TeamViewer wird teuer – so wechseln Sie auf RustDesk
Wer TeamViewer nur privat benutzt, bekommt seit einiger Zeit vermehrt eine unangenehme Meldung: „Kommerzielle Nutzung erkannt“, plötzlich Verbindungsabbrüche, Druck auf den Abschluss eines Business-Tarifs ab 29 Euro im Monat. Wer schon zahlt, sieht die Preise jährlich steigen. Gleichzeitig gibt es seit einigen Jahren eine ernstzunehmende Alternative, die sich 2026 endgültig etabliert hat: RustDesk. Open Source, selbst hostbar, technisch ausgereift – und für die meisten privaten und kleinbetrieblichen Anwendungen ohne Abo nutzbar.
Woran man merkt, dass TeamViewer nicht mehr passt
Das erste Zeichen ist meistens die Erkennung als „kommerzielle Nutzung“. TeamViewer prüft anhand von Heuristiken, ob ein Rechner geschäftlich eingesetzt wird – geprüft werden Dinge wie häufige Verbindungen zu verschiedenen Gegenstellen, Verbindungen zu Domänen-Rechnern oder schlicht die Menge der Sitzungen pro Tag. Das Problem: Diese Heuristik schlägt auch bei Privatleuten an, die ihren Eltern helfen, gelegentlich den Nachbarn unterstützen oder mehrere eigene Rechner fernbedienen. Die Folge sind Verbindungen, die nach wenigen Sekunden abgebrochen werden, und die Aufforderung, einen kommerziellen Tarif abzuschließen.
Dazu kommen jährliche Preiserhöhungen. Der Einstiegstarif für kleine Firmen kostet inzwischen deutlich über 300 Euro im Jahr, und das ohne die Funktionen, die wirklich praktisch wären (automatische Updates, Geräte-Monitoring, mehrere Techniker parallel). Für eine Ein-Personen-IT oder einen Privathaushalt, der gelegentlich Hilfe leistet, steht diese Summe in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Der dritte Punkt ist Datenschutz. TeamViewer läuft über eigene Rechenzentren, und obwohl die Verbindung verschlüsselt ist, sitzen die Server in einem Land, in dem Unternehmen zur Herausgabe von Metadaten verpflichtet sein können. Für Privatnutzer uninteressant, für Anwälte, Ärzte oder Behauptungsbetreuer schon relevanter.
Was RustDesk anders macht
Open Source. Der komplette Quellcode von RustDesk liegt auf GitHub. Wer technisch versiert ist, kann prüfen, was genau passiert, wenn eine Verbindung aufgebaut wird. Wer nicht selbst prüft, profitiert davon, dass es andere tun – unabhängige Sicherheitsforscher, Firmen, Einzelpersonen. Bei kommerziellen Anbietern ist diese Prüfung nicht möglich, man muss ihnen glauben.
Selbst hostbar. RustDesk besteht aus zwei Teilen: dem Programm auf den beteiligten Geräten, und einem Vermittlungs-Server (Relay), der die Verbindung zwischen ihnen herstellt. Diesen Relay-Server kann man entweder über die öffentlichen RustDesk-Server laufen lassen (ohne Kosten, ohne Einschränkungen) oder auf einem eigenen Server, zum Beispiel bei All-Inkl, Hetzner oder einem virtuellen Server. Damit läuft der komplette Datenverkehr über Infrastruktur, die man selbst kontrolliert.
Keine Nutzungs-Erkennung. RustDesk versucht nicht, privat von geschäftlich zu unterscheiden. Es gibt keine plötzlichen Verbindungsabbrüche, keine Warnmeldungen, keine Sitzungslimits. Wer 50 Kundenrechner pro Tag fernwartet, kann das tun, ohne dass sich die Software quer stellt.
Alle gängigen Plattformen. Windows, macOS, Linux, Android, iOS, sogar im Browser. Die iOS-Version ist lesend (man kann sich vom iPhone aus auf andere Rechner aufschalten, aber der iPhone-Bildschirm selbst kann nur angesehen, nicht bedient werden – das ist eine Apple-Einschränkung, die alle Fernwartungs-Tools betrifft).
So installieren Sie RustDesk richtig
Wichtig ist von Anfang an die Quelle. Die offizielle Projektseite ist rustdesk.com. Alternativ gibt es die Installationsdateien auf GitHub unter github.com/rustdesk/rustdesk/releases. Nicht auf Chip oder anderen Download-Portalen laden – dort tauchen manchmal manipulierte Versionen auf.
Nach dem Start meldet das Programm zwei Werte: eine ID (neunstellige Zahl) und ein Passwort (das bei jedem Neustart wechselt, wenn man nichts anderes einstellt). Mit diesen beiden Angaben kann sich ein anderer RustDesk-Nutzer auf diesen Rechner aufschalten – genau wie bei TeamViewer, nur dass dort die ID neun Ziffern hat und das Passwort vier Stellen.
Die Installation bietet zwei Modi: portabel (RustDesk läuft nur, solange es gestartet ist) oder als Dienst (RustDesk startet automatisch mit Windows und ist jederzeit erreichbar). Für einen Rechner, der regelmäßig betreut werden soll (etwa der Rechner der Eltern), ist die Dienst-Installation sinnvoll. Für gelegentliche Hilfe reicht die portable Variante.
Ein Punkt, der vielen am Anfang nicht auffällt: das permanente Passwort. In den Einstellungen lässt sich statt eines wechselnden Einmal-Passworts ein festes Passwort vergeben. Das ist für Geräte, die man selbst regelmäßig aus der Ferne steuert, praktisch – man muss nicht jedes Mal jemanden bitten, das neue Passwort durchzugeben. Für Kunden-Fernwartung ist das wechselnde Passwort sicherer.
Erste Verbindung aufbauen – Schritt für Schritt
Die Fernwartung läuft in zwei Rollen: Wer Hilfe braucht, ist der „Betrachtete“, wer hilft, ist der „Betrachter“. Auf beiden Seiten muss RustDesk laufen.
Schritt 1: Auf dem Rechner, der Hilfe braucht, RustDesk starten. Auf der linken Seite des Fensters stehen ID und Passwort. Beides telefonisch oder per Chat durchgeben.
Schritt 2: Auf dem helfenden Rechner RustDesk starten. Ins Feld „Steuer-ID“ die neunstellige ID eingeben und auf „Verbinden“ klicken.
Schritt 3: RustDesk fragt nach dem Passwort. Das mitgeteilte Passwort eingeben.
Schritt 4: Die Verbindung steht. Der helfende Rechner sieht den Bildschirm des anderen und kann Maus und Tastatur steuern. Am oberen Bildrand gibt es eine Werkzeugleiste mit Optionen für Dateitransfer, Chat, Vollbild und Trennung.
Das war es im Wesentlichen. Für den einfachen Hilfefall ist die Bedienung identisch zu TeamViewer, die Umstellung für beide Seiten geht in einer Minute.
Wechsel von TeamViewer auf RustDesk begleitet
Wir installieren RustDesk auf Ihren Geräten und den Rechnern Ihrer Kunden oder Familie, richten bei Bedarf einen eigenen Relay-Server ein und zeigen Ihnen die wichtigsten Funktionen im Alltag. Per Fernwartung, ab 29 Euro.
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Wann sich ein eigener Relay-Server lohnt
Die öffentlichen RustDesk-Server (rs-ny.rustdesk.com und andere) sind für private und gelegentliche Nutzung kostenlos. Für wen reicht das? Für Privatleute immer, für Kleinstbetriebe meistens. Ab einer gewissen Nutzungsfrequenz oder bei erhöhten Datenschutzansprüchen ist ein eigener Server sinnvoll.
Die Gründe für einen eigenen Relay:
Geschwindigkeit. Die öffentlichen Server stehen in verschiedenen Ländern, meistens New York und Singapur. Eine Verbindung zwischen zwei Rechnern in Deutschland läuft dann manchmal über die USA, was die Reaktionszeit spürbar erhöht. Ein eigener Server in Deutschland, zum Beispiel bei All-Inkl, macht die Fernwartung deutlich flüssiger.
Datenschutz. Auch wenn die Verbindung verschlüsselt ist, wissen die öffentlichen Server, wer sich wann mit wem verbindet (Metadaten). Ein eigener Server, auf dem man selbst Administrator ist, sammelt diese Daten entweder gar nicht oder löscht sie sofort.
Kontrolle. Die öffentlichen Server können ohne Vorwarnung abgeschaltet werden oder überlastet sein. Wer geschäftlich auf RustDesk angewiesen ist, möchte nicht davon abhängig sein.
Die technische Einrichtung ist moderat: ein kleiner Linux-Server (etwa 5 Euro/Monat bei Hetzner Cloud, All-Inkl oder ähnlichen Anbietern), die RustDesk-Server-Pakete installiert, einmal eine IP-Adresse in den RustDesk-Einstellungen hinterlegt – fertig. Wer das nicht selbst machen möchte, bekommt es in etwa einer Stunde per Fernwartung eingerichtet.
Was RustDesk (noch) nicht kann
Ganz ehrlich: Es gibt Bereiche, in denen TeamViewer weiter vorne liegt. Für die allermeisten Nutzer irrelevant, für Einzelne aber entscheidend.
Zentrale Verwaltung vieler Geräte. Wer als IT-Dienstleister Hunderte von Rechnern betreut und eine Oberfläche braucht, die alle Geräte samt Status, Updates und Fernsteuerung an einem Ort zeigt, bekommt das bei RustDesk nicht in dem Komfort wie bei TeamViewer Remote Management. Dafür braucht man entweder Zusatzwerkzeuge oder bleibt bei kommerziellen Lösungen.
Automatische Updates der Endgeräte. RustDesk muss auf jedem Gerät manuell aktualisiert werden. TeamViewer kann Updates automatisch ausrollen. Für 5 Rechner egal, für 50 anstrengend.
Meetings und Video-Konferenzen. TeamViewer hat inzwischen Meeting-Funktionen eingebaut. RustDesk ist reine Fernwartung, kein Zoom-Ersatz.
Ausgereifte iOS-Steuerung. Auf iPhones und iPads kann RustDesk den Bildschirm nur lesen, nicht bedienen. Das ist eine Apple-Einschränkung, die alle Tools betrifft – TeamViewer kann es auch nicht richtig. Aber die Umsetzung ist bei TeamViewer etwas eleganter.
Wann Sie es selbst schaffen – und wann nicht
Der einfache Fall: Sie nutzen TeamViewer privat, helfen gelegentlich Familie oder Nachbarn und möchten nicht mehr jedes Mal den Hinweis auf kommerzielle Nutzung sehen. RustDesk herunterladen, bei sich und der Gegenstelle installieren, einmal die Verbindung testen – fertig. Das schafft jeder in einer halben Stunde, auch ohne IT-Hintergrund.
Schwieriger wird es, wenn weitere Anforderungen dazukommen:
Mehrere Rechner, die dauerhaft erreichbar sein sollen. Etwa der PC der Eltern, der Büro-Rechner, der Laptop des Partners. Hier muss RustDesk auf jedem Gerät als Dienst eingerichtet werden, ein festes Passwort vergeben und die Firewall entsprechend konfiguriert werden. Machbar, aber nicht trivial.
Eigener Relay-Server. Wer den Datenverkehr nicht über öffentliche RustDesk-Server laufen lassen will, muss einen Linux-Server mieten, die RustDesk-Server-Komponenten installieren und die Einstellungen anpassen. Das ist ein klar abgegrenztes, aber nicht triviales IT-Projekt.
Betrieb im Firmen-Netzwerk. In vielen Firmen-Netzwerken verhindern Firewalls oder Proxy-Server den Aufbau der RustDesk-Verbindung. Hier muss der Netzwerk-Administrator bestimmte Ports öffnen oder Ausnahmen einrichten. Das ist keine RustDesk-Spezifikation, sondern betrifft alle Fernwartungs-Tools.
Wer sich unsicher ist, welche Variante zum eigenen Bedarf passt – für den lohnt sich ein kurzer Blick von außen. Wir installieren RustDesk in einer halben Stunde per Fernwartung, richten bei Bedarf einen eigenen Server ein und zeigen Ihnen die wichtigsten Funktionen. Persönlich, ab 29 Euro.
Alternativen zu RustDesk – kurz erwähnt
Nicht jeder passt zu RustDesk. Drei Alternativen, die je nach Szenario sinnvoll sein können:
AnyDesk. Ebenfalls deutsch (Stuttgart), technisch sehr ausgereift, etwas hübscher als RustDesk. Aber: gleiches Geschäftsmodell wie TeamViewer, mit Abo-Zwang für alles, was über Gelegenheitsnutzung hinausgeht. Wenn man eh bezahlen will, oft die bessere Wahl als TeamViewer – wer sparen will, landet bei RustDesk.
Microsoft Remote Desktop. Für alle, die nur zwischen eigenen Windows-Rechnern im Heimnetzwerk fernsteuern wollen. Technisch sauber, ohne Zusatzprogramme, aber beschränkt auf bestimmte Windows-Versionen (Pro oder Enterprise) und nur mit Einrichtungsaufwand über das Internet hinweg nutzbar.
Chrome Remote Desktop. Die einfachste Notlösung: einmal im Chrome-Browser auf beiden Seiten anmelden, Erweiterung installieren, Code eingeben. Für einmalige Hilfe praktisch, für regelmäßigen Einsatz aber zu wenig Komfort.
Wer sich aktiv von TeamViewer lösen will, landet bei RustDesk. Für Sonderfälle gibt es andere Werkzeuge – aber die Mehrheit kommt mit RustDesk im Alltag besser zurecht als mit jeder kommerziellen Lösung, die monatlich Geld kostet.
Häufig gestellte Fragen
Ist RustDesk wirklich ohne Kosten nutzbar?
Für private Nutzung und kleine Anwendungen ja, unbegrenzt. Die öffentlichen RustDesk-Server stehen kostenlos zur Verfügung, es gibt kein Zeitlimit pro Sitzung, keine Wasserzeichen, keine „kommerzielle Nutzung erkannt“-Warnung wie bei TeamViewer. Wer einen eigenen Server (Relay) betreiben möchte, zahlt nur die Serverkosten, meistens 5 bis 10 Euro im Monat.
Taugt RustDesk auch für den geschäftlichen Einsatz?
Ja, aber mit einer klaren Empfehlung: Ab dem Moment, wo Sie regelmäßig auf Kundenrechner zugreifen, sollten Sie einen eigenen Relay-Server aufsetzen. Das ist technisch nicht schwer, kostet wenige Euro im Monat und sorgt dafür, dass die Verbindungen nicht über öffentliche Server laufen. Für Unternehmen mit Compliance-Anforderungen ist das ohnehin Pflicht.
Wie sicher ist RustDesk im Vergleich zu TeamViewer?
Technisch gleichwertig. Beide verschlüsseln die Verbindung Ende-zu-Ende. Bei RustDesk haben Sie als Open-Source-Projekt den Vorteil, dass der Quellcode öffentlich einsehbar ist – unabhängige Sicherheitsforscher können also prüfen, dass wirklich nur das passiert, was versprochen wird. TeamViewer hatte in den letzten Jahren mehrere Sicherheitsvorfälle, bei denen Konten übernommen wurden.
Kann ich TeamViewer und RustDesk parallel nutzen?
Problemlos. Beide Programme stören sich nicht. Viele wechseln schrittweise: erst RustDesk für eigene Geräte einrichten, dann langsam Kunden überzeugen. Für einen Übergang von mehreren Monaten ist das eine praxistaugliche Lösung.
Können Sie mir den Wechsel einrichten?
Ja. Wir installieren RustDesk auf Ihren Geräten und den Rechnern, auf die Sie zugreifen wollen, richten bei Bedarf einen eigenen Relay-Server ein und zeigen Ihnen die wichtigsten Funktionen. Per Fernwartung, ab 29 Euro.
Sie zahlen nur bei Erfolg
Können wir Ihr Problem nicht lösen, berechnen wir Ihnen nichts. So einfach ist das.
Alle angegebenen Preise sind Endpreise. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet und daher nicht ausgewiesen.
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