Landwirtschaft14. April 2026 · 7 Min. Lesezeit

Agrarbüro einrichten – welche Hardware und Software Sie wirklich brauchen

Papierstapel, überquellende Aktenordner und eine Excel-Tabelle für alles – so sieht es in vielen Agrarbüros noch aus. Der Umstieg auf ein digitales Büro spart langfristig Stunden pro Woche. Aber wo fängt man an? Und was braucht man wirklich?

Die Hardware-Grundausstattung

PC oder Laptop: Ein aktueller Rechner mit Windows 11, mindestens 8 GB RAM und einer SSD. Muss kein Gaming-PC sein – aber ein langsamer Rechner kostet jeden Tag Zeit. Wenn Sie viel unterwegs sind, ist ein Laptop mit Docking-Station praktisch.

Zwei Bildschirme: Klingt nach Luxus, ist im Agrarbüro Pflicht. Auf dem einen Bildschirm ELAN oder top farmplan, auf dem anderen die Flächenkarte oder den E-Mail-Eingang. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt explizit zwei Monitore für das Agrarbüro.

Dokumentenscanner: Das wichtigste Gerät für den Umstieg. Ein Scanner mit automatischem Einzug (ADF), Duplex-Scan und OCR-Texterkennung digitalisiert einen ganzen Belegstapel in Minuten. Fujitsu ScanSnap oder Brother ADS sind bewährte Modelle in der Landwirtschaft.

Drucker: Ein Netzwerkdrucker mit Scanner-Funktion für den Alltag. Laserdrucker sind im Agrarbüro besser als Tintenstrahl – sie trocknen nicht ein, wenn sie mal zwei Wochen nicht benutzt werden.

Die Software-Grundausstattung

Agrarsoftware: top farmplan ist in NRW und Niedersachsen weit verbreitet und deckt Ackerschlagkartei, HI-Tier-Meldungen, Dokumentenablage und Rechnungswesen ab. Alternativen: JustFarming, NLB, 365FarmNet.

Buchhaltung: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater. Wenn er mit DATEV arbeitet, brauchen Sie eine DATEV-kompatible Lösung. top farmplan und JustFarming bieten Schnittstellen.

E-Mail: Ein professionelles E-Mail-Konto – nicht die private Gmail-Adresse für den Betrieb. Microsoft 365 oder ein Provider-E-Mail-Konto reichen.

Passwort-Manager: Bei einem Dutzend Portalen (HI-Tier, ELAN, Molkerei, Steuerberater, Bank...) ist ein Passwort-Manager keine Option, sondern Notwendigkeit.

Datensicherung: Ihre Betriebsdaten müssen gesichert sein. Mindestens eine externe Festplatte, besser eine Cloud-Sicherung. Schlagkartei, Buchhaltung und Tierdaten sind bei Verlust nicht wiederherzustellen.

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Die ersten Schritte

Fangen Sie nicht mit allem gleichzeitig an. Der wichtigste erste Schritt: Dokumentenscanner kaufen und alle neuen Belege ab sofort scannen. Die alten Ordner können später nach und nach digitalisiert werden. Richten Sie eine klare Ordnerstruktur ein (Jahr > Monat oder Jahr > Kategorie) und halten Sie sich konsequent daran.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein digitales Agrarbuero?

Die Grundausstattung (PC, Scanner, zweiter Monitor) gibt es ab ca. 800 bis 1.200 Euro. Die Software (top farmplan, Passwort-Manager) kostet je nach Umfang 10 bis 30 Euro pro Monat. Als Betriebsausgabe absetzbar.

Kann ich mein bestehendes Setup per Fernwartung optimieren lassen?

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