Zettle-Export in DATEV buchen
Die kurze Antwort
Zettle, heute unter dem Namen PayPal Point of Sale, exportiert Umsatzberichte und Belege als Excel-Datei oder PDF, nicht im DATEV-Format. Die Kanzlei kann diese Dateien deshalb nicht direkt einlesen. Für den Import braucht sie einen Buchungsstapel im DATEV-Format. Er entsteht aus zwei Zettle-Quellen: dem Umsatzbericht für die Erlöse und dem Kontoauszug für Gebühren und Überweisungen.
Welche Exporte Zettle liefert
Das Hilfe-Center beschreibt die Buchhaltung über den Bereich „Berichte“ auf my.zettle.com. Die Umsatzübersicht fasst Umsätze und Erstattungen nach Zahlungsart und Vertriebskanal zusammen, die Zahlungsübersicht zeigt zusätzlich die Summe der Gebühren. Über „Exportieren“ oben rechts entsteht eine Excel-Datei; exportierbar sind die Berichte „Umsätze“ und „Umsatz nach Produkt“.
| Quelle | Wo | Format | Wofür |
|---|---|---|---|
| Umsatzbericht | my.zettle.com > Berichte > Exportieren | Excel | Erlöse und Erstattungen je Zahlungsart |
| Belege & Rechnungen | my.zettle.com > Belege & Rechnungen | Excel oder PDF | Einzelbelege |
| Kontoauszug | my.zettle.com > Kontoauszug | Liste, nach Transaktionsart filterbar | Kartenzahlungen, Gebühren, Überweisungen auf das Bankkonto |
| DSFinV-K- und TSE-Export | App > Kassensystem > TSE- und DSFinV-K-Exporte | tar.gz mit CSV-Dateien bzw. TSE-Format | Außenprüfung und Kassen-Nachschau, nicht Buchhaltung |
Wichtig für die Praxis: In der Zettle Go-App lassen sich Berichte nicht als Excel exportieren. Dafür muss my.zettle.com im Browser geöffnet werden.
Warum die Kanzlei den Export nicht direkt einliest
DATEV nimmt Bewegungsdaten im DATEV-Format an, einer CSV-Datei mit fest vorgegebenem Aufbau. Hersteller von Fremdsystemen können dieses Format anbieten. Das Hilfe-Center von PayPal Point of Sale beschreibt Exporte als Excel und PDF; einen Export im DATEV-Format beschreibt es nicht (geprüft am 11.09.2026).
Dazu kommt ein inhaltlicher Grund. Der Umsatzbericht zeigt, was verkauft wurde. Die Bank zeigt, was überwiesen wurde. Dazwischen liegen Gebühren, Erstattungen und ein Betrag, den Zettle für Rückerstattungen zurückhält. Laut Hilfe-Center fällt der Saldo deshalb nie ganz auf null. Wer nur den Bankeingang bucht, bucht Erlöse zu niedrig und Gebühren gar nicht.
Der Weg zum DATEV-Buchungsstapel
- Vorgaben der Kanzlei einholen: Kontenrahmen, Erlöskonten je Steuersatz, Verrechnungskonto für Kartenzahlungen, Gebührenkonto, Kasse. Das entscheidet die Kanzlei, nicht die Software.
- Umsatzbericht exportieren: my.zettle.com > Berichte, Zeitraum Monat, „Exportieren“.
- Kontoauszug danebenlegen: Kartenzahlungen, Gebühren und Überweisungen auf das Bankkonto für denselben Zeitraum.
- Bar und Karte trennen: Alle Zahlungen einschließlich Barzahlungen stehen laut Zettle unter „Verkäufe“ > „Quittungen“. Bar gehört in die Kasse, Karte läuft über das Verrechnungskonto.
- Buchungsstapel erzeugen: Erlöse je Tag und Steuersatz, jede Überweisung als Bewegung vom Verrechnungskonto zur Bank, Gebühren getrennt.
- Abgleichen: Nach allen Überweisungen darf auf dem Verrechnungskonto nur stehen, was Zettle noch nicht ausgezahlt hat.
Typische Stolperstellen
- Monatsgrenze: Eine Überweisung kann Kartenzahlungen mehrerer Tage enthalten, auch aus dem Vormonat.
- Erstattungen doppelt: Die Umsatzübersicht enthält Erstattungen bereits. Werden sie zusätzlich aus dem Kontoauszug abgezogen, fehlt Umsatz.
- Rückerstattungsreserve: Der zurückgehaltene Betrag ist kein Verlust, sondern noch nicht ausgezahltes Guthaben.
- PayPal-Geschäftskonto: Wer Zettle mit dem PayPal-Geschäftskonto nutzt, sieht laut Zettle leicht abweichende Funktionen; der Kontoauszug liegt dann dort.
- Trinkgeld: Die Berichtsübersicht weist Trinkgeld gesondert aus. Wie es gebucht wird, klärt die Kanzlei.
Wann das Bordmittel reicht
Bei wenigen Vorgängen im Monat reicht der Excel-Export, den die Kanzlei von Hand bucht. Wiederholt sich die Umwandlung jeden Monat mit vielen Kartenzahlungen, ist ein fester Konverter sicherer als eine Tabelle mit Formeln, die nur eine Person versteht.
Wenn das Bordmittel nicht reicht
Wir machen aus Zettle-Umsatzbericht und Kontoauszug einen Buchungsstapel, den die Kanzlei einliest. Für SumUp haben wir einen Konverter gebaut und eingesetzt. Wie wir solche Datenwege bauen, steht unter Kassen-DATEV-Brücke.
Häufige Fragen
Hat Zettle einen DATEV-Export?
Das Hilfe-Center von PayPal Point of Sale beschreibt Umsatzberichte und Belege als Excel- oder PDF-Export. Einen Export im DATEV-Format beschreibt es nicht (Stand 11.09.2026). Für DATEV ist deshalb eine Umwandlung in einen Buchungsstapel nötig.
Wo finde ich den Zettle-Umsatzbericht?
Auf my.zettle.com unter „Berichte“. Über „Exportieren“ oben rechts entsteht eine Excel-Datei. In der Zettle Go-App ist der Excel-Export nicht möglich.
Warum passt die Zettle-Überweisung nicht zum Umsatz?
Zwischen Umsatz und Überweisung liegen Gebühren, Erstattungen und ein für Rückerstattungen zurückgehaltener Betrag. Der Kontoauszug auf my.zettle.com führt Kartenzahlungen, Gebühren und Überweisungen einzeln auf.
Brauche ich den DSFinV-K-Export für die Buchhaltung?
Nein. DSFinV-K- und TSE-Exporte sind für Außenprüfung und Kassen-Nachschau bestimmt. Für die Buchhaltung zählen Umsatzbericht und Kontoauszug.
Buchen die Netzhandwerker die Zettle-Umsätze?
Nein. Wir bauen den Datenweg vom Zettle-Export zur Importdatei. Buchung und steuerliche Beurteilung bleiben bei der Kanzlei.
Quellen
- PayPal Point of Sale Hilfe-Center: Buchhaltung
- PayPal Point of Sale Hilfe-Center: Informationen zu Berichten
- PayPal Point of Sale Hilfe-Center: Kontoauszug
- PayPal Point of Sale Hilfe-Center: TSE- und DSFinV-K-Exporte
- DATEV Hilfe-Center: Buchungsstapel und Stammdaten im DATEV-Format (Dok. 1036541)
Alle Angaben geprüft am 11.09.2026. Herstellertexte in eigenen Worten zusammengefasst; Menüs ändern sich, maßgeblich ist das jeweils aktuelle Hilfe-Dokument. Keine Steuer- oder Rechtsberatung, Kontierung und steuerliche Behandlung klärt Ihre Kanzlei.