Kognic: Trainingsdaten für Kamera, LiDAR und Radar
Kognic ist ein schwedisches Unternehmen, das Trainingsdaten für Computer Vision aufbereitet. Die Plattform hilft dabei, Objekte in Kamerabildern, LiDAR-Punktwolken und Radardaten zu markieren, damit Fahrzeugsysteme daraus lernen können. Kunden sind Autohersteller und Zulieferer. Für kleinere Betriebe ist das Angebot zu speziell, als Einblick in die Arbeit hinter autonomem Fahren ist es aber aufschlussreich.
Annotationsplattform für Sensordaten im autonomen Fahren
Früher unter dem Namen Annotell bekannt
- LandSchweden
- SitzGöteborg
- Gegründet2018
- Schnittstellenein, Zugang nur über die Firma
Was Kognic macht
Kognic wurde 2018 in Göteborg gegründet und trat anfangs unter dem Namen Annotell auf. Geschäftsführer ist Daniel Langkilde. Neben Schweden ist das Unternehmen nach eigenen Angaben auch in Japan und China vertreten.
Selbstfahrende Autos und Fahrerassistenzsysteme lernen aus riesigen Mengen an Sensordaten. Damit ein Modell einen Fußgänger oder eine Fahrspur erkennt, müssen Menschen diese Objekte vorher in den Daten markieren. Kognic liefert dafür die Software und auf Wunsch auch geschulte Annotationsteams. Die Plattform verbindet Kamera, LiDAR und Radar in einer gemeinsamen Ansicht und prüft die Markierungen automatisch auf Fehler.
Im August 2024 sammelte Kognic rund 100 Mio. schwedische Kronen bei bestehenden Investoren ein. Das Geld soll unter anderem in die Aufbereitung von Daten für Roboter und andere Formen verkörperter KI fließen.
Die Plattform wird laufend erweitert. Mit dem Update vom Juni 2026 kamen etwa eine Auswertung der Annotationsqualität über die Zeit, ein eigener Messwert für die Annotationsgeschwindigkeit und Hilfen für das Zeichnen mehrerer Fahrspursegmente in einem Zug hinzu. Prüfer können außerdem Frames markieren lassen, in denen die automatische Vorab-Markierung wahrscheinlich nachgearbeitet werden muss.
Die Produkte im Überblick
Kognic bietet Plattform und Dienstleistung in drei Varianten an: als verwalteten Service, als Plattformlizenz mit eigenem Team oder als Mischform.
- Annotationsplattform. Gemeinsamer Arbeitsbereich für 2D- und 3D-Markierungen über Kamera, LiDAR und Radar hinweg.
- Qualitätsprüfung. Über 90 automatische Prüfregeln, Vorab-Markierung durch Modelle und Auswertung der Annotationsqualität über die Zeit.
- Language Grounding. Aufbereitung von Daten für Vision-Language-Modelle, die Bilder und Sprache verknüpfen.
- Annotationsteams. Spezialisierte Arbeitskräfte, die Daten im Auftrag des Kunden markieren und prüfen.
Für wen das Angebot gedacht ist
Zu den genannten Kunden gehören Qualcomm, BMW, Bosch, ZF, Zenseact und Kodiak. Es geht also um Konzerne und Technologieunternehmen, die eigene Wahrnehmungssysteme für Fahrzeuge entwickeln.
Für einen Betrieb, der eine Kamera-Anwendung in der Produktion oder im Lager plant, ist Kognic in der Regel zu groß. Dort reichen oft kleinere Datensätze und einfachere Werkzeuge. Wer so etwas umsetzen möchte, findet Ansätze unter Software nach Maß.
Einordnung
Kognic richtet sich an Autohersteller, Zulieferer und Entwickler autonomer Systeme mit sehr großen Sensordatenmengen. Für mittelständische Betriebe ist der Aufwand in der Regel zu hoch und der Zugang an Konzernverträge gebunden.
Eine fertige Schnittstelle, die wir für Betriebe anbinden könnten, bietet die Firma derzeit nicht öffentlich an. Wenn Sie in diesem Bereich eine eigene Lösung brauchen, bauen wir sie als Software nach Maß.
Quellen
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.