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Software & Open Source 16.09.2026 · Lesezeit: ca. 14 Min.

Open Source im Betrieb: 50 Werkzeuge ohne Lizenzgebühren

Im Netz kursieren lange Listen mit „100 Open-Source-Programmen“. Viele davon sortieren nach dem Namen, nicht nach dem Nutzen. Wer so eine Liste durchgeht, findet Spiele-Engines neben Firewalls und Molekülsimulationen neben Bürosoftware. Für einen Betrieb taugt das wenig. Wir haben deshalb eine eigene Auswahl zusammengestellt: 50 Werkzeuge, sortiert nach den Aufgaben, die in Büro, Serverraum und Technik tatsächlich anfallen. Jedes Projekt haben wir vor der Aufnahme geprüft. Ein Klick auf den Namen öffnet die Seite des jeweiligen Projekts in einem neuen Fenster.

Aufgeräumter Büroarbeitsplatz mit Laptop, kleinem Heimserver und handschriftlicher Checkliste
Offene Software ist schnell installiert. Der Betrieb über Jahre ist die eigentliche Arbeit.

Wie wir ausgewählt haben

Drei Bedingungen musste jedes Projekt erfüllen. Erstens eine offene Lizenz, der Quellcode ist einsehbar und darf genutzt werden. Zweitens aktive Pflege: Stand 16.09.2026 gab es im Jahr 2026 eine neue Version oder Änderungen am Quellcode. Drittens ein erkennbarer Nutzen für Betriebe im deutschsprachigen Raum.

Daran sind einige bekannte Namen gescheitert. OpenDKIM etwa hat seit 2018 keine neue Version veröffentlicht. Bei anderen Projekten liegt die letzte Version mehrere Jahre zurück und es erscheinen nur Testfassungen. Spiele, Forschungssoftware und Praxisverwaltungen für ausländische Gesundheitssysteme haben wir bewusst weggelassen. Dafür stehen hier Projekte, die in vielen Listen fehlen, weil ihr Name nicht mit „Open“ beginnt: LibreOffice, Nextcloud oder Home Assistant.

Ohne Lizenzgebühr heißt nicht ohne Aufwand. Einrichtung, Updates, Datensicherung und Überwachung kosten Zeit. Wer das nicht einplant, hat nach zwei Jahren ein veraltetes System mit offenen Sicherheitslücken. Unser Modell dafür heißt Lizenz + Service: Die Software ist offen, den Betrieb übernehmen wir.

Büro und Zusammenarbeit

Der Arbeitsplatz ist der Bereich, in dem offene Software am weitesten verbreitet ist und am schnellsten Lizenzkosten spart.

  1. Logo Linux MintLinux Mint – Einsteigerfreundliches Betriebssystem, das sich für viele Büroplätze als Ersatz für Windows eignet.
  2. Logo LibreOfficeLibreOffice – Texte, Tabellen und Präsentationen. Die aktiver entwickelte Wahl gegenüber Apache OpenOffice, das nur noch Wartungsversionen erhält.
  3. Logo FirefoxFirefox – Webbrowser mit starken Einstellungen für Datenschutz und zentraler Verwaltung per Richtlinien.
  4. Logo ThunderbirdThunderbird – E-Mail-Programm mit Kalender und Adressbuch, auch für mehrere Postfächer.
  5. Logo KeePassXCKeePassXC – Passwortverwaltung als verschlüsselte Datei, ohne Server.
  6. Logo Paperless-ngxPaperless-ngx – Papierloses Archiv: Scans werden per Texterkennung durchsuchbar und automatisch verschlagwortet.
  7. Logo OpenRefineOpenRefine – Unordentliche Tabellen bereinigen, etwa Kundenlisten mit doppelten Einträgen.
  8. Logo NextcloudNextcloud – Dateien, Kalender, Kontakte und gemeinsame Dokumente auf dem eigenen Server.
  9. Logo OpenProjectOpenProject – Projekte, Aufgaben, Zeitpläne und Zeiterfassung im Team.
  10. Logo ElementElement – Teamchat auf Basis des offenen Matrix-Protokolls, auf Wunsch auf eigener Infrastruktur.

Den Umstieg am Arbeitsplatz beschreiben wir ausführlich in Linux Mint statt Windows und Office-Alternativen unter Linux.

Server, Speicher und Datensicherung

Hier entscheidet sich, ob Daten im eigenen Haus sicher liegen. Offene Werkzeuge sind in diesem Bereich seit Jahren Standard, auch in großen Rechenzentren.

  1. Logo openmediavaultopenmediavault – Macht aus einem kleinen Rechner einen Datei- und Speicherserver für das Netzwerk.
  2. Logo OpenZFSOpenZFS – Dateisystem mit Schnappschüssen und Prüfsummen, das stille Datenfehler erkennt.
  3. Logo resticrestic – Verschlüsselte, platzsparende Sicherungen auf Festplatte, Server oder Cloud-Speicher.
  4. Logo BorgBackupBorgBackup – Sicherung mit Deduplizierung, bewährt für Server und Arbeitsplätze.
  5. Logo GiteaGitea – Eigene Ablage für Quellcode und Konfigurationen mit Versionsverlauf.
  6. Logo OpenTofuOpenTofu – Server und Cloud-Ressourcen als Textdatei beschreiben und reproduzierbar aufbauen.
  7. Logo OpenSearchOpenSearch – Volltextsuche und Auswertung großer Protokollmengen.
  8. Logo Uptime KumaUptime Kuma – Überwacht Websites und Dienste und meldet Ausfälle sofort.

Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn die Wiederherstellung geprobt wurde. Wie wir das aufsetzen, steht unter Backup und Notfallwiederherstellung.

Sicherheit und Netzwerk

Ein großer Teil der weltweiten Verschlüsselung läuft auf offener Software. Offenheit ist hier ein Vorteil: Viele Fachleute prüfen denselben Code.

  1. Logo OpenSSHOpenSSH – Verschlüsselter Zugang zu Servern, Grundlage fast jeder Fernwartung.
  2. Logo OpenSSLOpenSSL – Verschlüsselung und Zertifikate für Websites, Mail und interne Dienste.
  3. Logo WireGuardWireGuard – Schlankes, schnelles VPN für Außendienst und Homeoffice.
  4. Logo OpenVPNOpenVPN – Etabliertes VPN mit breiter Unterstützung durch Router und Firewalls.
  5. Logo OPNsenseOPNsense – Firewall und Router für das Firmennetz mit übersichtlicher Weboberfläche.
  6. Logo OpenWrtOpenWrt – Ersetzt die Herstellersoftware vieler Router und hält ältere Geräte länger sicher.
  7. Logo OpenSnitchOpenSnitch – Zeigt unter Linux, welches Programm wohin Verbindungen aufbaut.
  8. Logo VaultwardenVaultwarden – Passwortserver für Teams, kompatibel mit den Bitwarden-Apps.

Smart Home, Energie und Sensorik

Für Hallen, Ställe, Gewächshäuser und Photovoltaik ist offene Software oft die einzige Möglichkeit, Geräte verschiedener Hersteller zusammenzubringen und die Daten im eigenen Haus zu behalten.

  1. Logo Home AssistantHome Assistant – Zentrale für Sensoren, Schalter und Automatisierungen, lokal ohne Cloud-Pflicht.
  2. Logo openHABopenHAB – Alternative Steuerzentrale mit langer Geschichte und breiter Geräteunterstützung.
  3. Logo Node-REDNode-RED – Datenflüsse zwischen Geräten und Diensten grafisch verdrahten.
  4. Logo Eclipse MosquittoEclipse Mosquitto – MQTT-Broker, über den Sensoren ihre Messwerte verteilen.
  5. Logo ChirpStackChirpStack – Eigener Netzwerkserver für LoRaWAN-Funksensoren.
  6. Logo OpenDTUOpenDTU – Liest unterstützte Solar-Mikrowechselrichter lokal aus und steuert sie.
  7. Logo OpenEMSOpenEMS – Energiemanagement für Erzeuger, Batteriespeicher und Verbraucher.
  8. Logo OpenEVSEOpenEVSE – Offene Firmware für Ladestationen von Elektroautos.
  9. Logo emoncmsemoncms – Verbrauchs- und Erzeugungsdaten erfassen und auswerten, aus dem OpenEnergyMonitor-Projekt.
  10. Logo GrafanaGrafana – Übersichtliche Dashboards für Messwerte aller Art.

Wie ein eigenes Funknetz für Sensoren entsteht, zeigen wir unter LoRaWAN-Funknetze.

KI im eigenen Haus

Offene KI-Werkzeuge erlauben es, Sprachmodelle und Bilderkennung auf eigener Hardware zu betreiben. Vertrauliche Daten verlassen dann das Haus nicht.

  1. Logo OllamaOllama – Offene Sprachmodelle mit wenigen Befehlen auf dem eigenen Rechner oder Server betreiben.
  2. Logo llama.cppllama.cpp – Effiziente Laufzeit für Sprachmodelle, auch auf Hardware ohne große Grafikkarte.
  3. Logo OpenHandsOpenHands – KI-Agenten, die Programmieraufgaben selbständig bearbeiten.
  4. Logo OpenCVOpenCV – Bilderkennung und Kameraauswertung, etwa für Zählungen oder Qualitätskontrolle.
  5. Logo OpenVINOOpenVINO – KI-Modelle für Intel-Hardware optimieren und schneller ausführen.

Nicht jedes Projekt mit offenem Code ist frei von Risiken. KI-Agenten mit Zugriff auf Postfächer oder Dateien brauchen klare Grenzen, gleich ob offen oder geschlossen. Mehr dazu in KI auf dem eigenen Gerät.

Web, Daten und Entwicklung

  1. Logo MatomoMatomo – Besucherstatistik für Websites, auf eigenem Server betreibbar.
  2. Logo OpenTelemetryOpenTelemetry – Messwerte, Protokolle und Ablaufspuren aus eigenen Anwendungen einheitlich sammeln.
  3. Logo OpenAPI GeneratorOpenAPI Generator – Aus einer Schnittstellenbeschreibung Programmcode und Dokumentation erzeugen.

Karten, Drohnen und Konstruktion

  1. Logo QGISQGIS – Geoinformationssystem für Flurkarten, Standortplanung und Auswertungen.
  2. Logo OpenLayersOpenLayers – Interaktive Karten in Websites und Anwendungen einbauen.
  3. Logo openrouteserviceopenrouteservice – Routen und Erreichbarkeitsgebiete auf Basis von OpenStreetMap berechnen.
  4. Logo OpenDroneMapOpenDroneMap – Drohnenfotos zu Orthofotos, Höhenmodellen und 3D-Modellen verarbeiten.
  5. Logo FreeCADFreeCAD – Parametrisches 3D-CAD für Bauteile, Halterungen und Gehäuse.
  6. Logo OpenCPNOpenCPN – Seekarten, Kursplanung und Navigation an Bord.

Wie sich Drohnendaten ohne fremde Cloud auswerten lassen, beschreibt Drohnendaten ohne Cloud auswerten.

Worauf Sie vor dem Einsatz achten sollten

Lizenz lesen. GPL, AGPL, MIT und Apache erlauben die Nutzung im Betrieb. Unterschiede zeigen sich, wenn Sie die Software verändern und weitergeben oder als Dienst für Dritte anbieten. Einige Projekte haben ihre Lizenz in den letzten Jahren geändert. Prüfen Sie die aktuelle Fassung, nicht die aus einer alten Anleitung.

Pflege prüfen. Wann erschien die letzte Version? Wie viele Personen arbeiten mit? Gibt es Sicherheitsmeldungen und werden sie behoben? Ein Projekt mit einem einzigen Entwickler kann hervorragend sein, ist aber ein Risiko, wenn diese Person aufhört.

Betrieb planen. Wer spielt Updates ein? Wer prüft die Datensicherung? Wer bemerkt, wenn ein Dienst ausfällt? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg, nicht die Auswahl der Software.

Klein anfangen. Ein Arbeitsplatz, ein Dienst, ein Monat Probebetrieb. Danach wissen Sie, ob die Lösung im Alltag trägt. Warum sich der Schritt weg von großen Plattformen lohnen kann, beschreibt Das Ende der großen Plattformen.

Open Source einführen, ohne den Betrieb aufzuhalten?

Wir richten die Werkzeuge ein, übernehmen Updates, Datensicherung und Überwachung per Fernwartung und passen sie an Ihre Abläufe an.

Zur Service-Seite Linux-Support

Passende Themen:

Linux-Support · Backup und Notfallwiederherstellung · Passwort-Management · LoRaWAN-Funknetze · Unsere offenen Werkzeuge

Beschreiben Sie Ihr Anliegen

Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir prüfen die Anfrage und melden uns per E-Mail mit dem nächsten Schritt.

Problem nicht gelöst? Wir beheben es.

Wir lösen IT-Probleme per Fernwartung — ohne Vor-Ort-Termin, ohne lange Wartezeiten.

Fernwartung anfragen →

Häufig gestellte Fragen

Ist Open-Source-Software für Unternehmen erlaubt?

Ja. Die gängigen offenen Lizenzen erlauben die Nutzung im Betrieb ausdrücklich. Pflichten entstehen vor allem, wenn Sie die Software verändern und an Dritte weitergeben oder als Dienst für andere anbieten.

Ist Open Source sicherer als geschlossene Software?

Nicht automatisch. Offener Code kann von vielen geprüft werden, das ist ein Vorteil. Sicher wird ein System aber erst durch regelmäßige Updates, sinnvolle Einstellungen und Überwachung.

Wer hilft, wenn etwas nicht funktioniert?

Bei offener Software gibt es keinen Hersteller mit Serviceverpflichtung. Hilfe kommt aus Foren und Dokumentation oder von einem Dienstleister, der den Betrieb übernimmt. Genau das machen wir per Fernwartung.

Welches Werkzeug eignet sich für den Einstieg?

LibreOffice und Firefox lassen sich neben der vorhandenen Software testen, ohne etwas umzustellen. Für den Schritt zur eigenen Infrastruktur ist Nextcloud ein guter Start, sofern Datensicherung und Updates von Anfang an geregelt sind.

Wie aktuell ist diese Liste?

Alle 50 Projekte haben wir am 16.09.2026 geprüft. Jedes hatte im Jahr 2026 eine neue Version oder Änderungen am Quellcode. Open-Source-Projekte ändern sich laufend, deshalb lohnt vor dem Einsatz ein Blick auf den aktuellen Stand.

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