Google Business Profile anlegen und einrichten – die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung
Sie haben ein Geschäft, eine Praxis oder einen Handwerksbetrieb – aber wenn jemand Ihren Namen bei Google eingibt, erscheint rechts neben den Suchergebnissen … nichts. Oder schlimmer: veraltete Informationen, falsche Öffnungszeiten, kein Foto. Ihr Google Business Profile (früher „Google My Business") ist die digitale Visitenkarte, die Kunden als Erstes sehen. Es ist entgeltfrei, dauert in der Einrichtung überschaubar lang – und macht trotzdem die meisten Betriebe nur halb. Diese Anleitung zeigt, wie Sie den Eintrag richtig anlegen, ein Konto erstellen, die Verifizierung überstehen und Fallen umgehen.
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Woran Sie erkennen, dass Ihr Profil nicht arbeitet
Suchen Sie Ihren eigenen Firmennamen bei Google. Erscheint rechts eine Box mit Logo, Adresse, Telefonnummer, Fotos und Bewertungen? Oder sehen Sie nur einen dünnen Eintrag mit einer Maps-Nadel und sonst nichts?
Ein unvollständiges Profil ist schlimmer als kein Profil. Google zeigt trotzdem etwas an – aber dann eben mit fehlenden Informationen, Fotos von Dritten (manchmal sogar von der Konkurrenz) oder Bewertungen, auf die niemand antwortet. Das wirkt nicht professionell. Und potenzielle Kunden klicken weiter.
Typische Warnsignale:
Keine oder falsche Öffnungszeiten: Kunden stehen vor verschlossener Tür – oder rufen gar nicht erst an, weil Google „Dauerhaft geschlossen" anzeigt.
Keine eigenen Fotos: Google füllt die Lücke mit Streetview-Bildern oder Nutzerfotos. Das Ergebnis ist selten schmeichelhaft.
Falsche Kategorie: Wenn Ihr Betrieb als „Computergeschäft" statt „IT-Dienstleister" eingetragen ist, finden Sie die falschen Kunden – oder gar keine.
Unbeantwortete Bewertungen: Jede Bewertung ohne Antwort ist eine verpasste Chance. Sowohl positive als auch negative.
Schritt für Schritt: So legen Sie ein Google Business Profile an
Zwei Dinge vorab: Sie brauchen ein Google-Konto (ein normales Gmail-Konto reicht) und ein paar Firmendaten (Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten). Rechnen Sie für die reine Einrichtung 20 bis 40 Minuten.
Schritt 1 – Prüfen, ob bereits ein Eintrag existiert. Suchen Sie bei Google nach Ihrem Firmennamen plus Ort. Erscheint rechts eine Box? Wenn ja, existiert der Eintrag bereits – automatisch generiert aus Daten wie Branchenverzeichnissen oder früheren Angaben. In dem Fall klicken Sie auf „Inhaber dieses Unternehmens?" oder „Eintrag beanspruchen". Einen neuen Eintrag anzulegen, obwohl schon einer existiert, führt zu Duplikaten – und die bestraft Google mit schlechterer Sichtbarkeit.
Schritt 2 – Konto anlegen oder einloggen. Öffnen Sie business.google.com und melden sich an. Wenn Sie noch kein Google-Konto haben, erstellen Sie eines. Empfehlung: Nutzen Sie für die Firma kein rein persönliches Gmail, sondern legen Sie ein separates Konto an (z. B. info@ihrefirma.de). So können Sie das Profil später einfacher an einen Mitarbeiter oder Nachfolger übergeben.
Schritt 3 – Firmenname eingeben. Exakt so, wie die Firma offiziell heißt. Keine Keyword-Anhängsel wie „Malermeister Müller – Bester Maler in Musterstadt". Das ist ein Google-Verstoss und führt zur Sperrung.
Schritt 4 – Kategorie wählen. Google bietet über 4.000 Kategorien. Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einstellung im ganzen Profil – sie bestimmt, für welche Suchanfragen Sie erscheinen. „IT-Service" ist etwas anderes als „Computerreparaturdienst". Tipp: Schauen Sie sich drei Konkurrenten an, die gut ranken, und prüfen Sie deren Kategorie (direkt im Google-Maps-Eintrag sichtbar). Zusätzliche Nebenkategorien können Sie später noch hinzufügen (bis zu neun).
Schritt 5 – Standort oder Einzugsgebiet festlegen. Haben Sie ein Ladenlokal? Dann Adresse eintragen – sie erscheint öffentlich. Fahren Sie zu Kunden oder arbeiten remote? Dann „Kein Standort, aber Einzugsgebiet" wählen. Sie können bis zu 20 Orte/Regionen angeben. Wichtig: Einzugsgebiet nicht zu groß wählen – Google bewertet das als Spam. Für ein Ein-Personen-Unternehmen in einer Kleinstadt ergibt es keinen Sinn, ganz NRW als Einzugsgebiet anzugeben.
Schritt 6 – Kontaktdaten und Website. Telefonnummer (möglichst mit Festnetz – Mobilnummern wirken weniger seriös), Website-URL, Öffnungszeiten. Stimmen Sie die Daten exakt mit denen auf Ihrer Website. Inkonsistente Daten (NAP: Name, Address, Phone) schwächen das lokale SEO.
Schritt 7 – Verifizierung starten. Google verifiziert, dass Sie der echte Inhaber sind. Je nach Branche und Profil bekommen Sie eine oder mehrere Optionen angeboten: Postkarte (1–2 Wochen), Telefon (sofort), E-Mail (sofort), Video-Verifizierung (wenige Tage). Wählen Sie die schnellste verfügbare Methode. Bei der Postkarte: Adresse genau prüfen, Karte nicht versehentlich als Werbepost wegwerfen.
Nach der Verifizierung ist das Profil live. Aber das ist erst der Anfang – jetzt geht es ans Optimieren.
Die häufigsten Fehler beim Anlegen
Verifizierung: Google muss bestätigen, dass Sie der echte Inhaber sind. Wenn die Postkarte nicht ankommt oder der Code abgelaufen ist, geht es von vorne los. Bei Dienstleistern ohne Ladenlokal ist die Verifizierung besonders trickreich.
Kategorien: Die falsche Haupt- oder Nebenkategorie zu wählen, kostet Sichtbarkeit. Bleiben Sie konkret und ehrlich – lieber weniger Kategorien, die stimmen, als zehn, die nur halb passen.
Duplikate: Oft existiert bereits ein automatisch generierter Eintrag für Ihre Adresse. Wenn Sie einen neuen anlegen statt den bestehenden zu übernehmen, haben Sie zwei Einträge – und Google bestraft Duplikate mit schlechterer Sichtbarkeit.
Einzugsgebiet vs. Standort: Dienstleister, die zu Kunden fahren (oder wie wir per Fernwartung arbeiten), brauchen ein Einzugsgebiet statt einer festen Adresse. Das richtig einzustellen, ist nicht intuitiv.
Attribute und Services: Google bietet Dutzende zusätzliche Felder: Zahlungsarten, Barrierefreiheit, Terminbuchung, Dienstleistungsliste. Je vollständiger das Profil, desto höher die Sichtbarkeit – aber jedes Feld muss gepflegt werden.
Was ein optimiertes Profil bringt
Ein vollständiges und gepflegtes Google Business Profile ist kein Nice-to-have. Für lokale Unternehmen ist es oft der wichtigste einzelne Faktor für Neukunden:
Lokale Suche: Wenn jemand „IT-Hilfe in meiner Nähe" oder „Drucker reparieren in der Nähe" sucht, entscheidet das Profil, ob Sie in den Top 3 der Maps-Ergebnisse erscheinen – oder gar nicht.
Vertrauen: Fotos, Bewertungen, Antworten auf Rezensionen, regelmäßige Beiträge – all das signalisiert: Dieses Unternehmen ist aktiv und erreichbar. Ein leeres Profil signalisiert das Gegenteil.
Direkte Kontaktaufnahme: Kunden können direkt aus dem Profil heraus anrufen, die Route planen oder eine Nachricht schreiben – ohne erst Ihre Website zu besuchen.
Insights: Google zeigt Ihnen, wie viele Personen Ihr Profil gesehen haben, wie oft angerufen wurde und welche Suchbegriffe Kunden zu Ihnen geführt haben. Daten, die Sie sonst nirgends so einfach bekommen.
Was Sie selbst schaffen – und wo es knifflig wird
Den Eintrag anlegen, Adresse und Telefonnummer eingeben, ein paar Fotos hochladen – das schafft jeder. Und wenn das für Ihre Bedürfnisse reicht, ist es in einer Stunde erledigt.
Komplizierter wird es bei:
Verifizierungsproblemen: Postkarte kommt nicht an, Video-Verifizierung schlägt fehl, Google lehnt den Eintrag. Dann beginnt die Fehlersuche im Google-Support-Labyrinth.
Duplikate bereinigen: Einen automatisch generierten Eintrag übernehmen oder zusammenführen erfordert einen Antrag bei Google – und Geduld.
Kategorie-Strategie: Die richtige Kombination aus Haupt- und Nebenkategorien wählen, die zu Ihren Dienstleistungen und Ihrem Einzugsgebiet passt.
Laufende Pflege: Beiträge schreiben, auf Bewertungen antworten, saisonale Öffnungszeiten anpassen, neue Fotos hochladen. Ein Profil, das seit Monaten nicht aktualisiert wurde, verliert an Sichtbarkeit.
Mehrere Standorte: Wer Filialen oder Einzugsgebiete verwaltet, braucht eine Standortgruppe – und die Verwaltung wird schnell unübersichtlich.
Lieber machen lassen?
Wir legen Ihr Google Business Profile an und optimieren es
Verifizierung, Kategorien, Fotos, Beiträge – alles aus einer Hand, per Fernwartung.
Jetzt Hilfe anfragen –Profil angelegt – und dann? Pflege-Tipps
Beiträge veröffentlichen: Google Business Profile bietet eine Art Mini-Blog direkt in Ihrem Eintrag. Regelmäßige Beiträge (alle 1–2 Wochen) zeigen Google und Ihren Kunden, dass Ihr Unternehmen aktiv ist. Themen: Angebote, Tipps, Neuigkeiten, saisonale Hinweise.
Auf jede Bewertung antworten: Bei positiven Bewertungen reicht ein kurzes Danke. Bei negativen Bewertungen: sachlich bleiben, Lösung anbieten, nie persönlich werden. Potenzielle Kunden lesen Ihre Antworten genau.
Fotos aktuell halten: Mindestens 5–10 eigene Fotos, die Ihre Arbeit, Ihr Team oder Ihre Räumlichkeiten zeigen. Stockfotos erkennen Kunden sofort – und Google auch.
Feiertage und Sonderöffnungszeiten: Vor jedem Feiertag prüfen, ob die Öffnungszeiten stimmen. Ein „Geöffnet" an Weihnachten oder „Geschlossen" an einem normalen Dienstag kostet Vertrauen.
Leistungen und Produkte pflegen: Google bietet eigene Bereiche für Dienstleistungen und Produkte. Nutzen Sie die – sie erscheinen direkt im Profil und helfen bei der Auffindbarkeit.
Saisonale Öffnungszeiten richtig pflegen
Gerade bei Handwerk, Gastro, Hof- und Saisonbetrieben sind die Öffnungszeiten nicht über das Jahr konstant. Google bietet dafür zwei getrennte Mechanismen, die viele nicht kennen – und die bei falscher Nutzung teure Missverständnisse auslösen.
Spezielle Öffnungszeiten („Special Hours"): Für einzelne Tage wie Feiertage, Brückentage oder Betriebsferien. Im Business Profile unter „Info → Mehr Öffnungszeiten hinzufügen → Spezielle Öffnungszeiten". Diese überschreiben die regulären Zeiten nur für das gewählte Datum. Wichtig: Nicht einfach „geschlossen" auf einen normalen Öffnungstag setzen – sondern über Special Hours. Sonst denkt Google, Sie haben generell geändert, und stuft Ihre Zuverlässigkeit runter.
Saisonale Daueröffnungszeiten: Wenn Ihre Sommeröffnungszeiten sich von den Winteröffnungszeiten unterscheiden, müssen Sie das aktiv zweimal im Jahr umstellen. Google bietet hier keine Automatik. Ein Kalender-Reminder alle sechs Monate (erster Sonntag nach Zeitumstellung) ist Pflicht – sonst stehen falsche Zeiten drin, Kunden fahren hin und gehen enttäuscht wieder.
Kurzfristige Änderung: Krankheit, Unwetter, Stromausfall – jede kurzfristige Schließung kann über Special Hours eingepflegt werden. Noch wichtiger: In solchen Fällen parallel einen Profil-Beitrag („Update") posten, damit auch Bestandskunden die Änderung sehen.
Was Sie nicht tun sollten: Reguläre Öffnungszeiten während Urlaub oder Schließtagen auf „geschlossen" setzen – das verwirrt Google. Lieber einen konkreten Zeitraum über Special Hours markieren.
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