sind. Parallel lohnt ein Blick auf die eigenen Prozesse: Viele Aufgaben wie Belegerfassung oder das Übertragen von Bestellungen aus E-Mails lassen sich auch über die Standardschnittstellen automatisieren.
Die Schnittstelle
SAP dokumentiert seine Schnittstellen öffentlich im SAP Business Accelerator Hub, der Generative AI Hub ist über SAP AI Core auf der Business Technology Platform erreichbar. Zugang setzt einen SAP-Vertrag bzw. ein BTP-Konto voraus. Zur Dokumentation
Was wir mit SAP für Sie bauen
Wir binden SAP-Systeme über die offiziellen Schnittstellen an KI-Abläufe an und richten die Automatisierung so ein, dass sie zu Ihren Prozessen passt.
- Eingangsrechnungen per KI auslesen und als Beleg in SAP übergeben
- Auftragsdaten aus E-Mails und PDFs automatisch in SAP-Aufträge überführen
- Interner Firmen-Assistent, der Fragen zu Lager, Aufträgen und Kunden direkt aus SAP-Daten beantwortet
- Abgleich zwischen SAP und Shop, Warenwirtschaft oder CRM über einen eigenen Workflow
Mehr dazu: KI-Automatisierung, KI-Belegerkennung, Firmen-KI statt ChatGPT-Chaos
Quellen
- SAP News, SAP Business AI: Highlights des Q1 2026 Release (Mai 2026)
- SAP Business Accelerator Hub
- SAP Help Portal, SAP AI Core
- SAP, Sapphire 2026 Innovation News Guide
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.