Berufs- und Produkthaftpflicht über Hiscox – was das für unsere Kunden bedeutet
Wir sind ein kleiner Werkstatt-Betrieb. Ein Mensch, eine Domain, ein Auftragsbuch. Wenn bei der Fernwartung etwas schiefläuft, wenn eine ausgelieferte Sensor-Box einen Stromausfall verursacht, wenn ein KI-Agent eine Falschauskunft gibt – dann steht im Zweifel ein einzelner Solo-Selbstständiger mit seinem Privatvermögen gerade. Das ist die Realität von Solo-Anbietern in Deutschland.
Genau deshalb haben wir uns für eine Kombi-Police bei Hiscox entschieden, die Berufs- und Produkthaftpflicht abdeckt. Diese Notiz erklärt offen, was diese Police leistet, was sie nicht leistet – und warum das auch für Sie als Kunde relevant ist.
Drei Schadenkategorien, die einen Solo-Anbieter ruinieren können
Vermögensschaden
Wir liefern verspätet, der Online-Shop steht zwei Tage länger still als zugesagt. Dem Kunden entgehen Umsätze. Klassischer Vermögensschaden – gedeckt durch die Berufshaftpflicht.
Personen- und Sachschaden
Eine ausgelieferte Sensor-Box kommt bei Ihnen an und verursacht durch einen Verarbeitungsfehler einen Kurzschluss. Sachschaden im Schaltschrank – gedeckt durch die Produkthaftpflicht.
KI- und Datenschutz-Risiko
Eine von uns betriebene KI verarbeitet personenbezogene Daten und es passiert ein Datenschutzfehler. Der Kunde fordert Schadenersatz. Mitversichert in der Berufshaftpflicht – eine Erweiterung, die viele Tarife noch nicht enthalten.
Warum wir Hiscox ausgesucht haben
Hiscox ist seit über 30 Jahren in Deutschland mit Büros in München, Hamburg, Köln und Frankfurt vertreten. Das Mutterhaus existiert seit 1901 mit Lloyd’s-of-London-Wurzel und ist an der London Stock Exchange notiert. Im IT-Segment ist Hiscox seit Jahren der Marktführer für Solo-Anbieter, Freelancer und kleine Agenturen.
Der entscheidende Punkt für uns war aber nicht die Größe, sondern der Leistungsumfang. Mit drin sind:
- Service Level Agreements – wenn wir eine Verfügbarkeit zusichern und sie nicht halten können.
- Verzögerungsschäden – wenn ein Projekt sich verzieht und dem Kunden Folgekosten entstehen.
- Urheber-, Marken- und Lizenzrechtsverletzungen – die häufigste Quelle von Abmahnungen im Web-Bereich.
- KI-Risiken automatisch mitversichert – Ansprüche Dritter aus dem Nutzen oder Bereitstellen von KI-Anwendungen. Genau das, was bei Julia, FINN und unserem KI-Lösungen-Katalog relevant wird.
- Vertragliche Haftpflichtansprüche, nicht nur gesetzliche – was bei B2B-Kunden mit eigenen AGB wichtig ist.
- Passiver Rechtsschutz – Hiscox wehrt unberechtigte Ansprüche auch vor Gericht ab.
Was die Police konkret deckt
Stellen Sie sich vor, wir betreuen Ihre IT remote. Ein Update geht schief, ein Server ist eine Stunde nicht erreichbar, in dieser Stunde fallen Bestellungen aus, die nachweislich verloren gehen. Bei nachweisbarem Schaden würde Hiscox prüfen, ob ein Anspruch besteht, und im Fall einer berechtigten Forderung im Rahmen der Deckungssumme regulieren. Sie laufen nicht hinter einem Solo-Anbieter her, der „leider keinen Liquiditätsspielraum für Schadensersatz“ hat.
Genauso bei der Hardware-Linie: Wenn eine Drift-Wächter-Box bei Ihnen einen Stromschaden verursacht, springt die Produkthaftpflicht ein. Bei reinen Funktionsausfällen der Box selbst gilt unsere Garantie und Gewährleistung – das ist ein anderer Mechanismus, aber genauso vertraglich abgesichert.
Was die Police nicht deckt
Drei Bereiche bleiben ausdrücklich außen vor:
Vorsätzliche Pflichtverletzungen. Wer wissentlich falsch liefert, ist nicht geschützt. Das ist auch richtig so.
Reine Vertragserfüllung und Gewährleistung. Wenn eine Software nicht das tut, wofür sie bezahlt wurde, müssen wir nachbessern oder zurückzahlen – keine Versicherung der Welt nimmt uns das ab.
Geldstrafen und Bußgelder. Wenn eine Behörde uns wegen einer DSGVO-Pflichtverletzung mit einem Bußgeld belegt, ist das unser Problem, nicht das von Hiscox.
Cyber-Schäden bei uns selbst – etwa wenn unsere eigenen Systeme verschlüsselt werden – sind in unserem aktuellen Setup nicht über eine separate Cyber-Police gedeckt. Das ist ein bewusster Verzicht: Wir betreiben kein eigenes Rechenzentrum, alle kritischen Daten liegen bei spezialisierten Hostern (Hetzner Falkenstein, All-Inkl), und wir haben keine kundenrelevanten personenbezogenen Datenbestände, deren Verlust einen Cyber-Schaden auslösen würde.
Was es für Sie als Kunde bedeutet
Im Klartext: Wenn aus unserer Arbeit Ihnen ein Schaden entsteht, müssen Sie nicht hoffen, dass ein einzelner Solo-Anbieter Liquidität hat. Ein etablierter, börsennotierter Versicherer prüft den Vorgang und reguliert oder weist begründet ab. Sie haben einen Ansprechpartner mit Substanz.
- Bei Erstauftrag mit Datenverarbeitung schicken wir Ihnen unseren Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit. Der ist die rechtliche Klammer für alle Datenschutz-Themen.
- Auf Anfrage bekommen Sie eine Versicherungsbestätigung von Hiscox per E-Mail – etwa wenn Ihre Beschaffung eine entsprechende Freigabe verlangt.
- Im Schadenfall melden wir den Vorgang direkt an Hiscox. Sie kommunizieren entweder weiter mit uns oder direkt mit dem Hiscox-Schadenteam – das entscheiden wir gemeinsam.
Versicherung ist kein Ersatz für Sorgfalt
Eine Versicherung ist eine Auffanglinie. Sie ändert nichts daran, dass wir bei jedem einzelnen Auftrag genau hinschauen, bei jeder Fernwartungs-Sitzung dokumentieren, bei jedem Hardware-Versand testen, bei jedem KI-Agent-Update validieren. Die Police entlastet im Schadenfall – sie ersetzt nicht die Werkstatt-Mentalität, dass man sich seine Arbeit nochmal anschaut, bevor man Feierabend macht.
Genau deshalb steht der Hinweis auf die Versicherung jetzt im Footer aller Seiten: nicht als Werbung, sondern als ehrliches Vertrauenssignal. Wer einen Solo-Anbieter beauftragt, hat ein Recht zu wissen, was im Worst Case passiert. Die Antwort lautet: ein etablierter Versicherer prüft, reguliert oder wehrt ab. Sie laufen nicht ins Leere.
Häufige Fragen
Was deckt eine IT-Berufshaftpflicht überhaupt ab?
Vermögensschäden, die Dritten durch unsere Arbeit entstehen – also rein finanzielle Schäden ohne dass eine Person verletzt oder eine Sache beschädigt wurde. Klassisches Beispiel: Eine Migration zieht sich, der Online-Shop steht zwei Tage länger still als zugesagt, dem Kunden entgehen Umsätze. Oder: Wir liefern eine fehlerhafte Schnittstelle aus, der Kunde rechnet eine Woche lang falsche Beträge ab. Das sind Vermögensschäden – und genau dafür ist die Berufshaftpflicht da.
Was ist der Unterschied zur Produkthaftpflicht?
Die Produkt- bzw. Betriebshaftpflicht greift bei Personen- und Sachschäden. Wenn etwa eine von uns gelieferte Sensor-Box wegen eines Verarbeitungsfehlers Feuer fängt und einen Schrank beschädigt, oder wenn ein Kunde im Rahmen einer Vor-Ort-Schulung über ein Kabel stolpert. Wir haben beide Sparten in einer Kombi-Police, weil unser Spektrum von reiner Beratung bis zu eigener Hardware reicht.
Warum gerade Hiscox und kein anderer Anbieter?
Hiscox ist im IT-Segment seit Jahren Marktführer in Deutschland und ist auf Solo-Anbieter, Freelancer und kleine Agenturen spezialisiert. Service Level Agreements, Verzögerungsschäden, Urheber- und Markenrechtsverletzungen sowie KI-Risiken sind in der Berufshaftpflicht von Hiscox direkt mit drin – also genau die Themen, die unseren Alltag prägen. Außerdem ist Hiscox börsennotiert (London Stock Exchange) und seit 1995 in Deutschland aktiv. Bei einer Versicherung, die im Ernstfall einspringen muss, zählt Substanz mehr als der niedrigste Beitrag.
Sind KI-Schäden mit abgedeckt?
Ja. Ansprüche Dritter aus dem Nutzen oder Bereitstellen von KI-Anwendungen sind im Rahmen unserer Berufshaftpflicht mitversichert. Konkret: Wenn unsere KI-Telefonassistentin Julia einen Termin falsch ausgibt und dem Kunden ein Schaden entsteht, oder wenn ein KI-generierter Text einen Markenrechtsverstoß enthält, greift die Police. Das ist relativ neu am Markt – viele Berufshaftpflicht-Tarife schließen KI-Risiken bisher noch aus.
Was ist im Schadensfall der Ablauf?
Wir melden den Vorfall direkt an Hiscox. Das Schadenteam prüft, ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht. Berechtigte Forderungen werden im Rahmen der Deckungssumme übernommen, unberechtigte Forderungen weist Hiscox zurück – bei Bedarf auch vor Gericht (passiver Rechtsschutz). Sie als Kunde bekommen entweder direkt eine Regulierung oder eine saubere Ablehnung mit Begründung. Sie laufen nicht ins Leere.
Was ist NICHT versichert?
Drei Bereiche bleiben ausdrücklich außen vor: erstens vorsätzliche Pflichtverletzungen – wer wissentlich falsch liefert, ist nicht geschützt, und das ist auch richtig so. Zweitens reine Vertragserfüllung und Gewährleistung – wenn etwas nicht funktioniert, müssen wir nachbessern, das macht keine Versicherung für uns. Drittens Geldstrafen und Bußgelder. Cyber-Schäden bei uns selbst (etwa wenn wir verschlüsselt werden) deckt eine separate Cyber-Police ab, die in unserem Setup aktuell nicht enthalten ist.
Brauche ich als Kunde zusätzlich einen AVV?
Wenn wir personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten – etwa bei Fernwartung, Hosting, Newsletter, Mitarbeiter-App, KI-Service – schließen wir mit Ihnen einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Der ist von der Versicherung unabhängig, aber er ist die rechtliche Klammer, ohne die ein Schadensfall im Datenschutz-Bereich gar nicht erst sauber zu verhandeln wäre. Unser AVV-Template liegt fertig bereit, wir senden es bei Erstauftrag mit.
Greift die Police auch bei Hardware-Verkäufen wie spuerwerk oder naturwerk?
Ja, das ist genau der Grund für die Kombi-Police. Wenn eine ausgelieferte Sensor-Box bei Ihnen einen Schaden verursacht – etwa weil ein Bauteil defekt ist und einen Kurzschluss auslöst – fällt das in die Produkthaftpflicht. Wichtig zu wissen: Versichert ist der Schaden, der durch die Hardware entsteht, nicht die Hardware selbst. Wenn Sie die Box selbst aus Versehen fallen lassen und sie geht kaputt, ist das ein klassischer Garantie- oder Gewährleistungsfall, kein Versicherungsfall.
Warum hängt das jetzt im Footer?
Weil es ein Vertrauenssignal ist, das man bei einem Solo-Anbieter aktiv einfordern darf. Sie geben uns bei Fernwartung kurzzeitig Zugang zu Ihrem Computer, vertrauen uns Daten Ihrer Mitarbeiter an, lassen uns an Ihrer Buchhaltungs-Pipeline arbeiten. Da gehört offen dargelegt, dass im Fehlerfall nicht „nur ein Solo-Selbstständiger ohne Sicherheitsnetz" haftet, sondern dass eine substantielle Versicherung im Rücken steht. Wer das nicht zeigt, hat es entweder nicht oder will es nicht zeigen – beides nicht ideal.
Müssen Sie als Kunde irgendwas tun?
Im Normalfall nichts. Bei Erstauftrag schicken wir Ihnen den AVV mit, falls Datenverarbeitung Teil des Projekts ist. Die Versicherung läuft im Hintergrund – Sie müssen sie nicht extra buchen, sich nicht registrieren, keine Bestätigung unterschreiben. Wenn Sie den Versicherungsnachweis (z. B. für eine Beschaffungsfreigabe in einem größeren Unternehmen) brauchen, schicken wir Ihnen die Bestätigung von Hiscox per E-Mail.
Versicherungsbestätigung für Ihre Beschaffung?
Wenn Ihre Einkaufsabteilung einen Versicherungsnachweis verlangt, schicken wir Ihnen die Bestätigung von Hiscox per E-Mail – in der Regel innerhalb eines Werktags. Der AVV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO liegt fertig bereit und kann mit dem Erstauftrag mitgeschickt werden.
Nachweis anfordernLetzte Aktualisierung: 5. Mai 2026 · Zurück zur Übersicht