Fernwartung sauber einrichten – mit dem Werkzeug, das zu Ihnen passt
TeamViewer, AnyDesk, RustDesk, ISL Online und sieben weitere Werkzeuge im direkten Vergleich. Wir wählen für Sie aus, richten ein, dokumentieren und schulen. Auf Wunsch komplett auf eigenem Server – DSGVO-fest.
- 11 Werkzeuge, aktueller Stand 2026
- DSGVO-Bewertung pro Anbieter
- Self-Hosting auf eigenem Server möglich
- Einrichtung, Schulung, Doku in einem Schritt
Was Fernwartung wirklich bedeutet
Wenn Sie sich nicht jeden Tag mit dem Thema beschäftigen müssen, ist das alles zunächst Werkzeug-Salat. Hier die Kurzfassung.
Wie funktioniert Fernwartung in einem Satz?
Sie installieren ein kleines Programm auf Ihrem Rechner. Wir bekommen eine ID und ein einmaliges Passwort von Ihnen, sehen Ihren Bildschirm und können auf Wunsch die Maus mitbewegen – Sie sehen jeden Klick mit und können die Sitzung jederzeit beenden.
Der Unterschied zwischen den Werkzeugen liegt in drei Punkten: Wo läuft der Vermittlungs-Server (Deutschland, USA, eigener Server)? Was kostet die professionelle Nutzung? Und welche Schutzmechanismen sind eingebaut – Zwei-Faktor, Sitzungs-Aufzeichnung, Whitelisting, automatische Sperre nach Sitzungsende.
Für die rein private Nutzung reicht oft die abgespeckte Frei-Variante. Für ein Unternehmen, das täglich Kundendaten verarbeitet, sieht das Bild anders aus – dort wird schnell klar, dass die Wahl des Werkzeugs eine Datenschutz-Entscheidung ist.
Wir richten Ihre Fernwartung ein – nicht nur das Werkzeug
Eine Fernwartung ist erst dann praxistauglich, wenn Sie wissen, wer wann zugreifen darf, was protokolliert wird und wie Sie eine Sitzung sauber beenden. Diese vier Bausteine gehören für uns dazu:
Werkzeug-Auswahl
Wir prüfen Ihren Bedarf – Anzahl Geräte, Branche, vorhandene Datenschutz-Richtlinien – und empfehlen passend.
Sicheres Setup
Zwei-Faktor, eindeutige IDs, Whitelisting, Sitzungs-Protokoll. Auf Wunsch eigener Vermittler-Server.
Mitarbeiter-Schulung
20 Minuten reichen meist. Wir zeigen Ihrem Team, wie Sitzung starten und beenden – ohne Fachjargon.
Schriftliche Doku
Sie bekommen ein PDF mit allem Wichtigen: Zugangsdaten getrennt vom Werkzeug, Notfall-Plan, Ansprechpartner.
11 Werkzeuge im Direktvergleich – Stand April 2026
Anbieter-Sitz, DSGVO-Bewertung und Self-Hosting-Möglichkeit auf einen Blick. Konditionen klären wir individuell im Beratungs-Gespräch.
| Werkzeug | Anbieter-Sitz | Lizenz-Modell | DSGVO | Self-Hosting | Plattformen |
|---|---|---|---|---|---|
| AnyDeskSolo / Standard / Advanced | Stuttgart, Deutschland | Abo, mehrere Tarif-Stufen | DSGVO-tauglich | nur Ultimate (auf Anfrage) | Win, Mac, Linux, iOS, Android |
| TeamViewerRemote Access / Business / Premium / Corporate | Göppingen, Deutschland | Abo, vier Tarif-Stufen | DSGVO-tauglich | Tensor on-Premise (Enterprise) | Win, Mac, Linux, iOS, Android, Browser |
| RustDeskOSS / Pro | Hongkong (Code Open Source) | OSS Self-Host oder Pro-Lizenz | bei Self-Host | vollständig möglich | Win, Mac, Linux, iOS, Android, Web |
| ISL OnlineISL Light | Ljubljana, Slowenien (EU) | Pay-per-Use oder Server-Lizenz | DSGVO-tauglich | Server Lizenz lokal möglich | Win, Mac, Linux, iOS, Android, Browser |
| Iperius RemotePersonal / Business | Pisa, Italien (EU) | Abo, Personal oder Business | DSGVO-tauglich | nein | Win, Mac, Android, iOS |
| SupremoSolo / Business | Italien (Nanosystems) | Abo, Solo oder Business | DSGVO-tauglich | nein | Win, Mac, iOS, Android |
| SplashtopSolo / Pro / Performance | San Jose, USA | Abo, drei Tarif-Stufen | heikel (Cloud Act) | nein | Win, Mac, Linux, iOS, Android, Web |
| ConnectWise ScreenConnectOne / Standard / Premium | Tampa, USA | Abo, drei Tarif-Stufen | heikel (Cloud Act) | ja (On-Prem möglich) | Win, Mac, Linux, iOS, Android |
| Zoho AssistStandard / Pro | Chennai, Indien | Abo, Standard oder Pro | heikel (Drittland) | nein | Win, Mac, Linux, iOS, Android, Browser |
| Chrome Remote DesktopGoogle | Mountain View, USA | ohne Profi-Modell | nicht empfohlen | nein | Win, Mac, Linux, Browser, Android |
| Microsoft Remote DesktopRDP / Remote Hilfe | Redmond, USA (Bordmittel) | in Windows Pro enthalten | je nach Konfiguration | ja (läuft im eigenen Netz) | Win (Pro/Enterprise) als Host |
Hinweis: Werkzeuge wie TeamViewer und AnyDesk staffeln pro zusätzlicher gleichzeitiger Sitzung. Die individuell passende Lizenz-Stufe besprechen wir im Beratungs-Gespräch.
DSGVO-Ampel: Welcher Anbieter wo steht
Diese Bewertung berücksichtigt drei Faktoren: Sitz des Anbieters, ob Daten in Drittländer übertragen werden, und ob ein Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AVV) verfügbar ist. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber eine schnelle Orientierung.
Bewertungs-Skala: rot (kritisch) – gelb (mit Vertrag möglich) – grün (unproblematisch)
Markierung zeigt unsere Einschätzung pro Anbieter. Quelle: aktuelle Datenschutz-Erklärungen und AVV-Angebote der Hersteller, Stand April 2026.
Vier Werkzeuge im Detail – die Empfehlungen
Aus der vollständigen Liste fallen vier Werkzeuge heraus, die wir am häufigsten einrichten. Jedes hat einen klaren Anwendungsbereich – und einen Punkt, an dem es nicht mehr passt.
AnyDesk
Schnell, schlank, in Deutschland gemacht. Die Software ist erstaunlich klein (rund 4 MB) und läuft selbst über schwache Verbindungen flüssig. Für 80 Prozent unserer Kunden ist das die erste Wahl, wenn es schnell gehen soll.
- Schnellste Übertragung im Test
- Anbieter-Sitz Stuttgart, AVV direkt verfügbar
- Auch ohne Installation nutzbar (Portable-Version)
- Self-Hosting nur im obersten Ultimate-Tarif
- Spürbare Sprünge im Leistungs-Umfang zwischen den Tarifen
TeamViewer
Der Marktführer mit der größten Verbreitung. Wer Kunden international betreut, profitiert davon, dass TeamViewer fast überall schon vorinstalliert ist. Funktionsumfang ist riesig – Augmented-Reality-Unterstützung, IoT-Geräte, Mobile Device Management.
- Höchste Kompatibilität, BSI-zertifiziert
- Tensor on-Premises für Konzerne verfügbar
- Sehr gute mobile Apps inkl. iOS-Bildschirmsteuerung
- Komplexes Lizenz-Modell mit zahlreichen Add-ons
- Aggressive Erkennung „kommerzielle Nutzung" auch bei Privatpersonen
RustDesk
Die Open-Source-Antwort auf die kommerziellen Anbieter. Sie betreiben den Vermittlungs-Server selbst – ein kleiner Linux-Server in Deutschland genügt. Die Daten verlassen Ihre Kontrolle nie.
- Volle Datenhoheit – keine fremden Server
- Quellcode öffentlich überprüfbar
- Skaliert ohne Lizenz-Aufpreise
- Erst-Einrichtung dauert 2–3 Stunden Arbeit
- Komfort-Funktionen (Adressbuch, 2FA-Konsole) nur in Pro-Lizenz
ISL Online
Der oft übersehene EU-Mitspieler. Slowenischer Anbieter mit Servern ausschließlich in Europa, sehr funktionsreich, professionell ausgerichtet. Wenn Sie einen Anbieter aus der EU wollen, ohne gleich Open Source einzusetzen, ist das die Antwort.
- EU-Anbieter, keine US-Cloud-Berührung
- Server-Lizenz für komplette On-Premises-Lösung
- Pay-per-Use-Modell (zahlt nur, wer wirklich verbindet)
- Marktanteil deutlich kleiner als TeamViewer/AnyDesk
- Oberfläche wirkt etwas älter
Welches Werkzeug passt zu Ihnen?
Drei Fragen führen meist zur richtigen Wahl. Diese Entscheidungs-Hilfe ist eine Faustregel – im Beratungs-Gespräch klären wir die Details.
Schnell-Entscheidung in drei Schritten
So läuft eine Fernwartung praktisch ab
Damit das Thema fassbar wird – hier der typische Verlauf einer Sitzung in fünf Schritten. So sieht es aus, wenn wir bei Ihnen aufschalten.
Fernwartung über das Internet, im LAN oder per VPN
Fernwartung ist nicht gleich Fernwartung – je nach Standort des Helfers und der Empfindlichkeit der Daten gibt es drei sinnvolle Verbindungs-Wege. Wir richten alle drei sauber ein.
Über das offene Internet
Standard-Weg für Einzel-Sitzungen. Die Verbindung läuft über den Vermittlungs-Server des Herstellers (TeamViewer-Cloud, AnyDesk-Cloud) Ende-zu-Ende verschlüsselt mit AES-256. Sie sind in zwei Minuten verbunden, ohne Konfiguration am Router.
Über einen VPN-Tunnel
Wir bauen zuerst einen verschlüsselten Tunnel ins lokale Netz auf, dann erst die Bildschirm-Sitzung. Dadurch sehen wir auch Server, Drucker, NAS, Firewall – nicht nur einen Arbeitsplatz. Für die Netzwerk-Fernwartung ist das der saubere Weg.
Auf eigenem Vermittler-Server
Die Hersteller-Cloud wird durch Ihren eigenen Server ersetzt (RustDesk Self-Hosted, ISL-Server-Lizenz, TeamViewer Tensor). Verbindungs-Daten verlassen Ihre Infrastruktur nie. Empfohlen bei Berufsgeheimnis und sehr sensiblen Daten.
Microsoft Remote Desktop im LAN
Wenn nur intern zugegriffen wird (Heim-Büro im selben Netz, Filiale per VPN angebunden), reicht das Windows-Bordmittel RDP. Keine Cloud, im Windows-Pro-Lizenzumfang enthalten, dafür ohne Komfort-Funktionen wie Sitzungs-Aufzeichnung.
Fernwartung ohne Installation – wann das die richtige Wahl ist
Manchmal soll auf dem Ziel-Rechner nichts dauerhaft installiert werden: Firmen-Laptops mit Software-Sperre, einmalige Hilfe für einen entfernten Kollegen, ein Kassen-System im Verkaufs-Raum. Dafür gibt es Werkzeuge, die als einmal ausgeführte Datei arbeiten.
Drei praxistaugliche Werkzeuge für die Einmal-Sitzung
TeamViewer QuickSupport: Sie laden eine 4 MB große Datei herunter, starten sie per Doppelklick, übermitteln uns ID und Passwort. Nach Sitzungs-Ende einfach die Datei löschen – nichts bleibt auf dem Rechner zurück, keine Registry-Einträge, keine Dienste.
AnyDesk Portable: Funktioniert identisch und ist mit rund 4 MB ebenfalls schlank. Vorteil: Bei sehr schwachen Internet-Verbindungen oft stabiler als die Konkurrenz, weil AnyDesk mit weniger Bandbreite auskommt.
ISL Light Web-Start: Lädt direkt aus dem Browser, ohne Datei-Speicherung. Praktisch bei sehr strikten Software-Richtlinien, weil keine ausführbare Datei den Datei-Wächter passieren muss.
Fernwartung aufzeichnen und dokumentieren – Pflicht oder Kür?
Für Berufsgeheimnis-Träger – Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Banken – ist die Sitzungs-Dokumentation faktisch Pflicht. Für alle anderen ist sie der Unterschied zwischen „lief irgendwie" und „wir wissen, was gemacht wurde".
Sitzungs-Video
TeamViewer, AnyDesk, ISL Online und ScreenConnect zeichnen die komplette Sitzung als Video auf. Wir aktivieren das standardmäßig und speichern die Datei verschlüsselt 30 Tage.
Sitzungs-Protokoll
PDF mit Datum, Uhrzeit, Dauer, beteiligten Personen, durchgeführten Schritten und Ergebnis. Geht nach jeder Sitzung per E-Mail an Sie.
Änderungs-Inventar
Welche Datei wurde wie geändert, welche Software installiert oder entfernt, welche Einstellung umgestellt. So lassen sich Schritte später zurückverfolgen.
Aufbewahrungs-Fristen
Wir stimmen mit Ihnen ab: 30 Tage, 6 Monate, 10 Jahre? Bei steuerlich relevanten Geräten gelten andere Fristen als bei einem Marketing-Laptop.
Was wir bei einer Fernwartungs-Einrichtung übernehmen
Acht konkrete Punkte, die zu jedem Auftrag gehören. Sie bekommen eine Lösung, die nicht nur funktioniert, sondern auch dann funktioniert, wenn Ihr Stamm-Mitarbeiter mal krank ist.
Werkzeug-Auswahl
15-Minuten-Gespräch zu Branche, Datenarten, Geräte-Anzahl, vorhandenen Verträgen.
Lizenz-Beschaffung
Wir kaufen die Lizenz auf Ihren Namen. Sie bleiben Eigentümer.
Sicheres Setup
Zwei-Faktor, Whitelisting, Sitzungs-Aufzeichnung. Auf Wunsch eigener Vermittler-Server.
AVV-Abschluss
Wir holen den Auftragsverarbeitungs-Vertrag beim Hersteller und legen ihn unterschriftbereit hin.
Roll-out auf Geräte
Installation auf Ihren Rechnern, einheitliche Konfiguration, Inventar-Liste.
Mitarbeiter-Schulung
Eine Stunde vor Ort oder per Video. Drei Use-Cases: Sitzung starten, beenden, Notfall-Trennung.
Schriftliche Doku
PDF mit Zugängen (separat), Notfall-Plan, Ansprechpartner. Aktualisierung bei Änderungen.
Wartung auf Wunsch
Updates prüfen, Lizenzen verlängern, Sicherheits-Vorfälle beobachten – fortlaufend.
So funktioniert's
So lösen wir Ihr Problem per Fernwartung – in vier einfachen Schritten.
Anfrage senden
Sie beschreiben Ihr Problem
Verbindung herstellen
Sicherer Zugriff auf Ihren PC
Problem beheben
Wir lösen es vor Ihren Augen
Ergebnis bestätigt
Alles läuft – und Sie wissen warum
Beschreiben Sie Ihr Anliegen
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Sehen Sie auch dann meinen Bildschirm, wenn ich nicht zustimme?
Nein. Bei jeder professionellen Fernwartungs-Software muss eine Sitzung explizit gestartet werden – meist durch eine ID und ein einmaliges Passwort, das Sie uns mitteilen. Sobald Sie die Sitzung beenden (mit einem Klick auf das X), endet auch unser Zugriff. Bei Werkzeugen mit dauerhaftem Zugriff (unbeaufsichtigte Wartung) gibt es zusätzlich die Pflicht, dass Sie diesen Zugriff einmal aktiv eingerichtet haben.
Wie läuft eine Fernwartungs-Sitzung bei Ihnen ab?
Im Erstgespräch klären wir Ihr Anliegen und den Scope: Welches Werkzeug nutzen Sie, welche Daten liegen auf dem Gerät, welche Schutzstufe ist nötig. Danach senden wir Ihnen ein schriftliches Angebot. Während der Sitzung sehen Sie jeden Klick mit, das Sitzungs-Protokoll läuft mit, und nach Abschluss bekommen Sie ein PDF-Protokoll per Mail mit Was-wurde-gemacht, Was-wurde-geändert und Was-empfehlen-wir-noch. Typische Probleme (Outlook-Reparatur, Drucker-Einrichtung, Software-Installation, Erst-Diagnose) sind in 15 bis 30 Minuten erledigt.
Welches Werkzeug empfehlen Sie für Privatpersonen?
Für gelegentliche Hilfe ist die abgespeckte Frei-Variante von TeamViewer oder AnyDesk meist ausreichend. Wenn Sie regelmäßig zwischen mehreren eigenen Geräten wechseln (Laptop, Heim-PC, Eltern-PC) und mehr Komfort wollen, ist AnyDesk Solo eine saubere Lösung. Für reine Selbst-Hilfe (eigene Rechner) reicht oft Microsoft Remote Desktop in Windows Pro.
Ist TeamViewer wirklich noch sicher?
Ja, mit Einschränkung. Den Sicherheits-Vorfall von 2016 (gestohlene Endkunden-Konten) hat TeamViewer aufgearbeitet, das Unternehmen ist heute BSI-zertifiziert und ISO 27001 konform. Wir empfehlen aber, Zwei-Faktor-Authentifizierung verbindlich einzuschalten, eindeutig benannte Geräte zu pflegen und Sitzungs-Aufzeichnung zu aktivieren. Ohne diese drei Schritte ist kein Werkzeug wirklich sicher – egal welcher Hersteller.
Kann ich Fernwartung komplett auf eigenem Server betreiben?
Ja. Mit RustDesk OSS richten wir Ihnen einen eigenen Vermittler-Server ein, üblicherweise auf einem kleinen Linux-Server in einem deutschen Rechenzentrum (Hetzner, IONOS, STACKIT). Sie tragen die laufenden Server-Kosten plus unsere einmalige Einrichtung. Vorteil: Die Verbindungs-Daten verlassen Ihre Kontrolle nie. Auch ISL Online und TeamViewer Tensor bieten On-Premises-Varianten – Konditionen klären wir auf Anfrage.
Was passiert mit Daten, die ich während einer Fernwartung übertrage?
Bei seriösen Werkzeugen werden Bildschirm-Inhalte und Tastatur-Eingaben Ende-zu-Ende verschlüsselt, üblicherweise mit AES-256. Die Datei-Übertragung läuft über denselben Tunnel. Was wo zwischen-gespeichert wird, hängt vom Anbieter ab – TeamViewer, AnyDesk und ISL Online speichern Sitzungs-Daten in Europa, US-Anbieter wie Splashtop und ScreenConnect in den USA. Für sehr sensible Daten ist der Self-Hosting-Weg deshalb oft die sauberste Lösung.
Brauche ich für eine professionelle Fernwartung einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AVV)?
Sobald wir auf Geräte zugreifen, auf denen personenbezogene Daten Ihrer Kunden, Mitarbeiter oder Patienten liegen, ja. Den AVV mit uns als Dienstleister haben wir vorbereitet (Vorlage nach Artikel 28 DSGVO, sechs Seiten). Zusätzlich brauchen Sie einen AVV mit dem Hersteller des Fernwartungs-Werkzeugs – den holen wir beim Hersteller ein und legen ihn Ihnen unterschrift-bereit hin.
Funktioniert Fernwartung auch über schlechte Verbindungen?
Erstaunlich gut. AnyDesk und RustDesk arbeiten effizient mit nur wenigen Hundert Kilobit pro Sekunde – das reicht für eine flüssige Sitzung. Bei sehr schlechten Mobilfunk-Verbindungen senken wir die Bildschirm-Qualität auf Schwarz-Weiß und reduzieren die Bildrate. Eine reine Datei-Übertragung läuft auch dann noch zuverlässig.
Was, wenn der Stamm-IT-Mitarbeiter unerreichbar ist?
Genau dafür schreiben wir die schriftliche Dokumentation. Darin steht, wer mit welcher Lizenz auf welche Geräte zugreifen kann, wie eine Sitzung im Notfall beendet wird und welcher externe Ansprechpartner zur Verfügung steht. Wenn Sie unsere Wartung dazu buchen, sind wir der Notfall-Ansprechpartner – erreichbar montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.
Kann ich später vom einen Werkzeug zu einem anderen wechseln?
Ja, der Wechsel ist möglich, kostet aber Aufwand. Sie haben in jedem Werkzeug ein Adressbuch mit Geräten und Zugangsdaten – diese müssen sauber migriert werden. Plan: Lizenz für 30 Tage parallel laufen lassen, neues Werkzeug auf allen Geräten installieren, Mitarbeiter schulen, dann altes abschalten. Für eine 25-Geräte-Umgebung kalkulieren wir typischerweise einen halben Arbeitstag.
Funktioniert Fernwartung auch auf Smartphones und Tablets?
Ja, mit Einschränkungen. iOS lässt aus Datenschutz-Gründen nur Bildschirm-Anzeige zu, keine Steuerung – für eine Anleitung „klicken Sie hier" reicht das aber. Android ist je nach Hersteller komplett steuerbar (Samsung mit Knox, Lenovo, Huawei) oder nur anzeig-bar. TeamViewer und AnyDesk haben hier den größten Funktionsumfang. Bei Android-Geräten in Firmen-Verwaltung (MDM) ist die Steuerung meist möglich.
Brauche ich überhaupt ein bezahltes Werkzeug, wenn ich nur ab und zu Hilfe brauche?
Nein. Für gelegentliche Selbst-Hilfe oder Familien-Support reicht die abgespeckte Frei-Variante – TeamViewer und AnyDesk erlauben das ausdrücklich für private Nutzung. Sobald Sie aber im geschäftlichen Kontext arbeiten (auch als Freiberufler oder Kleinunternehmer), verlangen die Hersteller eine kommerzielle Lizenz. Bei sehr seltener Nutzung kann eine Pay-per-Use-Lizenz wie ISL Online (pro Jahr ohne monatliche Mindestgebühr) das passendere Modell sein als ein laufendes Abo.
Was unterscheidet eine Fernwartungs-Software von einem Fernwartungs-Dienst?
Eine Fernwartungs-Software ist das reine Werkzeug (TeamViewer, AnyDesk, RustDesk, ISL Online). Sie laden es herunter, installieren es, kümmern sich selbst um Lizenz, Updates, Sicherheits-Einstellungen, AVV und Mitarbeiter-Schulung. Ein Fernwartungs-Dienst ist die Kombination aus Werkzeug + Mensch: Ein Dienstleister wählt das passende Werkzeug aus, richtet es sicher ein, übernimmt die Datenschutz-Dokumentation und ist im Problemfall ansprechbar. Bei uns ist beides eine Leistung – die Software-Auswahl ist Teil der Beratung.
Geht Fernwartung über das Internet sicher – oder braucht es zwingend ein VPN?
Eine seriöse Fernwartungs-Software arbeitet auch über das offene Internet sicher: Die Sitzung wird Ende-zu-Ende verschlüsselt (üblicherweise AES-256), nur Bildschirm-Daten und Tastatur-Eingaben passieren den Tunnel. Ein zusätzliches VPN ist trotzdem in zwei Fällen sinnvoll: Wenn die Fernwartung dauerhaft (unbeaufsichtigt) eingerichtet ist und Sie das Risiko eines kompromittierten Servers des Herstellers ausschließen wollen, oder wenn Sie auf interne Ressourcen jenseits des einen Rechners zugreifen müssen. Für die Einzel-Sitzung „mal eben helfen" reicht das Werkzeug allein.
Gibt es eine Fernwartung ohne Installation auf dem Kunden-Rechner?
Ja. TeamViewer QuickSupport, AnyDesk Portable und ISL Light Web-Start laufen als einmalig ausgeführte Datei ohne Installation – nach Sitzungs-Ende bleibt nichts auf dem Rechner zurück. Das ist die richtige Wahl, wenn Sie jemandem einmalig helfen wollen oder wenn auf dem Ziel-Rechner keine Software-Installation erlaubt ist (Firmen-Laptop, Kiosk-System). Für regelmäßige unbeaufsichtigte Wartung empfehlen wir aber die volle Installation, weil sie stabilere Verbindungen und sicherere Konfigurations-Optionen erlaubt.
Wie lässt sich eine Fernwartung sauber aufzeichnen und dokumentieren?
Aufzeichnen: TeamViewer, AnyDesk, ISL Online und ScreenConnect bringen eine Sitzungs-Aufzeichnung als Funktion mit – wir schalten sie bei der Einrichtung standardmäßig an. Die Video-Datei wird lokal beim Helfer gespeichert und bei uns nach 30 Tagen automatisch gelöscht (so es Ihre Aufbewahrungsfrist erlaubt). Dokumentieren: Zusätzlich legen wir ein Sitzungs-Protokoll an (Datum, Uhrzeit, Dauer, beteiligte Personen, durchgeführte Schritte, Ergebnis) und schicken es als PDF per Mail. Pflicht-Inhalt ist das bei Berufsgeheimnis-Trägern (Ärzte, Kanzleien, Steuerberater) – nice-to-have für alle anderen, weil es Folge-Fragen erleichtert.
Fernwartung im Netzwerk: Was kommt zur reinen Bildschirm-Sitzung dazu?
Eine Fernwartung im Netzwerk-Sinn schließt ein, dass wir nicht nur auf einen einzelnen Arbeitsplatz schauen, sondern auch Server, Drucker, Switch, Firewall oder NAS untersuchen können. Dafür reicht das reine Bildschirm-Werkzeug nicht – wir verbinden uns über VPN ins lokale Netz und nutzen dann SSH, RDP oder die Web-Oberfläche des Geräts. Wir richten den Zugang nach dem Prinzip „so wenig Rechte wie nötig" ein: kein dauerhafter Vollzugriff, sondern zeitlich begrenzte Service-Tunnel mit Sitzungs-Protokoll.
Fernwartung-Datenschutz: Was verlangt die DSGVO konkret?
Drei Pflichten gleichzeitig: Erstens ein Auftragsverarbeitungs-Vertrag nach Artikel 28 DSGVO mit dem Software-Hersteller (bei US-Anbietern zusätzlich SCC-Klauseln). Zweitens ein AVV mit dem Dienstleister, der die Fernwartung durchführt – also auch mit uns. Drittens eine Information an Ihre Betroffenen, dass und durch wen Fernwartung erfolgt; bei Mitarbeiter-Geräten gehört das in die Betriebs-Vereinbarung. Praktisch heißt das: Verschlüsselung, Sitzungs-Protokoll, eindeutige Identifikation der zugreifenden Person, klar definierte Aufbewahrungs-Fristen für Aufzeichnungen.
Welche Fernwartungs-Software unterstützt einen offenen Quellcode – und warum ist das relevant?
RustDesk ist die bekannteste Open-Source-Fernwartung (über 113.000 GitHub-Sterne) und für viele Datenschutz-Beauftragte die erste Wahl, weil der Code öffentlich überprüfbar ist und Sie den Vermittlungs-Server selbst betreiben können. Relevant ist das, wenn Sie nicht nur dem Anbieter, sondern auch dem Bereitstellungs-Weg vertrauen müssen – bei Berufsgeheimnis-Trägern, kommunalen Einrichtungen oder Forschungs-Projekten. Alternative: MeshCentral, ebenfalls Open Source, technisch reifer im Bereich Geräte-Management, aber komplexer in der Erst-Einrichtung.