Testrückruf: die Zahl, die im Audit wirklich zählt
Die kurze Antwort
Gefragt wird nicht nach Ordnern, sondern nach einem Beispiel: Diese Charge, wohin ist sie gegangen? Gemessen wird die Zeit bis zur vollständigen Antwort.
Betriebe mit Ordnerlösung liegen bei Stunden bis Tagen, meist mit Lücken. Mit durchgehender Kette ist die Antwort eine Abfrage.
Der Grundsatz lautet ein Schritt zurück, ein Schritt vor. Schwierig wird er erst, wenn verarbeitet wird, denn dann muss die Verbindung zwischen Eingang und Ausgang selbst hergestellt werden.
Rückverfolgbarkeit klingt nach Papier, ist aber eine Zeitfrage. Wenn ein Lieferant ein Problem meldet, entscheidet sich innerhalb eines Tages, ob ein Betrieb gezielt einzelne Lose zurückholt oder vorsichtshalber alles. Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist meistens vierstellig.
Was der Grundsatz verlangt
Ein Betrieb muss sagen können, von wem er eine Ware bezogen hat und an welchen gewerblichen Abnehmer er sie abgegeben hat. Für den Weg zum Endverbraucher gilt das nicht in gleicher Weise.
Solange nur gehandelt wird, ist das eine Frage der Ablage. Sobald gemischt, abgefüllt, gereift oder umgepackt wird, entsteht die eigentliche Aufgabe: die Verbindung zwischen Eingangscharge und ausgeliefertem Los.
Wo die Kette in der Praxis reißt
Jede dieser Stellen lässt sich schließen, wenn die Erfassung dort stattfindet, wo die Handlung passiert. Eine Eingabe zwei Stunden später erzeugt Papier, aber keine Sicherheit.
- beim Umfüllen in unbeschriftete Behälter
- beim Zusammenkippen von Resten mehrerer Chargen
- bei Kleinmengen, die aus dem Vorrat entnommen und nicht notiert werden
- bei Lieferscheinen ohne Chargenbezug
- bei nachträglicher Eingabe im Büro aus dem Gedächtnis
Der Testrückruf als Prüfung der eigenen Kette
Man wählt eine beliebige Charge aus dem letzten Quartal und beantwortet drei Fragen: Welche Rohwaren steckten darin, in welche Lose ist sie eingegangen, an wen sind diese Lose gegangen, jeweils mit Mengen.
Gemessen wird die Zeit und dokumentiert, wo gesucht werden musste. Das Ergebnis ist unbestechlich und zeigt in einer Stunde, was jede Diskussion über Dokumentation offenlässt.
Etiketten sind die billigste Verbesserung
Ein Etikett mit Chargennummer und Datum am Gebinde kostet wenig und verhindert die häufigste Fehlerquelle: das Übertragen von Hand. Was im Betrieb steht, steht dann auch im System.
Ergänzt um einen Scan beim Eingang und beim Abfüllen entsteht die Kette fast nebenbei. Das ist deutlich weniger Aufwand als ein Formularsatz, den jemand am Abend ausfüllen soll.
Wer erfasst ist
Hofverarbeitung und Direktvermarktung, Bäckereien und Fleischereien mit eigener Herstellung, Manufakturen für Getränke, Öle, Konserven und Gewürze, dazu Kosmetik und Futtermittel mit eigener Systematik.
Eine Untergrenze nach Betriebsgröße gibt es nicht. Der Aufwand richtet sich nach der Zahl der Verarbeitungsschritte, nicht nach der Zahl der Beschäftigten.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein Schritt zurück, ein Schritt vor?
Ein Betrieb muss belegen können, von wem eine Ware stammt und an welchen gewerblichen Abnehmer sie gegangen ist.
Wie schnell muss die Auskunft vorliegen?
Eine feste Minutenzahl gibt es nicht, verlangt wird unverzügliche Auskunft. In Audits wird die Zeit gemessen, und Stunden sind auffällig.
Gilt das auch für kleine Betriebe?
Ja. Eine Untergrenze nach Betriebsgröße gibt es nicht.
Reichen Ordner und Lieferscheine?
Solange nur gehandelt wird, oft ja. Sobald verarbeitet wird, fehlt die Verbindung zwischen Eingang und Ausgang, und genau die wird gefragt.
Brauchen wir Scanner?
Nicht zwingend. Etiketten mit Chargennummer und eine einfache Erfassung am Arbeitsplatz bringen den größten Teil des Nutzens.
Was ist mit Kosmetik oder Futtermitteln?
Die Bauart der Kette ist dieselbe, die geforderten Angaben unterscheiden sich.
Bauen die Netzhandwerker die Kette?
Ja, samt Testrückruf mit Zeitmessung. Kette aufbauen lassen →
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